Kurz, der „Darling“ der großen Banken und Konzerne

Kurz, le chéri des grandes banques et societés

Kurz, the Darling oft the big banks and corporations

 

„Entweder Cäsar oder gar nichts“ steht auf dem Schwert des Cesare Borgia das im Britischen Museum in London aufbewahrt wird.  Eine ähnliche Einstellung könnte auch einigen Politikern der Jetztzeit attestiert werden, wenn auch jeder sonstige Vergleich mit dem Renaissancefürsten hinken muss. Nur nebenbei sei daher auf Kurz´ Vorgangsweise vor seiner Kür zum  Parteichef verwiesen, die da lautete, entweder es geschehe alles nach seinen Vorstellungen oder er verweigere sich.

Nun ist der Kanzler wahrscheinlich kein eingefleischter Machiavellist, aber dass ihm ein unbändiger  Drang zur Selbstinszenierung und Lust an „geiler“ Machtausübung eigen ist, darf vermutet werden. Und diese eher Untugenden scheint der für seine wohl klingenden Überschriften geschätzte  türkise Turbo auch wirklich zu genießen.

Ohne Zweifel hat der junge Mann Talent und Verstand, doch wie sieht es mit seinem  Charakter aus? Da ihm bisher einiges allzu  leicht in den Schoß gefallen ist und Zeiten echter  Bewährung noch ausstehen, kann darüber nur ansatzweise  etwas gesagt werden. Aber es lassen sich aus einigen seiner  Aussagen – etwa dieser: „Der durchschnittliche Zuwanderer ist intelligenter als der durchschnittliche Österreicher“- oder  auch hinsichtlich seiner politischen Freundschaften  ja doch mögliche Rückschlüsse auf sein Charakterkorsett  ziehen.

Bemerkenswert in dieser Hinsicht war sein von Netanjahu umschmeichelter Auftritt in Israel, wo es dem Kanzler gelang, Österreichs und der Österreicher angebliche Schuld am Holocaust  noch zu toppen: Schuldig seien, so Kurz, auch  jene, die 1938 zugesehen haben, wie Hitler zugejubelt wurde. Sollte man sich merken. (Dazu im Anhang ein Brief an Kurz von Prof. Heinrich Wohlmeyer).

Nun gibt es –  neben den durch Industrieinteressen angestossenen sozialen und ökonomischen neoliberalen Zielsetzungen des Kanzlers – darüber hinaus aber etwas, das eigentlich den gesunden Hausverstand stutzig machen sollte. Was soll man von einem Staatsmann halten, der  von Vertretern jener Mächte über den grünen Klee gelobt wird, deren Interessen Österreich und seiner Menschen zum Nachteil gereichen? CETA ist ja nur ein Beispiel unter vielen.

Wenn  also Kurz aus Sicht  Brüssels und der dort aus dem Hintergrund Ton angebenden Finanzmogule vorbildlich spricht und handelt, sollte  man eigentlich nicht länger herumrätseln: Der „Darling“ der großen Banken und Konzerne kann nicht gleichzeitig der Glücksbringer Österreichs sein. Da wäre er ja ein echtes Genie, und nicht bloß ein braver, folgsamer Vorzugschüler seiner internationalen Mentoren.

Aber ein schlaues Bürscherl ist er schon, unser Kanzler, und als „Mr. Sandman“ (puts people to sleep and brings good dreams by sprinkling magical sand onto the eyes) schafft es der  Überflieger bis nach ganz oben in der Beliebtheitsskala des „Mainstreams“. Ganz im Sinne seiner Förderer, denn diese  erwarten ja, dass er Selbstbestimmung, Bevölkerungsaustausch, Leitkultur und Identität ohne Ansehensverlust geschmeidig umschifft. Dass  EU-Primärrecht über Direkter Demokratie zu stehen habe, macht er deshalb auch gleich klar.

Will man über Kurz´ politische Absichten mehr wissen, kann ein Blick darauf hilfreich sein, was er nicht anspricht. Hat er uns etwas über den im Mai in Marrakesch stattgefundenen Dialog zwischen Afrika und Europa (Rabat-Process) erzählt, in dessen Abschlusserklärung unter anderem von der Förderung legaler Migration nach Europa und Visa -Erleichterung die Rede ist? Nun versteht man, warum  er und seine Minister nachdrücklich immer nur von illegaler Migration sprechen, während der legale Bevölkerungsaustausch offensichtlich fortgesetzt werden soll. Also heißt es bei Kurz: „Österreich muss ein Land der Chancen und Möglichkeiten sein. Ganz gleich, woher jemand kommt, welche Hautfarbe oder Religion er oder sie hat“. Österreich ist ein Einwanderungsland, will er damit sagen. Und Strache nickt dazu?

Zur Überraschung vieler hat er sogar eine Vision. Aber welche?  Keine wirklich weltbewegende: Die Vision einer Union, die „schlanker, geeinter und fokussierter ist“ als jetzt. Könnte auch als Drohung verstanden werden. Und etwas mehr subsidiär soll sie sein, das schon auch, aber nicht zu viel. Damit und mit zahnlosen kritischen Migrations-„Statements“ oder lückenhaften Grenze-dicht-Slogans soll der „Brückenbauer“, außer seinen Wählern, wohl auch die Brüssel-kritischen Nachbarländer besänftigen und bei der EU-Stange halten. Er ist ja so lieb und so nett, wie könnte da die Europäische Union anders sein?

Dieser Meinung  dürfte sein blaues Zubehör, das  schon Kurz´ Jerusalem-Auftritt entzückt haben muss, inzwischen auch sein. Einer meiner Bekannten meinte unlängst, er wäre gerne als kleines Mäuslein beim mehrmaligen privaten Tête à Téte der beiden in Straches Wohnung anwesend  gewesen. Andererseits, vergönnen wir den beiden spät zu einander Gefundenen  doch ein wenig Intimität im grauslichen  politischen Alltag.

Kein Frage, der Millionen-Einsatz der Industrie, von dem der „Falter“ einmal berichtete, hat sich anscheinend gelohnt; mit  Kurz hat man eine vorerst erstklassige Wahl getroffen. Das war gerade in Österreich, wo man am EU-kritischsten ist, sehr wichtig. Somit aber dürfen wir uns von Sebastian Kurz  und seinen Freunden alles nur kein freies und souveränes Österreich erwarten, aber auch kein Europa der Vaterländer. Denn Europa den Europäern! bedeutet auch bei dieser Regierung retro, also rückwärts orientiert. Wenn Kurz es nur klar sagen würde, wie anderes auch.

Ist also Kurz  nur ein begnadeter Blender? Wir werden, wenn ja, die endgültige Bestätigung hoffentlich noch rechtzeitig serviert bekommen, aber bis dahin werden viele bereits einige ihrer hohen  Erwartungen begraben haben. Hoffentlich befinden sich dann nicht auch die der  Südtiroler darunter.

Zum Thema

Unter Freunden https://youtu.be/pgorRlUx_Ug

A N H A N G                                                                                                                                    Brief an den Bundeskanzler von Prof. Heinrich Wohlmeyer

 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Ich kann nicht umhin gegen Ihre in Jerusalem verkündete Deklaration einer ‘Mitschuld Österreichs am Holocaust’ energisch zu protestieren.

Auch bedrückt mich, dass Sie die Missachtungen des Völkerrechtes und der Menschenrechte, sowie die völkerrechtswidrigen Eroberungen (‘Siedlungen’ genannt) und Einkesselungen (der Gazastreifen als das “größte Freiluftgefängnis der Erde” – Diktion des Juden und Menschenrechtlers Stephane Hessel) nicht angesprochen haben, sondern wegschauend quasi bedingungslose Unterstützung zugesagt haben.

Österreich war zur Nazizeit nicht mehr existent, daher kann es keine Mitschuld tragen.
Auch fühle ich mich als Angehöriger einer Widerstandsfamilie und im Namen aller aufrechten Österreicher unzulässig beschuldigt und in die Plicht genommen (Kollektivhaft).
Ich sehe meinen knapp vor dem Abtransport ins KZ gestorbenen Vater noch weinen, als Hitler einmarschierte und den Staat auslöschte.
Auch haben wir Juden geholfen und ihr Eigentum versteckt.
Dass es Österreicher gab, die Hitler als Erlöser aus ihrer Not und Erniedrigung nachgelaufen sind und zu Kollaborateuren wurden, leugne ich nicht. Aber deshalb in unzulässiger Verallgemeinerung alle Österreicher zu Schuldigen zu erklären, ist geradezu ‘geschichtskriminell’.
Ich hoffe, dass wir nicht die unguten Folgen erleben müssen.

Leopold Figl mit dem ich eng befreundet war, hat die Schuldkausel aus dem Staatsvertrag mit dem Hinweis hinausreklamiert, dass er vom Molotow– Ribbentrop-Pakt am Appellplatz von Dachau hören musste. Er dreht sich ob Ihrer Geschichts- und Völkerrechtsvergessenheit geradezu im Grabe um (Sie und die Außenministerin können ja aus Ihren Büros auf sein Denkmal hinüberblicken).

 Es fehlt nun nur noch, dass Sie in die laufende Lueger-Hetze miteinstimmen.
Hierzu auch eine Klarstellung:
Meine Familie war mit Dr. Karl Lueger befreundet. Mein Großvater hat in Niederösterreich die <Vereinigten Christen> gegründet, die mit den <Christlich-Sozialen’ Luegers fusioniert haben.
Lueger hat immer wieder betont: “Wer a Jud ist bestimme ich.” Damit meinte er: Wer sich unbarmherzig und ausbeutend benimmt ist ein ‘Jude’.
Wieso diese Zuspitzung? : Das von Juden dominierte Kreditwesen und der Großhandel (insbesondere der Getreide- und Viehhandel) waren mehr als unbarmherzig. Die kleinen jüdischen Handwerker und Kaufleute hingegen waren Parteigänger Luegers und meines Großvaters.

Die Wiener Kommunalbetriebe waren weitgehend in jüdischer Hand. Als Lueger die Kommunalisierung und Modernisierung in Angriff nahm, hat man ihm abwehrende Kredite zu unleistbaren Zinsen angeboten (Dauerverschuldung Wiens). Werner von Siemens, der über große Geldmittel verfügte, hat ausgeholfen (Wohl auch, weil er langfristig Aufträge sah. – Heute noch profitieren wir vom Siemens-Standort in Wien).
Von dieser versuchten ‘Zinsknechtschaft’ der jüdischen Hochfinanz stammt der ‘Antisemitismus’ Luegers, den man ihm vorwarf.

Auch mein Großvater begegnete der Antisemitismus-Keule als er gegen den jüdischen Landhandel und die ausbeutende Kreditpraxis Lagerhäuser und Raiffeisenbanken gründete und förderte. Wer den jüdischen Großinteressen in die Quere kam, war sofort ein ‘Antisemit’ (Ein Wort, das historisch eigentlich sinnlos ist, weil die Nachkommen Sems nicht nur die Juden umfassen.)  Das erfundene Wort “Antisemit” wurde und wird als Kampfwort eingesetzt, so wie das zu Ende des 20. Jh. erfundene neue Kampfwort “Islamophobie”. Als mein Großvater wegen seiner Hilfe für die ausgebeuteten Arbeiter, Bauern und Gewerbetreibenden zum ‘Antisemiten’ gestempelt wurde, war seine Reaktion: “Wenn ich deshalb eine ‘Antisemit’ bin, weil ich Ausgebeuteten helfe, dann bin ich gerne einer”, und er gab sogar eine Zeit lang ein ‘Antisemitisches Organ’ (Informationsblatt) heraus.

 Beste, besorgte Grüße

Ihr Prof. Heinrich Wohlmeyer

*Zur Person: Heinrich Wohlmeyer, Gen.Dir.a. D., Hon.Prof.,Dipl. Ing.rer nat., Dr. iur. Dipl. in Law, Nachhaltigkeitexperte, Buchautor (u.a. „Empörung in Europa“/Ibera)

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11 Antworten zu Kurz, der „Darling“ der großen Banken und Konzerne

  1. Bernd schreibt:

    Der Karriere-Opportunist.

  2. Karlo schreibt:

    Italiens Innenminister zeigt den österreichischen Warmduschern wie es geht..

  3. Corinna schreibt:

    Kurz ist ein Schlaucherl, würde man in Wien sagen. Und sein Witzekanzler ist so was von peinlich.

  4. Edda schreibt:

    Eine Wohltat ist der Brief von Prof.Wohlmeyer
    den Du angeschlossen hast, dafür danke ich Dir herzlich.

  5. Karamba schreibt:

    Beim kürzlich stattgefundenen Kanzlerfest konnte man gut erkennen, wer und was Burschi Kurz lieb und teuer ist. Von Industriebossen über Vertreter geförderter Kunst und Kultur bis zur Schwulenlobby reichte der Bogen der Gäste. Der „durchschnittliche“ Österreicher wäre dort wahrscheinlich nicht gerne gesehen gewesen.

  6. Gustav schreibt:

    Als 1918 das geschlagene Österreich und das geschlagene Deutschland Republiken gründen, beschließen die ersten Parlamente in Berlin und Wien, ihren Staaten neue Verfassungen zu geben. In beide Verfassungen schreiben die Abgeordneten ein Wiedervereinigungsgebot. In der österreichischen heißt es:

    „Deutsch-Österreich ist eine demokratische Republik. … Deutsch-Österreich ist ein Bestandteil der deutschen Republik.“

    In der ersten deutschen Verfassung steht ein vergleichbarer Satz. Am 6. September 1919, verkündet der österreichische Staatskanzler Dr. Renner noch einmal in der Wiener Nationalversammlung:

    “Deutsch-Österreich wird niemals darauf verzichten, die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich als das Ziel seiner friedlichen Politik zu betrachten.”

    Beide Wiedervereinigungsgebote, sowohl das österreichische als auch das deutsche, müssen bald darauf auf Druck der Siegermächte aus den zwei Verfassungen entfernt werden. Doch der Wunsch nach einer Vereinigung Österreichs und Deutschlands ist damit nicht erloschen.

    Die Zeit der deutsch-österreichischen Trennung von 1866 bis 1918 hat Ähnlichkeit mit der deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die 54 Jahre der deutsch-deutschen Trennung seit 1866 haben das Empfinden, zum selben Volke zu gehören, in Deutschland und in Österreich genausowenig sterben lassen, wie die 45 Jahre deutscher Teilung bei den Deutschen in West- und Mitteldeutschland nach 1945.

    1931 wagen Österreich und Deutschland noch einmal einen Annäherungsversuch, die deutsch-österreichische Zollunion. Auch diese scheitert wieder am Protest der Sieger. Aus der Sicht der Sieger hat das Verbot der deutsch-österreichischen Vereinigung zunächst durchaus einen Sinn. Mit einem angeschlossenen Österreich hätte das besiegte Deutschland seine Verluste an Land und Menschen wieder ausgeglichen. Doch dieses Rechenspiel der Sieger mißachtet ihre selbst aufgestellte Regel vom Selbstbestimmungsrecht der Völker.

    Das Nachkriegsösterreich

    Die 20er Jahre sind für Österreich arm und bitter. Das wirtschaftliche Netzwerk Habsburgs ist zerschlagen. Die Zahl der Arbeitslosen klettert auf 557.000. Die Auslandsschulden Österreichs sind bald nicht mehr abzutragen. Die Hoffnung auf spätere Vereinigung mit Deutschland bleibt in Österreich ungebrochen, und alle politischen Parteien – außer Monarchisten und Marxisten – sind sich darin einig und äußern dies auch immer wieder. So erinnert der Führer der Sozialdemokraten Dr. Renner 1928 in einer öffentlichen Rede:

    „Heute, zehn Jahre nach dem 10. November 1918, und immerdar halten wir in Treue an diesem Beschluß fest und bekräftigen ihn durch unsere Unterschrift. … Der Friede von Saint-Germain hat das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen in Österreich vernichtet. … Laßt Österreichs Bürger frei abstimmen und sie werden mit 99 von 100 Stimmen die Wiedervereinigung mit Deutschland beschließen.“
    Weiterlesen:
    http://www.vorkriegsgeschichte.de/der-oesterreich-anschluss-1938/

    • Siegfr. Eder schreibt:

      Zum Kommentar von „Gustav“: Die Wiener Politik ist zu weit weg von der Schweiz, als daß sie jemals draufgekommen wäre, daß die Schweizer Politik bei der Nation zwei Arten unterscheiden, die Willensnation und die Sprachnation.

      Willensnationen sind z. B. die Schweiz, aber auch Belgien oder Bosnien, Sprachnationen sind Deutschland, Frankreich, England, Serbien, . . .

  7. Karl Malden schreibt:

    Vergesst diese türkis-blauen Flaschen, vergesst auch Seehofer und Söder, sie alle führen uns hinters Licht. Tatsache ist:
    Die EU hat ein Neusansiedlungsprogramm beschlossen. Der Rat der Europäischen Union (ist auch der Herr Kurz dabei) hat längst die Flutung Europas durch Migranten beschlossen. Geplant ist die Neuansiedlung“ „Schutzbedürftiger“. Die Europäische Kommission legte bereits im Mai 2015 Ihre Europäische Migrationsagenda vor. Die Umsetzung des Neuansiedlungsrahmens soll in Form eines jährlichen EU-Neuansiedlungsplans erfolgen.
    Also werden wir von diesen Politikern in die Irre geführt, in dem sie mit ihrem vermeintlichen Kampf gegen Illegale von einem Jahrhundert-Projekt ablenken.

    • Siegfr. Eder schreibt:

      Völlig richtig, Herr Malten.

    • Völkerwanderungen haben immer wieder stattgefunden – dabei ist es nicht entscheidend, was die Ursachen sind, sondern die möglichen Folgen. Die Welt und die grossflächigen Länder sind gross genug, um Wander-Völker neu anzusiedeln – die Frage ist nur: „Wo“? Selbstverständlich nicht in bereits besiedelten Gebieten wie Städten (oder bereits überbevölkerten Ländern wie der Schweiz), sondern auf „Brachen in den weiten Landen“. Mit der „Ansiedlung“ in bereits besiedeltem Gebiet wird banalstes Ur-Gesetz gebrochen, nämlich (das ungeschriebene, natürliche) „fundamentale Menschenrecht aus elementarer Menschenpflicht“! Das Asylwesen ist wirklich nicht human – nicht etwa gegenüber den „Asylanten“, sondern gegenüber den „einheimischen Bürgern“).Wenn „Flüchtlinge“ wissen, dass sie in der Ferne neue Siedlungen gründen und „aus eigener Kraft aus dem Nichts aufbauen“ müssen, dann werden sie kaum mehr so weit aus ihrem Kulturkreis fliehen, sondern im näheren Umkreis wieder sesshaft werden (und dahin darf man Wandervölker getrost „umsiedeln“, ohne unmenschlich zu sein, bzw., zu handeln …)!
      Im übrigen ist einer (nach Definition) nur so lang „Flüchtling“, wie ihm der Feind körperlich „im Nacken sitzt“ – danach ist er ja (gelinde gesagt) ein „Eindringling“ …

  8. Morgenrot schreibt:

    Leider will sich der Prof. Wohlmeyer auch ein Stück vom gutmenschlichen Antihitlertum abschneiden. Wie ich die Sache sehe, war die Vereinigung Deutschösterreichs mit dem Rest des Deutschen Reiches ein allgemein ersehnter Schritt sowohl in Österreich als auch im Dt. Reich zur Erlangung staatlicher und volklicher Einheit. Der Anschluß scheint sich ja auch wirklich breitester Zustimmung erfreut zu haben. Diese Distanziererei finde ich abstoßend, häßlich, unwürdig, würdelos und letztendlich ein Ausverkauf an den herrschenden Zeitgeist. Sich bei einem Menschen anbiedern zu wollen, der gerade im geraubten und besetzten Palästina nichts von den Brutalisierungen des dort hingehörenden Volkes der Palästinenser hat sehen oder wissen wollen, wird sich auch nicht vom Brief eines Widerständlers der 2. Generation zur Besinnung bringen lassen. Seit eine Gruppe deutscher Bischöfe vor bald 10 Jahren in Palästina zuerst das Schicksal des dortigen Volkes als bedrückend empfanden, aber nach einer scharfen Zurechtweisung von Seiten des Judentums den katholischen Schwanz einzogen, kann ich kath. Kirche auch nicht mehr ernst nehmen. Es gibt so etwas wie sittlichen Ernst. Wird er mißachtet, verwirft man sein Leben.
    Bei all dem dem Judentum gegenüber versicherten Bedauern scheint es jedenfalls völlig in Ordnung zu sein, daß Deutsche verjagt, ausgeraubt und entschädingslos aus ihrem eigenen Vaterland vertrieben wurden. Solange sich die Lebensbetrachtung aufs rein Schauspielernde bei großen Akteuren beschränkt, ist jedenfalls nichts ernst zu nehmen, weder die Politik, noch die kleine moralische Geste, wie wir sie bei den Distanzierern wahrnehmen.

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