Straches Kameraden an die islamische Front?

Les camarades de Strache au Front islamique

Strache´s comrades to the islamic Front?

 

Freiheitliche als  Verteidiger des Zionismus. Das wird nicht nur  von vielen Juden mit Erstaunen und gehöriger  Portion Skepsis zur Kenntnis genommen. Besonders auch von vielen der ins Visier ihrer Gegner gekommenen Korporierten. Die freiheitliche Parteispitze ein Gremium von Philosemiten? Immerhin noch keine Konvertiten, das nicht. Wodurch wurde  die Liebe  zu einem immer aggressiveren Zionismus denn geweckt, wozu dient das ganze  Beschwörungspathos des „Kreuzritters“ Strache und seiner näheren Umgebung? Nur um politisches oder  vielleicht doch auch um persönliches Kapital daraus zu schlagen?

Ohne Zweifel  haben Strache und Kameraden mit der  Eroberung  einiger Ministerposten ein erstes vorrangiges Ziel erreicht, und dabei dürfte der  vielen Parteimitgliedern so scheinende Canossagang nach Nahost durchaus hilfreich gewesen sein. Es werden aber, so wie es aussieht,  noch zusätzliche „Liebesbeweise“ zu  erbringen sein, was für Strache und Freunde  allerdings kein Problem sein sollte. Auf welche Weise? Ich habe ja schon früher einmal bemerkt, dass es um dies zu erraten, für den normalen Hausverstand keiner großen Phantasie bedarf.

Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich zunächst die Frage, ob  das  erlauchte blaue Führungsgremium bei der Auswahl seines israelischen Gegenübers nicht die falsche Brille aufgesetzt bekommen  hat. Auch wenn Straches eigener Griff zur Brille gut einstudiert ist, um einen neutralen Sehbehelf  handelt es sich offensichtlich nicht. Es kann auch kein freiheitlicher  oder nationalliberaler sein. Nimmt man denn die einstige Herzenssache überhaupt noch ernst? Wie konnte man ignorieren, dass man sich zu extremen, ja rassistischen Vertretern des Zionismus ins Bett legt, deren Politik phasenweise an jene der Nationalsozialisten erinnert?  Vielleicht gerade deshalb?

Ohne Zweifel eine Politik der Widersprüche. So wird, zum Beispiel, heute noch politisches Kapital daraus geschlagen, dass deutsche Sondertruppen mit Widerstandskämpfern in besetztem Gebiet wenig zimperlich umgegangen sind und dabei wenig Rücksicht auf Zivilisten genommen haben sollen.  Doch ebenfalls heute ist man seltsamerweise, gerade auch von freiheitlicher Seite,  empört über palästinensische „Partisanen“ und Selbstmordattentäter. Dabei geht man in Palästina, wie einst die SS im Osten,  gegen diese Widerstandskämpfer und deren Familien ebenfalls mit unverhältnismäßig großer Härte vor. Und mit wem solidarisiert sich die FP-Spitze? Bloß aus Angst  als Antisemiten gescholten zu werden, mit den Aggressoren?

Es könnte aber auch sein, dass  man ganz einfach  eine ideologisch erklärbare Schwäche für die Vertreibungs- und Kriegspolitik  in Palästina hat, deren Opfer  dann doch auch Semiten sind. Haben wir es vielleicht gar mit einem gewinnbringenden Antisemitismus auf Umwegen zu tun? Es klingt jedenfalls wie blanker Hohn, wenn Strache beteuert, er sei „für alle Völker“ da, „wo es um Ungerechtigkeit gehe“  (TV-Sendung „Wir sind Kaiser“,2010). Oder tritt Strache bloß in einer eigenen Serie „Wir sind Vizekanzler“ auf und möchte gar nicht ernst genommen werden?

Jedenfalls ist im Zuge der Annäherung oder Anbiederung, je nach dem wie man es sehen will,  schon  ein Nachahmungseffekt zu beobachten: Während Israels Regierung jede Kritik an ihrer Politik mit der Antisemitismus-Keule beantwortet, droht israelkritischen FP-Mandataren  „par ordre du mufti“ bereits Ungemach von der Parteispitze. Doch diese sollte eigentlich endlich zur Kenntnis nehmen, dass gerade Israels Politik nicht nur am Flüchtlingsstrom aus Nahost maßgeblich mitschuld ist, sondern dass eben besonders die von der FP-Spitze anscheinend goutierte barbarische zionistische Besatzungspolitik den Antisemitismus fördert und stärkt. Zu wessen Nutzen sei hier einmal unberücksichtigt.

Dass ausgerechnet Freiheitliche, die sich stets auf die 1848er-Freiheitskämpfer  berufen, die Mißachtung des  Heimat- und Selbstbestimmungsrechtes der Palästinenser außen vorlassen oder gar bejahen, ist beschämend. Ignoriert wird außerdem, dass der Zionismus mit seiner Politik in Wirklichkeit, wie auch der Soziologe und mutige Zionismus-Kritiker Moshe Zuckermann meint, seinen eigenen Untergang betreibt. Und, wie ich glaube, unseren gleich mit. Letzteres wenigstens sollte zu denken geben. Oder denkt die blaue Creme de la Creme bereits wie der extrem rechte orthodoxe Rand ihrer nahöstlichen Verbündeten? Will heißen:  Nach uns die Sintflut!

Das wollen wir nicht hoffen, aber dennoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass man in Israel glaubt, mit einem neuen Waffengang den Kopf noch aus der Schlinge ziehen und dabei sogar weiteren Terraingewinn verbuchen zu können.  Dabei droht längst Gefahr aus einer anderen Himmelsrichtung: Maßgebliche EU-Politiker sind ja bekanntlich an einer rassisch-ethnischen Durchmischung Europas interessiert, und daher könnte früher oder später ein kräftiger politischer Machtzuwachs des Islam in Teilen Europas die bisher von dort  für Israel erfolgten Hilfs- und Beistandsleistungen, besonders aus Deutschland, in Frage stellen,  wodurch Israel tatsächlich in eine schlimme Existenzkrise schlittern könnte.

Ein solches Szenario ließe – abgesehen von einer gewissen ideologischen Nähe – das Interesse der Zionisten an aufstrebenden rechtspopulistischen Parteien erklären. Inzwischen sind ja für Beobachter das politische und  das mediale Entgegenkommen von zionistischer Seite kaum zu übersehen. Somit wäre  vorstellbar, dass eine dankbare freiheitliche Parteiführung  schon Vorstellungen darüber hat, wie sie im Bedarfsfalle ihre  Bündnistreue – selbstverständlich ohne größeres Risiko für sie selbst-  unter Beweis stellen könnte. Dass aber nach Säuberung befleckter Liederbücher die Burschenschafter für eine im Grunde verbrecherische zionistische Politik der freiheitlichen Parteiführung zuliebe in einen Krieg ziehen  oder ihren „Deckel“ gegen eine Kippa eintauschen werden, ist eher nicht anzunehmen.

Zum Thema

Strache im Interview https://youtu.be/AKDmL7QqbtY

Israels Schicksal https://youtu.be/kF6lYhX-qfc

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11 Antworten zu Straches Kameraden an die islamische Front?

  1. Bernie schreibt:

    Zionisten drangsalieren nicht nur Palästinenser.
    So wenden sich die christlichen Kirchen im Heiligen Land gegen einen israelischen Gesetzesentwurf, der die staatliche Enteignung von Grundstücken der Kirche ermögliche. In einem Schreiben ist u.a. die Rede von einem „diskriminierenden und rassistischen Gesetz“. Israels Vorgehen trete die „seit Jahrzehnten herrschenden sensiblen Beziehungen zwischen der christlichen Gemeinde (Jerusalems, Anm.)) und den Behörden mit Füßen“.
    Also wie die Islamisten halt. Ob Strache der „Kreuzritter“ bei seinen Freunden dagegen protestiert oder ist er zu feige dazu?

  2. H.K. schreibt:

    Bei „unserer“ AFD läuft das doch genauso !

  3. Elbenfrau schreibt:

    Maßgebliche “Interessensgruppe”, die seit Jahrzehnten hier eine Durchmischung betreibt,
    weiß schon lange, dass das Volk irgendwann dagegen protestieren wird.
    Deshalb musste sie rechtzeitig sog. rechts-nationale Parteien unterwandern.
    Die FPÖ hat Zulauf, weil- als nationale Partei geltend- man von ihr glaubt,
    dass sie sich um die eigene Ethnie und Kultur bemühe. Das trifft nicht mehr zu.
    Apropos Straches Abneigung für Ungerechtigkeit: Die FPÖ weiß sicher,
    wie ungerecht das einheimische Volk inzwischen behandelt wird,
    verliert darüber aber kein einziges Wort. Hilfe von FPÖ- Seite ist nicht zu erwarten. Warum wohl?
    Wie man mit patriotischen Widerstandskämpfern umgeht,
    da braucht man weder in die Vergangenheit zu schauen, noch nach Palästina.
    Man möge nach Ö blicken, wie man hier mit Widerstandskämpfern und deren Familien umgeht.
    Ad Härte: Bei Gerichten/Behörden, etc…lernen sie Härte auf “demokratische”Weise kennen.
    Ausgrenzung der deutsch/ö Ethnie wird konsequent vorangetrieben, zunehmend aus der Gesellschaft ausgestoßen.
    Verletzungen der Menschenwürde an Angehörigen der deutsch/ö Volksgruppe bis zur Entrechtung.
    Gibt es hier etwa Parallelen zu einer vergangenen berüchtigten Zeit bzw. Regime?
    Groß ist die Zahl derer, die in den letzten Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.
    Weil die Gesinnung oder Ethnie nicht passte? Weil Widerstand geleistet wurde?
    Man geht mit einheimischen Widerstandskämpfern auch bei uns nicht zimperlich um.
    Zufall? Oder die besonderen Liebesbeweise an eine gewisse “Interessensgruppe”?

  4. Rolf schreibt:

    Mir als Rheinländer sind die politischen Vorgänge in Österreich nahezu unbekannt. Danke dafür.
    Der Gedanke, daß die Zionisten ein rechtes Gegengewicht unterstützen/unterwandern, um die linksgewollten Islamisierung abzubremsen, zwecks Erhaltung BRDDR Zahlungen ist immerhin mal eine Überlegung wert.
    Unverständlich allerdings die Bemerkung: „wie einst die SS im Osten, gegen diese Widerstandskämpfer und deren Familien ebenfalls mit unverhältnismäßig großer Härte vor. “
    Partisanen standen nach dem damaligen Kriegsrecht (HLO) außerhalb jeglicher Rücksichtnahme.
    Da kann nicht unverhältnismäßig hart genug vorgegangen worden sein, es war immer rechtmäßig. Das sollten Sie, Herr Müller, eigentlich wissen.

    • Helmut Müller schreibt:

      Die nach dem Krieg akzeptierte Quote von zehn Geiseln für einen erschossenen Soldaten wurde, gewiss nicht nur von deutschen Einheiten, wiederholt überschritten. Das nenne ich unverhältnismäßig. Ein Vergleich ist natürlich sehr oft problematisch, besonders in dem erwähnten Beispiel.. Und es sind auch die Vier Genfer Konventionen (erweiterte Haager Landkriegsordnung) zu beachten, in denen dem humanitären und dem Völkerrecht aus Nachkriegssicht neu Rechnung getragen wurde.

      • Rolf schreibt:

        …nach dem Krieg… rückwirkend… , Nachkriegssicht….naja.
        Bin eben allergisch, wenn in der BRD von angeblichen dt. Kriegsverbrechen die Rede ist, oft genug ist es lügenhaft.

        Ich hab schon verstanden, nichts für ungut.

        Nochmal zu Ihrem Artikel:
        Ist Strache nach Ihrer Sicht zu einem angepaßten Systemling geworden? So wie befürchtet wird, die AfD könnte sich dem Politsystem anpassen, auch wenn bis jetzt nichts darauf hinweist.

        Mit freundlichem Gruß

        Rolf Zeissberg

  5. Bernd schreibt:

    Es ist kein Zufall, daß alle systemfähig-gemachten „rechten“ Parteien zionistisch sind.

  6. Elbenfrau schreibt:

    Was besagen die Vier Genfer Konventionen bzgl. Nachkriegszeit und Feindstaaten des 2. WK?
    Als Feindstaaten galten Deutschland und Österreich. Soviel ich weiß,
    galten die UNO- Menschenrechtskonventionen, wo es auch um Wahrung der Menschenwürde geht, für Feindstaaten des 2.WK nicht (Feindstaatenklausel).

    • Friedolin schreibt:

      Die vier Genfer Konventionen basieren auf den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und sind nicht rückwirkend anwendbar. In den vier Abkommen von 1949 wurden die bereits bestehenden Regeln zum Schutz von verwundeten und kranken Militärpersonen sowie der Kriegsgefangenen verbessert und in einzelnen Abkommen niedergelegt. Neu wurde der Schutz von Zivilpersonen im bewaffneten Konflikt verankert. Im zweiten Zusatzprotokoll geht es um den Schutz der wichtigsten Menschenrechte in nicht internationalen bewaffneten Konflikten, das heisst in Bürgerkriegen. Das zweite Zusatzprotokoll weitet die Mindestgarantien von Grundrechten, welche bereits in Artikel 3 der vier Genfer Abkommen enthalten sind, auf den internen bewaffneten Konflikt aus. Es bezieht sich ausschliesslich auf den Schutz von Privatpersonen (Art. 2 ZP II). Das dritte und vorerst letzte Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen wurde am 8. Dezember 2005 angenommen. Es ergänzt die drei bisher verwendeten Schutzzeichen für Sanitätspersonal und –Einrichtungen (rotes Kreuz, roter Halbmond, roter Löwe mit roter Sonne) um ein viertes Symbol ohne jede religiöse, ethnische oder politische Bedeutung: Zur Nachkriegszeit sagen die Abkommen meines Wissens nichts aus.

  7. Gertraud schreibt:

    Es gibt da wie dort solche und solche…. Man sollte nicht zu sehr polemisieren und einseitig darstellen! Die FPÖ-Leute hatten immer nur zu einer kleinen Randgruppe des israelischen Parlaments Kontakt. Man sollte deshalb nicht zu sehr übertreiben. Es wurde vieles erreicht trotz schwerer Widerstände. Das muß man anerkennen. Viel mehr darf man momentan
    nicht erwarten. Man kann nur auf bessere Zeiten hoffen. Zu viele wurden schon mundtot gemacht.

  8. Pingback: An der Schule haben 99 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund | inge09

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