Apropos: Wofür steht die Freiheitliche Partei eigentlich?

À propos: C´est quoi le parti FPÖ, en fait?

By the way:: What does the party FPÖ stand for?

 

Deutschnational, nationalliberal, wirtschaftsliberal, sozialliberal… also, wo steht die Strache-Partei denn eigentlich bald ein Jahrzehnt nach Haider? Jetzt, wo in Europa das authentisch Nationale wiederzukehren scheint. Heute, wo in einer Zeit großer nationaler wie auch europäischer Herausforderungen die Leugnung des Nationalen im Wesentlichen auch einer Leugnung der Politik gleichkäme. Zumindest jener  Politik, wie sie in Österreich noch zu Zeiten einer freiheitlichen Honoratiorenpartei  gepflogen wurde, nach und nach aber dem Zeitgeist und der Opportunität  geopfert werden musste, nun aber wieder Vorrang haben sollte. Mit Vorwahl-Floskeln allein reicht es da wahrlich nicht mehr.

Denn was wir heute sehen und erleben ist doch, und das übrigens bei allen Parteien, „Polit-Entertainement“ gelernter Politikerdarsteller zur Ablenkung  der ins Haus stehenden Wahrheiten. Das hat mit Politik als edle und verantwortungsvolle Aufgabe, wie man sie vor Generationen noch verstand,  nichts zu tun. Sie aber, die Anlass zu Überlegungen dieser Art gibt, hat offenbar ein ausgeprägt nationales Politikverständnis. Sie, die jetzt aus persönlichen und politischen Gründen der Freiheitlichen Partei den Rücken gekehrt hat, kann deshalb nicht wirklich einer  an  Inszenierungen reichen postnationalen Absetzbewegung zugerechnet werden. Gemeint ist Barbara Rosenkranz .

Man muss die weltanschauliche und politische Sicht der nationalkonservativen Abgeordneten gar nicht teilen, und gewiss ist sie auch als Politikerin nicht fehlerlos, aber es ringt einem einen gewissen Respekt ab, wenn eine kritikfähige Politikerin ihrer Linie treu bleibt, weder Kotaus am laufenden Band abliefert, noch  bei jedem verrückten Tanz auf der politischen Bühne dabei sein will. Insofern ist sie politisch authentischer  als viele ihrer Gegner in- und außerhalb ihrer Ex-Partei. Ob es ihr und der von ihr nun präferierten Freien Liste Österreich (FLÖ) vom Wähler honoriert werden wird und in welchem Ausmaße, bleibt vorerst unbeantwortet.

Ohne Zweifel geht es  im konkreten Falle sicherlich  nicht bloß, wie man höheren blauen Orts weismachen möchte, um „gekränkte  Eitelkeit“. Die wenig souveräne Reaktion der Parteiführung spricht dafür, dass die ausgeschiedene Abgeordnete  so kurz vor Wahlen den blauen Zentralnerv getroffen haben könnte. Dabei wird das Augenmerk des Beobachters unwillkürlich auf ein politisches Problem gelenkt, das zwar kein genuin rechtes ist, aber in diesem Fall gerade Freiheitliches essentiell immer noch besonders berührt:  Die Frage der ideologischen Positionierung und jene der Abgrenzung im Besonderen. Da ist eben bei den Freiheitlichen einiges bereits  diffus oder  in Schräglage gekommen.

Ich nenne dafür als Ursache unter anderem den wuchernden  Primat einer neoliberalen Wirtschaftsideologie und  -Praxis und eine ganz allgemeine materialistische Orientierung, die, übrigens  bei allen Parteien, sehr wesentlich eine strukturelle Unmoral fördert.  Aber das erklärt natürlich noch nicht alles. In gewisser Weise aber doch die  von Haider begonnene und von der Strache-FP verstärkt fortgeführte Säuberungswelle  nationaler Urgesteine, wobei die erzwungene „Auferstehung“ des dem deutschnationalen Lager zugehörigen  Martin Graf  kaum etwas am eingefleischten Grundproblem  ändern wird. Und schon gar nicht vor Wahlen.

Das lässt erahnen,  dass die  Partei weiterhin von der Geschichte eingeholt werden könnte. Weil sie sich im Sog eines zerbröselnden  ideologischen Fundaments  (gemeint sind hier nicht irgendwelche überzeitliche Wahrheiten, denen man sich zu unterwerfen hat) fehlendem moralischen Rückgrats und  daraus folgenden strategischen Selbstfesselungen von dieser Vergangenheit einholen lässt.  Der Partei fehlt aus diesem und anderen Gründen  eine überzeugende und glaubwürdige revolutionäre Sicht des Nationalen, wie es in Zeiten des Verdrängten und der Auflösung des Gewohnten erforderlich wäre, um von Denkenden als eine zukunftsfähige nationale politische Alternative  wirklich ernst genommen zu werden.

Daher  unterspült die  anscheinend bloß auf  die Erringung von Ministerämtern ausgerichtete Parteistrategie durch ein Schwanken zwischen Positionen  die einander ausschließen, durch ein opportunistisches Lavieren, da wo Klartext gesprochen gehörte, das Fundament ihrer Glaubwürdigkeit besonders  in der nämlichen Sache. Wenig verwunderlich, wenn es so unter anderem  zu einer dem Ganzen nicht gedeihlichen Kohabitation von pervertierter und liberalistischer Deutung  des Nationalen kommt.  Zudem  führen  Überreaktionen auf  mediale Zensuren und eine daraus resultierende systemkonforme  Anpassung   zu  vermehrter Verunsicherung bei Anhängern.

Gesamtpolitisch gesehen  vor allem fragwürdig und im Sinne der 1848er Parteitradition auch höchst bedenklich finde ich, dass sich die Parteiführung auf die Seite jener gestellt hat, die die Instrumentalisierung der Geschichte zu politischen  und/oder  persönlichen Zwecken betreiben und obendrein das einst allen freiheitlich Gesinnten teure Völkerrecht mit Füßen treten. Dies, und nicht einige persönlich anständige  treudeutsche,  nationale  „Hardliner“ ,  könnte sich,  neben dem ideologischen Vakuum, als  ein weiteres erhebliches Hindernis für höhere Aufgaben jenseits opportunistischer Tagespolitik  erweisen.

Zum Thema

1848 – Freiheit und Einheit  https://youtu.be/J5PT2NKRml8

Das Dritte Lager https://youtu.be/QcaR4GvIeis

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7 Antworten zu Apropos: Wofür steht die Freiheitliche Partei eigentlich?

  1. RO schreibt:

    …. Eine treffende Analyse, mit der Sie sich im „Dritten Lager“ nicht nur Freunde mach(t)en.

    • Helmut Müller schreibt:

      Das wäre mir nicht neu. Unterstellungen und Verleumdungen hinter meinem Rücken habe ich längst mitbekommen. Auch eine indirekte Drohung.

  2. W. E. schreibt:

    Dazu:
    1.) Die FLÖ hätte eine reale Chance bei Zusammenfassung aller positiven Kräfte.

    2.) Als Abhebung zum Schlingerkurs der FPÖ muss der ÖXIT im Zusammenhang mit einer Ablehnung von Masseneinwanderung und Integration stehen (Kalergi-Soros Plan).

    3.) Lugar wäre ein geeigneter Vollblutparlamentarier und Redner als Spitzenkandidat gewesen, diese Chance ist vorbei.

    4.) Versucht man jetzt nicht, persönliche Befindlichkeiten überwindend, Klement, Koblenz, Marschall, Hörmann, Franz etc. ins Boot zu holen ist man selbst schuld an einer großen vergebenen Chance. Es geht in Anbetracht einer weiteren, noch größeren „Invasionswelle“ nicht um eine Partei und persönliche Befindlichkeiten sondern um die Zukunft unseres Landes!

    Alles was in den Medien von Schnell und Rosenkranz gesagt wurde ist richtig, wird aber für ein klares Profil und einen Parlamentseinzug nicht reichen!

  3. Gertraud schreibt:

    Die einzig richtige Lösung ist natürlich, daß alle Nationalen zusammenhalten und echte „Einheit“ demonstrieren. Aber das ist immer leichter gesagt als getan…

    Ich glaube, es wäre besser, noch mehr die gegnerische Seite anzuprangern und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, daß hinter der Sozialdemokratie (ein reiner „Sumpf“ diese Partei), allen Linken, der Kirche und allen von der Kirche beeinflußten Gruppen und Institutionen KOMMUNISTISCHE Ideen stehen! Deren Ziel ist der WELTKOMMUNISMUS!

    Es sollte jedem zu denken geben, daß für die Nationalratswahl im Herbst eine Art Wahlkomitee gegründet wurde mit solchen Leuten wie Brigitte Ederer. Hauptaufgabe dieser Leute ist es, die Bevölkerung vor der „bösen“ FPÖ zu warnen und sie für die SPÖ zu gewinnen! Das allein sagt wohl schon sehr viel aus, nämlich daß die FPÖ, egal wie sie ist, immer noch besser ist als alle anderen Parteien (zusammengenommen)! Brigitte Ederer und andere SPÖ-Leute haben uns vor dem EU-Beitritt schon genug belogen (daß alles billiger wird, daß jeder Haushalt am Ende des Monats oder Jahres mehr Geld übrig hätte usw.). Es ist glatter Wahnsinn, daß die Bevölkerung noch immer nicht aufgewacht ist (haben die alle Schlaftabletten genommen??) und sich von denselben Leuten wieder und wieder über den Tisch ziehen läßt!!!!!!!!!!

  4. Hermann Mitterer schreibt:

    Als jahrzehntelanger FPÖ-Wähler und –Parteimitglied kann ich zu Ihrem ggst. Artikel nur sagen: Voll ins Schwarze!
    Der 15. Oktober wird daher, egal wo die FPÖ stehen wird, an der katastrophalen Gesamtlage Österreichs und Europas rein gar nichts ändern.

  5. Jaro Ruanza schreibt:

    Barbara Rosenkanz war und ist noch immer eine Gallionsfigur für alle Heimattreuen! Der Zwist zwischen Ihr und der Stache-FPÖ ist ja schon von längerer Dauer – leider! So leid es mir tut,aber jetzt vor der Wahl wird es entscheidend sein wenn wir ALLE im rechten Lager einig zusammenhalten um einen entsprechenden Wahlerfolg zustandezubringen! Die Liste Schnell,egal wie man von ihr denkt,ist bestenfalls dazu geeignet der FPÖ dringend notwendige Stimmen zu entziehen.Der FPÖ kann man nur raten sich nicht allzuweit von den traditionellen Wählern zu entfernen,will sie nicht zu einer der bereits bestehenden Systemparteien werden!

  6. Knut Blomquist schreibt:

    Aus aktellem Anlass, der bevorstehenden BT Wahl, werbe ich dafür,
    über die Wahlplakate, ein weises Plakat mit schwarzer Schrift :
    Die hier werbenden Parteien,
    werden unsere Probleme
    nicht lösen. Denn Sie und
    Ihr politisches System, der
    BRD sind das Problem
    anzubringen

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