„Teile und herrsche“ mit neuen Namen vor altem Hintergrund

 

Diviser et régner avec de nouveaux noms au vieux fond                                      Share and rule with new names before old background

 

„Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, für Fragen die keinerlei Bedeutung haben“, soll 1924 der angeblich den Nationalsozialisten damals nahestehende Gouverneur der Bank von England, Montagu Norman, gesagt haben.  Daran erinnern uns in Österreich, neben ähnlichen Vorkommnissen anderswo, die tragisch komische innenpolitische Krise und in deren Rahmen erfolgte Wortmeldungen.

Bereits vor einiger Zeit schrieb ich über ausgelaugte, entkernte Parteien ohne erkennbares Profil  und über den Mangel an glaubwürdigen, charakterfesten patriotisch gesinnten Führungspersönlichkeiten in der Spitzenpolitik. Politiker, die kluge und besonnen ihre Sache austragen, zum Beispiel. Politiker, die einen festen Charakter vorweisen können und neben der nötigen Kompetenz auch den ernsten Willen haben, das Beste für das  Wohl aller Staatsbürger, nicht für sich, zu erzielen, scheinen Mangelware geworden zu sein.

Wie die Wahlen in Frankreich zuletzt ganz offen gezeigt haben, ist die längst pervertierte repräsentative Demokratie nichts anderes mehr als ein System in den Händen von Hochfinanz und Konzernen  zur Rekrutierung von Politikern. Von daher wird der Vorrang der Politik wie auch unabhängiges und uneigennütziges politisches Wirken von vorneherein fast verunmöglicht. Kein Wunder, dass dann das Vertrauen und die Achtung, ohne welche keine Führung vor dem Volk bestehen kann, bald gänzlich schwinden.

Die  Hintergrundmächte haben jedoch das ganz allgemeine Problem einer gesellschaftlichen und ökonomischen schweren Krise inklusive Siechtum der großen Parteien  längst erkannt und versuchen mit neuen Namen und organisatorischen Tricks die ihnen profitable politische Kontinuität zu erhalten. Wir erleben es in Frankreich gerade,  und wir dürfen daher in Österreich ein ähnliches Verwirrspiel erwarten. Ein neuer Besen, egal welcher Couleur, kehrt zwar gut, aber das korrupte System als Wegbereiter des Niedergangs bleibt natürlich intakt. Egal, wer dann Regierungschef spielen darf.

Die Namen der Akteure sind heute auswechselbar. Doch benötigt werden  neue Sichtweisen die nicht nur  einen Bruch mit dem bisherigen Politikverständnis und dem verrotteten Parteiensystem bedeuten.  Andernfalls ist von  politischen „Heilsbringern“ kein echter Paradigmenwechsel zu erwarten, und damit auch kein Systemwechsel. Zur Ablöse desselben wären zwar Visionen, Zivilcourage und Prinzipientreue eine Voraussetzung, doch gilt seit den Alten noch immer zuallererst: Nicht darauf, was ein Politiker sagt, sondern wie der Charakter desselben ist, der es sagt, muss man sehen.

Soll das ganze Theaterstück „Teile und herrsche“ nicht munter weiter gehen, gehörte es endlich vom Spielplan genommen. So weit aber wird auch die ÖVP-Mogelpackung Kurz nicht gehen wollen (können). Auch bei ihm darf  angenommen werden, dass einiges nur einstudiert ist. Und vorerst bleibt noch offen, ob nicht er auch in jemandes Händen Wachs ist. Aber ohne Zweifel  winkt ihm Fortune wie Macron in Frankreich, ob diese jedoch zum Vorteil seiner Heimat gereicht, darf  bei all seiner Zielstrebigkeit und seinen Talenten, die ihn  auszeichnen, dann doch bezweifelt werden. Denn insgesamt wird alles wie bisher parteienübergreifend  im Sinne des anfänglich Gesagten weiter laufen.

Zum Thema

Noch-Kanzler Kern https://youtu.be/NC8EqkioAEg

Noch -nicht-Kanzler Kurz https://youtu.be/yP_LeejHvyI

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5 Antworten zu „Teile und herrsche“ mit neuen Namen vor altem Hintergrund

  1. Jaro Ruanza schreibt:

    Meiner Meinung nach ist KURZ ein schwarzer Haider,ein absoluter NARZISS,welcher fast ausschließlich sein eigenes Fortkommen im Sinn hat.Man kann annehmen,daß er daher auch genauso wie einst Haider,von den heimatfeindlichen Institutionen dazu benützt wird Österreich zu schaden.Sollte ich mich da irren,so würde mich das selbstverständlich freuen!
    Unverständlich daß bei der ÖVP kein Gegenkanditat zu KURZ aufgestellt wurde.So eine scheinbare Hilflosigkeit bei den Parteigranden ist eigentlich verdächtig.

  2. Helmut Steinwandter schreibt:

    Der Vergleich mit Haider liegt völlig daneben- Man muß Haider nicht mögen, aber er war einer der intelligentesten Politiker der Zweiten Republik. Verschiedene private und politische Eskapaden sind unbestritten, doch bei wem nicht? Auch beim „Sonnenkönig“ Kreisky! Haider hat studiert und war Universitätsassistent, hatte daher ein fundiertes historisches und politisches Fundament.
    Die größte Leistung Haiders war m. E., daß er die wirtschaftliche Situation des „Selbstbedienungsladens“ Hypo Alpe Adria erkannt hat und sie der Bayrischen Landesbank verkauft hat. Dann kam der junge Kurzzeitminister Pröll und hat sie ohne Not und Zwang (???) zurückgekauft. Höchst eigenartig dieser Handel! Versuchen Sie einmal, ein Haus oder ein Auto nach Vertragsabschluß nach Entdeckung von Mängeln dem Verkäufer „zurückzuverkaufen“! Danach erkrankte Pröll so schwer, daß er zurücktreten „mußte“ – und machte eine weiche Landung bei Raiffeisen – „Nachtigall, ick hör dir trapsan“ würde ein Berliner sagen,
    Nach diesem Exkurs zurück zum Senkrechtstarter Kurz. Ohne dessen gewisse Fähigkeiten zu bestreiten, einen Maturanten ohne Geschichts- oder Völkerrechtsstudium, ohne Ausbildung an der Diplomatischen Akademie zum Außenminister zu ernennen, zeigt die hoffnungslose Personalsituation der ÖVP auf – oder ist dort bereits der Wurm der CORE-Ideologie des Thomas Barnett eingezogen, so daß man nur willfährige oder egomanische Neurotiker zur höheren Ehre des internationalen Zinseszinskapitalismus zum Zuge kommen lassen will?

    • Corinna schreibt:

      Wie alle etablierten Parteien dieses Systems ist auch die ÖVP eine Art Filiale der Atlantiker. Und was die Bildung bzw. auch Ausbildung der Politiker betrifft, so sitzen sowohl in Wien als auch in Berlin diesbezüglich mehrheitlich Nullnummern in den Parlamenten.

  3. Karlo schreibt:

    Liste Furz. Einfach genial!

  4. Wie bei allem, was Politisch-parteiisch definiert ist, ist es eine Frage der Korrektheit: „Teile und Herrsche“ nach politischem Usus ist ungleiches Teilen und über ungleiche Teile herrschen … im Gegensatz zum Urgesetzlichen Teilungs-Prinzip, das unter Teilen „Halbieren“ versteht (s. Zell-Teilung) – und wenn die Menschen nach diesem Ur-Modell fortgesetzt teilen würden, kämen sie auf elementare, d.h., individuelle Teile, die dann jeder Mensch selber beherrschen (bewirtschaften) müsste! Dem kommt das Mittel des Politik-Roboters am nächsten: http://www.politik-roboter.org !

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