Ein gemachter Sieger und ein von Gott verlassener Verlierer

Un vainqueur fait et un perdant quitté par dieu                                                            A made winner and a loser left by god

„Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Dies könnte  sich Norbert Hofer nach seiner Niederlage gefragt haben. Nicht einmal sein tägliches Gebet schien da von Nutzen, sein Gott schritt nicht ein. Politik interessiert ihn wahrscheinlich nicht. Zieht deshalb mit Van der Bellen der „Satan“ am Ballhausplatz ein, wie einige Internet-Benützer  annehmen?

Auch das wird nicht geschehen. So bedeutend ist weder das Amt, noch das Land. Allerdings, des  Rotgrünen Sieg hatte ich so vorausgeahnt wie jenen Trumps. Lange bevor die Hochrechnung startete, sagte ich zu meiner Frau, Van der Bellen werde  knapp gewinnen.

Immer wieder frage ich mich, warum tut sich einer, der noch dazu nicht topfit wirkt, so ein mühevolles Amt an, macht sich von so vielen Unterstützern abhängig? Ist es die über Nacht gekommene Liebe zur Heimat oder sind es rotgrüner Kastengeist und Humanitätsduselei? Oder gar  neben der Überwindung des ideologischen auch die Überwindung des  wahren, eigenen Ich? Wenn Letzteres,  wäre es die Entscheidung für das öffentliche Wohl unter Hintansetzung des Eigenwohls.

Darf man das bei einem Politiker, dessen frühere ideologische Kernpunkte  mit jenen Prinzipien, die ein hohes Staatsamt jetzt erfordert,  nicht lückenlos übereinstimmen, annehmen? Zweifel sind angebracht, aber wir lassen uns ja gerne angenehm überraschen. Insofern ist Van der Bellen in einer vorteilhaften Position, denn unangenehmer wäre ein Dauerlächler, der plötzlich ganz böse wird.

Während wir diesbezüglich noch einer restlosen Klärung entgegensehen, dürften die Verlierer bereits auf Revanche sinnen. Kritik wie Ratschläge kommen dort zwar nicht gut an, dennoch sei daran erinnert, daß, wann immer,  ein zufriedenstellendes  Ergebnis nur mit Augenmaß und prinzipientreuem Beharrungsvermögen zu erreichen ist.

Welche Erkenntnis man auch immer aus der Niederlage gezogen haben mag, durch Zorn und Unbeherrschtheit würde  sie wieder vereitelt. Doch sehe ich ein weiteres Problem: Längst ahmt man ja in systemischer und sozialer Hinsicht strukturell nach, was man zu bekämpfen vorgibt. Womit man sich nicht nur „räumlich“ und thematisch den  Gegnern angenähert hat, was vorhabenwidrig sein kann.

Noch steht  ja in den Sternen ob Strache und Hofer bald einmal von der Mehrheit der Österreicher als „Dreamteam“ gesehen werden. Bei ihren treuesten „Fans“ machen sich indes schon wieder,  unterfüttert von irrationalem Wunschdenken, großartige Erwartungen breit. Davor möchte ich warnen, der Kater danach wäre furchtbar und nachhaltig für das Ganze schädlich.

Strache ist bekanntlich nicht der Wunschkanzler, weder seiner Partei, noch der Österreicher. Hofer hätte die Chance gehabt, unversehrt und einsichtig den Wahlkampf hinter sich zu lassen. Das geschah nicht, und sein Trump-mäßiger Auftritt zuletzt  hat viele verstört und verunsichert. Welcher Hofer ist der authentische? Meine Meinung hierzu lasse ich einmal beiseite.

Aus zumindest gegenwärtiger Perspektive könnten die nächsten Parlamentswahlen tatsächlich echte Richtungs-  oder gar Schicksalswahlen werden. Auch wenn die etablierten Parteien, und da rechne ich die Freiheitlichen doch dazu, noch einmal abräumen werden: ein verhängnisvoller Horizont kündet bereits Neues an, und ob wir als Volk und Einzelne Gestalter oder Zuseher sein werden, auch das steht noch nicht fest.

Plötzliche Veränderungen haben eine lange Vorlaufzeit, schneller geht nur die Reife. Doch die haben wir längst hinter uns. Ich kann mich nur wiederholen: bereiten wir uns –  unabhängig von parteilichen Zu- oder Abneigungen –  vor und achten wir auf die Zeichen der hereinbrechenden neuen Zeit. Nur dann wird der liebe Gott des Norbert Hofer  uns, unser Land und Europa  vor Ärgerem bewahren.

Zum Thema

Wahlsieg der Angst  https://youtu.be/UUVZ98osRPU

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4 Antworten zu Ein gemachter Sieger und ein von Gott verlassener Verlierer

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Statt an Hofer oder Strache herumzukritisieren (nachdem ohnehin schon alles Länge mal Breite analysiert worden ist, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen) sollte man lieber die Stoßrichtung im Auge behalten und nicht die weiterhin intakten Chancen für die NR-Wahl gefährden. Wenn man schon Ursachenforschung betreibt, so wäre vielleicht auch der wundersame Sinneswandel mehrerer Bürgermeister (samt Multiplikatorenfunktion) zu hinterfragen im Hinblick auf einige finanzkräftige Unterstützer des Wahlsiegers. Nachweisbar wird das aber kaum sein. Was ich kritisieren würde, ist die unklare Haltung zur EU und deren Hintermännern. Solange man dieses Problem nicht glasklar aufbereitet und die dahinter stehende masonische Weltanschauung nicht erkennt, wird die Angst vor dem Öxit dominieren und alles vermasseln. Meine Hoffnung ist, daß der Zerfall der EU auch ohne österreichisches Zutun nicht mehr aufzuhalten ist. Vilimsky ist übrigens jener Politiker, der stets Klartext gesprochen hat.

  2. Gertraud schreibt:

    Man sollte klarer und besser definieren, was es heute eigentlich heißt, „national“ oder „international“ zu sein. Letzten Sommer habe ich zufällig zwei Frauen über die beiden Wahlkandidaten sprechen gehört. Eine von ihnen sagte: „Den von der FPÖ kann man nicht wählen, weil da ist ja der Nationalsozialismus dabei!“ Man sollte umgekehrt bei jeder Gelegenheit betonen, daß bei einem von SPÖ und / oder „Grün“ unterstützten Kandidaten immer der KOMMUNISMUS dabei ist! Das heutige Programm der SPÖ ist sehr eindeutig der Weltkommunismus, das merkt man bei jeder einzelnen Aussage von SPÖ-Politikern!

    Jetzt startet offensichtlich eine Art „Hexenjagd“ gegen die nationale Wählerschaft:
    http://steiermark.orf.at/news/stories/2813211/

  3. Hermann schreibt:

    Ein sehr schlüssiger und weiser Beitrag! Ich denke wir werden diesen in einigen Jahren (nicht allzu weit von heute entfernt) wieder ausgraben aus unseren Unterlagen und die Weisheit und Voraussicht in diesen Zeilen anerkennend nachlesen.
    Nur: Die Hilfe Gottes ist nicht immer so direkt, wie wir Menschen uns das vorstellen und oftmals wünschen. „Die Wege des Herrn sind oft (für uns Menschen) unergründlich!“. Die Frage für mich als wirklichen Katholiken ist: Haben wir – individuell, wie auch kollektiv – diese Hilfe überhaupt verdient? Oder wollen wir nur dann mit Gott was zu tun haben, wenn er uns eben mal helfen muss?! Ich denke so funktioniert die Sache nicht. Dauernd gegen seine Gebote zu verstoßen und dann enttäuscht zu sein, dass er uns nicht hilft. Ich bin einigermaßen sattelfest in der überlieferten Lehre (soweit man das bei diesem komplexen und umfangreichen Thema überhaupt sein kann), aber unser christlicher Gott ist nicht dieser grenzdebile, menschenverliebte Naivling den uns die post-II. VK-„katholische“ Kirche verkaufen will! Barmherzigkeit setzt tätige Reue voraus. Das wird von den links-internationalistischdrehenden, protestantisierten Klerikern der real existierenden „katholischen“ Kirche wortgewaltig vertuscht. Es ist eine bewusste Irreführung ihrer Herde. Aber das haben diese Leute eines Tages vor ihrem Herrn zu verantworten.

  4. Siegfr. EDER schreibt:

    Wenn das Volk wählt, sollten „Persönlichkeiten“ aus Achtung vor dem Souverän ihren Mund halten.
    Bei dieser Gelegenheit noch ein revolutionärer Vorschlag an den Wiener Denkkessel: die Macht des B-Präsidenten beschränken auf ein Nebenamt (ohne 80 Mitarbeiter-innen) und für 1 Jahr — Wahl durch vereinte Bundesversammlung im Wiener Parlament — kommt billiger — dafür: Senkung einer Steuer in unserem Hochsteuerstaat.

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