Bundespräsidentenwahl – Nachlese und Ausblick

Election présidentielle – relit et perspective                                                                      Presidential elections – reads up and look out

Alles hat seine Zeit – und Österreich einen neuen Bundespräsidenten. Erhalten bleiben uns die alten Probleme, zu denen sich neue, größere noch, gesellen werden. In Erinnerung bleibt ein Wahlkampf im Sinne der Kultur des Spektakels mit ihren Plattitüden und Nebensächlichkeiten, etwas garniert mit zuweilen bis zur Selbstverleugnung getriebenem  Opportunismus. Man war eben bemüht, in der Beliebtheitsskala ganz vorne zu landen. Zwischen Angstszenarien  und vorgefaßten Meinungen, auch der jeweiligen Anhänger, hat es dann einer dann doch, wenn auch knapp geschafft. Die Erwartungen an die nächsten Jahre sind jetzt groß, vielleicht zu groß, und so manchem könnte das Grinsen noch vergehen.

Rückblickend erweist sich jedenfalls, daß angesichts der Lage die Ratlosigkeit der Politiker doch zum Greifen nahe ist. Obwohl selbst gelegentlich schöne Phrasen und der an der Leine des Zeitgeistes  geführte Wahlkampf anderes vermuten ließen. Unangenehmes wie die Pläne Brüssels, der Atomenergie vermehrtes Interesse zu schenken oder  die abenteuerliche Anleihen-Politik der Europäischen Zentralbank, die für den Steuerzahler nichts Gutes verheißt, wurden praktisch ignoriert. Und das bei Rekordarbeitslosigkeit und Rekord-Staatsschulden, die der  materiell gut abgesicherten Staatsspitze kaum schlaflose Nächte bereiten dürften, wohl aber  den Jungen ohne Zukunftschancen.

Eine weitere Baustelle, das Thema Bildung, hätte in diesem Wahlkampf erst recht eine Vertiefung verdient, und in diesem Zusammenhang die Verwahrlosung des öffentlichen Lebens und auch des Geschichtsbewußtseins. Und so mancher für den blauen „Vorzugsschüler“ aufgelegte Elfmeter, wurde von diesem ignoriert. Als sich der Grüne für ethnisch und kulturell „Vermischtes“ erwärmte, hätte man gerne gewußt: Multikulti auch in des Grünen Heimat Kaunertal?  Und als derselbe mit 70 Jahre Frieden in Europa hausierte, fielen der Jugoslawien-Krieg ebenso unter den Tisch wie der von der EU-mit angestoßene Ukraine-Konflikt. Nebenbei auch die bürgerkriegsähnlichen Zustände in manchen  Großstädten.

Nicht nur im Krieg, auch in der politischen Arena ist die Wahrheit oft das erste Opfer. Und die Aufrichtigkeit. Vielleicht auch ein Grund, weshalb große Problemlösungskompetenzen bei den Wahlkämpfern nicht wirklich ausgemacht werden konnten, desgleichen keine echten Visionen. Hat wahrscheinlich auch niemand erwartet, und der ORF, der diesbezüglich Anstöße hätte geben können, übte sich lieber im skandalisieren. Es war der neue Kanzler, der bei seiner Antrittsrede  aussprach, was ein zukünftiger Bundespräsident hätte wiederholt und laut sagen müssen: Daß man politische Inhalte nicht durch taktischem Opportunismus ersetzen solle und Menschen auf Grundsätze und Haltungen „brennten“. Sein Wort in Gottes Ohr. Aber, und da gebe ich, allerdings mit Einschränkung, dem Herrn Hofer recht, wichtiger ist, was man tut. So gesehen, werden wir uns in Zukunft noch zur Genüge grün und blau ärgern können?

Hinweis                                                                                                                                             zu einer Veranstaltung, die auch den  neu gewählten Bundespräsidenten  interessieren sollte:

1.Internationales  Symposium                                                                             Kindeswegnahme (Entführung) in Europa – eine kritische Analyse  Zerstörung der Familie durch Kindeswegnahme                            Menschenrechte und Verantwortung                                                                      Samstag, 28 Mai 2016  um 11 Uhr                                                                                           im Grand Hotel Wien, Kärntner Ring 9, 1010 Wien  4.Stock/Raum 4

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9 Antworten zu Bundespräsidentenwahl – Nachlese und Ausblick

  1. Jean-Louis schreibt:

    Aha, diese Briefwahl….. Das hat den Unterschied gemacht. Viele Europäer, die ihren Wohnsitz im Ausland haben (englisch: the ‚expats‘) wählen natürlich entweder Zentrum oder … eben links (also auf jeden Fall für eine Systempartei). Warum? Weil sie mit den Problemen ihres Landes nie in ihrem Alltagsleben konfrontiert sind.

  2. Fritz Legerer schreibt:

    Ein Fragenkatalog an die Öffentlichkeit (per elektronischer Medien) im Sinne der „Oxbridge-Methode“ (= zielgerichtete Fragen, deren Antwort man kennt) scheint mir im Interesse der Blauen angebracht; ich versuche es beispielhaft:

    • Ist persönliche Hysterie eine erstrebenswerte Eigenschaft (wer unsicher ist, möge die Definitionen „ergooglen)
    • Gibt es den Begriff der Massenhysterie? (Google nachsehen: Massenemotion von Medien geschürt; Beispiel Elvis Presley; auch auf A.H. Einmarsch in Ö. anwendbar)
    • Ist Massenhysterie eine gute Basis für das öffentliche Leben überhaupt, insbesondere für die Demokratie?
    • Treffen auf die Kampagne „gegen Hofer“ diese Merkmale zu?
    • Hat das falsche Zeugnis wider den Nächsten im Dekalog (siebentes Gebot) uralte Tradition?
    • Im Speziellen auch im öffentlichen Leben Österreichs? (Waldheim – Sinowatz Verurteilung; alte Hasen wussten, es gab Wehrpflicht, wer sich’s richten konnte, kam nach Frankreich, von wo etliche einen Pelzmantel an die Frau schickten, die Großteil war in Russland im Schlamm (in der Wochenschau sichtbar), wo die Kugeln von vorne kamen – und Missliebige kamen in den Balkan, wo die Kugeln aus unterschiedlichen Richtungen kamen.
    • War gegen die Schwarz-Blaue Regierung auch falsches Zeugnis im Spiel? Anmerkung: Heute wird gegen diese Regierung Korruption ins Treffen geführt; doch sind nicht auch aus der Regierung Kreisky von 4 jungen Wundermännern drei gerichtlich verurteilt worden?
    • Populismus: Kämpft nicht jede wahlwerbende Partei um die „vox populi“? Warum wird dann Populismus ein negativ besetzter Begriff?
    • Rechtsradikal: Kann man vom Standpunkt der mathematischen Logik ein statistisches Kollektiv, das 50% der Gesamtheit umfasst, als radikale Randgruppe einstufen?
    • Philosophisch: Wer gibt die richtige, korrekte Meinung vor, etwa die Frankfurter Schule der Soziologie, welche „Treu und Glauben“, den Redlichkeitsbegriff leugnet? (Philosophie der 68er)
    • Oder: „Die Treue ist ein derartig hohes Gut, dass sie selbst einem unheiligen Verhältnis noch Weihe verleiht“? – Marie Ebner Eschenbach (1830-1916) aus dem Kopf zitiert –Krambambuli.

  3. Siegfr. EDER schreibt:

    Der Neue in der Wiener Kaiserhofburg hat ein sehr knappes Stimmenmehr, das Ländermehr hat er verfehlt ! – Der Staat Österreich ist scheinföderal.

    Nun ist eine Verfassungsänderung durch eine Volksinitiative notwendig, z. B.: Die beiden ersten einer BP-Wahl amten abwechselnd 1 Jahr, der andere hat zu schweigen. – Ähnlich ist es im Appenzell, dort gibt es neben dem regierenden einen „stillstehenden“ Landammann. Und in der Republik San Marino gibt es zwei Capitani Reggenti, die einander halbjährlich beim Regieren abwechseln. – Um so mehr müssen die Regierten in größeren Staaten die Macht der Regierenden beschränken.

    PS zum Thema Deutsch-Tümelei: Der Orient Österreichs muß endlich wegkommen vom Denken in Sprachnationen. Österreich ist eine Willensnation wie Belgien und die Schweiz.

  4. Heinrich Wohlmeyer schreibt:

    Kommentar eines alten Mannes: Ich war heute früh nach der Konventmesse (Ich gehe, so oft ich es vermag, dorthin, um um die Gnade jener inneren Kurskorrektur zu bitten, die die Voraussetzung einer Wende zum Besseren ist.)
    Danach kamen mir folgende Gedanken:
    Wir haben nun einen Bundespräsidenten der kategorische die Hilfe Gottes ablehnt und einen Bundekanzler der dies auch tut.
    Aber ohne Gott geht alles in die Nichtigung („An Gottes Segen ist alles gelegen“ sagten jene, die Europa aufgebaut haben.).
    Beider Wertordnung ist Kurzzeit-Utilitarismus. Beide haben die eheliche Treue gebrochen und wirken an Familien-zerstörenden Maßnahmen mit, beide unterstützen die gegenwärtige nicht zukunftsfähige Hauptstrompolitik (Geopolitik, Finanzpolitik, Handelspolitik) und haben vor allem kein Konzept, wie man der steigenden Arbeitslosigkeit und der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Armen und Reichen begegnen muss.
    Wir werden daher offenen Auges in den ‚großen Crash‘ steuern. Unsere Pflicht ist es daher die personellen und sachlichen Konzepte für die ‚Zeit danach‘ anwendungsbereit zu machen.

  5. Edda schreibt:

    Laut einem Facebook-Kommentar wurde in einem Wiener Pensionistenheim/Bettenstation für die
    Bundespräsidenten-Wahl für ALLE !!!!!! Wahlkarten angefordert.
    Egal ob demenzkrank, nur mehr schlafend, oder leider bereits im Sterben – für ALLE wurden Wahlkarten beantragt.
    Da brauchen wir uns ob diesem Wahlergebnis nicht mehr wundern !!!!!!!!!!! ODER ???

  6. Isolde schreibt:

    Das Innenministerium hatte für einige Stunden das RICHTIGE Ergebnis auf seiner Netzseite: Hofer hatte ca. 53 % der Stimmen, selbst durch die Briefwahl hätte der andere niemals mehr aufholen können!! Dann, als Hofers Sieg klar war, ließ jemand das richtige Ergebnis verschwinden. Das Ganze wurde damit „begründet“, die Zahlen seien nur Teil von einem „Test“ gewesen. Wer glaubt wirklich, daß gerade an so einem Tag ein „Test“ durchgeführt worden ist???

    Außerdem ist völlig unwahrscheinlich, daß Bundesländer und Wiener Bezirke, die bei der vorigen Wahl mehrheitlich für Hofer gewählt hatten, jetzt plötzlich den anderen Kandidaten bevorzugten! (so angeblich geschehen bei dieser Wahl) Wer glaubt so etwas??? Angeblich hat man jetzt auch bemerkt, daß in Gemeinden mit z.B. 9000 Stimmen insgesamt 13.000 Stimmen gesammelt worden sind!! Solche Fälle dürfte es viele bei dieser „Wahl“ gegeben haben!

  7. Isolde schreibt:

    Diese Wahl erinnerte sehr an die EU-Abstimmung 1994, wo behauptet wurde, daß 66,6 % (!!) der Österreicher sich für die EU entschieden hätten. Diese Zahl war genauso unmöglich wie der offizielle Gleichstand der Kandidaten mit 50:50. Die Zahl 666 sollte natürlich zeigen, in welche Richtung es geht: Die EU ist die Fortsetzung der Sowjetunion, d.h. der Weltkommunismus ist das Ziel.
    ÖVP, SPÖ und Grüne haben wieder einmal zusammengeholfen. Hinter der EG standen bei der Gründung vorrangig erzkatholische Vereinigungen. Die totale Enteignung der einheimischen Bevölkerung, die durch die EU jetzt im vollen Gange ist, kann natürlich nur mit einem Präsidenten aus einer dieser Parteien zu Ende geführt werden. Die Massen an Zuwanderer werden hauptsächlich von christlichen Gruppen betreut. So verschieden sind diese Parteien also nicht, wie sie immer behaupten! Offizielle Gegensätze sollen ja nur für die Allgemeinheit die gemeinsamen Ziele verschleiern…
    Eine etwas objektivere Analyse der „Wahl“: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/peter-bartels/oesterreich-ist-nur-der-anfang-das-pack-hat-nein-gesagt-.html

  8. Wilhelm Peschka schreibt:

    Um an der Macht zu bleiben ist den Linken jeder Trick zuzutrauen! Eigentlich gehören Wahlkarten entweder abgeschafft oder nur sehr vereinzelt ausgegeben.Ist ja unerhört daß fast 900000 Wahlberechtigte am Wahltag abwesend sind.

  9. H.-Stauffacher schreibt:

    Politik ist kein Menschenrecht – und das Leben ist kein Wunschkonzert (auch nicht für „Asylanten“ u.dgl.) und ich wage zu prognostizieren: „Es wird eine Zeit kommen, wo jeder froh wäre, kein Politiker zu sein …“!
    Heinrich Stauffacher:
    http://www.neo-kultur.ch
    http://www.politik-verbot.org!
    http://www.erb-eidgenossen.ch

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