Was zu MH17 noch zu sagen wäre – Eine russische Stellungnahme

Ce qui était encore à dire à MH17 – Une prise de position russe
What would be still to be said to MH17 – A russian statement

Wenn sich auch viele sehr schwer tun mit „Neudenk“, aber tatsächlich scheint ja vieles ganz anders zu sein. Die Nato ist demnach in Wirklichkeit eine Filiale der Caritas. Die selbstlosen USA wollten auch keinen Stützpunkt auf der Krim, sondern planten dort bloß ein Erholungszentrum für  schlappe Protektorat-Verwalter. Und natürlich ließ Putin MH17 abschießen. Wozu? Natürlich um die Welt endlich von seiner Kriegslüsternheit restlos überzeugen zu können.

So oder ähnlich könnte man mit etwas Phantasie die von den in die Nato-Vorwärtsstrategie eingebetteten Medien gepflogene Sicht interpretieren. Man möchte gewiß, daß der Medienkonsument es so ähnlich und nicht anders sieht. Was nun aber nicht ganz gelingen will, da, einerseits, vielen Europäern Rußland in vielerlei Hinsicht näher ist als von Brüssel und Washington erwünscht und, andererseits, die Russen auch etwas entgegenzusetzen haben. Sogar mehr, würden die Sanktionen nicht auch den Informationssektor betreffen, und befänden sich die großen Agenturen und Medienkonzerne nicht unter US-amerikanischer Kontrolle. Sonst wäre schon wieder alles ganz anders. Nicht ganz so einseitig.

Nun hat die russische Botschaft in Wien anläßlich des Jahrestages des Abschuß´von     MH 17 eine Presseerklärung herausgegeben, die meinen Blog-Besuchern nicht vorenthalten werden soll. Sie soll außerdem weiter verbreitet werden, damit die Einseitigkeit der servilen Berichterstattung unserer Systemmedien etwas durchbrochen wird. Es handelt sich, wie gesagt, um eine  Erklärung der russischen Botschaft zu dem Fall MH17 und nicht um meine Erkenntnisse.

Im Folgenden heißt es dazu von Seite der russischen Botschaft:

„Boeing MH17: Über beweislose Schuldzuweisungen und Versuche eine Tragödie für Propagandazwecke auszunutzen.

Am 17. Juli 2014 stürzte in der Ukraine unter bis jetzt ungeklärten Umständen die Boeing MH17 ab. In dieser schrecklichen Tragödie verloren 298 Menschen ihr Leben. Vor kurzer Zeit, am ersten Jahrestag der furchtbaren Geschehnisse, fanden in aller Welt Gedenkzeremonien für die Opfer dieses Unglücks statt. Russlands Außenminister Sergej Lawrow legte Blumen zur niederländischen Botschaft in Moskau nieder.

Offizielle Untersuchungen der Ursachen des Absturzes der Boeing MH17 sind nicht abgeschlossen, aber einige Akteure nahmen den 17. Juli 2015 zum Anlass, um sich in eine neue Propagandaschlacht zu stürzen und erneut beweislose Schuldzuweisungen gegen Russland auszusprechen. Fakten spielen dabei leider aber gewiss keine Rolle. Aber es sind eben Fakten, die wir gerne im Weiteren in Erinnerung rufen möchten.

Am 21. Juli 2014 nahm derUN-Sicherheitsrat unter nachdrücklicher Beteiligung Russlandsdie Resolution № 2166 an, die die Durchführung einer ausführlichen und unabhängigen internationalen Ermittlung der Tragödie fordert und die unausweichliche Bestrafung aller Schuldigen auf völkerrechtlicher Basis gewährleisten soll.Russland, das vom Anfang an zum Ziel einer koordinierten Verunglimpfungskampagne geworden ist, ist wie kein anderes Land daran interessiert, diese Ermittlungen zu Ende zu führen. Und es gibt offene Fragen, die für ein gerechtes Ergebnis von essentieller Bedeutung sind.

Am 13. Juli 2015 fand in Moskau ein Treffen zwischen dem stellvertretenden Außenminister Russlands Gennadij Gatilow und den Leitern der diplomatischen Missionen von Australien, Belgien, der Niederlande, Malaysia und der Ukraine statt. Im Laufe des Gespräches wurde auf folgende ernsthafte Ermittlungsaspekte aufmerksam gemacht:

1. Russland wird absichtlich zu einem wesentlichen Teil der Untersuchungen nicht zugelassen. Den russischen Experten wird de facto ein gleichberechtigter Zugang zu den Materialien der International Investigative Group verweigert.
2. Russische Vorschläge, die internationale Untersuchung «maximal transparent» zu führen und dabei Mechanismen des UN-Sicherheitsrates zu nutzen, werden blockiert. Mehrmalige Aufrufe, den UN-Sicherheitsrat für die Kontrolle der Implementierung der Resolution № 2166 einzusetzen, werden systematisch ignoriert.
3. Viele Fragen bleiben offen im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung der Regeln und Standards der International Civil Aviation Organization im Rahmen der noch laufenden Untersuchungen.

UND SEHR WICHTIG:

4. Bis zum heutigen Tag gibt es keine Antworten auf die Fragen, die von Russland
im September 2014 bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates erläutert wurden:

a. Warum verweigert die Ukraine Funkgespräche zwischen den in der Nähe von Donezk am Tag der Katastrophe stationierten Militäreinheiten für die Untersuchung frei zu geben?
b. Warum ist die Ukraine nicht bereit Informationen über den Verbrauch von Luft-Luft- und Boden-Luft-Raketen bereitzustellen?
c. Warum wird keine Auskunft über die Flugpläne der ukrainischen Luftstreitkräfte am Tag der Katastrophe erteilt?
d. Warum wird keine Auskunft über die Bewegungen der ukrainischen Bodentruppen am Tag der Katastrophe erteilt?
e. Wieso wurden am Tag der Katastrophe die Aktivitäten der ukrainischen Radareinheiten bemerklich erhöht?
f. Warum haben die ukrainischen Behörden den Luftraum für Zivilflugzeuge über den Kampfgebieten in der Ostukraine nicht gesperrt?

Bei allen diesen unzähligen unbeantworteten Fragen, einer laufenden Ermittlung und einer UN-Sicherheitsresolution, die sich direkt mit der Katastrophe des Boeing MH17 befasst, wird bereits vorgeschlagen, ein internationales Tribunal einzuberufen. Unter angeführten Umständen erscheint diese Initiative als vorzeitig und kontraproduktiv. Die Eile und Eifrigkeit, mit der einige Länder versuchen eine entsprechende UN-Resolution durchzusetzen, erwecken den Eindruck, dass sie einen Vorwand suchen, die MH17-Katastrophe als Druckmittel gegen Russland auszunutzen.

Bis jetzt gab es auch keine Präzedenzfälle der Einberufung von internationalen Tribunalen für eine strafrechtliche Verfolgung von Verbrechern, die an Attacken gegen Zivilflugzeuge schuldig sind. Keine solchen Vorschläge gab es 1988 nach dem Abschuss einer iranischen Passagiermaschine über dem Persischen Golf, oder 2001 nach dem Abschuss einer russischen Passagiermaschine der Fluggesellschaft «Sibir».

In einem Resolutionsentwurf, der am 21. Juli 2015 in den UN-Sicherheitsrat eingebracht wurde, schlägt Russland vor, einen Sonderbeauftragten des
UN-Generalsekretärs für die Ermittlung der MH17-Katastrophe zu ernennen. Das soll die Rolle der Vereinten Nationen bei den laufenden Untersuchungen stärken, was zweifellos der Erreichung von gerechten Ermittlungsergebnissen beitragen wird.“

Nun enthalten diese Ausführungen einige von russischer Seite vorgebrachte Kritikpunkte, die starke Zweifel an der Bereitschaft des Westens aufkommen lassen, die Hintergründe bzw. Urheber des Unglücks restlos aufzuklären. Es gibt zudem überhaupt keinen Anlaß, auch nur einem EU-Spitzenpolitiker oder „Mainstream“-Medium mehr zu glauben als der russischen Seite. Im Gegenteil, sie haben durch ihre fahrlässige und  gemeingefährliche Politik bzw. unseriöse Berichterstattung – sei es im Rahmen des Anti-Terror-Krieges und des Arabischen Frühlings oder in Sachen  Banken und Konzerne – jede Glaubwürdigkeit verloren und sich selbst längst ins Abseits gestellt. Wenigsten von österreichischer Seite wäre zu erwarten gewesen, daß  in dieser Angelegenheit absolute Neutralität gewahrt bleibt.

Zum Thema

Beim Lügen erwischt https://youtu.be/VgHPHHAxVH4
Deutsche Experten zu MH17 https://youtu.be/t1-zz3oY-UQ
Russisches UN-Veto https://youtu.be/T87b9tpe_FA

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3 Antworten zu Was zu MH17 noch zu sagen wäre – Eine russische Stellungnahme

  1. Irene schreibt:

    Es ist die Frage, ob überhaupt irgendetwas stimmt, von dem was man uns erzählt?
    Früher glaubte ich, einiges stimmt nicht. Mittlerweile weiß ich, es stimmt ja so gut wie gar nichts. Das ist leider wahr. Soll man es sich jetzt bequem einrichten in einer verlogenen Welt und mit dem „Mainstream“ schwimmen oder soll man sich wehren und in der Wahrheit leben? Das zweite ist, glaube ich, besser, weil es mittlerweile ums Überleben für uns alle geht!!

  2. Pingback: 17.7.2014: Abschuss MH17 | Kreidfeuer

  3. Terlep Heidelore schreibt:

    MH17 und MH 370
    Racheakte an Malaysia?
    Im November 2011 verurteilte ein malaysisches Gericht Ex Praesidenten
    G.W.Bush und sieben seiner
    früheren Anhänger als
    Erstangeklagte unf Tony
    Blair als Zweitangeklagten
    wegen Kriegsverbrechen
    und Verbrechen gegen die
    Menschlichkeit.
    Das Tribunal ist eine Initiative des ehem.
    malaysischen. Premier
    minister und hat das Ziel,
    der Welt ein Zeichen zu
    setzten.

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