Die Logik des europäischen Traums – Johannes Heinrichs systemtheoretische Vision

La logique du rêve européen – la vision théorique de sytème de Heinrichs
The logic of the  European dream –  Heinrichs system-theoretical vision

Europa im freien Fall, und Ratlosigkeit wohin man schaut. Immer mehr Bürger wenden sich von nicht demokratisch entstandenen Institutionen ab. Banken und Konzernen hörige Regierungen verlieren ihre Glaubwürdigkeit und ihre Handlungsfähigkeit. Die vielzitierte EU-Wertegemeinschaft erweist sich bei näherem Hinsehen als großer Bluff.

Damit nicht genug: Das soziale und ökonomische Europa wird zur Beute egozentrischer, auch barbarischer Kräfte. Der innere, immaterielle Reichtum Europas, seine Vielfalt werden dem Einheitsdenken und dem Multikulturalismus geopfert. Kurz und gut, die Klagen nehmen kein Ende, werden längst zu Anklagen. Wie und wo diese einmal enden werden, steht in den Sternen auf blauem Hintergrund.

Die schier ausweglos scheinende Lage Europas ruft nun aber doch loyale, unbestechliche Geister auf den Plan, die es nicht dabei bleiben lassen wollen. Sie suchen Auswege und werden fündig. Ob mehr in Teilbereichen praxisorientierte oder  rein systemtheoretische Sicht, tut vorerst nichts zur Sache. Es ist etwas da, das anreizt diskutiert zu werden. Und das eine oder andere Denkmodell als Alternative zum Bestehenden fasziniert durchaus und überzeugt besonders dort, wo ein ganzheitlicher Zugang mehr oder weniger deutlich erkennbar ist.

Neben des deklarierten EU-Gegners Heinrich Wohlmeyer an dieser Stelle bereits erwähnte Arbeiten zähle ich auch die Vision einer Wertedemokratie von Johannes Heinrichs, Urheber der Reflexions-Systemtheorie des Sozialen, dazu. Denn diese friedlich-revolutionäre Demokratietheorie sieht ein anders strukturiertes und anders organisiertes, jedenfalls demokratischeres Europa am Ende des Tages vor. Auf dessen „Logik des europäischen Traums“ * will ich also kurz eingehen.

Visionäre sollten, empfahl einmal ein österreichischer Bundeskanzler und angeblicher Israel-Freund, der Banker Franz Vranitzky, einen Arzt aufsuchen. Was da wohl Theodor Herzl dazu gesagt hätte? Nun, Heinrichs ließe sich so wenig wie Herzl, dessen Vision in der Realität allerdings entartet ist, von der seinen abbringen. Und das gewiß nicht von einfältigen Politikern oder „Mainstream“-Apologeten die Wahrheiten und Differenzierungen gerne aus dem Wege gehen.

Differenzierung heißt bei Heinrichs, zum Beispiel, anstatt eines dem Wählerwillen entrückten Einheitsparlaments bereichsspezifische Wahlen für jede der großen Systemebenen Wirtschaft, Politik, Kultur und Grundwerte. Am Ende also reflexionslogisch aufeinander bezogene, intransparenten Einflüssen und Ebenen übergreifenden Kartellbildungen abholde Teilparlamente sozusagen.

Der linken wie rechten Globalisten gleichermaßen heiligen „Heimat Babylon“ stellt Heinrichs ein der Vielfalt der europäischen Völker und, im Hinblick auf die Migration gesehen, dem jus culturae der gastgebenden Kultur Rechnung tragend, sein eigenes Demokratiemodell gegenüber. Europas Kulturen sind ja gerade im Zeitalter der Globalisierung und der Massenzuwanderung durch Nivellierungsversuche extrem gefährdet.

Jede einzelne europäische Kultur muß also ihren strukturellen Vorrang behalten, so Heinrichs. Eigentlich eine auch demokratiepolitische Selbstverständlichkeit. Doch nicht nur an dieser, sondern auch an anderen Fragen zeigt sich  darüberhinaus, daß „das ungelöste Strukturproblem Europas mit dem ungelösten Strukturproblem unserer Demokratien identisch ist“ (Heinrichs). Das hat etwas für sich, müßte aber von Brüssel erst einmal zur Kenntnis genommen werden.

Nicht ohne Grund befürchtet Heinrichs die schleichende Aushöhlung der Demokratie durch einen kapitalistischen Verwaltungs- und Überwachungsstaat. Ist er nicht schon zum Greifen nahe? Eliten-Diktatur oder Integration durch Differenzierung? lautet daher die von ihm gestellte Frage. Denn gerade die aktuelle Entwicklung – TTIP, TISA und NSA lassen grüßen – gibt da aufgekommenen Befürchtungen recht.

Folgerichtig fordert Heinrichs die Respektierung der Menschenrechte auf Arbeit, faire Löhne, soziale Sicherheit, gesunde Umwelt und kulturelle Rechte sowie eine politische Regulierung der Kapitalströme. Der „neoliberalen Durchkapitalisierung Europas“ gehört im Rahmen einer friedlichen Revolution, der Wertedemokratie, mit der Anwendung des Subsidiaritätsprinzips Paroli geboten. Da bin ich ganz bei ihm, und, wie ich vermute, auch viele andere.

Wer sich heute mit dem Zeitgeschehen beschäftigt und die dringlichen Probleme der Gesellschaften erkennt, kommt in unseren Breitengraden an dem des Islam nicht mehr vorbei. Auch für Heinrichs ist religiöser Fundamentalismus ein „ganz massives weltweites Demokratieproblem“. Alle historischen Religionen bedürften daher philosophischer, menschenrechtlicher Kontrollregeln, für deren Einhaltung ein entsprechender Gerichtshof zuständig sein sollte, so Heinrichs.

Der Philosoph und Neuerer in dieser Hinsicht plädiert zur Durchsetzung ethischer Maximen für ein Grundwerteparlament auf Weltebene. Womit seine weiteren Überlegungen übergehen in eine demokratische Weltföderation. Heinrichs meint, Europa wäre zum Schrittmacher eines transnationalen Rechtsgefüges mit parlamentarischer Basis berufen. Wäre es das wirklich? Dennoch: das Wort des der menschlichen Vernunft vertrauenden Philosophen in Gottes Ohr.

Zusammenfassend läßt sich sagen: Johannes Heinrichs zählt mit Heinrich Wohlmeyer zu den Denkern, die die vielfältigen und weitreichenden Gefahren eines ungezähmten Kapitalismus nicht nur sehen, sondern dazu auch sympathische demokratiepolitische Lösungsmöglichkeiten anbieten. Dieselben speisen sich bei Heinrichs aus dessen aufklärerischem Bekenntnis und seinem Vertrauen in Vernunft und Wissenschaft. Letzteres mag manchen Gläubigen zu wenig sein, doch sei erwähnt, daß bei Heinrichs die Religionen als gemeinschaftsbildende Mächte, nicht aber konfessionelle Privilegien, weiter ihren Platz haben, wo es um die unbedingten, letzten Werte geht.

Diese letzten Werte unterscheiden sich allerdings von den bedingten kulturellen Werten, wie Heinrichs hervorhebt. Das aber scheinen, nach meinem Dafürhalten, viele Islamkritiker zu ignorieren. Wodurch der Dialog mit dem Islam, so er überhaupt gewünscht wird, in eine falsche Richtung geführt, ja eigentlich eine wenig intelligente Konfrontation gesucht wird, deren Ausgang absehbar ist. Tagespolitische Opportunität und mangelnde Einsicht vernebeln aber bei vielen die Gehirne und ermüden dabei andere. Dagegen wirken aufgeklärte, vernünftige Standpunkte eines Philosophen wie Labsal.

In einigen Teilbereichen, Wirtschaft zum Beispiel., spricht Heinrichs die Probleme ähnlich an wie sie auch in Heinrich Wohlmeyers „Handreichung“ – siehe http://www.wienerwende.org – und dessen Buch „Empörung in Europa“ **erfasst und gesehen werden. Heinrichs Überlegungen sind zwar eine in inhaltlicher und systemkritischer Hinsicht gelungene und überzeugende Vision, deren Umsetzung in die Realität aber  noch aussteht.

In Kenntnis der menschlichen Natur, machtpolitischen Zwänge, unterschiedlichen kulturellen Traditionen und damit auch der unterschiedlichen parlamentarischen Gepflogenheiten müßte man an der europaweiten Umsetzbarkeit dieser Vision eigentlich zweifeln. Aber wer weiß, was schon morgen möglich ist? Zumindest hielte ich es als ein schweres Versäumnis, würden nicht auch Heinrichs (und Wohlmeyers) Vorstellungen in den Überlegungen anderer Europäer ihre Berücksichtigung finden. Träumen ist bis auf weiteres ja noch erlaubt.

*Johannes Heinrichs: Die Logik des europäischen Traums – Eine systemtheoretische Vision, Academia (www.academia-verlag.de ), 2014, 225 Seiten, ISBN 89665-641-4, 978-3

**Heinrich Wohlmeyer: „Empörung in Europa“ – Wege aus der Krise, Ibera-Verlag (www.ibera.at), 2014, 383 Seiten, ISBN 978-3-85052-320-2
Zum Thema:

Vortrag von Johannes Heinrichs

Vortrag von Heinrich Wohlmeyer

Thema EU-Austritt:

12 Gründe für einen Austritt

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16 Antworten zu Die Logik des europäischen Traums – Johannes Heinrichs systemtheoretische Vision

  1. Waffenstudent schreibt:

    DAS URPROBLEM LIEGT TIEFER:

    Der europäische Haftbefehl – Sullas Massensuskribtionen

    PROLOG:

    „Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.“

    Hans Herbert von Arnim, Professor für öffentliches Recht und Verwaltungslehre in Speyer

    SEHR GEEHRTER CHEF!

    Vorab sei die Frage gestellt: „Worin besteht der Unterschied zwischen Sullas
    Massensuskribtionen aus dem Jahre 82 ante Christum natum und dem
    Europäischen Haftbefehl von 2005 post Christum natum?“ Um Antwort wird
    gebeten!

    Zum wirtschaftlichen Aspekt des Europäischen Haftbefehls ist zu sagen, daß
    dieses Gesetz den multinationalen Großkonzernen ein perfektes Handwerkszeug
    liefert, mit dem der lästige Emporkömmling auf ganz elegante Weise und
    besser denn je, platt gemacht werden kann. Der Großchemiekonzern braucht
    doch nur noch dafür zu sorgen, daß die Verantwortlichen eines neuerdings
    lästig werdenden und aufstrebenden Pharmabetriebes mit Hilfe eines
    konstruierten Straftatbestandes ans Ausland abgeliefert werden. Und weil der
    dortige Gesetzgeber Zugriff auf das Vermögen der Deliquenten hat, ist die
    bis dato gesunde Liquidität des Konkurrenzpharmaunternehmens schlagartig
    ruiniert.

    Hinzu kommt, daß keine Bank mehr einem Firmenchef Geld leiht, wenn die
    Gefahr droht, daß dieser plötzlich und ganz unerwartet aufgrund von
    Falschaussagen in irgendeinem europäischen Gefängnis landet. Grundsätzlich
    werden mit diesem Gesetz jeder Manipulation Tür und Tor geöffet. Was
    geschieht, wenn in der nächten Fußballsaison der ganze Sturm des amtierenden
    deutschen Fußballmeisters in der Rückrunde wegen noch zu beweisender
    Zungenküsserei mit holländischen Meisjes am vorvorletzen Oktoberfest in den
    Niederlanden vor Gericht erscheinen muß?

    Praktisch kann man jetzt jeden mit getürkter Anschuldigung aus dem Verkehr
    ziehen. Wenn der gute Außendienstler des Mitbewerbers mitsamt der Sekretärin
    und Chefgeliebten stören, so ist das zukünftig nur noch ärgerlich und
    lästig, aber kein wirkliches Problem mehr; denn neue Detekteien werden
    gründlich daran arbeiten, daß alle per Europäischem Haftbefehl erst einmal
    in den Knast kommen. Das ganze ist ein Rückfall ins finsterste Mittelalter
    und führt zu einer neuen Form von Sklaverei.

    NACHTRAG:

    Sehr geehrter Herr Ulrich Beck, sehr geehrter Herr Antony Giddens!
    Liebe Schreiberlinge!

    Hier mein Kommentar zu Ihrem heute am 1.Oktober 05 in DER WELT erschienenen
    Artikel, „Europa kann nicht auf den Ruinen der Nationen errichtet werden“
    auf den Sie ausdrücklich um Antwortschreiben gebeten haben.

    Leider wurde die große und einmalige Chance vertan, dafür die Grundlage zu
    schaffen, daß alle Europäer sich untereinander mit Ehrfurcht und Würde
    begegnen.

    Ein Europa kann dauerhaft nur funktionieren, wenn es von allen Bürgern als
    eine Verbesserung der alten Ausgangsposition empfunden wird. Und das ist
    nicht der Fall! Europa, das sind Tabus, Ausnahmen, Diktate, bewußt nicht
    geöffnete Staatsarchive und Alliierte Propagandalügen, die von den Besiegten
    seit 1914 nicht diskutiert werden dürfen. Die alten Werte hat man derart auf
    den Kopf gestellt, daß Treue zum Verrat, Ehre zur Käuflichkeit und Lüge zur
    Wahrheit sowie die Familie zum Pornoclub wurden. Die Achtung und Würde vor
    den verschiedenen eigenen überkommenen Kulturen wurde ersetzt durch den
    ununterbrochen Tanz um das goldene Kalb. Die traditionellen Klein-
    Mittelschichten werden mit Chalmaienklang ex Kathedra in die verelende
    Tagelöhnergesellschaft geführt. Dort wo früher vier Kühe eine Großfamilie
    satt machten, da lebt heute ein Bauer mit einigen hundert Rindern, der nicht
    mehr in der Lage ist, seine Frau und die beiden Kinder ordentlich zu
    ernähren. Und gekrönt wird der Europahumunkulus schließlich vom gelobten
    Europäischen Haftbefehl, des verkommensten und asozialsten aller
    Regelwerke, das sich je ein krankhaftes Menschenhirn erdachte. In jeder
    funktionierenden Familie ist es selbstverständlich, daß der eine sich
    schützend vor den anderen stellt. Aber ein Menschengebilde, das seine
    tapfersten Söhne, ob sie nun schuldig oder unschuldig sind, freiwillig an
    den Gegner ausliefert, ist höchst verachtenswert und wird nie funktionieren.
    Wenn ich Sie verehrte Schreiberlinge höchst elegant aus dem Verkehr ziehen
    will, so ist das zukünftig gar kein Problem mehr. Denn bald brauche ich Sie
    nur noch hinterlistig in ein Europäisches Land einzuladen, in dem die
    bezahlten Gauner und Lügner bereits auf Sie warten! Und den Beweis, daß Sie
    ein körperbehindertes Kind vergewaltigt haben, den erbringe ich allemal. Und
    dann wird auch Sie niemand mehr schützen können, und Ihre Kinder, Verwandten
    und Freunde werden sich vermeintlich zu Recht höchst angewidert von Ihnen
    abwenden und vor Ihnen ausspucken. Ich bete täglich zu den Göttern, daß
    dieses Europa möglichst gestern sang- und klanglos zum Orkus hinab geht, und
    ich muß kotzen, wenn ich sehe, wie die Völker Europas sich ganz freiwillig
    verkaspern und versklaven lassen, und die alten Herrengeschlechter zum
    modernen Lumpengsindel verkommen.

  2. alphachamber schreibt:

    Mit Respekt, wenn Leute wie der Prof. Heinrichs die ‚Vordenker‘ einer besseren Gesellschaft sein sollen – dann wird es wohl keine geben. In dieser „systemtheoretischen Vision“ bleiben die Ursprünge der Symptome, sowie die Kausalitäten unentdeckt. Einige Gedanken sind schlicht ungelehrt, z.B. „dass der Kapitalismus aus den US eingeführt wurde“. Seine S/O-S/S „Reflexionsstufen“ ist akademische Verkomplizierung für einfache, vorhersehbare gesellschaftliche Entwicklungen, die schon wesentlich kompetenter – und verständlicher – von den großen Soziologen (Durkheim, Sombart, Mannheim, Olson, etc) und in neuerer Zeit von Francis Fukuyama („The Origins of Political Order“) beschrieben wurden, zusammen mit gehbaren Alternativen. In den 60/70er Jahren hatte die Linke und Rechte (sprich APO und Carl Schmitt) einen gemeinsamen Feind: den deutschen Parlamentarismus, mit seiner (von den Alliierten bewusst geplanten) Obfuskation des Wählerwillens und dem Parteienrecht, das keine einfache Mehrheit erlaubt und zu diesen verdammten Kompromssen und Koalitionen führt, bei dem keiner etwas bekommt für was er stimmte. (Carl Schmitt: „Der Souverän verschwindet in der Wahlkabine“). Europa ist nur Phase II. der Entsouveränisierung der Bürger.
    Bezüglich des Unsinns mit den „Reflexionsstufen“, sei der Pof. daran erinnert, dass er über Verhaltensweisen und Umgangsformen spricht, also kulturelle Institutionen, die global enorm unterschiedlich sind. D.h., für 95% der Bevölkerung gibt es völlig andere Interaktionsregeln als für die Deutschen oder Westeuropäer.
    Letztlich über den Kapitalismus: Er ist die einzige Wirtschaftsform, welche mit Freiheit kompatibel ist. Einfach: Ohne Kapitalismus keine Demokratie. Das Gegenteil hat weder Habermas noch Heinrichs (noch irgend eine linke Ikone) bewiesen.

  3. Henriette schreibt:

    „Systemtheoretiker“ sind mir ziemlich „suspekt“. Die folgenden Absätze zeigen, finde ich, sehr deutlich, daß das vorgestellte System in dieselbe Richtung gehen wird, wie jetzt schon, nur langsamer und schleichender, mit „schönen“ Floskeln untermalt. Europa wäre wieder, so wie jetzt schon, Ausgangsbasis für eine einzige „Weltregierung“. „Weltföderation“ heißt ja nichts anderes und die EU soll ja bis zu allen Ländern des ehemaligen „Ostblocks“ und südlich bis einschließlich Nordafrika ausgeweitet werden! Es soll dann weltweit nur mehr drei oder vier „Supermachtblöcke“ geben, die zur gegenseitigen Stärkung ständig Krieg gegeneinander führen werden. Das haben die US-Strategen schon vor ca. 10 Jahren deutlich gesagt.
    „Wer Europa hat, hat die Welt“, das kommt hier wieder zum Ausdruck. Auch sonst sehe ich nicht viel Unterschied zu dem, was jetzt im Gange ist. Die vielen „Teilparlamente“ kann dann kein „normaler“ Mensch mehr überblicken. Es können dann wieder selbsternannte „Elitegruppen“ machen, was sie wollen.
    Ich frage mich überhaupt: Warum muß immer krampfhaft alles geändert werden? Warum kann man nicht einmal etwas lassen, wie es ist oder war? Man will uns nicht zur Ruhe kommen lassen, das ist die richtige Antwort darauf.

    „…plädiert für ein Grundwerteparlament auf Weltebene. Womit seine weiteren Überlegungen übergehen in eine demokratische Weltföderation. Heinrichs meint, Europa wäre zum Schrittmacher eines transnationalen Rechtsgefüges mit parlamentarischer Basis berufen.“
    „Differenzierung heißt bei Heinrichs, zum Beispiel, anstatt eines dem Wählerwillen entrückten Einheitsparlaments bereichsspezifische Wahlen für jede der großen Systemebenen Wirtschaft, Politik, Kultur und Grundwerte. Am Ende also reflexionslogisch aufeinander bezogene… Teilparlamente sozusagen.“

    • helmut mueller schreibt:

      Einspruch: Weltföderatiion heißt nicht gleich Weltregierung!

      • Henriette schreibt:

        Es sind natürlich nur „Worte“, es kommt aber letzten Endes auf dasselbe heraus. Die „Weltregierung“ wird ja auch mit schönen Formulierungen ummantelt, mit „notwendig“, „Freiheit“, „Gleichheit“ usw. beschrieben. Je schöner etwas beschrieben wird (und wenn viel Bla-Bla-Bla dafür aufgewendet wird), umso verdächtiger sollte es uns vorkommen. Die Möchtegern-Weltherrscher wollen ja, daß die Mehrheit von uns freiwillig mitmacht. Dann ist es für sie auch bequemer und leichter durchzusetzen. Deshalb werden wir mit schönen Formulierungen eingelullt.

  4. Jaro Ruanza schreibt:

    Gratulation zu „Obfuskation und Kompromssen“. So etwas kommt heraus wenn Obergescheite ihren Senf dazugeben! Über den Zusammenhang von Demokratie und Kapitalismus sollte man einen eigenen Beitrag schreiben,wäre immerhin interessant.Man braucht aber bei der Betrachtung der EU nicht unbedingt ein Doktor oder Professor sein um zu erkennen daß es in dieser Zwangsjacke immer ungemütlicher wird.Schuldenberge in fast allen Staaten,Ländern und Gemeinden,Massenarbeitslosigkeit und Einwanderungschaos,Bankenrettungswahnsinn,usw;usw.
    Man fragt sich,wer sind denn eigentlich die Gläubiger in diesem Schuldenzirkus! Erfreulicherweise hat diese Frage Prof.Dr.Wohlmeyer in seinem jüngsten Buch „Empörung in Europa“ verständlich beantwortet.Dies war auch nötig,kennt sich ja Otto Normalverbraucher sonst überhaupt nicht mehr aus! Bei dieser Gelegenheit ist es auch nicht uninteressant,an die scheinbar in der öffentlichen Wahrnehmung schon vergessenen CROSS BORDER LEASING Verträge zu erinnern,worüber es ein Wiener Gemeinderatssitzungsprotokoll aus dem Jahre 2003 gibt! Aber auch andere österreichische Städte und Gemeinden haben da ohne den Eigentümer zu fragen, öffentliche Einrichtungen an amerikanische Zocker verkauft und diese dann von den neuen Besitzern „zurückgeleast“!
    Eine höchst eigenartige Geschäftspraxis!

    • alphachamber schreibt:

      Mit „Obfuskation“ habe ich das englische „obfuscation“ verdeutscht. Und dass Sie entdeckt haben, dass in Kompromisse ein „I“ fehlt, ist eine einzigartige geistige Leistung – die einzige in ihrem überheblichen und irrelevanten Erguss. Bei Ihnen klemmt eben die Leertaste!
      P.S.: Wer „Cross Border Leasing“ so fleißend schreibt, der müsste doch des Englischen mächtig sein?🙂

  5. Jaro Ruanza schreibt:

    Es ist mir egal was Sie über mich denken.Es ist einfach so daß Leute wie Sie gerne mit erfundenen
    Vokabeln auffallen wollen.

    • alphachamber schreibt:

      „…Es ist mir egal was Sie über mich denken.“

      • Henriette schreibt:

        Nehmen Sie es bitte nicht persönlich! Ich finde es aber auch schlimm, als „Obergescheiter“ bezeichnet zu werden… Es scheint doch viel mit dem Bildungsstand zu tun zu haben, ob jemand mit Fremdwörtern etwas anfangen kann oder „allergisch“ darauf reagiert. Ich habe einmal bei einer kleinen Veranstaltung (der Sudetendeutschen) im „Haus der Heimat“ im 2. Stock bei der Diskussion am Schluß ein paar völlig harmlose Bemerkungen dazu gemacht. Plötzlich drehte sich ein älterer, kleiner Mann, der mit dem Rücken zu mir saß, um und fauchte mich mit bösem Blick wütend an. Ich verstand überhaupt nicht, warum er so aggressiv auf mich reagierte. Als ich nachdachte, fiel mir ein, daß es nur das harmlose Wörtchen „Metier“ gewesen sein konnte, das ihn so in Rage gebracht hat. In den rechts-außen-Kreisen wird die deutsche Sprache so bevorzugt, daß man nicht einmal so ein Wort verwenden „darf“. Ähnliche Reaktionen erlebte ich z.B. auf die harmlosen Wörtchen „okay“ und „retour“. Da ich mir solche Wörter gar nicht mehr sagen traute, war ich umso mehr erstaunt, als ich miterleben mußte, wie in denselben Kreisen immer wieder Vortragende, die eingeladen worden waren, ganz viele englische Wörter und sogar englische Phrasen und Sätze verwendeten, ohne daß einer von denen, die vorher auf mich losgegangen waren, auch nur ein bißchen reagiert hätten. Anscheinend trauten sie sich bei den Vortragenden nichts zu sagen! Es hat also mit dem Bildungsniveau zu tun, ob jemand mit Fremdwörtern etwas anfangen kann und ob er aggressiv (wegen Banalitäten) reagiert. Außerdem spielt es eine Rolle, WER das englische Wort oder das Fremdwort benutzt hat, also ein hierarchisches Denken, was ja ganz typisch für Österreich ist. 🙂

      • alphachamber schreibt:

        Die Sache selbst ist nicht der Rede wert. Mein Kommentar war sachbezogen auf den Artikel. Es sind schon seltsame Menschen, die nach Textfehlern suchen, sich Begriffsautorität anmaßen, um über ihnen völlig Fremde zu urteilen – so suchen Kleingeister Ihre Befriedigung.
        Die Deutschen können nur schwer ihre Meinungen bekunden, ohne Beleidigungen oder Selbstherrlichkeit.
        P.S.: Wer in meinem Text einen Fehler findet, darf ihn behalten🙂

  6. Waffenstudent schreibt:

    DIE NATUR ALS LEHRER

    Fast alle akademischen Wirtschaftstheorien ignorieren, den Energiebedarf einer Wirtschaftsstruktur im Ruhezustand. Vielmehr setzt man einfach voraus, daß immer genügend Ruheenergie vorhanden ist. Gerade dieser theoretische Denkvorgang ist für moderne Wirtschaftswissenschaftler typisch. Erst wenn man schmerzlich bemerkt, daß die Energiebilanz von Anfang an nicht gestimmt hat, dann wird der Bürger bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gemolken. Gleichzeitig ufert die Regulierungswut der Kommunen aus, und der Staat samt Steuern wachsen exponentiell!

    Daher muß zuallererst geregelt werden, was dem Bürger zukünftig garantiert wird; denn nur das ist für ihn wichtig. Aber bereits bei dieser Frage kommt jede moderne Wirtschaftstheorie ins Stocken. Akademische Wirtschaftstheorien führen fast immer zur Zinsknechtschaft und Entmündigung. Die Arbeitnehmersteuerbelastung im fast autarken Deutschland war minimal. Warum das so war, das soll heute nicht diskutiert werden.

    Dabei ist es doch so einfach. Man muß nur die Natur beobachten: Die kommt ohne Schulden, Zinsen und Cross Border Leasing aus.

  7. Waffenstudent schreibt:

    @ Henriette

    Werte Henriette, Deine Worte zur Sprache dürften jeden Deutschen ergötzen. In der Tat werden von der Jugend Fremdwörter meist falsch angewandt, weil dort deren Sinn gar nicht bekannt ist. Erst beim Übersetzen tritt der Fehler offen zu Tage. Das sich Beschränken auf deutsche Worte, setzt einen großen Wortschatz voraus und verlangt einen wachen Geist. Für Doofe ist das nichts!

  8. Waffenstudent schreibt:

    Heute vor 62 Jahren

    SCHON VERGESSEN WERTE ANGI?

    Klar, deutsche Opfer sind einfach nicht mehr erlaubt!

    Irgendwann, wird erzählt, daß die Stasi sich an Negern verging!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_17._Juni

  9. Jaro Ruanza schreibt:

    Sehr geehrter „alphachamber“,
    „Die Deutschen können nur schwer ihre Meinung bekunden ohne Beleidigung und Selbstherrlichkeit“.
    Ihr Pauschalurteil über die „Deutschen“ist wohl nicht selbstherrlich?
    Im übrigen betrachte ich diese Kontroverse als beendet,da „Helmut Muellers Klartext“nicht für solches Gezänk geschaffen wurde.

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