US-Imperialismus: Die größte Gefahr für den Weltfrieden

L’impérialisme américain: Le plus grand danger pour la paix mondiale              US-Imperialism : The largest danger for the world peace

Es mag so scheinen, als seien die Menschen über die strategischen und außenpolitischen Ziele der USA hinreichend aufgeklärt. Zu meiner Verwunderung geben sich selbst für Politik im Allgemeinen durchaus interessierte Zeitgenossen diesbezüglich noch Illusionen hin und fallen nicht selten bei ernüchternden Fakten aus allen Wolken. Manches Wissen über die wahre Natur des von vielen inzwischen vielfach schon so gesehenen Schurkenstaates speist sich aus meist US-hörigen Systemmedien – die bei vorsichtiger Kritik am großen Bruder, dann doch das übliche Loblied auf diesen anstimmen – oder aus nostalgisch-verklärten Rückblicken.

Edward Snowden hat inzwischen aber doch einiges preisgegeben und ins rechte Licht gerückt. So wie auch die NSA-Abhöraffäre einigermaßen Durchblick verschafft. Ganz aktuell aber auch dies: Von der konservativen US-Beobachterplattform www.justicialwatch.org wurden jetzt geheim eingestufte Pentagon-Papiere veröffentlicht, die bisherige Vermutungen über die US-strategischen Ziele und das US-Konfliktmanagement im Nahen und Mittleren Osten bestätigen und ergänzen. Konkret geht es da (siehe Video unten) auch darum, wie Washington und seine Verbündeten die Islamisten hochpäppelten um, unter anderem, Assad beseitigen zu können. Ein Unterfangen so sinnvoll, als wollte man ein Laster mit einem anderen austreiben.

Saudi-Arabien und Katar, sowie die Türkei und die restlichen NATO-Staaten sind da natürlich  mit dabei. Aber nicht zuletzt werden die treibenden Kräfte in Syrien, also Moslembrüder, Salafisten und Al Kaida, mit Duldung Washingtons von religiösen und vermögenden Stammesvertretern in der Region unterstützt. Vor drei Jahren begrüßte Washington sogar noch die Ausrufung eines IS-Kalifats, ja sah den Islamischen Staat überhaupt nicht als Feind an. Letztes Jahr gab Vizepräsident Biden zu, daß die befreundeten Golfstaaten bis dahin mehrere hundert Millionen Dollar den islamistischen Gruppierungen in Syrien zukommen ließen.

Entlarvend auch, daß ausgerechnet der NATO-Partner Türkei den syrischen Islamisten Waffen und logistische Unterstützung gewährt. Washington weiß nicht nur das. So liefert ein libyscher Terrorchef Waffen über die Türkei den syrischen Islamisten ins Haus und dieselben oder andere Islamisten können ungehindert über die türkisch-syrische Grenze wechseln.Washington aber versucht, wie schon über zwei Jahrzehnte im Falle der Al Kaida, hinter der Fassade des Islamismus seine geopolitischen und national-strategischen Ziele durchzusetzen. Das Teile-und-herrsche-Prinzip dabei nicht ganz außer acht lassend.

Ganz allgemein gehen Washingtons Interessen konform mit jenen der Konzernlobbies und Wallstreets, aber in Details auch mit jenen etwa Katars oder Saudi-Arabiens. Dazu zählen das Projekt einer Gaspipeline vom Golf durch Syrien nach Europa (würde Rußland schaden) sowie von Seite der Golfstaaten die beabsichtigte Schwächung der verhaßten Schiiten.Was Washington leicht inVerlegenheit bringt, will es doch gleichzeitig die irakischen Schiiten weiter unterstützen. Wird vielleicht unter „politisch-strategische Opportunität“ abgelegt. Daß darüberhinaus Israel sich bereits für einen neuen Waffengang mit der mit Assad und dem Iran verbündeten schiitischen Hisbollah einstimmt, gibt der Sache eine besondere Brisanz.

Angesichts der verfahrenen aber auch explosiven Lage, machen sich in Washington bereits Stimmen breit für einen Bodentruppeneinsatz, die Rede ist von 10.000 Mann, und die Washington Post möchte überhaupt gleich Damskus von der US-Airforce bombadiert sehen. Obwohl die neuen Enthüllungen offenbaren, daß nicht Assad, sondern die geheime Unterstützung der islamistischen Terroristen die größte Gefahr bedeutet. Aber Washington ist es das Risiko wohl wert, sind doch in absehbarer Zeit auch Milliardenaufträge für Waffen zu erwarten. Die Golfstaaaten und der Irak haben ihre Wünsche ebenso schon deponiert wie Israel auch, das, nebenbei bemerkt, die Al Nusra-Islamisten in Syrien bereits nachrichtenmäßig und aus der Luft unterstützen soll. Die ersten, die bald in Feierlaune schwelgen dürfen, sind die Waffenschmieden und deren Aktionäre. Vielleicht auch die Islamisten, die ein Großkalifat gewiß nicht aus den Augen verloren haben und dabei bis auf weiteres auf Washington zählen können.

Keine Frage, die Politik Washingtons ist – nicht nur im Hinblick auf seine Europa- und Rußland-Politik – Ausfluß eines Größenwahns und einer Arroganz gepaart mit Ignoranz wie sie ihresgleichen sucht. Ja man fragt sich berechtigt, ob „Uncle Sam“ in dem nahöstlichen Labyrint überhaupt noch einen Durchblick hat, geschweige denn noch in der Lage ist, da und aus weiteren Problemherden heil herauszukommen. Die weitere Frage lautet daher nicht mehr, ob die Erwartungen Washingtons und seiner Verbündeten sich erfüllen, sondern eher, ob sie denn nicht die Welt in ein Chaos stürzen werden. Und bei diesem Punkt möchte ich Joachim Fernau doch korrigieren: Gewinnt der Amerikanismus, so wird er nicht erst in 150 Jahren, sondern erheblich früher zwar nicht unbedingt die Menschheit zugrunde richten, die Erde aber doch über weite Gebiete unfruchtbar und vielleicht auch unbewohnbar machen.

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Eine Antwort zu US-Imperialismus: Die größte Gefahr für den Weltfrieden

  1. Henriette schreibt:

    Die „US-Weltherrschaft“ kann nur errichtet werden, wenn die ganze Erde mit Kriegen überzogen wird! Deshalb also die ständigen Intrigen, politischen Umstürze etc.! Nur durch Gewalt und Zwang wird sich die Menschheit der „Einen-Welt-Regierung“ beugen. Das wissen die Anglo-Amerikaner, die nach Weltherrschaft gieren und deshalb ziehen sie das Ganze so durch! Das alles passiert also nicht zufällig auf diese Weise! Soviel ich von meinen Recherchen weiß, gibt es bei dieser „Geschichte“ allerdings einen „Haken“. Die heutigen US-Machteliten und ihre Helfershelfer glauben, daß sie in der neuen „Weltregierung“ zu den obersten Privilegierten gehören werden. Es könnte allerdings sein, daß das Ganze auch für sie ganz anders ausgehen wird. Wie der US-Chefstratege Barnett selbst sagte, gäbe es für die USA jetzt die einmalige Chance, die Weltherrschaft zu erringen und die wollten sie sich nicht entgehen lassen. (Schon seit Jahrzehnten „üben“ die USA die Eroberung und Übernahme aller Städte und Länder.) Doch es könnte sein, daß das Ganze schließlich „nach hinten“ losgeht und auch für sie schlechter ausgehen wird als sie sich heute vorstellen können. Diese „Weltherrschaft“ ist möglicherweise doch „eine Nummer zu groß“ für sie. Das sollte jemand den US-Machteliten und ihren „Freunden“ klarmachen. Vielleicht würden sie dann endlich umdenken und echten Frieden anstreben – und nicht einen erzwungenen „Gewaltfrieden“ im Namen der „Weltherrschaft“.

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