„Ein Jammer, daß wir nicht mehr umgebracht haben“. Ein vergessenes Menschheitsverbrechen.

„Une misère que nous n´avons pas tué plus“. Un crime d´humanité oublié
„A misery that we did not kill any more“. A forgotten human crime

Als im Rahmen des zweiten Dreißigjährigen Krieges der Zweite Weltkrieg offiziell zu
Ende ging und mit dem Segen der alliierten Siegermächte erst recht Not und Elend, Tod und Verderben das deutsche Volk heimsuchte, begann auch der Leidensweg für Millionen
deutsche Kriegsgefangene in Ost und West. Rund 10 Millionen Deutsche (und Österreicher) befanden sich weltweit in Kriegsgefangenschaft. Allein in amerikanischem Gewahrsam befanden sich 3,1 Millionen Menschen.

Wußte man über die Schrecken sowjetischer Lager einigermaßen Bescheid, so herrschte über das Schicksal der in westlichem Gewahrsam befindlichen Gefangenen wenig Klarheit. Die Informationspolitik der westlichen Besatzer und deren zum Teil heute noch tätigen Lizenzmedien sorgten dafür, daß für geraume Zeit darüber politisch korrektes Gras wachsen konnte.

Aufrechte deutsche Historiker, die sich unabhängig davon freimütig und unbelastet an das Thema wagten, mußten mit Ächtung oder gar Entlassung rechnen. Brachten die Befreier aus Übersee dem deutschen Volk neben Cola und Kaugummi angeblich doch die Freiheit. Dazu noch die aus US-amerikanischer Sicht goldrichtigen „Tipps“ wie man als Deutscher künftighin zu sein hat. Ein deutscher Wehrmachtssoldat aber hatte nach Meinung einer der geschätzten Ikonen heutiger Befreiungstümler, US-Militärgouverneur L. Clay, vor allem „zu leiden“*.

Für die von US-Streitkräften in Gefangenschaft gehaltenen und von der Weltöffentlichkeit ignorierten oder vergessenen  deutschen Wehrmachtssoldaten ging es in Folge dessen um das nackte Überleben unter unvorstellbar inhumanen Bedingungen. Deutsche Zivilisten die den Gefangenen Essen zu geben versuchten, riskierten die Todesstrafe. Die Befreier als Richter und Henker bereits zu diesem Zeitpunkt. Für das Gros der „Befreiten“ begann nach dem Ende der NS-Gewaltherrschaft daher die amerikanische.**

Es war ein Kanadier, James Bacque***, der sich in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts erstmalig ausführlicher dem Schicksal dieser von Gott und der Welt verlassenen deutschen Soldaten widmete. Er erregte damit weltweit Aufsehen und versetzte gleichzeitig die von den Siegermächten angestoßene Geschichtsschreibung, und nicht nur sie, in Unruhe. Es konnte schließlich nicht sein, was nicht sein durfte: Greueltaten der Nazis möglicherweise vergleichbare, wenn nicht sogar schlimmere Verbrechen?

Bacque unterstellt den US-Amerikanern unter anderem  folgende „furchtbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ begangen zu haben: Gefangene bekamen bewußt so wenig zu essen, daß sie sterben mußten, „obschon genügend Lebensmittel“ zur Verfügung standen; die hygienischen und sanitären Bedingungen waren miserabel und führten schnell zu tödlichen Krankheiten; Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz blieb der Zutritt verwehrt, eine internationale Kontrolle fehlte. Vieles liegt gewiß weiter im Dunkeln, sind doch wichtige Archive der Alliierten immer noch gesperrt.

Nun mag zwar sein, wie verschiedentlich von im Glashaus sitzenden Historikern behauptet wird, daß dem Autor bei seiner Recherche auch Fehler unterlaufen sind. An der Tatsache aber, daß nach Kriegsende hunderttausende deutsche Soldaten Rachsucht und Vergeltungswut der US-Amerikaner, auch Franzosen, mit dem Leben bezahlt haben, kann sich kein Politiker oder Systemhistoriker mehr vorbei schwindeln. Unter der verharmlosenden Bezeichnung „Other Looses“(„Andere Verluste“) soll unter der Verantwortung von General Dwight D.Eisenhower der Massenmord an deutschen Kriegsgefangenen 1945/46 „gezielt betrieben und systematisch verschleiert worden sein“.

„Ein Jammer, daß wir nicht mehr umgebracht haben“, soll der pathologische Deutschenhasser Eisenhower, dieser selbst deutschstämmig, ins Postskriptum eines Briefes an General George C. Marshall notiert haben. Wasser auf die Mühlen der heutigen Anti-Deutschen in Berlin und Wien. Gegenüber dem britischen Botschafter meinte der frömmelnde General, alle Offiziere des deutschen Generalstabes sollten „ausgerottet“ werden. Eigentlich Nazi-Diktion, stört aber jene nicht, die sonst reflexartig aufheulen.

Als am Rhein entlang für Hunderttausende deutsche Soldaten die „Prisoner of War Temporary Enclosures“ (PWTE) eingerichtet wurden, ordnete Eisenhower an, die Gefangenen dürften weder „Obdach noch irgendeinen anderen Komfort“ haben. Der Krieg der viele Väter hatte war zwar längst zu Ende, aber nicht für alle.

Die Lager der US-Armee waren mit Stacheldraht umzäunte Weiden und Wiesen, feste Unterkünfte gab es nicht. Manche Männer standen tage- und nächtelang apathisch in ihren Erdlöchern, unfähig, „um sich krank zu melden, oder um zu essen“, wie ein US-Leutnant notierte. – Sofern es überhaupt etwas zu beißen oder zu trinken gab, so im Spiegel**** fast ein halbes Jahrhundert später.

Das Bild war zum Erbarmen, und man konnte  da weiter lesen:“Amputierte schlitterten wie Amphibien durch den Matsch, durchnäßt und fröstelnd.“ Viele überlebten die Tortur nicht. Um sich gegen die Kälte zu schützen, schmiegten Männer sich in lange Erdlöcher, die sie mit bloßen Händen gegraben hatten – Bauch an Rücken, Knie an Kniekehle. Manche tranken den eigenen Urin, weil es nichts gab, andere „leckten den Boden in der Hoffnung, ein bißchen Feuchtigkeit zu bekommen“. Sie wurden krank – und krepierten.

Ähnliches spielte sich in den US-Lagern in Frankreich ab, wo nach einem Bericht in der Zeitung Le Monde in einem Lager gleich 17.000 den Amerikanern übergebene Menschen so rasch starben, „daß in wenigen Wochen zwei Friedhöfe von je 200 Gräbern gefüllt werden mußten“*****.

Auch ohne den selbst Präsident Roosevelt durchaus sympathischen Morgenthau-Plan (Deutschland in reines Agrarland unter US-Verwaltung zu verwandeln) und ohne Theodore N. Kaufmanns Hassorgien (u. a. alle deutschen Männer kastrieren): verdiente sich denn die damalige US-Führung nicht das Prädikat Menschheitsverbrecher? Ein Begriff der allen Gutmenschen locker von der Zunge fließt, sobald es sich um NS-Verbrechen handelt, für die dann das deutsche Volk kollektiv verantwortlich gemacht wird.

Aufrechte Politiker der unmittelbaren Nachkriegszeit wußten über die verbrecherische US-Besatzungspolitik selbstverständlich Bescheid. Doch anders als „siegestrunkene“ Spitzenpolitiker von heute, dachten sie nicht daran, die eigenen Soldaten in Stich zu lassen. Den Politikerdarstellern dieser Tage aber interessiert das grausame Schicksal deutscher Wehrmachtssoldaten und deren fortwährende Verunglimpfung nicht die Bohne.

Wie aber sollte, wie Martin Heidegger es vielleicht gesagt hätte, dieses deutsche Volk je „Ermunterung durchwehen“, solange dessen politische Führung deutsches Leid zweitrangig erachtet und vor allem jede „Traurigkeit meiden will“?

Im Übrigen wurden diese sowie alle anderen Kriegsverbrechen der Alliierten und Siegermächte bis heute nicht angeklagt und verurteilt. Wird die deutsche Justiz einmal den Mut dazu aufbringen?
*Der amerikanische Militärgouverneur Clay, lehnte die Bitte, zwei große, für deutsche Zivilisten bestimmte Lebensmittellieferungen des Roten Kreuzes zuzulassen, mit den Worten ab: „Sollen die Deutschen doch leiden.“ (FAZ-Feuilleton, 28.11.95)                   **Und natürlich auch die sowjetische Gewaltherrschaft, für die, auch „Befreiung“ genannte, man nach Meinung eines betagten Kolumnisten der „Kronenzeitung“ noch dankbar sein sollte. Der Mann ist wahrlich nicht mehr ganz bei Trost.
*** James Bacque: Der geplante Tod – Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-1946, Erweiterte Ausgabe, Ullstein,1995
****Der Spiegel, 40/90, Lange Nacht der Lügen
*****James Bacque, Der geplante Tod, 1995, Seite 123

Zum Thema

Rheinwiesenlager  1                                                                                                                https://youtu.be/y-rlqiEB4oY                                                                                                Rheinwiesenlager  2                                                                                                            https://youtu.be/TWHylyvZSr8
Und noch immer auf dem Kriegspfad                                                                             http://www.kla.tv/index.php?a=showportal&keyword=unzensiert&id=4221&autopl

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11 Antworten zu „Ein Jammer, daß wir nicht mehr umgebracht haben“. Ein vergessenes Menschheitsverbrechen.

  1. Bernie schreibt:

    Den Fans und Lakaien unserer Befreier ins Stammbuch: All das geschah im Sinne der Unterwerfung. In der US-Anweisung ICG 1067 vom April 1945 heißt es: “Deutschland wird nicht mit dem Ziel der Befreiung besetzt, sondern als eine besiegte feindliche Nation zur Durchsetzung alliierter Interessen.” Ähnlich Churchill gegenüber einem Vertreter des deutschen Widerstandes: „Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des Deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen eines Adolf Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt.“

  2. Waffenstudent schreibt:

    DIE REICHSERNÄHRUNGSLAGE 1945

    Zur Erinnerung: Das Deutsche Reich war auch ernährungsmäßig darauf eingestellt, daß der Krieg bis 1947 fortgeführt werden konnte. 1945 hatte man eine der ergiebigsten Kartoffelernten im Reich. In jedem deutschen Keller lagerten hunderte von vollen Einmachgläsern. Über die Hälfte der Haushalte unterstützte die eigene Lebensmittelversorgung mit Garten und Kleintierhaltung. Es gab auch viele Metzger in der Trizone, in deren Keller noch 1955 Tonnen von Schweinetalg vergammelte. Das hatte man bis 1945 einfach nicht ausgegeben, weil man hoffte, daß es im Frieden mit Gold aufgewogen würde. Der Krieg ging aber verloren und die Alliierten wollten den Dreck auch nicht. Ich habe selbst miterlebt, wie das Zeug dann später zur Kerzenherstellung verwendet wurde. Gut, der katholische Pfaffe war mit seiner Scheinheiligkeit dabei; denn auch der wußte von der Unterschlagung im Kriege. Als Gegenleistung durfte er sich damals wahlweise entweder von den Lehrlingen oder den Lehrmädchen seinen Klingelbeutel wichsen lassen. Wenn das nicht gewünscht wurde, regelte die Meisterin die Angelegenheit. Dazu verließen nach der Kapitulation etwa 5 Millionen Fremdarbeiter und Hiwis per Zwang unser Land, für die man Essensrationen bis 1947 vorrätig lagerte. Natürlich fehlten diese Personen vor allem in der Landwirtschaft. Ach ja, das Fischen in Nord- und Ostsee wurde den Deutschen im Juni 1945 ebenso verboten wie vieles andere auch. Zum Beispiel durften wir Deutsche unsere eigenen Lagerbestände an Medikamenten und Stärkungsmitteln nicht an bedürftige Deutsche ausliefern. Aus dem Ausland kamen ständig per internationalem roten Kreuz Lebensmittel aus aller Herren Länder. Diese Gaben wurden einfach auf alliierten Befehl hin verbrannt. Die Ernährung aller Deutschen wäre also auch nach der Kapitulation durchaus gesichert gewesen, sofern man die Gefangenen einfach nach Hause entlassen hätte. Der Kaufmanplan hatte aber ganz andere Ziele: In Dänemark hat man 30.000 deutsche Flüchtlingskinder in Krankenhäusern gezielt verrecken lassen. Und was in Dänemark mit den deutschen Kindern geschah, das geschah ebenso mit deutschen Kriegsgefangenen in ihrer Heimat. In der französischen Zone erhielt anno 1947 jeder noch überlebende erwachsene Alemanne für sein Tagwerk nur 470 Kalorien. Die Männer der Waffen-SS bekamen so gut wie überhaupt nichts. Als Entschädigung durften sie den Schweinen zuschauen, wie die sich an Unmengen von Kartoffeln und Rüben labten. Wer sich von der SS allerdings freiwillig zur Fremdenlegion meldete, der durfte auch zu den Schweinen. Lasset Euch nicht völlig verarschen!

  3. Waffenstudent schreibt:

    Deutsche Kriegskinder sind nur lästige Blagen – Beitrag Zum 8. Mai

    PROLOG:

    Heute traf ich nochmal mein Kinderverwarmädchen. Dabei erklärte es mir ausführlich wie seine Augenfehlstellung zustande kam. Dieses Schielen stellte bereits im Vorschulalter sich spontan ein, als es 1945 aus sicherer Nähe den ersten Bombenangriff im Siegerland erlebte. Und es, die inzwischen fast achtzigjährige Frau, betonte, daß sich ihre Lebenseinstellung seit dem Tag des Terrorangriffes nie mehr richtig aufgehellt habe. Danach war das Massensterben für sie fast immer allgegenwärtig.

    LUISE BERICHTET:

    Hallo NN,

    Du hast ja echt einiges hinter Dir, was Deine Eltern betrifft. Da bin ich echt froh, dass es bei uns „stinknormal“ zuging: Mama, Papa, Geschwister, alle waren da, alsich als Jüngste auf die Welt kam, und alles war so, wie es aussah. Allerdings hätte es die Familie fast nicht gegeben, da mein Vater 1945 im März Dank des GröFaZals Kanonenfutter am Plattensee um ein Haar umgekommen wäre. Ihm musste das rechte Bein oberhalb des Knies wg. einer schweren Entzündung amputiert werden, da es zu der Zeit keine Medikamente und kein gar nichts mehr gab. Er lag u.a. in Österreich im Lazarett und erlebte dort Quasi-Folter, da in den Krankensälen mit Schwerverletzten den ganzen Tag volles Rohr Marschmusik abgespielt wurde. Und die Österreicher, die vorher gerne sagten „Mir saan auch Deutsche“ wollten nachher nichts mehr mit uns zu tun haben. Mein Vater hat sich sein Leben lang geweigert, noch einmal nach Österreich zu fahren.

    Mein Vater verstarb leider bereits im März 2005. Aber danke für Deine Grüße, die wüsste er sicher zu schätzen. Er war bis zum Schluss nicht dement, aber körperlich einfach fertig mit der Welt. Als er damals amputiert aus dem Krieg nach Hause kam musste er den Klemptner-/Elektrobetrieb des Vaters übernehmen, da der ältere Bruder und der Vater im Krieg gefallen waren. Eigentlich wäre er lieber Steuerberater oder ähnliches geworden, aber danach fragte keiner. Wie man mit einer damaligen (!) Beinprothese eine Leiter hochklettern kann, das war mir immer ein Rätsel. Einmal ist er wirklich tief gefallen, aber am nächsten Tag stand er wieder in der Werkstatt, da mehrere Parteien (auch die der Gesellen und Lehrlinge) daran hingen.

    DEUTSCHES KINDHEITSTRAUMA – VON MIR ÜBERARBEITETER DIALOG AUS LUPO CATTIVO:

    Markiko sagte

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber meine Eltern haben ihren Mund ja auch nie aufgemacht und sie waren als junge Menschen dabei. Mein Vater stand mit 17 vor Hitler bevor er nach Russland geschickt wurde und meine Mutter war wohl (ich weiss es nicht ganz genau in der Kinderlandverschickung), das war bevor die beiden sich kennenlernten. Leider weiss man nix Genaues, ja und leider ist keiner mehr da den man fragen könnte. Beide schon längst nicht mehr auf dieser Welt (aber hoffentlich da wo sie sich nicht mehr so schinden müssen). Jetzt ist mir gerade eingefallen, wo wir schon mal beim Thema sind:

    Mein Vater ist April 1925 geboren, März 1980 verstorben, also knapp 55 Jahre alt. Nach der Beerdigung hab ich meine Mutter auf einen geplanten Urlaub mitgenommen. Dort, als sie etwas zur Ruhe kam erzählte sie mir folgendes: Mein Vater, sein Name war Werner, stand mit (nun gut ich weiss es nicht genau ob er 16 oder) 17 Jahre alt war in Berlin auf irgendeinem Platz in der Stadt. Parade, Hitler ist mit seiner Entourage im Anmarsch, die Jungs stehen Spalier, der Führer begrüsst jeden persönlich und fragt nach der Familie, Werner wurde vom Führer befragt “Na Junge, haste denn auch Geschwister?). “Ja Führer noch vier Brüder.” “Na dann machs mal gut Junge und komm heil wieder nach Haus”.

    Soweit war es wohl mehr oder weniger original abgelaufen. Viel später, als Hitler verteufelt wurde, mein Vater aus Russland nach endlosen Jahren zurück war, schwer verwundet, ein Auge verloren, seinen besten Freund verloren hatte und sicher noch vieles mehr was ich nicht weiss und wohl auch nie mehr in Erfahrung bringen werde, erzählte mir meine Mutter eben kurz nach seiner Beerdigung, dass er viel später danach, also nach der Begegnung mit Hitler gesagt hatte: “Ja, aber warum hat mir das denn keiner gesagt, ich hätte ihn doch abknallen können, ich hatte doch eine Waffe im Halfter, er stand doch direkt vor mir.”

    Nur eine Episode, eigentlich die einzige die ich kenne von meinem Vater. Frage an mich: Was soll ich nach den neuesten Erkenntnissen und dem neuesten Wissen davon halten? Ich denke mal, gut dass er damals nicht so gedacht hat wie nach dem Krieg gedacht wurde, sonst hätte er garantiert das Falsche getan.

    Ich bin ja dann später geboren und musste als kleines Mädel seine Traumata aushalten, aber er war schon ein armer Kerl, den Rest seines Lebens Alkoholiker, die Kinder geschlagen (wir sind 5, die anderen haben alles abgekriegt, ich weniger die Schläge, aber seine Weinkrämpfe und seelischen Erschütterungen. Ist schon schlimm als kleines Mädchen oder Jugendliche seine Ausraster mitzukriegen). Aber iich beschwere mich nicht, er war einfach ein armer Kerl und ist viel zu früh dann an Krebs verstorben. Ich bin heute schon älter als er damals war. Damit solls auch gut sein.

    Er hat zwar gaanz viel gequalmt, den ersten Tumor fand man hinterm Ohr, der wurde rausoperiert, danach halbseitig gelähmt. Danach Tumor hinter dem anderen Ohr und dann hiess es, operieren geht nicht mehr, weil wäre komplett gelähmt gewesen und es hätte nichts mehr gebracht. Mein Vater war ein grosser stattlicher Mann, hat sein Leben lang schwer malocht. Was ich lange nicht wusste: er musste mit seinen Eltern und Brüdern aus Pommern flüchten, von der Ostsee, der Ort hiess Palzwitz, mit Pferd und Wagen, Bauernhof verlasssen und immer gen Westen zu Fuss laufen bis nach NRW. Zum Schluss war er austherapiert, konnte nach Hause gehen, meiner Mutter hatte man eine Ampulle Morphium in die Hand gedrückt, sie musste dann sehen wie, wann und wieviel sie ihm gestattet zu verabreichen. Letztendlich war er nur noch ein klapperiges Gerippe und ist elendig verreckt, kurz vor seinem 55. Geburtstag. Ich hab ihn noch mal gesehen, als er im Sarg lag – er sah aus wie mindestens 100 Jahre alt. Jetzt muss ich fast schon wieder weinen, ein trauriges Leben. Am 29.3. ist er schon 33 Jahre nicht mehr unter uns.

    Auf der Flucht hat sein jüngster Bruder Selbstmord begangen. Das hab ich erst vor 2 Jahren erfahren. Der Bruder, den ich nicht kannte, natürlich nicht, hiess Fritz. Ab dann wollte mein Vater immer Fritz genannt werden von Freunden und Bekannten. Erst vor kurzem habe ich also verstanden warum und woher immer dieser Fritz kam.

    MEINE ANTWORT:

    @ Markiko

    Beim Lesen Deiner Zeilen war sie wieder da, unsere chaotische Nachkriegskindheit. Wer die nicht verinnerlicht hat, der kann die Generation der 1920-iger deutschen Eltern überhaupt nicht verstehen. Meine jüngeren Verwandten jedenfalls, die wissen nur eines, und das wissen sie täglich um so besser, nämlich daß der alte Vater ein Unmensch ist.

    Spontan erinnere ich an die Vereinsvermögen, welche bei der Gleichschaltung der Vereine mit der HJ vor den Nazis in Sicherheit gebracht wurde. Bei uns hatte der CVJM ein wunderbares Vereinsgelände, das ein frommer Christ seiner evangelischen Kirche für einen Gotteslohn abkaufte, um es nach dem Ende der NS-Zeit brav an den CVJM zurück zu übertragen. Leider konnte sich der religiöse Eiferer aus der Vorkriegszeit nach 1945 überhaupt nicht mehr an diese Abmachung erinnern. Daher wartete er, bis aus dem großen Gelände Bauland wurde und mutierte dann zu den neuen Kriegsgewinnlern. Mein eigener Turnverein verlor so den Jahnplatz, eine Wettkampfstätte vom Allerfeinsten. Und fast überall ging auf solch schäbige Weise das ehemalige genossenschaftliche Vereinsvermögen in die Hände von modernen Finanzoptimierern über.

    Ebenso läßt mich die Erinnerung an das massenhafte Rückgratbrechen unserer väterlichen Vorbilder aus der Kriegszeit nicht los. Da mußten aufrechte Männer je nach ehemaliger Glaubenszugehörigkeit sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche sonntags öffentlich vor der versammelten sogenannten Kirchengemeinde erscheinen und vom Nationalsozialismus abschwören, bevor sie erneut ihre angestammte Arbeitsstelle aus der Vorkriegszeit antreten durften. Widerstanden oder seelisch verkraftet haben das nur wenige. Gut, die Post-45-er-Polizei achtete damals streng auf Einhaltung der neuen Besatzungsregeln. Schließlich saß die Mehrheit dieser Besatzungsknechte bis zum Einrücken der Alliierten selbst im Gefängnis, weil sie offiziell von der deutschen Justiz dazu verurteilt worden war. Als aber die feindlichen Truppen auch die Gefängnisse einnahmen, sperrten diese einfach die davor entwaffnet wartenden rechtmäßigen Polizisten ein und ernannten die entlassenen Kriminellen zur neuen Ordnungsmacht.

    Dann waren da die Selbstmorde. Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, in welcher Häufigkeit die begangen wurden. In unserem Nachbarhaus hing sich um 1950 ein Vater mit seinen beiden kleinen Töchtern auf. Der Gymnasiallehrer für Geschichte beendete sein Leben mit Zyankali. An der abgelegenen Flußaue fand man bis Mitte der Fünfziger regelmäßig erhängte Männer. Ein Verwandter, 14/18 hochdekoriert wählte 51 den Freitod im Stauwehr. Dann gab es die vielen, welche den berühmten Gashahn aufdrehten. Bei diesen und vielen sogenannten Arbeitsunfällen wurde der eigentliche Selbstmord gerne verschleiert. Ich kann mich nochlebhaft daran erinnern, daß meine Mutter sich zusammen mit mir von einer Staumauer stürzen wollte.

    Melde, ach ja, die wuchs bei uns auch im Garten, und man machte daraus ein Gemüse, welches dem Spinat ähnelte. Ich kriegte das Zeug aber nie runter, weil ich alsKleinkind gezwungenermaßen einem Gespräch unter entlassenen deutschen Kriegsgefangenen zuhören mußte. Und dabei berichtete einer, daß in ihrem Gefangenenlager Berge von Melde lagerten, auf denen man tagelang die erschossenen und gehängten sogenannten deutschen Kriegsverbrecher zwischenlagerte. Die Gefangenen wurden möglichst oft an dieser Konstellation vorbei geführt, vor allem dann, wenn sie zur Essensausgabe mußten. Und zu essen gab es täglich nur gekochte Melde. Diese Erzählung ging mir nie aus dem Kopf. Erst sechzig Jahre später erfuhr ich, daß es sich hierbei nicht um das Erlebnis eines einzelnen deutschen Landsers handelte, Es gibt sogar ein Buch, indem von der besagten Melde die rede ist. Das Ereignis trug sich zu im Kriegsgefangenenlager „Auf den Rheinwiesen“ Und das Buch heißt: „Mensch auf den Acker gesät’

    Zum täglichen Mangel kamen die Kriegsschäden, die es zu beseitigen galt. Ich erinnere mich noch an Hundertschaften von deutschen Männern, die ehemalige Kampfgebiete mit dem Spaten umgraben mußten, um nach Menschenresten und Munitionsresten zu suchen. Die halbverwesten Menschenteile kamen auf einen Haufen und das gefundene Metall auf einen anderen Haufen. Hieronymus Bosch hätte hier allerbeste Motive vorgefunden. Trotz derartiger frühen Kindheitserfahrungen kam ich von einem Besuch im zertrümmerten Köln völlig verstört zurück.

    Der 1888 geborene Großvater kämpfte 14/18 und 39/45 im Westen wie im Osten. Als SA-Mann gelang es ihm, zunächst seine Gefangennahme zu verhindern. Er schaffte es, sich bis in die französische Zone durchzuschlagen. Als seine buckelige Verwandtschaft davon hörte, sorgte der mit ihm verwandte Pastor dafür, daß man ihm in Dietz an der Lahn seinen preußischen Ungeist aus dem Balg prügelte. Seine Abwesenheit nutze seine Scheinheiligkeit aus der nahen Klosterkirche dann dazu, allen im Dorf zu erzählen, daß der Heimkehrer in Polen die allergrößten Verbrechen begangen habe. Seine im Sterben liegende Schwiegermutter knickte ein und vermachte dem Kloster nach langem Abwerkampf die besten Ackerflächen. Daraufhin mutierten Ehefrau und Kinder zum Vaterhasser aber vor allem zum Deutschlandhasser. Als der Herr mit gebrochenem Rückgrat in Dietz entlassen wurde, empfing ihn seine Familie wie eine Partisanenbande. Er hatte praktisch hinfort nichts mehr zu sagen. Und wenn er doch mal seinen Willen durchsetzen wollte, dann drohte sein eigenes Fleisch und Blut damit, ihn beim Franzmann für die angeblichen Untaten in Polen anzuzeigen, von denen der Pfaffe zuvor großmäulig phantasiert hatte. Natürlich durfte er nicht in seinen Beruf an der Post zurück, wo er bis zur Kapitulation eine leitende Funktion bekleidet hatte. Jetzt sollte er die Trümmern der zerstörten Bahn beseitigen. Ich weiß, daß er mehrmals den Anlauf machte einige Widersacher ins Grab zu befördern. Die dazu passenden Mordinstrumente hat er mir mehrfach gezeigt. Aber irgendwann war ihm alles gleichgültig.

    Als 1950 die ersten Flüchtlinge aus dem Osten kamen und ich mich mit deren meist völlig verstörten Kindern anfreundete, drohte auch ich seelisch zu vergehen. Bis dahin hatten wir nur Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen. Die gab es wirklich, auch wenn das heute niemand mehr wahrhaben will. Wenn ich abends einschlief, hatte ich immer das Gefühl, daß ich zusammen mit den Ostflüchtlingskinder im Fegefeuer auf den Teufel warten würde. Damals habe ich beschlossen einfach schon mal zu sterben. Auf jeden Fall wollte ich mich vor der Unsicherheit befreien und klar Stellung beziehen: Das heißt ich wechselte innerlich auf die Seite der Besiegten, um dort meinen klitzekleinen kindlichen Abwehrkampf zu beginnen. Ich erklärte mich einfach selbst für zum Tode verurteilt und hatte seit dem auch keine Angst mehr vor dem Sterben. Gut, dem Tod begegnete man damals im Alltag fast täglich. Auch im Kino wurden minutenlang Erschießungen und Erhängungen von Deutschen durch die Alliierten gezeigt. Dorthin schleppten die Erwachsenen damals Kleinkinder, nichtsahnend welche Schäden solch ein Kinobesuch verursachen würde. Ganz selbstverständlich wurde im Alltag hauptsächlich und andauernd von unterschiedlichen kriegerischen Grausamkeiten gesprochen, so daß mich eigentlich kaum noch etwas erschüttern konnte als Klassenkameraden Weinkrämpfe bekamen, wenn sie von den Schrecken des Krieges hörten

    Aber heute, werte Marikiko, ist das alles gar nicht mehr wahr. Es interessiert sich auch niemand für Deine und meine Geschichte, und die wenigen, die mich verstehen wollen, die glauben mir nicht. Selbst die jüngeren Geschwister halten mich für einen Phantasten und den Vater und Opa für Unmenschen. Wie gut, daß ich eigentlich schon lange tot bin!

  4. C.Pichlo schreibt:

    Wenn Sie in Ihrem sonst hervorragenden Beitrag über den Völkermord an deutschen Kriegsgefangenen durch die Alliierten nach dem Kriege es nicht lassen können von „NS-Gewaltherrschaft“ zu fabulieren, ganz im Sinne der Umerziehung durch unsere Todfeinde und deren Gräulpropaganda, dann möchte ich in Zukunft Ihre Hinweise auf Ihre Heimatseite nicht mehr bekommen. Ich habe keine Lust mir ständig überlegen zu müssen warum Sie solche Diffamierungen begehen; aus Unwissen, aus Opportunismus, aus Dummheit oder aus kalter Berechnung – nach dem Motto: wenn schon ein Verbrechen nach dem anderen der Feinde unseres Volkes an uns auffliegt, wie z.B. die Rheinwiesenlager, dann muss die letzte Bastion, die Lüge vom „NS-Gewaltstaat“ , wenigstens so lange wie möglich aufrechterhalten werden. Solche Überlegungen möchte ich mir nicht ständig beim Lesen Ihrer Beiträge machen müssen und verzichte dann lieber ganz darauf.

    • Waffenstudent schreibt:

      GEWALTHERRSCHAFT ANNO 1939

      1. Britanien, Kolonialmacht
      2, Frankreich, Kolonialmacht
      3. Italien, Kolonialmacht
      4. Spanien, Kolonialmacht
      5.Portugal. Kolonialmacht
      6.Belgien, Kolonialmacht
      7.Holland, Kolonialmacht
      8. Rußland, Kolonialmacht
      9. Polen, Kolonialmacht
      10.Yugosliwien, Kolonialmacht
      11.Volkerbund, Kolonialmacht
      12. Vatikan, Kolonialmacht
      13.USA, Kolonialmacht

      Ist das nicht merkwürdig, daß Deutschland keine Kolonien besaß und Sklaverei verbot? Und daß Deutschland über keine Fremden Völker herrschte und auch keine Polen massakrierte? Deutschland stellte auch keine Gebietsansprüche und hatte auch keine Auslandsschulden. Trotzdem reden die, welche bis 1939 andere Volker vergewaltigten von einer Deutschen Gewaltherrschaft!

      ES BEGANN OFFIZIELL 1848 – MIT DEM PANSLAWISMUSKONGRESS

      Quelle: https://einedeutscheweise.wordpress.com/tag/panslawismus/

      Unser Pommernland war in fremder Hand. Wer denkt heute schon daran, dass die Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung schon 1848 auf dem Panslawistischen Kongress in Prag für die nächsten 100 Jahre als Zielvorstellung propagiert wurde? Pommern war „befreit“ – von den Deutschen – oder das „Wiedergewonnene Westgebiet“, wie die Polen behaupten. Diese Propagandalügen wurden nicht nur von den Kommunisten, Nationalisten, sondern gerade auch von der katholischen Staatskirche Polens verbreitet. So wird der untaugliche Versuch unternommen, das Jahrhundertverbrechen der Vertreibung – ein Nachkriegsverbrechen – und den größten Landraub unserer Geschichte zu bemänteln, ja zu rechtfertigen.
      Den vertriebenen Pommern blieb nur die Erinnerung und die Sehnsucht nach der alten Heimat – und ein harter Existenzkampf in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in einem demontierten, geteilten, besetzten und zerbrochenen Deutschland.

      Dieser Beitrag wurde geschrieben, um den leider üblichen Verfälschungen und Verharmlosungen des Vertreibungsgeschehens als „Wanderung“, „Bevölkerungstausch“, „Bevölkerungstransfer“ oder „Umsiedlung“ die erlebte Wirklichkeit entgegenzustellen. Gleichzeitig soll die junge Generation damit an den Leidensweg ihrer pommerschen, sowie ihrer ost- und sudetendeutschen Vorfahren erinnert werden.

  5. Peter L. schreibt:

    Bitte was soll dieser antiamerikanische Ausfluss an angeblichen Gräueltaten der US Armee nach 1945?
    Es gab vielleicht vereinzelt solche, aber die gerade jetzt veranstalteten weltweiten Gedenkfeiern stehen unter einem anderen grauenhaften Thema.
    Die Amerikaner als Rächer an den Soldaten der deutschen Wehrmacht?
    Mein Vater berichtete mir Gegenteiliges.

  6. Marlene schreibt:

    Danke, daß Sie hier diese Zustände thematisieren – nun, ich kannte das eine oder andere aus den Erzählungen der Großeltern, ansatzweise.
    Im Geschichtsunterricht werden diese Fakten leider völlig ausgeblendet (habe mich heute mit einer netten flüchtigen Bekanntern unterhalten, die, sonst recht intelligent, viele der Medienlügen offenbar glaubt – habe ihr dann so Einiges erzählt, was unsere Politiker (möchte hier keine anderslautenden Bezeichnungen für diese Leute verwenden😉 so im Schilde führen, alles belegbar und sie soll sich mal HIntergrundberichte ansehen, damit sie mitbekommt was uns
    vorgegaukelt wird.

    • Waffenstudent schreibt:

      Quelle: http://www.kaaden-duppau.de/4.%20maerz.htm

      Am Anfang der neu geschaffenen ersten Tschechoslowakei stehen die 26 toten Märzgefallenen von Kaaden; 23 sind im Ehrengrab beigesetzt. 20 Deutsche wurden am 8. März, 3 weitere, die den Verletzung noch erlegen sind, einige Tage später. Drei Tote wurden in ihre Heimatorte überführt.

      Der 1918 neu gegründete Staat der Tschechen und Slowaken beginnt seine Geschichte mit 58 Ermordeten, 28 davon sterben in Kaaden. Am 23. Dezember 1918 wurde Kaaden von tschechischem Militär besetzt, Die Soldaten gehörten dem 74. Infanterie- Regiment an, das während des Ersten Weltkrieges zeitweise in der Kaadner Garnison stationiert war. Zwischen der deutschen Bevölkerung und den tschechischen Soldaten hatte nie ein gespanntes Verhältnis bestanden. Im Gegenteil ! Als Einheiten des Regimentes in den Krieg zogen, wurden ihnen von von den Deutschen zum Abschied Blumen und Liebesgaben geschenkt. Dieselben Soldaten haben am 4. März 1919 mit Maschinengewehren in die am Ring versammelte Menschenmenge geschossen.

      In der „Kaadner Zeitung“ vom 8. und 12. März 1919- ein Exemplar wird im Heimatmuseum Weißenburg, der Patenstadt, aufbewahrt- wird das Geschehen wie folgt geschildert:

      http://www.kaaden-duppau.de/4.%20maerz.htm

  7. H.Wohlmeyer schreibt:

    Die Franzosen waren noch extremer … aber alle gleich scheinheilig…
    Nachstehend ein in Die Furche veröffentlichter Leserbrief zur ‚permanenten Schuld‘:

    Heinz Fischer Ein Mahner Österreichs oder ein Beschuldiger?

    In der Furche vom 30. April 2015 wurde auf der Zweiten Seite unter der Kolumne der Herr Bundespräsident dafür gelobt, dass er die Mitverantwortung Österreichs am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust angesprochen hat.
    Ich habe mit diese Selbstbezichtigung Österreichs durch unseren Bundespräsidenten beim Staatsakt zu 70 Jahre Zweite Republik mit Bestürzung gelesen.
    Leopold Figl hat die Mitschuldklausel am Tag vor der Unterzeichnung (am 14. 5. 1955) aus dem bereits paraphierten Staatsvertrag heraus-reklamiert.
    Er sagte zu Molotow blickend: ‚Ich kann diese Schuldpassage nicht unterschreiben.‘ und fügte hinzu: ‚Wissen Sie, wann ich das erste Mal Ihre Stimme gehört habe? Es war am Appellplatz zu Dachau. Damals wurde uns der Molotow-Ribbentrop-Pakt (Hitler-Stalin-Pakt) verkündet. Sie können wohl verstehen, dass ich das nicht kann.‘
    Molotow stimmte der Streichung zu, und nun wärmt unser Bundespräsident die Behauptung der ‚Mitschuld‘ wieder auf.
    Präsident Fischer hat offenbar die Not der Zwischenkriegszeit nicht erlebt und in seiner Familie nicht mitbekommen. Die brutale Austerity-Politik der Siegermächte und vor allem der US-Hochfinanz hat zu unerträglicher Arbeitslosigkeit und Verarmung geführt. Deshalb sind die hungernden Arbeiter und die verarmten Bauern Hitler als ‚Erlöser‘ nachgelaufen. Dass dieser vor hatte, sein Programm durch Raub zu finanzieren, und sie in den Tod geführt hat, konnten die einfachen Mitbürger anfangs nicht erkennen. Auch haben uns die ‚Westmächte‘ in den entscheidenden Stunden vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Stich gelassen, und außer Mexiko hat niemand gegen die Okkupation protestiert. Die de facto Schutzmacht Italien war ausgefallen, weil Hitler Mussolini neben anderen Zugeständnissen die Räumung Südtirols versprochen hatte.
    Mein Vater starb – Gott sei Dank – vor dem Abtransport ins KZ, und mein Firmpate war Gewissensdeserteur, der überlebt hat. Wir haben jüdisches Eigentum versteckt und Menschen zur Flucht verholfen. Ich wehre mich daher gegen die kollektive Mitschuld.
    Auch der Gründer der Furche, den ich persönlich gekannt habe, hätte nie eine Mitschuld der geknuteten und verführten Bürger und Bürgerinnen anerkannt.
    Der Herr Bundespräsident sollte sich bei allen Widerständlern und auch bei den verführten entschuldigen, die er gemeinsam mit dem Deutschen Bundpräsidenten angepatzt, und damit uns allen geschadet hat.

    Dr. Heinrich Wohlmeyer

    • Waffenstudent schreibt:

      DER 08. MAI EINE NATURKONSTANTE DER UNIPOLOREN WELT

      Leider geht uns immer mehr die Gründlichkeit, welche einst Deutsche Wissenschaftler auszeichnete, verloren. Selbst unsere Universitäten beklagen vermehrt den geringen Eigenanspruch der Doktoranden. Gut, neben dem Einstein-Müll wird zukünftig auch der 8.-Mai-Müll zur Naturkonstanten in einer unipolaren Welt!

      Natürlich ist mir völlig gleichgültig wie andere den 8. Mai 45 bewerten! Angesichts der Tatsache, daß selbst blutrote Sozialdemokraten das Diktat von Versailles als Schande für Deutschland bezeichneten, kann man schon tolerieren, daß andere, der deutschen Tradition folgend, in den Nachkriegszeremonien zur Kapitalation den 8. Mai 1945 als Tag der “Deutschen Schande” bezeichnen. Was das Brimborium zum künftigen Tag der Befreiung angeht, muß der Herr Ex-Pastor Gauck sich mittlerweile zwischen der Moskauer und Londoner Befreiungsversion entscheiden. Ach ja, da gibt es noch die mit britischer Genehmigung in Lienz dahingemetzelten Krimtataren, die Balten und Ukrainer, die Hiwis und Fremdarbeiter, welche die Amis in einkassierten und dann ohne jede Not der tödlichen Rache der „Roten Armee“ überstellten sowie die Finnen und Kroaten. Etwa 26.000 Franzosen sind an der Ostfront als Kriegsfreiwillige gefallen. Wurden die auch alle befreit? Ich weiß nicht!

  8. Waffenstudent schreibt:

    Die ethnische Säuberung nach 1945, welche Millionen Deutsche das Leben kostete – pdf

    http://julius-hensel.com/wp-content/uploads/2015/06/Ethnische-S%C3%A4uberung-Deutschland.pdf

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