1945 – Sie kamen als Sieger nicht als Befreier

1945 – Ils venaient comme vainqueur non comme liberateur
1945 – They came as a winner not as a liberator

Der Sieger schreibt die Geschichte. Immer noch. Einem anscheinend erforderlichen Hollywood-Unterhaltungswert Rechnung tragend, dieselbe angereichert mit Lügen und Halbwahrheiten. Doch so unbeschwert von Skrupeln diese eine Sicht locker daherkommt, so unerbittlich erscheint sie vor Gericht. Ist doch Zeitgeschichte seit 1945 ein strafrechtlich gut behütetes semantisches Minenfeld. Meinungsfreiheit ist…?

Wer, etwa unter Berufung auf diese, leichtsinnigerweise sein deutsches Herz öffentlich ausschüttet, riskiert mehr als nur ein blaues Auge. So atmen einige seit vielen Jahren gesiebte Luft für ihre, zugegeben, manchmal wenig intelligente Meinungsäußerung. Während zur selben Zeit Schwerkriminelle, mit oder ohne Fußfessel, nach relativ kurzer Haft in die Freiheit entlassen werden. Echter Rechtsstaat scheint auch in deutschen Landen ein absolutes „No-Go“.

Rechtsstaatliche und demokratische Defizite werden zusätzlich sichtbar gemacht, wo einer das Leid seines eigenen Volkes oder gar die massenhaften Kriegsverbrechen und unbeschreiblichen Schandtaten der Gegenseite thematisiert. Ein solcher ist gleich ein Nazi, im günstigsten Fall Gaga. Damit wird mit Absicht nicht nur jedes Bemühen um eine objektive und umfassende Geschichtsbetrachtung – zuweilen schon unter Sanktionsandrohung abgewürgt. Aus Angst vor berechtigten deutschen Ansprüchen?

So manches äußerst man heute am besten nur unter vier Augen. Wie jener zwar aufrechte, doch zu politisch korrekter Arbeit genötigte Zeitgeschichteforscher, der sich mir gegenüber vertraulich einmal so äußerte: „Ich weiß eh, daß auf diesem Gebiet viel gelogen und geflunkert wird“. Doch Lügen haben kurze Beine und werden irgendwann von der Wahrheit eingeholt. Was in Ansätzen, etwa die Schuldfrage hinsichtlich der beiden Weltkriege betreffend, ja schon geschieht. Gut möglich, daß auch die Reputation des einen oder anderen Geschichtenerzählers im großen Meer der Lügen einmal Schiffbruch erleidet.

Ganz aktuell stellt sich aber die Frage: Sind wir 1945 befreit worden? Gewiß, NS-Gegner und NS-Opfer mußten es als Befreiung empfinden. Das kann ich auch nachvollziehen, und ehrlich gesagt, auch ich wäre ungern in einem KZ gesessen. Ja gewiß, viele wurden tatsächlich befreit. Die Mehrheit aber, dazu auch mein frühzeitig NS-kritisch, aber gesamtdeutsch eingestellter Vater gehörte, dachte trotz aller Ernüchterung und erst recht angesichts alliierter Übergriffe und Exzesse bei Kriegsende nicht an Befreiung.

Die geschichtsbewußte Generation dieser Zeit war sich sehr wohl im Klaren, daß mit dem schändlichen Vertrag von Versailles von den gleichen Siegermächten der Grundstein für Hitlers Aufstieg und einen neuen Weltkrieg gelegt wurde. Da überrascht es auch nicht, daß die den Ausbruch des Krieges herbeisehnenden Gegner des Reichs von Anfang an keine Sekunde daran dachten, jemand befreien zu wollen. Auch keine KZ-Insassen.

Vor allem US-Amerikaner brachten besonders während des Krieges unverhohlen zum Ausdruck, daß sie diesen Krieg führten, um Deutschland, also auch Österreich, zu besetzen (und das deutsche Volk umzuerziehen). Jahrzehnte später hielt selbst Präsident Obama bei seinem Besuch im deutschen Ramstein mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, als er seinen Soldaten eingebläut haben soll: „Deutschland ist ein besetztes Land…“. Eine Bestätigung für diese Aussage kam unter anderem von Wolfgang Schäuble, der im Nov. 2011 sagte: “ Und wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen“.

Ja, was sollte es denn anderes sein, wenn deutsche (wahrscheinlich auch österreichische) Geheimdienste heute noch für US-amerikanische Aufträge auszuführen haben, deutsche Kanzler zur Akkreditierung in Washington erscheinen müssen und in bestimmten Medien nicht allzu Kritisches über die USA berichtet werden darf? Da können Freiheit und Wahrheit nur auf der Strecke bleiben.

Ein gewißes Negieren von Fakten und Herumdrücken um Wesentliches ist leider eine sehr neudeutsche Spezialität, die sich unübersehbar auf dem Feld der Zeitgeschichte Österreichs bemerkbar macht. Je nach Interessenlage wird eine für das herrschende System lästige Frage einmal dahin, dann wieder dorthin geschoben, aber nie dahin wo sie hingehört.

Als nicht unwesentlich erweist sich dabei, wer eine Frage stellt oder einen Sachverhalt nennt. Oder wenn jemand von außen, gar ein „Piefke“, den Zeigefinger auch nur spaßhalber auf den wunden Punkt legt. Als der Komiker Dieter Hallervorden anläßlich einer Preisverleihung in Wien meinte, nun hole er den Preis „Heim ins Reich“, da fühlte sich das Lager der Superösterreicher erwartungsgemäß ganz schön auf den Schlips getreten.

Aber so wie der Sager Hallervordens einer unnötigen Fleißaufgabe glich, war die Aufregung darüber völlig überflüssig. Ob die versammelte „Society“-Schickeria danach in den Keller ging um doch noch zu lachen, ist nicht bekannt. Bekannt sollte ihr aber schon sein, daß Österreich völkerrechtlich noch immer Teil des Reichs und, wie von mir schon einmal erwähnt, alle zwischen 1938 und 1945 geborenen Österreicher daher weiterhin deutsche Reichsbürger sind.

Gewiß ein Schock für viele. Und für Geschichtsignoranten mit Sicherheit eine sehr merkwürdige Sache. Aber wie man in diesen Kreisen damit umgeht, ist dann doch irgendwie wieder typisch für diese wienerische „Halbheit“. Doch können dieselben immerhin von Glück reden, nicht Bürger jenes Besatzungskonstrukts zu sein, dessen Spitzenrepräsentanten regelmäßig gegenüber den Siegermächten eine Suada an Treuebekundungen abliefern.

Denn diese Betroffenheitsmimen werden sich am 8. Mai mit Asche auf dem Haupt  wieder bemühen, in der ersten Reihe mit ihren Beschützern stehen zu dürfen. Herr Gauck und Frau Merkel könnten in dieser Hinsicht den vom herrschenden „Mainstream“ gelobten Flagellanten Weizsäcker sogar noch übertreffen. Schule macht es bis heute nirgendwo. Aber als Anstoß zu einem deutschen Gedenktag der Selbsterniedrigung schiene mir dieses Buckeln längst geeignet.

Anders die ehemaligen Alliierten und ihre fünften Kolonnen: Sie werden sich auch in Zukunft nicht an diesen Sühnedeutschen orientieren. Jahr für Jahr gebetsmühlenartig die eigenen Mordtaten beim Namen zu nennen, sich selbst anzuklagen und immerwährende Reue zu bekennen, ist deren Sache nicht. Jedenfalls nicht auf Zuruf. Wiewohl einige unter ihnen den Verbrechen der Nationalsozialisten in mancher Hinsicht mehr als Ebenbürtiges entgegenzusetzen hätten.

Insgesamt kann sich die deutsche Tragödie durchaus sehen lassen. 15,8 Millionen deutsche Opfer, darunter brutal vergewaltigte Frauen, zu Tode geschundene oder verhungerte Kriegsgefangene und Vertreibungsopfer, unter Bomben begrabene Zivilisten, Hunger- und Erfrierungstote. Sie alle werden weiterhin als unvermeidbarer Kollateralschaden einer wahrlich mörderischen „Befreiung“ gesehen oder als direkt und indirekt Mitverantwortliche der NS-Verbrechen punziert werden.

Kein nationalsozialistisches Verbrechen rechtfertigt jedoch auch nur ein einziges alliiertes, wie verschiedentlich gemeint wird. Doch gerade eine solch einmalige, erbärmliche Gesinnung fand längst ihren entsprechend verstärkten Niederschlag in korrupten Gessler-Köpfen an Rhein und Donau. Was in manchen anderen Ländern, ja vereinzelt sogar schon in Israel, nur mehr mit Kopfschütteln registriert wird. Armes reiches Deutschland.

Nestbeschmutzung und unnötige Schuldkomplexe verhindern doch, daß Deutschen ehrlicher Respekt entgegengebracht wird. Sie ermuntern die andere Seite nur zu einem „Weiter so“. Und dieselbe Seite verhält sich ähnlich den vielen zugewanderten Bettlern dieser Tage. Sobald nämlich ein solcher großzügig bedacht wird, erdreistet er sich gar nicht selten, von dem edlen Spender noch viel mehr zu ergattern. Soll dies eine tragfähige Grundlage für ein gutes und friedliches Miteinander sein?

Ein solches baut sich inzwischen anderswo auf. Zwei Beispiele mögen uns darin bestärken: Da wird einerseits, anläßlich des Brünner Todesmarsches, der Obmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich vom Bürgermeister der Stadt Brünn/Brno zu einer gemeinsamen Gedenkfeier eingeladen. Was die Betonkopf-Nomenklatura in Prag, und nicht nur sie, ziemlich irritieren muß.

Und da reicht, andererseits, ein betagtes weibliches Opfer der NS-Politik einem angeklagten ehemaligen „Täter“ versöhnlich die Hand. „Ich habe den Nazis vergeben“, sagte sie in berührender Weise. Was eigentlich den eitlen und unversöhnlichen Herrn „Paolo Pinkel“ Friedman auf den Plan rufen müßte. Aber vielleicht hat es ihm die Rede verschlagen.

Ich aber sehe in diesen beiden Beispielen einen von Revanche- und Rachegelüste befreiten europäischen Geist wirken, der eine größere Verbreitung verdiente. Denn dort, wo auf gleicher Augenhöhe und in zivilisierter Weise vorbildliches Verhalten gezeigt und ebensolche Schritte gesetzt werden, darf Hoffnung keimen.

Im Übrigen bin ich der Überzeugung , daß die Lakaien der noch tonangebenden, aber im Abstieg begriffenen Supermacht und all die System-Profiteure in Staat und Gesellschaft, wie jene anderen anno dazumal, im Falle des Falles blitzschnell die Seiten wechseln würden.

Zum Thema
Alles Lügen                                                                                                                           https://youtu.be/3ptV0AxE_mo
Kriegsende                                                                                                                 https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ovL8auKyrEE#t=11
Österreichischer Staatsvertrag                                                                                                  https://youtu.be/jg5EN88gWuI
US-Kolonie BRD                                                                                                                    https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=jQSjIXdS1qk#t=495:

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26 Antworten zu 1945 – Sie kamen als Sieger nicht als Befreier

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Demnächst wird Richard Melischs Buch „Das perfide Albion“ herauskommen. In einem Vortrag wurde der Inhalt auszugsweise präsentiert, wobei einem angesichts der (gut belegten) Untaten Englands und seines geistigen Abkömmlings Amerika im Lauf der Geschichte fast übel werden konnte. Dies vor allem deshalb, weil diese Dinge im Geschichtsbewußtsein viel zu wenig verankert sind und man im Geschichtsunterricht und in den Medien den Fokus stets auf die gleiche Stelle richtet, während alles andere weitgehend ausgeblendet bleibt oder zumindest nicht beurteilt wird. Im übrigen glaube ich nur an individuelle Schuld, allerdings an eine kollektive Verantwortung, soweit es um Wiedergutmachung geht, soferne Verbrechen überhaupt wieder „gutgemacht“ werden können. Die mit vor „Betroffenheit“ zitternde Beschwörung, daß so etwas „nie wieder vorkommen dürfe“ ist insoferne ein Hohn, als Vergleichbares anderswo immer wieder stattfindet, nur zählt das natürlich nicht, weil es erstens nicht in der genau gleichen Weise vonstatten geht, zweitens eben nicht Deutschland (oder Österreich) betrifft. Deutschland ist, wie Akif Pirinci sagt, „von Sinnen“ und bestraft sich in masochistischer Weise von Ewigkeit zu Ewigkeit selbst. Aber selbst ein Mörder hat seine Strafe irgendwann verbüßt.

  2. Silke schreibt:

    (Ich hoffe, das darf ich sagen. Ich will Ihnen – und mir auch – ja keine Schwierigkeiten bereiten.)🙂
    Sie kamen „nicht als Befreier, sondern als Besatzer“. Das sagten die Amis damals selbst. Die Wahrheit ist noch viel schlimmer, als das, was uns erzählt wird! Denn nach dem 8. Mai ging es erst richtig los. Z.B. wurden die jungen, schwer verwundeten deutschen Soldaten in die Lager Dachau usw. interniert, wo sie auf abscheuliche Weise zu Tode gefoltert wurden. Die Gefangenen der KZs wurden also nach dem 8. Mai einfach „ausgewechselt“. In Theresienstadt haben angeblich die ehemaligen Gefangenen (!) die Deutschen, die nun nach dem Waffenstillstand interniert wurden, mit Mistgabeln begrüßt und zu Tode gequält. In Jugoslawien starben Deutsche (auch unzählige Kinder) in den KZs noch bis Anfang der 50er Jahre. 2009 habe ich eine Ausstellung von Robert Hammerstiel im Leopoldmuseum gesehen. Er überlebte als kleines Kind nur durch Flucht mit Verwandten aus einem jugoslawischen KZ. Da man sie verhungern und verdursten ließ, mußten sie den eigenen Urin trinken, um zu überleben. Für das alles gab es nie eine öffentliche Entschuldigung oder Verurteilung. Seltsam! Seltsam!

    • Marlene schreibt:

      Deutsche/österreichische Opfer haben gefälligst zu schweigen – auf ihnen darf herumgetrampelt werden, und zwar bis in alle Ewigkeit, basta! (Ironie aus). Beklagen sie sich, wird ihnen sprichwörtlich nur ins Gesicht gespuckt.
      Seltsamerweise sehe ich seit vielen Jahren (ich bin viel zu Fuß/mit den Öffis in Wien unterwegs) immer mehr Stoplersteine, in Gegenden, wo bis vor ein, zwei Jahren unter Garantie noch keine waren. Es soll uns unserer angebliche Kollektivschuld immer wieder eingebrannt werden – und wehe, man zeigt sich nicht sofort zutiefst betroffen:
      Ein Lichtblick.: Die Vormachtsellung der USA bröckelt zusehends, nichts währt auf ewig! Eine kurze Zeit lang wird sich die scheinbare Supermacht noch halten können, aber sie wankt schon bedrohlich …

  3. helmut müller schreibt:

    Ausgezeichnet ein Appell ehemaliger Militärs der DDR, den man verbreiten sollte. Hier die Erklärung:
    Als Militärs, die in der DDR in verantwortungsvollen Funktionen tätig waren, wenden wir uns in großer Sorge um die Erhaltung des Friedens und den Fortbestand der Zivilisation in Europa an die deutsche Öffentlichkeit.

    In den Jahren des Kalten Krieges, in denen wir eine lange Periode der Militarisierung und Konfrontation unter der Schwelle eines offenen Konflikts erlebten, haben wir unser militärisches Wissen und Können für die Erhaltung des Friedens und den Schutz unseres sozialistischen Staates DDR eingesetzt. Die Nationale Volksarmee war keinen einzigen Tag an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt, und sie hat bei den Ereignissen 1989/90 maßgeblich dafür gesorgt, dass keine Waffen zum Einsatz kamen. Frieden war immer die wichtigste Maxime unseres Handelns. Deshalb sind wir entschieden dagegen, dass der militärische Faktor erneut zum bestimmenden Instrument der Politik wird. Es ist eine gesicherte Erfahrung, dass die brennenden Fragen unserer Zeit mit militärischen Mitteln nicht zu lösen sind.

    Es sei hier daran erinnert, dass die Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg die Hauptlast bei der Niederschlagung des Faschismus getragen hat. Allein 27 Millionen Bürger der Sowjetunion gaben ihr Leben für diesen historischen Sieg. Ihnen, wie auch den Alliierten, gilt am 70. Jahrestag der Befreiung unser Dank.

    Jetzt konstatieren wir, dass der Krieg wieder zum ständigen Begleiter der Menschheit geworden ist. Die von den USA und ihren Verbündeten betriebene Neuordnung der Welt hat in den letzten Jahren zu Kriegen in Jugoslawien und Afghanistan, im Irak, Jemen und Sudan, in Libyen und Somalia geführt. Fast zwei Millionen Menschen wurden Opfer dieser Kriege, und Millionen sind auf der Flucht.

    Nun hat das Kriegsgeschehen wiederum Europa erreicht. Offensichtlich zielt die Strategie der USA darauf ab, Russland als Konkurrenten auszuschalten und die Europäische Union zu schwächen. In den letzten Jahren ist die NATO immer näher an die Grenzen Russlands herangerückt. Mit dem Versuch, die Ukraine in die EU und in die NATO aufzunehmen, sollte der Cordon sanitaire von den baltischen Staaten bis zum Schwarzen Meer geschlossen werden, um Russland vom restlichen Europa zu isolieren. Nach amerikanischem Kalkül wäre dann auch eine deutsch-russische Verbindung erschwert oder verhindert.

    Um die Öffentlichkeit in diesem Sinne zu beeinflussen, findet eine beispiellose Medienkampagne statt, in der unverbesserliche Politiker und korrumpierte Journalisten die Kriegstrommeln rühren. In dieser aufgeheizten Atmosphäre sollte die Bundesrepublik Deutschland eine den Frieden fördernde Rolle spielen. Das gebieten sowohl ihre geopolitische Lage als auch die geschichtlichen Erfahrungen Deutschlands und die objektiven Interessen seiner Menschen. Dem widersprechen die Forderungen des Bundespräsidenten nach mehr militärischer Verantwortung und die in den Medien geschürte Kriegshysterie und Russenphobie.

    Die forcierte Militarisierung Osteuropas ist kein Spiel mit dem Feuer – es ist ein Spiel mit dem Krieg!

    Im Wissen um die zerstörerischen Kräfte moderner Kriege und in Wahrnehmung unserer Verantwortung als Staatsbürger sagen wir in aller Deutlichkeit: Hier beginnt bereits ein Verbrechen an der Menschheit.

    Sind die vielen Toten des Zweiten Weltkrieges, die riesigen Zerstörungen in ganz Europa, die Flüchtlingsströme und das unendliche Leid der Menschen schon wieder vergessen? Haben die jüngsten Kriege der USA und der NATO nicht bereits genug Elend gebracht und viele Menschenleben gefordert?

    Begreift man nicht, was eine militärische Auseinandersetzung auf dem dichtbesiedelten europäischen Kontinent bedeuten würde?

    Hunderte Kampfflugzeuge und bewaffnete Drohnen, bestückt mit Bomben und Raketen, Tausende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme kämen zum Einsatz. In der Nord- und Ostsee, im Schwarzen Meer träfen modernste Kampfschiffe aufeinander und im Hintergrund ständen die Atomwaffen in Bereitschaft. Die Grenzen zwischen Front und Hinterland würden sich verwischen. Millionen Mütter und Kinder würden um ihre Männer, um ihre Väter und Brüder weinen. Millionen Opfer wären die Folge. Aus Europa würde eine zerstörte Wüstenlandschaft werden.

    Darf es soweit kommen? Nein und nochmals Nein!

    Deshalb wenden wir uns an die deutsche Öffentlichkeit:
    Ein solches Szenario muss verhindert werden.
    Wir brauchen keine Kriegsrhetorik, sondern Friedenspolemik.
    Wir brauchen keine Auslandseinsätze der Bundeswehr und auch keine Armee der Europäischen Union.
    Wir brauchen nicht mehr Mittel für militärische Zwecke, sondern mehr Mittel für humanitäre und soziale Erfordernisse.
    Wir brauchen keine Kriegshetze gegen Russland, sondern mehr gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Neben- und Miteinander.
    Wir brauchen keine militärische Abhängigkeit von den USA, sondern die Eigenverantwortung für den Frieden. Statt einer »Schnellen Eingreiftruppe der NATO« an den Ostgrenzen brauchen wir mehr Tourismus, Jugendaustausch und Friedenstreffen mit unseren östlichen Nachbarn.
    Wir brauchen ein friedliches Deutschland in einem friedlichen Europa.
    Mögen sich unsere Kinder, Enkel und Urenkel in diesem Sinne an unsere Generation erinnern.

    Weil wir sehr gut wissen, was Krieg bedeutet, erheben wir unsere Stimme gegen den Krieg, für den Frieden.

    Armeegeneral a.D. Heinz Keßler

    Admiral a.D. Theodor Hoffmann

    Die Generaloberste a.D. Horst Stechbarth; Fritz Streletz; Fritz Peter

    Die Generalleutnante a.D. Klaus Baarß; Ulrich Bethmann; Max Butzlaff; Manfred Gehmert; Manfred Grätz; Wolfgang Kaiser; Gerhard Kunze; Gerhard Link; Wolfgang Neidhardt; Walter Paduch; Werner Rothe; Artur Seefeldt; Horst Skerra; Wolfgang Steger; Horst Sylla; Ehrenfried Ullmann; Alfred Vogel; Manfred Volland; Horst Zander

    Vizeadmiral a.D. Hans Hofmann

    Die Generalmajore a.D. Olivier Anders; Heinz Bilan; Bernhard Beyer; Günter Brodowsky; Kurt Brunner; Heinz Calvelage; Sebald Daum; Willi Dörnbrack; Alfred Dziewulski; Johannes Fritzsche; Egon Gleau; Otto Gereit; Roland Großer; Peter Herrich; Karl-Heinz Hess; Günter Hiemann; Lothar Hübner; Siegmund Jähn; Günter Jahr; Manfred Jonischkies; Günter Kaekow; Johannes Kaden; Helmut Klabunde; Klaus Klenner; Raimund Kokott; Kurt Kronig; Manfred Lange; Bernd Leistner; Hans Leopold; Klaus Listemann; Heinz Lipski; Hans Georg Löffler; Rudi Mädler; Manfred Merkel; Günter Möckel; Dieter Nagler; Johannes Oreschko; Rolf Pitschel; Hans Christian Reiche; Fritz Rothe; Günter Sarge; Dieter Schmidt; Horst Schmieder; Gerhard Schönherr; Gerhard Seifert; Kurt Sommer; Erich Stach; Manfred Thieme; Wolfgang Thonke; Henry Thunemann; Walter Tzschoppe; Günter Voigt; Gerd Weber; Dieter Wendt; Klaus Wiegand; Heinrich Winkler; Heinz-Günther Wittek; Erich Wöllner; Werner Zaroba; Manfred Zeh; Alois Zieris

    Die Konteradmirale a.D. Herbert Bernig; Eberhard Grießbach; Hans Heß; Werner Henniger; Klaus Kahnt; Werner Kotte; Helmut Milzow; Gerhard Müller; Joachim Münch

    Namens einer großen Anzahl von Obersten und Kapitänen zur See a.D. Volker Bednara; Frithjof Banisch; Bernd Biedermann; Karl Dlugosch; Thomas Förster; Günter Gnauck; Günter Leo; Friedemann Munkelt; Werner Murzynowski; Gerhard Matthes; Lothar Matthäus; Friedrich Peters; Helmut Schmidt; Fritz Schneider; Heinz Schubert; Helmar Tietze; Wilfried Wernecke; Rolf Zander; Oberstleutnant a.D. Günter Ganßauge

    Weitere Angehörige der NVA aus den Reihen der Offiziere, Fähnriche, Unteroffiziere und Soldaten bekunden ihre Zustimmung.

  4. arthur schreibt:

    Der damalige Außenminister Karl Gruber hat 1953 ein Buch geschrieben: „Zwischen Befreiung und Freiheit“.
    Ich habe es nicht gelesen, aber schon der Titel sagt, daß die beiden Begriffe für ihn nicht identisch sind.
    Ich kann mich nicht erinnern, daß je irgendjemand daran Anstoß genommen hätte.
    Wenn man das aber heute denkt oder gar sagt, ist man schon halb im Kriminal!

    • Waltraut Kupf schreibt:

      Ich habe nebst vielem anderen Ähnliches in meinen zeitgeschichtlichen Erinnerungen für meine Nachkommen geschrieben (ich war zu Kriegsende 12 Jahre) und erhielt von einem Freund die Empfehlung, das Manuskript dem zeitgeschichtlichen Institut zu übergeben. Es ruht nun dort in irgendeinem Archiv, man ließ mir aber mitteilen, es könne wegen zu starker Rechtslastigkeit nicht gedruckt werden. Man wünscht zu lesen, wie es nach Meinung irgendwelcher nachgeborener Juroren hätte gewesen sein müssen und was man hätte fühlen sollen, nicht wie es war und vor allem was man damals fühlte, ungeachtet dessen, daß man vieles davon später revidierte.

      • Silke schreibt:

        Sie sollten das Manuskript dem Institut wieder wegnehmen und Teile daraus bei Sonderausstellungen (ev. auch selbstorganisiert) präsentieren. Es wäre sonst schade darum! Vor kurzem war ich im „Dritte Mann-Museum“ in der Preßgasse. Habe mir nichts erwartet und war dann umso mehr überrascht: im 3. und größten Bereich wird ein großer Überblick gegeben über die 4 Besatzungszonen in Wien und v.a. das „Leben“ der Bürger nach dem 8. Mai, mit vielen Fotos und Originaldokumenten (z.B. Briefe an Kriegsgefangene). Alles sehr erschütternd natürlich, mußte sehr viel weinen. Es ist aber relativ objektiv (und natürlich nur ein Bruchteil der Wahrheit). Immerhin wird z.B. zugegeben, daß die meisten NICHT aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt sind! Gegenüber vom Eingang dieses Bereichs gibt es ein Film-Interview mit einem der US-Soldaten, die die Bomben über Wien runtergeschmissen haben (er war damals erst um die 20!). Er war vor einigen Jahren in Wien, so ist dieses Interview entstanden. Er meinte doch tatsächlich, die Oper und viele andere Kulturgüter seien „versehentlich“ bombardiert und schwer zerstört worden. Das kann ich nicht glauben. Ich hätte mir jedenfalls so eine riesige und umfassende Dokumentation dort nicht erwartet. Also ein guter Tip zur „Zeitgeschichte“ und ohne daß wieder jemand daneben steht, der einem sagt, was man dazu zu denken hat… Der Film „Der 3. Mann“ läßt, meiner Meinung nach, jedenfalls einiges von der alliierten Grausamkeit erahnen. Der zweiminütige Ausschnitt, den man sehen konnte, hat mir dazu genügt! Lustig, daß die Japaner sich mit dem Film „identifizieren“, da sie nach dem 2. Weltkrieg ein ähnliches Schicksal wie Deutschland hatten! In Japan wird die Filmmusik deshalb sogar in 2 Städten in den U-Bahnstationen gespielt!🙂

    • Helmut Müller schreibt:

      Wie Politiker damals die Sieger sahen, kam in einer privaten Widmung des späteren Innenministers Oskar Helmer (SP) zum Ausdruck.. Da heißt es: „Vielleicht erleben wir noch die wirkliche Befreiung der Heimat“. Einige warten heute noch darauf.

  5. Hans schreibt:

    Und wir sind nach wie vor Staatsbürger des deutschen Reiches! Immerdar! Prof. Dr. Münch, Heidelberg, schreibt dazu:
    ________________________________________

    1. Das Deutsche Reich besteht völkerrechtlich über das Jahr 1945 hinaus (Kapitulation der Wehrmacht) fort. Die von den alliierten Siegern in Westdeutschland errichtete Verwaltungsmacht Bundesrepublik BRD hat das Fortbestehen des Reiches in eigenen Bundesverfassungsgerichts-Urteilen festgehalten (1973, 1975, 1981). In der sowjetischen Besatzungszone, die in Deutsche Demokratische Republik umbenannt worden ist, gilt die gleiche Rechtslage. Keiner dieser Verwaltungsnachfolger ist Rechtsnachfolger und nicht berechtigt, für das Deutsche Reich zu handeln.
    2. Das Selbstbestimmungsrecht ist seit 1945 zwingendes Völkerrecht (ius cogens) und ist Teil der Wiener Vertragsrechtskonvention vom 23.5.1969. Infolgedessen kann keine Besatzungsregierung oder deutsche Verwaltung auf Reichsgebiete, einschließlich des Sudetenlandes, Deutsch-Österreichs usw., ohne Zustimmung der von dort vertriebenen oder noch dort wohnenden deutschen Bevölkerung, auf diese Reichsgebiete verzichten.
    Jeder Vertrag, der das Selbstbestimmungsrecht der Vertriebenen nicht berücksichtigt, das den Rechtsanspruch auf ihre Länder als Teil des Deutschen Reiches bzw. seines Rechtsnachfolgers enthält, ist nach der Wiener Vertragsrechtskonvention v. 23.5.1969 nichtig. Dieser Rechtsanspruch ist unverjährbar (4. Konv. v. Genf, 1949, Art. 8).
    3. Die völkerrechtlich gültigen Grenzen des Deutschen Reiches sind die vom 1.8.1914 plus jene vom 1.9.1939 (die tschechische Republik war als Protektorat nicht Mitglied des Reiches).
    3.1 Da der Versailler Vertrag ohne Mitwirkung des Deutschen Reiches formuliert wurde und infolgedessen als Vertrag zu Lasten Dritter (res inter alios acta) von Anfang an nichtig ist und da die Unterschrift durch verbotenen Zwang zustande kam (Konv. üb. das Vertragsrecht Wien 1969, Art. 52).
    3.2 Die angebliche Grenzfestsetzung für das Deutsche Reich zum 31.12.1937 durch die Berliner Viermächteerklärung vom 5.6.1945 ist als Vertrag zu Lasten Dritter nichtig (Konv. üb. das Vertragsrecht Wien 1969, Art. 34). Dort wurden nur Besatzungszonen bezeichnet.
    4. Die oberste Gewalt, die die Besatzungsmächte 1945 übernommen haben wollen, durfte nichts anderes sein als die Befugnisse einer Besatzungsmacht nach den Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung von 1907. Infolgedessen sind völkerrechtswidrig:
    4.1 Die Verhaftung der Reichsregierung am 23.5.1945.
    4.2 Militärtribunale, unter Missachtung primitivster Rechtsgrundsätze und die Todesurteile aufgrund von ihnen gefälschten Dokumenten. Das Londoner Abkommen vom 8.8.1945 ist nichtig, weil bis dahin nicht bestehende Rechtsprinzipien zur Grundlage der Rechtsprechung des IMT Nürnberg gemacht wurden.
    4.3 Eingriffe in innere Reichsangelegenheiten, wie z. B. die Auflösung des Staates Preußen.
    4.4 Völkerrechtswidrig ist die Annexion von Reichsgebieten.
    4.5 Völkerrechtswidrig ist die Vertreibung der Deutschen aus den besetzten und annektierten Gebieten und die Beschlagnahme ihres Eigentums (4. Genfer Konv. von 1949).
    4.6 Die Ansiedlung von Ausländern in besetzten und annektierten Gebieten ist völkerrechtswidrig. Diese haben dort keine völkerrechtlich vertretbaren Heimatrechte (UNO-Beschluss zu den von England in Gibraltar abgehaltenen Wahlen, 4. Genfer Konv. v. 1949, A. 49).
    5. Die Ostverträge sind nur gültig, soweit sie Gewaltverzichtserklärungen, nicht aber, wenn sie Gebietsabtretungen sind (Bundesverfassungsgericht v. 17.7.1975).
    Die Beseitigung des deutschen Volkes als Staatsvolk in der Bundesrepublik durch massenhafte Einwanderung und Einbürgerung von nichtdeutschen Ausländern aus aller Welt und durch Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit in der EG ist verfassungswidrig. Das deutsche Staatsvolk ist auch nach BRD-GG Art. 79 jeder Disposition entzogen. Das GG schreibt die Verantwortung zum Erhalt der Identität der Deutschen Staatsvolkes vor (Bundesverfassungsgericht v. 21.10.1987).

  6. F. Legerer schreibt:

    Vielen Dank, lieber Herr Müller! Doch mich quält ein völlig anderer Aspekt, zumal ich mich emotionell sehr stark der Kultur des Volkes, in das ich hinein geboren wurde, zugehörig fühle:
    Warum wird dieses, mein Volk, ob die Stämme Deutschlands oder Österreichs ist unerheblich, von den Allerdümmsten jeweils regiert?

    • M. Vogt schreibt:

      Die Reichsregierungen waren hervorragend bestückt; zig Professoren, zig Doktoren, Wissenschaftler, preussischer Militäradel etc. – mehrheitlich hoch kompetente Menschen. Die Zahlen und Details dazu sind auch im Internet zu finden. Relativ hierzu: Die plündernden Befreier konnten mit ihren bestehenden Wortschätzen hunderttausende von Patenten in erster Instanz gar nicht verwerten – mangels vergleichbarer Begriffe.
      Erlauben Sie mir an dieser Stelle meine persönliche Meinung:
      Mein Eindruck ist, dass Hitler als Kriegsherr, im Generalstab, ungeeignet war.
      Hitler hatte gewisse Kernkompetenzen, aber nicht als Kriegsstratege. Hitler hatte der Brutalität der Anglo-Amerikaner und Slawen nichts entgegenzusetzen. Er war martialisch halbherzig. Er war kein Ostpreusse. Er war ein Künstler.
      Der Gefreite Hitler hatte im Generalstab wenig zu suchen und stellte sich dennoch in den Mittelpunkt. Stalingrad war seine persönliche Niederlage. Aus meiner beschränkten Sicht wäre es hilfreicher gewesen, wenn anstatt General Ludendorff Hitler 1937 verstorben wäre. General Ludendorff hätte das Desaster verhindern können. Hätte er nicht die Katholische Kirche mitsamt Jesuiten-Freimauerern und Juden anders gehandhabt?
      Hätte er nicht die innewohnenden Verräter rechtzeitig blos gestellt und aus der Wehrmacht entfernt?
      Hätte er nicht bessere ausländische Öffentlichkeitsarbeit betrieben und ganz andere Vorsorge getroffen und Allianzen geschmiedet?

      Ja, klar, hätte, wenn und aber…

      „Hitler ist romhörig“ schrieb General Ludendorff.
      Diese Schwäche war der Anfang vom Ende.

      Einige von vielen Fehlern: keinerlei persönliche Handhabe gegen die polnischen Kriegstreiber und deren Alliierte, Pakt mit Mussolini und Verrat an Südtirol, lasche Besatzung Frankreichs, ohne große Konsequenzen bei der Zerstörung der französischen Flotte zugesehen, Franzosen und Engländer bei Dünkirchen laufen lassen, anstatt sie komplett zu vernichten. Verschonung des Vatikans und Verschonung der Logen. Am Schluss das Versagen des Einsatzes der Atomwaffe.
      Unabhängig davon waren der Verrat an der Ostfront und der Verrat an der Westfront kriegsentscheidend. Hitler war gespalten. Er war schizophren – auf der einen Seite energisch (auftretend), auf der anderen Seite im Abschluss zaudernd oder großspurig. Er war ein Halber, es ging aber auf das Ganze. Dementsprechend wurde Germanien halbiert.

      • Marlene schreibt:

        Sehr treffend analysiert, auch im Leben ist es meines Erachtens so, daß zu viel Zaudern und Abwarten nicht zum Erfolg führt, da einem dann die Entscheidung „entgleitet“ bzw. aus der Hand genommen wird.

      • Waltraut Kupf schreibt:

        Ich glaube, nicht die angebliche Romhörigkeit Hitlers war das Problem, schon eher die strategische Inkompetenz, vor allem aber glaube ich daran, daß Hitler eine schwere psychische Störung hatte.Allein seine Mimik und Gestik wirken abnorm. Er überkompensierte ein Minderwertigkeitsgefühl wegen erlittener Kränkungen und wahrscheinlich auch deshalb, weil er als Mann ijm herkömmlichen Sinne nicht vollwertig gewesen sein dürfte.. Das Leiden an allen diesen Umständen führte dazu, daß er aus der Realität flüchtete, und das war wohl der Hauptgrund für das Unglück, das er über Deutscland brachte. Wenn er zuletzt erklärte, das deutsche Volk sei seiner nicht würdig, so könnte man darüber lachen, wenn es nicht so extrem tragisch wäre. .

      • Waffenstudent schreibt:

        Röhm wurde von der Intrigeninsel politisch korrekt entsorgt, weil dieser erfolgreich einen Friedensvertrag mit dem Erfeind Frankreich plante. Damit hätte der zweite Teil des letzten dreißigjährigen Krieges nicht planmäßig ablaufen können. – Daß die politische Elite um Herrn Hitler die Mär vom schwulen Röhm unwidersprochen schluckte, daß ist der eigentliche Skandal und der Beginn des verlorenen Krieges.

        Hitler fehlte die Brutalität eines Herrn Stalin. Hätte er alle Stabsoffiziere, welche ab 1941 die offiziellen Befehle eigenmächtig uminterpretierten, an die Wand gestellt, dann wäre aus dem Krieg im Osten erstmal ein Waffenstillstand geworden. – Natürlich haben vor allem jene Generale, welche nach 1945 dann offiziell kollaborierten, werbewirksam ihren Anteil an der Niederlage Herrn Hitler zugeordnet.

  7. Jaro Ruanza schreibt:

    Wie es aussieht,werden die Massenmedien also weiterhin an jedem Jahrestag und nicht nur an diesem,dem toten Löwen weiterhin die Barthaare ausrupfen! Allerdings erlahmt das Interesse des Publikums allmählich.Dies umso mehr,je öfter dieses Schauspiel inszeniert wird.

  8. Pingback: 1945 – Sie kamen als Sieger nicht als Befreier | Krisenfrei

  9. Ariovist schreibt:

    Sie kamen als Mord-, Vergewaltiger-, Brandschatz-, Plünder- und Raubgesindel!
    Als übelstes Gesindel, das die Welt je gesehen hat.
    Gesindel, das diese Welt nicht braucht und niemals brauchen wird!
    Als brutale Zerstörer! Zerstörer der Menschen, der Kultur und der Wahrheit.
    Nur um ausnahmsweise einmal bei der Wahrheit zu bleiben.

    In der Naturwissenschaft wird mit dem Begriff der Wahrheit die Genauigkeit der Widerspiegelung der Wirklichkeit charakterisiert und nur eine hohe Übereinstimmung von Wahrheit und ihrer Widerspiegelung führt zu wirklicher Erkenntnis.
    Wie wirklich wirkt die Wirklichkeit?
    Falls es eine Identität von WIRKLICHKEIT und WISSEN Voraussetzung für ERKENNTNIS ist, dann haben diese „Sieger“ letztendlich dennoch verloren, nämlich ihre Identität und ihre Erkenntnisfähigkeit.
    Hegel meinte:
    „Die Wahrheit des Seins sowie des Nichts ist daher die Einheit beider; diese Einheit ist das Werden.
    Falls die Wahrheit des Seins sowie des Nichts Voraussetzung für das Werden ist, so können diese „Sieger“ niemals werden, bevor sich die Wahrheit in ihrem Bewusstsein nicht Bahn gebrochen hat.

    Für das deutsche Volk jedoch besteht weiterhin Hoffnung auf Erkenntnis, Identität, Werden und Sein, denn hier wird die Wahrheit lediglich unterdrückt und verfälscht und drängt dennoch immer wieder ins Licht der Wirklichkeit, der Erkenntnis.
    Wahrheit ist Geist und beherrscht das von Hegel postulierte „Nichts“ ewiglich.
    Wahrheit ist somit ewig verfügbar, selbst dann, wenn sie unterdrückt und verfälscht wird und selbst dann noch, wenn sie niemand glauben mag.
    Wahrheit unterdrücken?
    Welch Energieverschwendung!
    Selbst unterdrückte Wahrheit wirkt sich aus und prägt das Werden und das Sein. Positiv oder negativ.

  10. Pingback: 1945 – Sie kamen als Sieger nicht als Befreier | Gegen den Strom

  11. Waltraut Kupf schreibt:

    An Silke: vielen Dank für die Hinweise, ich werde es hoffentlich schaffen, dorthin zu gehen. Was mein Manuskript betrifft: ich habe es natürlich im PC und kann es jederzeit reproduzieren. Die Rechte daran habe ich (sagte man mir zumindest) nicht aus der Hand gegeben. Was ich letztlich damit mache, weiß ich noch nicht; es ist ja auch eine Art Familienroman, der sich der Sache von der Psychologie her nähert. Im Augenblick kann ich mir die Zeit aus verschiedenen Gründen nicht nehmen, viel Zeit habe ich aber nicht mehr, das ist mir klar. – Übrigens war mein Vater an der Jugoslawischen Partisanenfront, wurde am 7. Mai 45 noch lebend gesehen, galt dann als vermißt und wurde nach zehn Jahren für tot erklärt. Es soll dort in einem Dorf bei Fiume eine Massenerschießung gegeben haben (wie ein entkommener Soldat einem ehemaligen Kameraden meines Vaters erzählte, der das dann meiner Mutter schrieb), bei der die Leute entkleidet in der üblichen Weise in ein vorher von ihnen ausgehobenes Massengrab hineingeschossen wurden. Es ist möglich (wenn auch nicht sicher), daß er da dabei war. Nie hat man von diesen Erschießungen etwas gehört, das Schwarze Kreuz konnte auch nichts ermitteln. Wie dem auch sei, – requiescant in pace. Nochmals herzlichen Dank.

    • Silke schreibt:

      Das tut mir sehr leid! Einen so wichtigen Menschen wie Mutter oder Vater auf solche Weise verloren zu haben, muß besonders schmerzvoll sein! Dasselbe haben die Tschechen mit sehr, sehr vielen Sudetendeutschen gemacht! Also auch die Greueltaten haben sie voneinander abgeschaut! Besonders erschütternd ist, daß die Tschechen das mit den (oft ganz jungen) von der Front in ihre Heimat zurückkehrenden Soldaten gemacht haben! Im „Der Dritte Mann-Museum“ sagt der US-Soldat, der Bomben über Wien abgeworfen hat, daß die Flak nur wenige US-Flieger abschießen konnte, weil die US-Flugzeuge so perfektioniert waren und viel ausgehalten haben! Die meisten US-Bomber konnten nicht mehr fliegen, weil der Treibstoff ausgegangen war. Er sagte: „Titos Partisanen waren unsere Freunde! Diejenigen US-Soldaten, die nicht mehr fliegen konnten, wurden von Titos Partisanen über die Adria wieder nach Italien gebracht, von wo aus sie ihre nächsten Bombenangriffe auf Wien starten konnten!“ Sehr aufschlußreich, welche „Freunde“ die USA im 2. Weltkrieg hatten!

    • geraldfranz schreibt:

      Sehr geehrter Herr N.N.
      entschuldigen Sie bitte meine etwas verspätete Stellungnahme.
      Ich musste diese Zeilen erst etwas setzen lassen, um lesbare Worte zu formulieren zu können.
      Vielen Dank für diese e-Post, sehr wertvoll.
      Besonders deshalb, weil die Donauschwaben eine gottesfürchtige, obrigkeitshörige, also für die
      heutige Zeit zu dämliche deutsche Bevölkerungsgruppe sind. Bin auch Donauschwabe, aus Kosarac, heute Kroatien.
      In der Heimatzeitung meiner Mutter lese ich, diese Deppen bezahlen die Renovierung der Kirchen und
      Rathäuser in den Dörfern, in denen man sie vor diesen Kirchen und Rathäusern totgeschlagen und die
      arbeitsfähigen Überlebenden dann in Vernichtungslager getrieben hat.
      Diese T… werden dabei so Mitleid heischend abgezockt, damit so viel Münze im Beutel klingt,
      dass man mit der Knete gleich mehrere Petersdome bauen könnte.
      Darf ich anmerken, auch in Ihrem Artikel vermisse ich den Hinweis auf den Juden Moishe Pijade.
      Der Tito wollte die Donauschwaben gar nicht vertreiben, denn er wusste, wer ihm das Essen erarbeitet
      hat. Sogar in Wikipedia steht:
      „Mittlerweile sind nach dem Zerfall Jugoslawiens im Archiv der Staatsgemeinschaft Serbien und
      Montenegro auch Dokumente im Nachlass von Moše Pijade aufgetaucht, die eine Liste der
      „Konzentrationslager für die deutsche Bevölkerung“ enthalten.“
      Der Strauchdieb Tito hat dann beim Kanzler Brandt um Essen gebettelt und dieser hat es ihm auch gegeben.
      Sein Minister Eppler ist dem Tito nachgefahren und hat nochmals 200.000 Millionen aus dem Entwicklungsministerium nachgeschoben. Der Meuchler Tito hat gierig nach dem Geld gegrabscht und gesagt, ist doch für was gut gewesen, dass der Eppler ihm nicht 1944 in die Hände gefallen ist und er ihm nicht, wie tausenden anderen deutschen Kriegsgefangenen, seine Manteltaschen angefertigt hat.Sie wissen, was mit „Manteltaschen“ gemeint ist.

      Mit freundlichen Grüßen
      W. H.

  12. Waffenstudent schreibt:

    ….die Wahrheit kommt ans Licht…..

    Augenzeugenbericht der Deutsch-Brasilianerin Frau Leonora Geier. (Aus dem Wehrmachtsarchiv)

    Am Morgen des 16. Februar (1945) besetzte eine russische Abteilung das RAD-Lager Vilmsee bei Neustettin. Der Kommissar bedeutete mir in gutem Deutsch, daß das Lager aufgelöst sei und daß wir als uniformierte Einheit sofort in ein Sammellager transportiert würden. Da ich als Brasilianerin Angehörige einer verbündeten Nation der Alliierten war, betreute er mich mit der Führung des Transportes, der nach Neustettin in den Hof einer ehemaligen Eisengießerei ging. Wir waren etwa 500 Maiden des weiblichen RAD. Der Kommissar behandelte uns sehr höflich und wies uns die Fremdarbeiter-Baracken des Werkes zu. Der angewiesene Platz war jedoch für alle zu eng, weshalb ich bei dem Kommissar vorstellig wurde. Er sagte, daß es ja nur vorübergehend sei, und daß ich in die Schreibstube kommen könnte, wenn es für mich zu eng wäre, was ich gerne annahm. Sofort bedeutete er mir, keinen Kontakt mehr mit den anderen aufzunehmen, da diese Angehörige einer illegalen Armee wären. Meine Vorhaltung, daß dies nicht den Tatsachen entspräche, schnitt er mit der Bemerkung ab, daß ich erschossen würde, wenn ich in irgendeiner Form nochmals etwas ähnliches wiederhole.
    Ich hörte plötzlich lautes Geschrei und schon brachten zwei Rotarmisten fünf Mädchen herein. Der Kommissar befahl ihnen, die Kleider abzulegen. Als diese sich aus Scham widersetzten, hieß er mich es ihnen zu tun, und mit ihnen ihm zu folgen. Wir schritten über den Hof zur ehemaligen Werksküche, die man völlig ausgeräumt hatte, bis auf ein paar Tische an der Fensterseite. Es war entsetzlich kalt und die Bedauernswerten zitterten. In dem großen, gekachelten Räume erwarteten uns einige Russen, die anscheinend sehr obszöne Bemerkungen machten; denn jedes Wort wurde mit lautem Lachen quittiert. Der Kommissar bedeutete mir, hinzusehen, wie man aus Herrenmenschen Jammerlappen mache. Nun kamen zwei Polen, nur mit einer Hose bekleidet herein, bei deren Anblick die Mädchen aufschrieen. Rasch hatten sie die erste ergriffen und mit dem Rücken über die Tischkante gebogen, bis ihre Gelenke knackten. Ich war fast einer Ohnmacht nahe, als der eine das Messer zog und ihr die rechte Brust vor den Augen der anderen herunterschnitt. Dann hielt er einen Augenblick inne und schnitt die andere Seite ab. Ich habe noch nie einen Menschen so verzweifelt schreien hören wie dieses Mädchen. Nach dieser Operation stach er mehrmals das Messer in den Unterleib, was wiederum vom Johlen der Russen begleitet war.
    Die Nächste schrie um Gnade, doch vergebens, da sie besonders hübsch war, hatte ich den Eindruck, man tat das schaurige Werk sehr langsam. Die anderen drei waren ganz zusammengebrochen, sie schrieen nach ihrer Mutter und bettelten um einen raschen Tod, doch auch sie ereilte das Schicksal. Die Letzte war noch ein halbes Kind mit einer kaum entwickelten Brust, ihr riß man buchstäblich das Fleisch von den Rippen, bis der weiße Knochen zum Vorschein kam.
    Wieder brachte man fünf Mädchen herein, diesmal hatte man genaue Auslese getroffen, alle waren gut entwickelt und hübsch. Als sie die Leiber der Vorgängerinnen sahen, begannen sie zu weinen und zu schreien. Mit schwacher Kraft versuchten sie verzweifelt sich zu wehren. Doch es half ihnen nichts, die Polen wurden immer grausamer. Der einen schnitten sie den Leib der Länge nach auf und gossen eine Dose Maschinenöl hinein, das sie zu entzünden versuchten. Die andere schoß ein Russe in das Geschlechtsteil, bevor sie ihr die Brüste abschnitten.
    Ein großes Gejohle begann, als aus einer Werkzeugkiste eine Säge gebracht wurde. Jetzt zerriß man den übrigen Mädchen die Brüste damit, was in kurzem den Boden in Blut schwimmen ließ. Ein Blutrausch packte die Russen. Laufend brachte man Mädchen.
    Wie in einem roten Nebel sah ich das schreckliche Geschehen, immer wieder vernahm ich den unmenschlichen Aufschrei beim Martern der Brüste und das laute Aufstöhnen beim Verstümmeln der Schamteile. Als mir die Knie versagten, zwang man mich auf einen Stuhl, der Kommissar achtete stets darauf, daß ich hinblickte, ja, als ich mich erbrechen mußte, hielten sie sogar inne bei der Marterung. Ein Mädchen hatte sich nicht ganz entkleidet, es mochte auch etwas älter als die übrigen sein, deren Alter um siebzehn Jahren lag. Man tränkte ihren Büstenhalter mit Öl und entzündete dies, was gelang, und während sie aufschrie, trieb man ihr einen dünnen Eisenstab in die Scheide, bis dieser am Nabel heraustrat.
    Auf dem Hofe liquidierte man mit Knüppeln ganze Gruppen von Mädchen, nachdem man die hübschesten für diesen Marterraum ausgesondert hatte. Die Luft war erfüllt vom Todesgeschrei vieler hundert Mädchen. Doch angesichts dessen, was sich hier abspielte, war der Totschlag draußen geradezu human. Es war eine furchtbare Tatsache, daß keines der hier verstümmelten Mädchen die Besinnung verlor. Jede erlitt die Verstümmelung bei vollem Bewußtsein. Im Entsetzen waren alle gleich in ihren Äußerungen, stets war es das Gleiche, das Betteln um Gnade, der hohe Schrei beim Schneiden der Brust und das Stöhnen beim Verletzen der Geschlechtsteile. Mehrmals unterbrach man das Morden, um das Blut herauszukehren und die Leichen wegzuschaffen.
    Am Abend fiel ich in ein starkes Nervenfieber. Von da an fehlt mir jede Erinnerung bis zu dem Zeitpunkt, in dem ich in einem Lazarett erwachte. Deutsche Truppen hatten vorübergehend Neustettin zurückerobert und somit uns befreit. Wie ich später erfuhr, wurden in den drei Tagen der ersten russischen Besetzung etwa 2000 Mädchen ermordet, die sich in der Umgegend in RAD-, BDM- und sonstigen Lagern befanden.
    Frau Leonora Geier, geb. Cavoa. ”
    Die Berichte der deutsch-brasilianischen Staatsbürgerin Leonore Geier, geb. Cavoa, geb. am 22. 10. 1925, als Tatzeugin wurden auch von Bernhard Wassermann und Manfred Haer, Angehörigen der Inf.-Geschütz- und Ausbildungskomp. I G 81 bestätigt, die nachträglich mit den Bergungsarbeiten in den Lagern betraut waren, als nach einem vorübergehenden Rückzug der 1. weißrussischen Armee die deutsche Wehrmacht nach einem Gegenstoß Neustettin wieder befreit hatte.
    Die Zeugin war zu dieser Zeit als Schreibhilfe im Lager „Vilmsee“ des weiblichen Arbeitsdienstes tätig. Als Brasilianerin galt sie vor der russischen Armee als Verbündete im Zwangseinsatz des NS-Staates. Die Darlegung dieser Vorrechte weist ein Schriftstück aus, welches vorlag und den Stempel der weißrussischen Armee trägt. Der Bericht wurde am 6. Oktober 1956 verfaßt und gibt die Ereignisse vom 16., 17. und 18. Februar 1945 wieder.
    QUELLENANGABE:
    Anzeiger der Notverwaltung des deutschen Ostens im Deutschen Reich. Heft 5-6/1994 Seite 57 und 58

    ZWEITER BEITRAG:

    Neuere Hinweise fand ich jetzt im Schlesier-Jahrgang 1995. Mit dem Massaker näher beschäftigt hat sich: Dipl. Ing. Erwin Groke, Witzendorffstraße 31, 21399 Lüneburg (s. “Der Schlesier” Nr. 10 vom 10.März 1995). “Dem Schlesier” gingen daraufhin mehrere interessante Zeugenberichte zu:
    Ein damals 24jähriger Panzerführer war in der ersten Hälfte Februar 1945 in Cottbus mit anderen Besatzungen zu einer Ersatz-Abteilung zusammengestellt und dann nach Frankfurt/Oder verlegt worden. Am 15. Februar wurden rund 20 Panzerbesatzungen mit Infanterie-Waffen ausgestattet und zunächst auf LKW und dann im Fußmarsch in Richtung Neustettin in Marsch gesetzt. Sie sollten in einem Wald westlich von Neustettin bereitgestellte Panzer übernehmen und mit diesen einen Gegenangriff in Richtung Osten fahren. Der Zug des Zeugen griff einen Vorort von Neustettin an, der auch eine Bahnstation hatte.
    “Nach Erledigung einiger PAK ergaben sich die Russen. Rund 200 kamen aus den Häusern und ließen sich auf dem Vorplatz des Bahnhofs nieder (Anm. Saarlänner: Habe ich leichte Zweifel – möglicherweise hatten sie sich verschossen ?) Dann geschah etwas Unerwartetes. Einige deutsche Frauen rannten auf die Russen zu und stachen mit Messern und Gabeln auf die Russen ein. Die Gefangenen waren unsere Schutzbefohlenen, das durften wir nicht zulassen. Erst als ich eine MP-Garbe vor den Frauen in die Luft abgab, wichen sie zurück und beschimpften uns, dass wir diese Bestien auch noch schützten.
    Sie forderten uns auf, in die Häuser zu kommen und uns die Bestialitäten anzusehen. Wir taten es nach und nach und waren total erschüttert, so was hatten wir noch nicht erlebt – unfassbar abscheulich. In vielen Zimmern lagen entblößte tote Frauen. Sie hatten in den Unterleib eingeritzte Hakenkreuze, ihre Eingeweide quollen teils heraus, die Brüste waren zerschnitten, die Gesichter zerschlagen und auf-gequollen. Andere waren mit Händen und Füßen an Möbeln angebunden und massakriert. Aus der Scheide steckte ein Besenstiel heraus, bei einer anderen ein Reisigbesen usw. Für mich als junger Mann von 24 Jahren ein erschütternder Anblick, unfassbar.
    Dann berichteten die Frauen: Die Mütter mussten erleben, wie ihre zehn-und zwölfjährigen Töchter von ca. 20 Typen vergewaltigt wurden und die Töchter die Vergewaltigungen der Mütter erleben- auch der Großmütter. Frauen, die sich wehrten, wurden brutal zu Tode gequält. Da gab es kein Erbarmen!
    Viele Frauen waren nicht aus dem Ort; sie waren aus anderen Orten vor den Russen geflohen – hierher. Sie berichteten auch von dem Schicksal der RAD-Maiden, deren Lagerbaracken von den Russen eingenommen waren. Als das Massaker an den Maiden begann, konnten sich einige unter den Baracken verkriechen. Sie konnten dann nachts fliehen und berichteten uns.
    Es waren drei dieser Maiden. Die Frauen und Mädchen sahen und erlebten z.T. das, was Frau L. Geier schildert. Die von uns befreiten Frauen befanden sich in einer kaum beschreibbaren Verfassung. Sie waren übermüdet, hatten einen verwirrten, stieren Gesichtsausdruck. Einige waren nicht ansprechbar…
    Nachdem wir die Folgen dieser unmenschlichen Bestialitäten gesehen und erlebt hatten, waren wir ungeheuer motiviert.
    Wir wussten, das der Krieg nicht mehr zu gewinnen war; es war uns aber eine Verpflichtung, dass wir bis zur letzten Patrone zu kämpfen hatten.” Soweit ein Soldat als Zeitzeuge. Dieser Bericht lässt zwei Schlussfolgerungen zu:
    1. Auch im Februar 1945 beachtete die Deutsche Wehrmacht noch die Regeln des Kriegsrechtes, obwohl angesichts der Erlebnisse vieler Soldaten an der Ostfront in Ostpreußen, Pommern und Schlesien dazu übermenschliche Kräfte erforderlich waren.
    2. Der Bericht von Frau L. Geier aus Neustettin direkt und des Panzersoldaten aus der Umgebung von Neustettin machen deutlich, das es sich nicht um wenige Einzelfälle, sondern um “flächendeckende” Grausamkeiten handelt. (“Der Schlesier” vom 10.März 1995) Quelle:http://www.nexusboard.net/showthread…hreadid=283300
    Ich habe selbst die Ausgabe von 1995 noch. Ein weiteres unvorstellbares Massenverbrechen an unschuldigen Deutschen, über das heute der Mantel des Schweigens gehüllt werden soll. Die Polen werden sich wohl kaum um die Massengräber der deutschen Frauen kümmern.

    DRITTER BEITRAG:

    Heute vor 63 Jahren in Neustettin:
    In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Schilderung einer BDM-Führerin, die einst im deutschen Fernsehen ihr ähnliches diesbezügliche Erlebnis schilderte. Sie war 1945 mit ihrer Mädchenschaft im Osten stationiert, als eine Einheit der Waffen-SS auf dem Weg zur Front in ihrer Nähe Quartier bezog. Schnell sprach sich die Anwesenheit der Soldaten unter den Maiden herum, und sehr bald kam unter Ihnen zu ersten schweren Disziplinverletzungen. Als die BDM-Führerin bemerkte, daß sie ihre Gruppe nicht mehr im Griff hatte, ging sie selbst zu den SS-Männern, um sich zu beschweren und von dort Solidarität einzufordern. Wie sie allerdings die Elite des Führers in Augenschein nahm, mußte sie feststellen, daß es sich hierbei um die schönsten Jünglinge handelt, die Europa aufzubieten hatte. So sahen es anscheinend auch die BDM-Maiden, welche nach der aufregenden Nacht, die sie widerrechtlich mit den Soldaten zugebracht hatten, nicht mehr zu halten waren, einfach ihr Lager verließen und mit der SS-Einheit Richtung Front marschierten. Das war Meuterei. Der eigenmächtige Abmarsch aus dem BDM-Lager, war gleichzeitig das letzte, was die BDM-Führerin von ihrer Mädeltruppe gesehen und gehört hat.

    VIERTER BEITRAG:

    Ein Land vergisst sich selbst
    Heute wurde meine Tante zu Grabe getragen. Als Kinder hörten wir sie gerne Geschichten erzählen, nicht so sehr wegen des Inhalts, sondern wegen des eigentümlichen Auf und Ab der Sprachmelodie und des unnachahmlich gerollten „R“, welches an entsprechender Stelle dann und wann aufblitzte.
    Heute wurde meine Tante zu Grabe getragen. Als Kinder hörten wir sie gerne Geschichten erzählen, nicht so sehr wegen des Inhalts, sondern wegen des eigentümlichen Auf und Ab der Sprachmelodie und des unnachahmlich gerollten „R“, welches an entsprechender Stelle dann und wann aufblitzte.
    (Von Yorck Tomkyle)
    Es gab bei uns im Ort Einige, die diesen Dialekt sprachen, doch es lag immer eine seltsame Traurigkeit in ihren Augen, die uns Kinder gleichsam faszinierte und unheimlich, weil fremd, war. Die meisten von ihnen waren Fischer mit großen rauen Händen und zerfurchten Gesichtern. Sie alle aber waren Gestrandete, die, fern der unwiederbringlich verlorenen Heimat, von der Vergangenheit träumten.
    Meine Tante war diesbezüglich allerdings eine Ausnahme: sie träumte nicht von der Vergangenheit. Sie war eine lebenslustige Frau, die uns Kindern allerdings einige Rätsel aufgab, da sie weder verheiratet noch sonst irgendwie verbandelt war. Eine „alleinstehende Dame“ war in meinen Kindertagen eine Rarität und ich bekenne, dass wir uns immer mal wieder eifrig darum bemühten, der Ursache dafür auf die Spur zu kommen. Entsprechende Nachfragen bei meinen Eltern blieben allerdings lange Zeit ohne Erfolg, wobei es mir nicht verborgen blieb, dass sie darauf immer mit einem gewissen Unbehagen reagierten. Selbstredend steigerte dies die Neugierde natürlich noch. Was war das für ein Geheimnis, das diese Tante mit dem eigentümlichen Dialekt mit sich herumtrug?
    Viel später dann, als man meine Schwester und mich für reif genug hielt, erzählte man uns hinter vorgehaltener Hand, warum meine Tante manchmal – was gar nicht zu ihr passte – so still war: sie war ebenso wie die schweigsamen Fischer in Ostpreussen geboren und aufgewachsen. Als der Krieg ihre Heimat erreichte, war sie 18 oder 19 Jahre jung – ein Mädchen aus gutem Hause, dem die Welt zu Füßen zu liegen schien.
    Viel zu lange wurden die Menschen in Ostpreussen über das wahre Ausmaß der verzweifelten Lage belogen und als sich die „Goldfasane“ um Erich Koch schließlich feige absetzten, war es für das Gros der Menschen dort zu spät. Sie wurden von der russischen Dampfwalze überrollt. Was das bedeutete, bekamen zuerst die Menschen in Nemmersdorf zu spüren und auch meine Tante wurde von den sowjetischen Siegern entsprechend befreit. Schließlich nahm sie sich ein russischer Offizier als Sexsklavin, was wenigstens den Massenvergewaltigungen durch marodierende und betrunkene Soldaten ein Ende machte. Auch blieben ihr die Vergewaltigungslager erspart, von denen aus wöchentlich hunderte von zerstörten Mädchen mit Lastwagen zu den Erschießungskommandos in die Wälder gekarrt wurden, weil sie mit Geschlechtskrankheiten infiziert worden waren.
    Irgendwann war das Martyrium meiner Tante dann beendet, der Offizier kehrte heim zu Frau und Kind und in dem Bewusstsein, sich als Sieger genommen zu haben, was ihm zustand. Zurück blieb ein Häuflein Mensch, das den Rest seines Lebens damit zubrachte, vor dieser Vergangenheit davonzulaufen und es nie schaffte, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen.
    Ich nehme an, dass es hunderttausenden von Frauen so ging wie ihr. Die Wenigsten haben darüber geredet, teils aus Scham, teils um die Häme der Nachgeborenen und Umerzogenen zu vermeiden, die in den fetteren Jahren dieses Landes jede Äußerung mit dem selbstgefälligen Hinweis auf Schuld und verdiente Sühne totschlugen. Eine solche zweite Vergewaltigung wollten, konnten sie sich nicht antun lassen. So räumten sie die Trümmer auf, schufen die Grundlagen für unseren heutigen Wohlstand – und schwiegen.
    Heute wurde meine Tante zu Grabe getragen – es war, auf ihren ausdrücklichen Wunsch, ein namenloses, ein anonymes Grab. Sie hinterlässt keine Nachkommen, keine Spuren und – welche Konsequenz! – niemand könnte an ihrem Grabe trauern, selbst wenn er es wollte. Ein im doppelten Sinn ausgelöschtes Leben.
    Natürlich: die Familie wird ihr Andenken ehren, doch ein Ende ist absehbar, wenn die Menschen, die sie kannten nicht mehr sind. Spätestens dann wird sich auch die Erinnerung an meine Tante auflösen. Es wird sein, als hätte es sie nie gegeben.
    Doch halt! Da es so viele dieser Tanten, Mütter, Schwestern und Töchter gab: sollte ihrer nicht auch auf anderer, als der rein privaten und familiären Ebene gedacht werden? Ist nicht das Schicksal meiner Tante zugleich ein – wenn auch schmerzender – Teil des Schicksals dieser Nation? Hätte nicht ein Land, das so selbstverliebt all der Schande gedenkt, die es auf sich geladen hat, die Pflicht, auch meiner Tante und ihrer Leidensgenossen zu gedenken? Wer hält ihr Andenken aufrecht und sorgt dafür, dass ihr Leid nicht nur durchfühlt wurde, um verhöhnt und weggelogen zu werden? Ist solches Gedenken, ist die Erinnerung an die Trauer darüber nicht eigentlich eine selbstverständliche Verpflichtung dieses Landes?
    Die Antwort auf diese Fragen finde ich dieser Tage einmal mehr im täglichen Buhei der hiesigen Gazetten: da ducken sich die, die gelobt haben, Schaden vom Volk abzuwenden, feige weg, wenn interessierte Kreise im In- und Ausland mit der Brechstange versuchen, die Vertretung der Menschen, die es am meisten betrifft daran zu hindern, die Inhalte des „Zentrum gegen Vertreibung“ mitzugestalten. Von einigen dieser Volksvertreter erwartet man sowieso nichts mehr. Aber andere werden sicher bei der nächsten Wahl ein ähnliches Aha-Erlebnis haben, wie so viele, die jetzt erleben mussten, wie die, welche sich jahrelang dafür eingesetzt haben, auch deutsches Leid nicht zu vergessen, gedemütigt und mit einem Tritt vor die Tür gesetzt wurden.
    Unsere Erinnerungs-„Kultur“ gleicht dem Tunnelblick eines an Retinitis Pigmentosa Erkrankten. Bei dieser Erkrankung engt sich das Gesichtsfeld immer mehr ein, bis der Leidende schließlich gänzlich erblindet. Das historisch-kulturelle Gesichtsfeld dieses Landes hat in rasanter Geschwindigkeit abgenommen. Meine Tante und ihre Leidensgenossen sind im toten Winkel. Wie so vieles Andere. Dieses Land vergisst sich selbst. Im Stadium des Tunnelblicks kann der Kranke sich nicht mehr im Raum orientieren und alleine gehen. Er ist auf fremde Hilfe angewiesen.
    Der deutsche Tunnelblick führt dazu, dass sich devote deutsche „Eliten“ von anderen sagen lassen, was man im toten Winkel sehen könnte. So entsteht im Hirn des Kranken ein Bild von sich selbst, welches andere entworfen haben. Andere, die möglicherweise kein vitales Interesse daran haben, dass dieses Land seine Selbstachtung wieder findet. Und so taumelt es mit Tunnelblick und toten Winkeln in die Geschichtslosigkeit, wo es schließlich von Anderen, Vitaleren, absorbiert werden wird.
    Die Krankheit der Deutschen hat in diesen Tagen ihr Menetekel bekommen. Einen besseren Ort hätte es sich wahrlich dafür kaum suchen können: im Klüngel-Köln, wo Habgier und Eitelkeiten der oberen Etagen die ganze Stadt zersetzen, versank die jahrtausendealte Erinnerung der Stadt und der Region buchstäblich im Boden. Wozu auch die Kultur und Geschichte einer Nation archivieren, an die man sich nicht mehr erinnern will?!
    Vor der kalten Konsequenz, mit der die in der Tiefe der Stadt bohrenden und nagenden Maschinen der Tunnelbauer schicksalhaft die Attitüde des gegenwärtigen Zeitgeists in Deutschland in ein greifbares Großereignis verwandelten, muß man erstarren. Ja! Das ist die ultimative Realisierung des deutschen Tunnelblicks, die physische Vernichtung der Erinnerung. So gesehen kann man verstehen, warum sich der Aufschrei über die unwiederbringlichen Verluste jenseits des Feuilletons in Grenzen hielt.
    Meiner Tante rufe ich dennoch den unsterblichen Satz Stefan Georges nach: „Übt an uns Mord. Und reicher blüht was blüht!“
    Das Band zwischen uns und unseren Ahnen kann ein lächerlicher Zeitgeist nicht zerschneiden.
    Quelle: http://www.pi-news.net/2009/03/ein-land … ch-selbst/

    NACHSATZ:

    Der nachfolgende Text entstammt aus der Quelle:http://www.vho.org/D/ugwkg/2.html
    Was du schreibst stimmt ! Jetzt fällt mir auch wieder ein Bericht ein, vor Jahren gelesen: Der handelte von einen amerikanischen Piloten, der über Deutschland abgeschossen und gefangen genommen wurde. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde er – nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee – als Deutscher angesehen und nach Sibirien deportiert. Auf dieser Fahrt sah er, wie das Wachpersonal deutsche, verschleppte Mütter vor den Augen derer Kinder brutal vergewaltigten und danach aus dem fahrenden Zug schmissen. Darüber war er schockiert, vor allem durch den Umstand, daß die Wagons amerikanicher Herkunft waren, verschifft im Rahmen der Hilfslieferungen von Amerika an Rußland während des Krieges. In den Wagons waren noch die Typenschilder der amerikanischen Hersteller angenietet. Dieser Bericht gelang zu McCarthy und dieser trug ihn vor dem Senat vor, aber wie du schon geschrieben hast, war der alles andere als erwünscht.

    SCHLUß:

    “Die Deutschen müßten Engel oder Heilige sein, um zu vergessen und zu vergeben, was sie an Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten zweimal in einer Generation zu erleiden hatten, ohne daß sie ihrerseits die Alliierten herausgefordert hätten. Wären wir Amerikaner so behandelt worden, unsere Racheakte für unser Leiden würden keine Grenzen kennen.” (Reverend Ludwig A. Fritsch, Ph. D., D. D. emer., Chicago)

    • Vogt schreibt:

      Waffenstudent,
      Sie sind grausam.
      Nein, die Wahrheiten die Sie auftischen sind grausam.
      Es schockiert mich immer wieder aufs Neue und zeigt mir, wie wenig ich weiß…

  13. geraldfranz schreibt:

    Die Rheinwiesenlager – Ein weiteres Verbrechen der Sieger:

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