PEGIDA – und dann?

PEGIDA – et alors?                                                                                                               PEGIDA – and then?

Es sind natürlich nicht nur Gotteskrieger, aber diese besonders, die bislang passive Bürger auf die Straße treiben. Empörung, gespeist aus unterschiedlichen Beweggründen, verschafft sich da jedenfalls einmal Luft. Und das ist gut so. Die von vielen, vor allem den jüdischen Gemeinden befürchtete Islamisierung ist vorerst einmal das Antriebsvehikel dazu, und mit Pegida wurde die neudeutsche Elite wohl am falschen Fuß erwischt. Das Machtkartell versuchte die Demonstranten erst zu ignorieren, schließlich ging man zu deren Diffamierung über.

Frau Merkel versteht die Welt nicht mehr. Ist doch, wie  Kollege Schäuble ihr hilfreich beispringt, „Zuwanderung für alle gut“. Für die dafür Verantwortlichen und das Gros der Zugewanderten selbst, das gewiß. Und für die Schlepper und die ihnen dankbare Asylindustrie sowieso. Doch daß jeder dritte deutsche Bürger, zum Teil bereits leiderfahren, PEGIDA für gerechtfertigt hält, ließ nun ganz oben doch die Alarmglocken schrillen. Also kontert man unter anderem mit verschärftem Asylgesetz. Ist es damit getan, hat man dem Verein damit schon den ersten Zahn gezogen?

PEGIDA hat eine Achillesferse bestehend aus einem Amalgam verschiedener Schwachstellen, wobei der bisherige möglicherweise von welchem Geheimdienst auch immer „eingesetzte“ Initiator eine davon sein dürfte. Nicht zuletzt könnte, was vorerst als nützlich erachtet wird, eine fehlende Leitidee, gar Ideologie, irgendwann zum Scheitern der Bewegung beitragen. Kleinere oder radikalere Parteien könnten sich aus der Konkursmasse bedienen.

Das im Vordergrund stehende Islamisierungsproblem verstellt leider den Blick auf das Ganze, und dieses erforderte mehr als nur ein dürftiges Positionspapier, dem die Herrschenden ohnehin großteils zustimmen könnten. Damit aber ist, da die geförderte Flüchtlingsinvasion trotz allem weiter gehen wird, weder die Überfremdung ganz allgemein gebannt, noch die Frage der Identität eines Deutschen von heute geklärt. Und schon gar nichts weiß man darüber Näheres, mit welchen, wie der Philosoph Hans Jonas sich ausdrücken würde,  ganz bestimmten Menschen,  denn dann dieser Deutsche seine Welt in Zukunft teilen möchte.

Da haben wir nämlich das Problem, daß viele, auch Spitzenpolitiker, weder die eigene, geschweige denn andere Kulturen richtig kennen und schätzen und außerdem nicht zu wissen scheinen, daß es keine absoluten Werte gibt, die in allen Gesellschaften mit gleichem Bedeutungsinhalt gültig sind. Ob Muslim oder nicht, der einzelne Migrant aus Pakistan oder Nigeria wandert ja nicht mit ganz leerem Kopf ein. Mag er ein Mobiltelefon bei sich haben und die Vorteile des Internet auch kennen, aber, um ein Beispiel zu nennen, hinsichtlich zwischenmenschlicher Beziehungen wird er – Integration hin oder her – die Einstellung seiner Vorfahren und, oft schon zum Nachteil des Gastlandes, seine ganz persönlichen Vorlieben bewahrt wissen wollen.

Nicht wenige Einwanderer würden überfordert, wollten sie die Gesamtheit der westlichen Lebenswelt begreifen und schätzen. In manchen Kulturen gelten Täuschung und Irreführung als Tugenden. Und ehrlich ist man da und dort nur gegenüber Verwandten oder Gleichgesinnten. Und so fort. Wir haben es also nicht nur mit einer Frage der Religion zu tun. Denkt auch nur einer der Willkommenskultur-Propagandisten daran?

Gewiß, wir haben auch so schon eine Unmenge an Problemen am Hals und Zukunftssorgen belasten den Alltag vieler, aber die vielfach unterschätzte Frage von Identität und Kultur ist eine der wesentlichen, wenn nicht überhaupt die wesentlichste unserer Zeit. In einigen Städten bereits eine auf Leben und Tod, eine von Sein oder Nichtsein.

Man könnte es sich leicht machen und sagen, nun dann werden wir halt US-Amerika, das heißt etwas ganz Neues mit den bereits bekannten Folgen. Etwas das der ehemalige Präsidentenberater Arthur M. Schlesinger, Jr. vor bald einem Vierteljahrhundert so anpries: „Hier (in den USA) werden Individuen aus allen Nationen zu einer neuen Menschenrasse verschmolzen“. Fehldiagnose aus heutiger Sicht oder nicht, sollte das auch unser aller letzter Wunsch sein? Wenn ja, dann sollten wir uns eiligst von solchen Experimenten und jeder Vormundschaft befreien und nicht nur die Straße als unser Eigentum in Besitz nehmen.

Im Übrigen teile ich die Ansicht Goethes, daß wir gesondert lassen sollten, was die Natur gesondert hat. Und das ganz allgemein.

Zum Thema
PEGIDA

Gerhard Wisnewski zu PEGIDA:                                                                                 https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=p3vz_yheDvA#t=1

Schacht:Geistige Souveränität                                                                            https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=jFzROEoM44Q#t=2

Integrationskosten

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu PEGIDA – und dann?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    An der PEGIDA wird die Gesellschaft wohl nicht vorbeikönnen, da die hilflosen Diffamierungsversuche vermutlich nicht mehr greifen werden. Es geht weniger um Integration oder Nicht-Integration, sondern um die Hinterfragung des Sinns oder Unsinns der Migration an sich. Das auf Coudenhove-Kalergi zurückgehende Rassenverschmelzungsprojekt kann nur Probleme schaffen, da der Mensch nun einmal nicht aus seiner Haut herauskann (warum auch?) und das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit haben möchte, vor allem aber sich dieses nicht durch Parallelgesellschaften nehmen lassen will. Kriegsflüchtlinge sind aufzunehmen, es hat aber auf den schlampig verschwimmenden Unterschied zu Wirtschaftsflüchtlingen und Glücksrittern präziser geachtet zu werden. Da die internationalistische Führungsschicht genau hier den Ansatzpunkt für das langfristige Ziel der Eine-Welt-Regierung sieht (mit Zentrale in den USA), wird sich hier nichts ändern, ganz im Gegenteil. Es sei denn, die Proteste werden zahlreicher. Ich würde sie mir auch für Österreich wünschen.

  2. Paul Rittler schreibt:

    Naja: Ein erster Schritt schon ist, dass die Bundesregierung angeblich das Asylrecht verschärfen will, wobei ich derzeit das „angeblich“ noch riesengroß schreiben will.

  3. Sozrev schreibt:

    Bei der jüdischen Gemeinde muss man unterscheiden. Der ZdJ befindet sich in einer Koalition mit den Muslimverbänden und verurteilt Pegida, während Rechtszionisten wie etwa der Herr Broder Pegida unterstützen.

    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article135586551/Das-deutsche-Festival-des-Wahnsinns.html

    Israelkritische Juden unterstützen dann den Iran und die Palästinenser, sind also kaum antiislamisch.

    http://www.juedische-stimme.de/

    Die Pegida ist wohl weniger auf die WWG und die Zionisten ausgerichtet als ich zunächst annahm. Der WWG-kritische Ex-Politiker Wimmer, der Pegida, unterstützt hat etwa beim Iran ein Forum und erklärt dort die Beweggründe der Demonstranten.

    http://german.irib.ir/galerien/videos/item/274174-interview-mit-dem-cdu-politiker,-willy-wimmer,-%C3%BCber-die-ziele-von-pegida

    Die Demonstranten sind wohl in der Mehrheit US-kritisch und für Putin.

    https://de-de.facebook.com/kunstkurse/posts/762410267148225

    https://www.compact-online.de/pegida-fordert-erstmals-stopp-der-kriegshetze-gegen-russland/

    Auf einer Pegida-Demo sprach zudem ein französischer Antiimperialist, dessen Rede meiner Ansicht den Nagel auf dem Kopf traf. Ist in in diesem Video ab Minute 24:30 zu sehen.

    Vermutlich steht der Redner den Gaddafi und Assad-Anhänger dieser Seite nahe.

    http://www.voltairenet.org/de

  4. Corinna schreibt:

    Auf der „Achse des Guten“ rechnet Bürgerrechtlerin und Ex-CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld im Zusammenhang mit PEGID mit der Polit-Elite ab. Sie schreibt unter anderem:

    „Die Ausfälligkeiten, die sich Politiker aller Altparteien im vierten Quartal geleistet haben, übertreffen alles bisher Dagewesene. Jedenfalls ist mir kein Beispiel eines demokratischen Gemeinwesens bekannt, in dem sich Politiker und Journalisten so offen verächtlich gegenüber dem Volk geäußert und ihm verfassungsmäßige Grundrechte aberkannt haben. Die Verbalinjurien von „Rattenfänger“ bis „Schande“ sind noch zu gut in Erinnerung, als dass man sie wiederholen müsste…
    Sie richteten sich gegen Menschen, die sich friedlich und mehrheitlich schweigend versammelten, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Nun mag man diese Probleme als nichtexistent betrachten, die Meinung der Demonstranten absurd finden- aber das gibt keinem Demokraten das Recht, diese Meinungsäußerung zu verbieten und zu diffamieren. Wer das dennoch tut, handelt wider unsere Verfassung und damit das Grundprinzip unseres Rechtsstaates…
    Dass sich Politik und Medien in einer Parallelgesellschaft bewegen, die mit der Realität kaum noch etwas zu tun hat, ist im Jahr 25 nach dem Mauerfall erschreckend deutlich geworden. Die Demonstranten in der DDR, die keineswegs, wie die Kanzlerin meint, nur am Montag unterwegs waren, sondern in den Hochzeiten der Friedlichen Revolution in Dresden jeden Tag, haben damals gegen eine Politik protestiert, die ebenso realitätsfern war, wie die heutige und gegen eine Presse, die sich nicht der Wahrheit, sondern den Herrschenden verpflichtet fühlte…
    Last not least: 2014 war das Jahr, in dem erstmals ein CDU- Ministerpräsident an der Spitze einer von Linksradikalen mit inszenierten Gegendemonstration marschierte. Damit ist die Antifa offiziell zu dem geworden, als was sie sich inoffiziell längst gerierte: eine steuergeldfinanzierte Schlägertruppe von Politik und Medien…“

  5. Karlo schreibt:

    Pegida ist toll, super und weiß Gott noch was, aber was kann damit grundsätzlich geändert werden? Im besten Fall die vorübergehende Zementierung des status quo. Ich befürchte, die Deutschen werden wieder einmal an der Nase herumgeführt und mit ihnen alle ihre Hoffnungen, denn die Durchmischung Europas ist Programm und davon werden die mächtigen Strippenzieher nicht lassen.

  6. Sozrev schreibt:

    Waltraut:

    In rechten Kreisen wird ja gerne immer wieder wenn es um das Thema Überfremdung und Multikulti geht der Herr Coudenhove-Kalergi herangezogen. Ich halte das gelinde gesagt für etwas zu verschwörungstheoretisch. Die Özdemirs, Roths, Grabriels und Merkels kennen den Namen wahrscheinlich gar nicht. In Wahrheit kommt diese ganze Ideologie vom Ursprung her aus den USA („Melting Pot“) und ist ursächlich in der totalen deutschen Niederlage von 1945 begründet. Zuwanderung wird zudem vor allem von den kapitalistischen Wirtschaftsverbänden und deren Lobby in allen Bundestagsparteien – inklusive der AfD – gefordert, aber nicht mit der Absicht eine „Mischrasse“ zu schaffen , sondern weil man so Druck auf die Gewerkschaften ausüben kann, die Löhne der Inländer drücken und Arbeiterrechte abbauen kann. Das Hauptproblem sind ja gar nicht einmal die Asylanten sondern die normale Zuwanderung. So kommen derzeit etwa 200.000 Asylanten, aber über die „normale“ Zuwanderung etwa 1.400.000 Zuwanderer. Unter diesen kommt die Mehrheit im übrigen aus der EU, vor allem aus Polen, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Spanien und Portugal.

    Ich bin auch dagegen jeden „wirklichen“ Flüchtling aufzunehmen. Etwa Gegner des Assad-Regimes aus Syrien werden ja wirklich verfolgt, das gleiche gilt für Kosovo-Albaner die vor 15 Jahren ja tatsächlich von Milosevic verfolgt wurden. Nun würde ich nun ganz sicher nicht die Agenda der NATO umsetzen wollen, indem ich ihren Fußtruppen hier Asyl gewähre. Ich bin auch der Meinung das das juristische Asyl“recht“ abzuschaffen wäre.

    • Waltraut Kupf schreibt:

      Sozrev: der Coudenhove-Kalergi wird nicht von Verschwörungstheoretikern herangezogen, sondern von jenen, die sich über ihn und seine Doktrin informiert haben.Übrigens hat er schon in seinem Paneuropäischen Manifest die EU samt NATO u nd Verteidigung des Westens gegen Rußland vorweggenommen. In seiner Publikation „Praktischer Idealismus“ prognostizierte er eine europäisch-negroide Mischrasse, auch von der eurasischen Rasse ist in einer Arbeit die Rede. Ob die Öztürks oder Abdullahs das wissen, ist unerheblich, die EU folgt dieser Doktrin, indem sie die Migration nicht nur toleriert, sondern noch ankurbelt. Ganz gegen die Bevölkerung wird´s aber wohl doch nicht gehen. Daß man das Asylrecht abschaffen sollte, finde ich allerdings nicht. Es muß nur genauer zwischen Scheinasylanten und den vielleicht 10% zu Unrecht Verfolgten unterschieden werden, auch sollten die nicht wählen dürfen unter den Ländern mit unterschiedlichen Sozialleistungen.

  7. Sozrev schreibt:

    Es ist etwas anderes ob nun schrittweise die Zuwanderung durch außereuropäische Zuwanderer dazu führt das sich die indigenen Europäer teilweise mit den Fremden vermischen – zumeist bleiben aber Türken, Araber eher unter sich, lehnen im Regelfall eine Heirat mit europäischen Christen und Atheisten ab. Wir haben es eher mit einer Verdrängung und auch Landnahme zu tun, aber weniger mit einer nun entstehenden utopischen neuen Mischrasse. Zudem ist es auch etwas anderes ob nun die EU einen solchen Plan nach Coudenhove-Kalergi verfolgt oder ob die Zuwanderung im Rahmen von Fremdarbeiteranwerbung und NATO-Kriegen einen solchen Effekt hat. Unter Linksliberalen wird die Zuwanderung dann aus Gründen des Nationalmasochismus angekurbelt, wobei man dort eine solche Rassenmischung als erstrebenswert ansieht.

    Das Asyl“recht“ abschaffen bedeutet nicht das gar niemand mehr Asyl bekommen sollte, sondern das man das einklagbare „Recht“ hierauf abzuschaffen hätte. Also wenn utopisch gesehen Morgen 100 Millionen Chinesen bei uns Asyl beantragen würden – weil sie in einer neuen Situation – wirklich verfolgt würden, dann müsste man diese durchaus aufgrund des einklagbaren Asylrechts aufnehmen.

    • Waltraut Kupf schreibt:

      Das, was sich irgendwelche „Vordenker“ ausgetüftelt haben, wird nun von den Regierung und den Medien im Wege des „Konsenses“ umgesetzt oder zumindest angestrebt. Die Realität sieht anders aus, was die Rassenmischung betrifft, sehr wohl zu fürchten ist aber so etwas wie die politische Übernahme vor allem durch die Türken. Das ist jedenfalls zu unterbinden, egal, welche die ideologischen Wurzeln sein mögen.

  8. helmut Müller schreibt:

    Ein interessanter Hinweis in Form einer Satire zum aktuellen Demo-Verbot in Dresden findet sich auf: http://www.denkfabrik-info.de

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s