Zur Diskussion: Heinrich Wohlmeyers Manifest

Un manifeste pour la conception d´une societé nouvelle                                            A manifesto for the design of a new society

HANDREICHUNG – MANIFEST
Unverzichtbare Eckpunkte
einer weltweit zukunftsfähigen Gesellschaftsgestaltung
verfasst von Prof. Dr. Heinrich Wohlmeyer*

Vorbemerkung: Diese Handreichung kann nicht erschöpfend sein. Sie beschränkt sich auf die wesentlichen, für eine zukunftsfähige Gesellschaftgestaltung unverzichtbaren, internationalen und nationalen Rahmensetzungen. Ohne diese drohen alle nationalen Bemühungen und Wohlstandsmodelle ausgehebelt zu werden. Sie sind so verfasst, dass sie weltweit für alle Gemeinwesen anwendbar sein sollten.
Österreich wird beispielhaft angeführt.
Ein Minimum an Erklärungen ist leider unvermeidbar und verlängert das Dokument.

Die Situation
Dass unsere Welt, die wir unseren Nachfahren lebenswert übergeben sollten, vor dem ökologischen, ökonomischen und sozialen Ruin steht, wenn wir dulden, dass die Menschheit weiter macht wie bisher, ist eine bedrückende Tatsache.
Der nüchterne ‚Rückblick aus der Zukunft‘ als wissenschaftliche Methode zeigt dies deutlich.
Die Solidarität mit allen Mitmenschen, den lebenden und den kommenden, gebietet deshalb ein unverzügliches Umsteuern.

Was sind nun die Eckpunkte eines realistischen Vorgehens?

A) Renaissance des Völkerrechtes
Der Traum von einer zukunftsfähig umsteuernden Weltregierung ist nicht realistisch und eine Eigenvertröstung. Wie will man große Gemeinwesen, wie China, Indien oder Indonesien, in eine ‚Weltdemokratie‘ unmittelbar demokratisch einbinden?
Auch zeigt die historische Erfahrung, dass alle Großsysteme bürgerferne und am Ende de-facto-diktatorisch wurden.
Die Renaissance und der Ausbau des ‚traditionellen Völkerrechts‘ (bewährte und akzeptierte Regeln) sowie des multilateralen Vertragsrechts sind daher der sinnvolle Weg.

B) Außerstreitstellung der ethischen Grundlagen

B) Alle menschlichen Vereinbarungen bedürfen eines Minimalkonsenses an anerkannten Werten. Die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte sollte von allen Partnern vorbehaltslos anerkannt werden. Der Internationale Pakt über wirtschaftliche , soziale und kulturelle Rechte, der auch einen Überwachungsmechanismus aufweist, kann flankieren.

C) Die not-wendenden Stellglieder

Das gegenwärtige Rasen in den Abgrund hat als zentrale Wurzel den systeminhärenten Zwang zum unbegrenzten Wachstum ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Grenzen.
Der Haupttreiber sind die in geometrischer Reihe steigenden Ansprüche der großen Kapitaleigner. Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich daher immer mehr und zwar zwischen und in den Staaten. Immer größere Finanzvermögen drängen zur naturzerstörerischen Kapitalanlage in Megaprojekten.

c.1) Schaffung einer neuen Finanzarchitektur

a) International: 1944 wurde von den USA der Vorschlag einer ausgewogenen Internationalen Währungsunion (ICU) zugunsten eines Systems des indirekten, um den US-Dollar zentrierten Goldstandards abgelehnt.
Seit der einseitigen Aufhebung dieses Systems (Nixon 1971) ist der USD nur mehr ‚papiergedeckt‘.
Über den Internationalen Währungsfonds und die Weltbankgruppe, wo die USA auch gegenwärtig noch über die Sperrminorität verfügen, sowie über die Petrodollar-Strategie wurde/wird die Stellung des USD als Leitwährung abgesichert.
Insbesondere durch den Einsatz von neuen ‚Finanzinstrumenten‘, wie die Erfindung diverser ‚Derivate‘, konnten die in Umlauf gebrachten enormen Dollarmengen in einer globalen Finanzblase gebunden werden. Zusätzlich wurden die Dollarüberschüsse den Staaten – vor allem den Entwicklungsländern – aufgedrängt, wodurch der europäische Direkt-Kolonialismus durch einen Finanz-Kolonialismus ersetzt wurde (Bindung der ‚Hilfen‘ an bedingungslosen Freihandel und an Privatisierungsprogramme, die durch ‚Investitionsschutzabkommen‘ flankiert werden). Hierzu kommt, dass die US-Zentralbank (FED) keine Zentralbank im üblichen Sinn, sondern ein Großbankenkartell mit Nationalbankprivilegien ist, das vor allem im Interesse der Großkapitaleigner agiert.
Den unerträglich gewordenen Weltschulden stehen ständig wachsende, riesige private Guthaben gegenüber. Hochrechnungen (z. B. Eichhorn u. Solte) ergeben, dass bei Fortschreibung des gegenwärtigen Systems bereits binnen drei Jahrzehnten weltweit die gesamten Staatseinnahmen für den Schuldendienst aufgewendet werden müssten.
Dieses System ist nun nicht nur unerträglich geworden, sondern auch im Wanken. Der verzweifelte Versuch seiner Absicherung durch militärische Maßnahmen birgt noch dazu Kriegsgefahr und damit größtes menschliches Leid in sich.
Der Ausweg ist ein ehrenvoller Abtritt der USA von der nicht mehr haltbaren Welt-Leitwährungsposition. Dieser schmerzliche Schritt müsste folgende Kernpunkte enthalten:
1) Vereinbarung einer Weltverrechnungswährung ( genannt Union-Dollar, um die USA nicht unnötig zu demütigen) im Rahmen einer Internationalen Währungsunion (IWU).
2) Festlegung der Wechselkurse gemäß der Kaufkraftparität der Währungen mit
Schwankungsbreiten und Anpassungsregeln für strukturelle Ungleichgewichte.
3) Zahlung von Pönalen (Strafzahlungen) bei Leistungsbilanzüberschüssen und bei Defiziten
(Bewirkung ausgeglichener Leistungsbilanzen).
4) Umwandlung des Internationalen Währungsfonds in eine demokratisch legitimierte
gemeinwohlorientierte Beistandsinstitution und in ein Sekretariat der IWU.
5) Umbau der Weltbankgruppe zu einer echten Entwicklungsbank, die im Unterschied zur derzeitigen Weltbank keine überfordernden Auflagen zugunsten der Großinvestoren macht (ungezähmter Freihandel, Privatisierung mit Investitionsschutz, Streichung sozialer Dienste und generelle Rückführung der Staatsausgaben).

b) National: Die Geldschöpfung muss wieder in die Hände der Staaten gelangen.
Merksatz: Wer das Recht der Geldschöpfung Privatpersonen und ihren Zusammenschüssen gibt, um sich dann von diesen gegen Zinsen und Rückzahlungsverpflichtung Geld zu borgen, ist entweder gehirngewaschen, korrupt oder böswillig. Er vergeht sich am Gemeinwohl.
Die Vollgeldinitiative ist anwendbar durchgedacht (insbes. Prof. J. Huber – Monetäre Modernisierung 2014). Sie hat vor allem den Vorteil, dass die Geldmenge wieder unter geordnete Kontrolle kommt, wodurch die durch sachlich ungerechtfertigte Ausdehnung und Kontraktion hervorgerufenen Wirtschaftsschwankungen beseitigt werden. Die Staaten können sich kostengünstig selbst finanzieren sowie einen tragfähigen Weg zum Abbau der aufgehäuften Staatsschulden beschreiten, weil der Gewinn aus der Geldschöpfung ungeschmälert den öffentlichen Haushalten zugutekommt, und zinsenfreies Geld zur Verfügung steht. Bankruns sind ausgeschlossen.
Eine aus unabhängigen Fachleuten zusammengesetzte Währungskommission überwacht die Gestion der Zentralbank und die Geldschöpfung.
Das übliche Kreditgeschäft bleibt bei den Banken. Das Investment Banking wird jedoch vom Spar- und Kreditgeschäft getrennt (keine Spekulation mit Spareinlagen).
Internationale Finanztransfers sind meldepflichtig und unterliegen einer Genehmigungspflicht. Wenn die Behörde nicht binnen 24 Stunden Einspruch erhebt, ist die Transaktion automatisch genehmigt. Damit wird Spekulationen und Ausweichmanövern vorgebeugt.

c.2) Schaffung einer gerechteren Welthandelsordnung

a) Die ökologischen und sozialen Rahmenabkommen müssen gleichrangig mit den WTO-Regeln behandelt werden. Im Konfliktfall haben erstere den Vorrang.
b) Beim Import muss das Bestimmungslandprinzip gelten. D. h., um freien Marktzutritt zu bekommen, muss nachgewiesen werden, dass bei der Erstellung des betroffenen Gutes (Ware oder Dienstleistung) die Standards des Bestimmungslandes eingehalten wurden. Allfällige Ausgleichsabgaben zur Kompensation von kostenwirksamen Unterbietungen von Standards speisen einen internationalen Entwicklungsfonds, aus dem jene Staaten gefördert werden, die ihre ökologischen und sozialen Standards anheben.
c) Die Kaufkraftparität der angewendeten Wechselkurse muss gewährleistet sein.
d) Angemessener Schutz von Volkswirtshaften im Entwicklungsprozess (‚Infant Industry Protection‘) und Sicherung der Ernährungssouveränität (Achtung des Menschenrechtes auf eine gesicherte Ernährung).
e) Renaissance der Internationalen Rohstofflenkungs-abkommen (Commodity Agreements) zur Vermeidung von Spekulationen und zur Schaffung gesicherter Planungsgrundlagen mittels Preisbändern und Pufferlagern.

c.3) Erschließung jener Steuerquellen die einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung der Gemeinwesen erbringen, ohne negative Wirtschaftsanreize zu bewirken.

Hier wird nur auf die ertragreichsten und auch vor der vorstehend aufgezeigten Strukturreform rasch umsetzbaren Maßnahmen zur Sanierung und nachhaltigen Finanzierung der Haushalte der Gemeinwesen eingegangen.
a) Eine allgemeine Kapitalumsatzsteuer von einem Promille (0,1%). Diese kann über die Clearing-Plattformen leicht und kostengünstig eingehoben werden. Die Umsätze mit ‚verbrieften Sicherheiten‘ betragen pro Jahr rd. $ 3.000 Billionen. Damit ergibt sich ein aufzuteilender ‚Kuchen‘ von rd. drei Billionen. Diese $ 3.000 Milliarden sollten mangels eines besseren Maßstabes gemäß dem Anteil einer Volkswirtschaft am Weltbruttoprodukt aufgeteilt werden. Am Beispiel Österreichs (0,6% des WBP) ergäbe sich ein Anteil von $ 18 Mrd.. Das ist rd. das Doppelte des derzeitigen Schuldendienstes.
b) Eine Internetabgabe von einem Cent je Megabit, das ist ein Millionstel Cent je bit, kann trotz Befreiungen von Bildungs-, Gesundheits- und anderen öffentlichen Diensten sowie der Grundversorgung (insb. Ernährung, Energie, Reparatur und Instandhaltung) – also vor allem durch die Belastung der ‚Spams‘ (Informationsmüll) – für Österreich die Summe von rd. € 30 Mrd. erbringen, d. h. rd. 40% des Bundesbudgets.
c) Eine Besteuerung der Finanzgroßvermögen, die rd. das Dreifache des Weltbruttoproduktes betragen (über 150 Billionen), mit einem Steuersatz von 50% auf die durchschnittlich 5% betragende Verzinsung würde rd. $ 3,7 Bio erbringen; umgelegt auf Österreich rd. $ 22 Mrd. oder rd. € 17,7 Mrd..
d) Die Besteuerung aller Großvermögen (rd. $ 350 Bio) mit dem gleichen Abgabensatz würde sogar rd. $ 4,4 Bio. erbringen oder umgelegt auf Österreich über $ 26 Mrd. oder € 21 Mrd..
Allein die ersten drei leicht einhebbaren Steuern würden den Budgettisch so reichlich decken, dass nicht nur die Staatsschulden abgebaut, sondern auch das gesamte soziale und kulturelle Netz aus den Einnahmen finanziert werden könnte.
Die Not muss offenbar so groß werden, dass der Widerstand der Finanzeliten ähnlich zusammenbricht, wie der ‚reale Sozialismus‘ im Osten Europas.

c.4) Zukunft der Arbeit

Vorbemerkung: Die steigende Arbeitslosigkeit und die bedrückende Zukunftslosigkeit junger Menschen sind das wohl gravierendste gesellschaftliche Problem, das ansteht.
Seriöse Prognosen weisen darauf hin, dass bei Beibehaltung der gegenwärtigen Wirtschaftsarchitektur binnen weniger Jahrzehnte nur mehr ein Drittel der Arbeitskräfte benötigt werden.
Es geht hierbei nicht nur um das finanzielle und physische Überleben. Jeder Mensch will eine sinnvolle Beschäftigung als Lebensinhalt. Wenn für ihn außerdem einsichtig ist, dass seine Tätigkeit auch dem Gemeinwohl dient, dann bringt sie höchste soziale Erfüllung.

Die gegenwärtige Situation ist erdrückend:
Die zunehmende Automatisierung und die zunehmende Einkommensspreizung machen Menschen zunehmend arbeitslos. Die hohen Arbeitslosenraten sind weltweit gesellschaftlicher Sprengstoff.
Die bisherigen Gegenmaßnahmen sind zum einen Teil nur palliativ und unzureichend und zum anderen Teil sogar kontraproduktiv. Es genügt nicht Ausbildung, Innovation, Kompetenz und Unternehmertum zu fördern, wenn die generelle Nachfrage nach Arbeit im gegenwärtigen System strukturell kontinuierlich schrumpft. Die gegenwärtige Arbeitsmarktpolitik rüstet zum internationalen Gladiatorenkampf in dem der Natur der Sache nach nur ‚die Tüchtigsten‘ überleben.
Die Gegensteuerung durch billige Kredite und Investitionshilfen verpufft zum Großteil ins Gegenteil, weil der Rationalisierungseffekt von Ausrüstungsinvestitionen in der Regel höher ist als der Kapazitätserweiterungseffekt. D. h., Arbeitskräfte werden freigesetzt; die Arbeitslosigkeit steigt. Das nachstehende, erforderliche Bündel an Maßnahmen ist umsetzbar, wenn es , wie oben aufgezeigt, handels- und finanzpolitisch abgesichert wird.
a) Die immer wieder geforderte – aber im gegenwärtigen System nicht finanzierbare – Entlastung der menschlichen Arbeit von Steuern und Abgaben, wird durch die Erschließung der vorstehend angeführten Steuerquellen möglich. Dadurch wird die menschliche Arbeit kostengünstig. Soziale und kulturelle Dienste sowie Reparatur und Instandhaltung werden leistbar.
b) Das Bestimmungslandprinzip in der Handelspolitik ermöglicht den Schutz gegen Arbeitsplätze vernichtende Importe, die durch Unterbietung der sozialen und ökologischen Standards des Bestimmungslandes einen Preisvorteil haben.
Auch die der zunehmenden Automatisierung entsprechende Arbeitszeitverkürzung ist durch die handelspolitische Absicherung möglich.
c) Der sogenannte ‚informelle Sektor‘ (keine klassische Erwerbsarbeit) im kulturellen und sozialen Bereich, wird im Zusammenklang mit der Entlastung der menschlichen Arbeit von Steuern und Abgaben finanzierbar. Auch ein ausreichendes Müttergehalt und eine Mütterpension, sind budgetär leistbar.
d) Die allgemeine Grundsicherung (Grundeinkommen) ist finanzierbar und bleibt kein Traum. Sie muss allerdings handelspolitisch (Bestimmungslandprinzip) und sozialpolitisch (Herkunftslandprinzip) abgesichert werden.
Die allgemeine Grundsicherung hat den Vorteil, dass einerseits kein Zwang zur Annahme prekärer Arbeitsverhältnisse besteht, um zu überleben, und dass andererseits jeder Bürger seinen Lebensentwurf und seine individuelle Einkommenskombination wählen kann. Dies schafft innovative Arbeit(splätze). Flankiert durch eine die Gemeinwohlethik betonende Schul- und Allgemeinbildung und gepaart mit guten fachlichen Bildungsofferten können hierdurch das individuelle Glück und das bestmögliche Gemeinwohl angestrebt werden.
e) Umbau der Bedarfsdeckungssysteme gemäß den Systemprinzipien der Biosphäre.
Die oben aufgezeigten Rahmensetzungen ermöglichen auch den für das Überleben der Menschheit unverzichtbaren Umbau der Bedarfsdeckungssysteme. Dieser Umbau bewirkt nicht nur die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Investitionsphase, sondern auch dauerhafte dezentrale Arbeitsmöglichkeiten in der Folge. Kernpunkt sind die solare Orientierung der Energieversorgung, die kaskadische Nutzung von Energie und Material , die Kreislaufführung der bewegten Materialien, die Anstrebung hoher ökologsicher Vielfalt (Biodiversität – insbesondere in der Landwirtschaft) und die die Verwirklichung der vorstehenden Bedarfsdeckungsleitlinien ermöglichende intelligente Dezentralisierung und Vernetzung. Letztere bewirken auch überschaubare und bergende soziale Einheiten und damit gesellschaftliche Stabilität und beglückende Lebensverhältnisse. Mahatma Gandhi hat dies in seiner Intiative ‚Village Industries‘ für ein Milliardenvolk vorausgedacht.

c.5) Bodenordnung

Die breite Streuung des Eigentums an Grund und Boden ist ein gesellschaftliches Desiderat (wünschenswertes Gut); dies nicht nur, weil wir Territorialwesen sind, die sich nach Eigenbesitz sehnen, sondern auch deshalb, weil die künftige Ernährungssicherung eine kleinräumig standortorientierte, vielfältige Landbewirtschaftung nach gärtnerischen Mustern erfordert (siehe IAASTD – Weltagrarbericht 2008 – Landwirtschaft am Scheideweg).
Gegenwärtig spielt sich weltweit eine unerwünschte Konzentration des Grundeigentums ab. Der Hauptgrund hierfür ist die Flucht aus der Finanzblase in den Bereich der Realgüter.
Im Agrarbereich kommen noch andere Treiber hinzu: Die Regeln am Weltmarkt zugunsten nicht zukunftsfähig wirtschaftender Großsysteme (‚Agrarindutrien‘) und die dadurch vorgegebene Preissituation, sowie der großflächige Erwerb von fruchtbarem Land im Ausland zur eigenen Ernährungssicherung. Der Aufkauf der Kleinbetriebe in den Industrieländern und das großräumige ‚Land-Grabbing‘ in den Entwicklungs- und Transformationsländern bewirkt, nicht nur, dass eine nachhaltige Intensivierung nach gärtnerischen Mustern unmöglich wird, sondern auch, dass der für eine nachhaltige Agrikultur essentielle innige Kontakt der Bewirtschafter zum Boden, zu den Pflanzen und zu den Tieren verloren geht.
Eine Umsteuerung in Richtung intelligent vernetzter Kleinstrukturen erscheint daher geboten. Hierbei sollte neben der künftigen Ernährungssicherung auch bedacht werden, dass dezentral neue Dauerarbeitsplätze entstehen.
Möge diese Handlungsanleitung für die Politiker – aber auch für jeden einzelnen Bürger – angenommen und umgesetzt werden. Die grundsätzliche Reform steht an.
Es ist ökologisch und sozial fünf Minuten vor zwölf!
Wissen ist eine Holschuld. Keine/r kann sich ohne schuldig zu werden aus der Verantwortung wegstehlen, denn die Angebote sind abholbar.
Heinrich Wohlmeyer, 1. 12. 2014

*Heinrich Wohlmeyer, Verdienstvoller Autor des Buches „Empörung in Europa“ – Wege aus der Krise“,2012, Ibera Wien, 383 Seiten                             Siehe: http://www.Ibera.at

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2 Antworten zu Zur Diskussion: Heinrich Wohlmeyers Manifest

  1. Wilmot Franta schreibt:

    Ich kenne von einem Vortrag Prof. Wohlmayer persönlich und habe mit ihm auch interessant geplaudert. Sein damaliger Vortrag war hoch informativ.
    Deine Idee sein Manifest in Deiner Kolumne zu bringer war hervorragend. Sein Manifest beschreibt Lösungen zu Gunsten breiter Bevölkerungsschichten. Seine Erwähnung eines schon länger propagierten Grundeinkommens korreliert stark mit Sozialminister Dallingers damaliger berühmter Maschinen- bzw. Produktivitätsabgabe vor ca. 35 Jahren, zumal unternehmerische Investitionen meist Rationalisierungs-Investitionen waren und sind. Da immer weniger Menschen – unbesehen nachlassender Umsätze – durch modernen und hochtechnisierten Maschineneinsatz in der Produktion nicht mehr benötigt werden, sinken automatisch Sozial- und Lohnsteuereinnahmen. Die Sozial-Schere macht sich noch weiter durch Zuwanderungs- und Asyl-Unwesen auf. Die Maschinen produzieren jedoch das X-Fache der bisherigen Leistungen als vorher mit den alten Maschinen, jedoch mit einst mehr Beschäftigten, und oftmals liegt die Wertschöpfung der modernen Maschinem noch dazu im Ausland. Nicht zuletzt muss das viel mehr Produzierte ja auch abgesetzt, sprich verkauft werden, was ein eigener Themenkreis ist. Und auch die Zinsen für die Investitionskredite müssen bedient, und im Produktpreis untergebracht werden. Die Idee einer Exportüberschußabgabe ist daher mehr als gerechtfertigt, da ja in anderen Ländern Arbeitslose erst dadurch generiert werden. Sogar der Solar-Energie-Bereich wurde kurz im Manifest angesprochen. Unbesehen das die Target II-Forderungen gar nicht erfüllt werden können und der Steuerzahler – wie alles – ebenfalls schultern muss.
    Jetzt kommt’s aber: Kaum ein Punkt des Manifestes wird umgesetzt werden. Dafür Sorgen schon die Finanzeliten, die – wie bisher – erfolgreich „weiternaschen“ wollen.
    So gut wie immer (dies ist ein inherenter Zustand) kommt es in der Politik in Problembereichen immer zu Entscheidungen „schlechtester Natur“, wie gerade der Vortrag von Prof. Wohlmayer in Bezug auf die Hypo-Alpe-Adria ganz anschaulich beweist, und meine Aussage sogar umfänglich stützt (selbstreferentiell).
    Menschheitsgeschichtlich gab es nur geringe Zeitabschnitte ohne Kriege, Leid, Versklavung (heute über die Verschuldung), Seuchen und schwere Krankheiten, Terror (in unseren Breiten meist Gesinnungs-Terror), Vergewaltigungen, Ausbeutung, Drangsal, Abgabendruck (Steuervögte) und Obrigkeits-Willkür. Genannte Dinge sind teils wieder hoch aktuell bzw. werden folgen. Trotz „Super-Manifest“ ganz, ganz sicher und in Kürze. Und viele Erscheinungen zum Genannten kosteten auch Millionen Menschen das Leben (Stalin, Mao, Hitler, Allierte, USA, Irak-Iran-Krieg, 2x Irak-Krieg, Korea-Krieg, Schah-Regim, Afghanistan, Syrien, Polpot, Türken-Armenier, 1618-1648, Vertreibungen, künstliche Hungersnöte, Aufstände, Monsanto, Vergewaltigungen (nicht nur durch Russen, vor dem WK II auch systematisch durch Japaner in den von ihnen besetzten Ländern, etc.).
    Wie zwar Wenige wissen und Viele nicht glauben wollen, gibt es Bestrebungen und auch bereits aktive Umsetzungen die Weltbevölkerung mindestens zu halbieren. Hier wurden bereits erste Schritte unternommen, ohne ins Detail zu gehen.
    Generell gehen wir einer Zeit mit „viel, viel Gewalt“ entgegen (Krieg, Bürgerkriege, Sozialunruhen, Sabotagen, Terrorattaken, False-Flag-Aktionen (siehe MH 370, MH 17, 9/11), Demonstrationen sonder Zahl, Streik-Auswirkungen, Polizeigewalt, auch Hunger, Gegendemonstranten, Salafisten-Attaken, Gewalt-Kriminalität, Bomben-Terror, Mord und Raub, Diebstählen, Brandstiftungen, Denunziantentum, Geheimoperationen, Gesetzes-Drangsalierungen (z.B. Beschneidung der Presse- und Redefreiheit, auch über so genannte Diskriminierungs-Paragraphen, Entwaffnungs-Anordnungen, Verbotsanordnungen, Abgabendruck in Form von Gesetzen und Verordnungen – auch über die EU).
    Und nicht zu vergessen:
    Eliten wollen nicht nur die gesamten Vermögenswerte der von ihnen Ausgebeuteten, sondern es geht ihnen auch um exzessive und willkürliche Machtausübung. Das Versagen der Rechtsstaatlichkeit und staatlicher Organisationen ist im Sinne des Gesagten auch Programm und gewollt und Teil der schon lange betriebenen „Politik der Angst“. Genauso wie die „Verausländerung“ unserer seit jahrhunderten gewachsenen Gesellschaft (durch „Volkskörper-Skelettierung“).
    Angeblich, aber glaubhaft gibt es seit 2008 bzw. schon wohl davor, von Seiten der „Elends-Union“ (EU) Geheimbestrebungen, 56 Millionen Schwarze über viele Jahre verteilt (begonnen hat es ja schon) nach Europa zu holen. Da ja stets der „Fachkräftemangel“ ins Treffen geführt wurde und wird, nehme ich nun mal an, dass es sich bei den angedachten 56 Millionen Afrikanern um Diplomingenieure, Schweißer, Ärzte und sonstige Facharbeiter handeln wird. Diese „Spezialisten“ weden wohl den Heimatländern zu Gunsten Europas abgehen, aber „was solls“. Hauptsache wir bekommen diese „Fachkräfte-Fehlgeburten“.
    Die Pegida-Leute wollen Zuwanderung einfach nicht verstehen, wo ja auch zusätzlich der Islam zur deutschen Leitkultur von Seiten eines Bundespräsidenten gezählt wurde.
    Auch sind wir „verpflichtet“ den Multi-Kulti-Kuschel-Kurs und das Gendern und „das“ Conchita Wurst, ganz, ganz lieb zu haben, zumal ja nur der Putin und der alte Nikolo ganz Böse sind.
    Derzeit findet ja gerade eine mächtige Polarisation der Gesellschaft statt, was den Mächtigen auch nicht unlieb ist und ihre Interessen leider sogar beschleunigt.

    „Wir haben noch keine wirkliche Krise, wir sind noch in der Inkubationszeit zu einer epochalen Katastrophe“. Gottlob wird es verändert – jedoch nicht besser – kommen. Dafür wird schon das in den 30er-Jahren erforschte Gesetz der unbeabsichtigten Folgen“ sorgen.

  2. Bernhard schreibt:

    Entspricht genau dem „Plan B“ der http://www.wissensmanufaktur.net/; dieser enthält zusätzlich noch die Änderung der Eigentumsverhältnisse an den Medien.

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