Die Freiheitliche Partei Österreichs und der Islam

Le parti autrichien de la liberté et l´Islam                                                                          The Austrian Freedom Party and Islam

Die Wiener Freiheitlichen laufen sich für die im nächsten Jahr stattfindenden Wiener Wahlen bereits warm. Das ist ihr gutes Recht. Daß deren Gegner im Wiener Rathaus ihnen dazu ideale Trainingsmöglichkeiten bieten ist deren Pech. So auch jetzt, wo es um eine geplante türkische Imam-Schule geht, die zwar von den meisten Parteien abgelehnt wird, aber gegen die bisher ausschließlich die Freiheitlichen auf die Straße gehen.

Der freiheitliche Einsatz zeitigt jedoch den Nebeneffekt, daß die anderen Parteien aus ebenso populistischen Gründen sich erst recht berufen fühlen, ihre Solidarität mit den Muslimen ganz allgemein verstärkt zu bekunden, womit – im Falle einer angestrebten, vorerst  unrealistisch scheinenden freiheitlichen Regierungsbeteiligung auf Wien- oder Bundesebene – keine grundsätzlichen Veränderungen in der gewiß dringlichen islamischen Frage zu erwarten sind.

Ob nun an der kürzlich stattgefundenen Demonstration gegen die Imam-Schule, wie die Veranstalter meinen, 1.000 Wiener teilgenommen haben oder, laut Polizei, nur 250, ist eigentlich unerheblich. Denn wenn mich nicht alles täuscht, wird das ganze auch aus den oben erwähnten Gründen am Ende doch eher wie das legendäre Hornberger Schießen ausgehen. Am eigentlichen Ziel vorbei, mutmaße ich, und es könnte als populistische Augenauswischerei enden, wenn, wie zu erwarten ist, das Projekt doch, wenn auch in veränderter Form irgendwann genehmigt werden wird.

Seien wir nicht naiv, auch wenn man da und dort gegen fremdstaatlich gesponserte islamistische Anmaßung, hier türkische, punktuell Erfolge erzielt, die Multikulti-Karawane wird weiterziehen. Daher frage ich mich, warum die Freiheitlichen nicht längst gegen die Verursacher  der Flüchtlingsströme und die Verantwortlichen der Masseneinwanderung mobilisieren und auf die Barrikaden gehen, statt wenig erfolgreich nur Symptome zu bekämpfen. Man nenne doch endlich Roß und Reiter!

Es heißt, in ihrem selektiven Kulturkampf gehe es der freiheitlichen Parteiführung zwar in erster Linie gegen Islamisten, grundsätzlich aber, so hört man, auch gegen eine allgemeine Islamisierung. Was ja zu unterschreiben wäre, überzeugte auch das Rezept dagegen. So hapert es manchmal mit glaubwürdigen Argumenten, und brauchbare Gegenstrategien lassen auf sich warten. Jedenfalls solche, die auch intelligente kritische Geister in Staat und Gesellschaft überzeugen könnten.

Wenn, zum Beispiel, gefordert wird, in Moscheen und islamischen Gebetshäusern solle in deutscher Sprache gepredigt werden (Strache), dann ist das, und dessen müßte man sich bewußt sein, eine eher wenig realistische und daher unglaubwürdige Forderung, da diese dann ja im Falle jüdischer Tempel auch gestellt werden müßte. Was von einer Parteiführung, die sich als Anwalt der zionistischen Unterdrückungspolitik geriert und Israel-Kritik von Seite der Muslime reflexartig als „antisemitisch“ verurteilt, kaum zu erwarten ist.

Geradezu an Schizophrenie denken möchte man hinsichtlich einer weiteren Forderung der freiheitlichen Strategen. So könnte sich Generalsekretär Kickl für den so genannten „Islamischen Staat“, also dessen Propagandisten in Österreich nehme ich an, ein eigenes Verbotsgesetz vorstellen. Auch wenn man es inzwischen vergessen haben sollte, hatte man denn nicht früher einmal gegen ein anderes zu Recht seine „freiheitliche“ Stimme erhoben? Wenn auch das Anliegen dann stillschweigend aber politisch korrekt entsorgt wurde.

Ganz sicher wird ein hehren freiheitlichen Werten widersprechendes weiteres Verbotsgesetz der Sache nicht gerecht, und schon gar nicht kann man damit Salafisten und anderen Hundertprozentigen einen Schrecken einjagen. Dies müßte auch außerhalb des geschrumpften rechten Sektors der Partei bekannt sein. Nebenbei bemerkt, es braucht bei Islamisten eine Verschleierung nicht auf Textiles beschränkt zu sein.

Gewiß, Islamistisches und Islamisierung und damit einhergehende Gefahren bedürfen aus verständlichen Gründen der vermehrten Aufmerksamkeit aller, ebenso aber bedarf es, unabhängig von den Globalisierern möglicherweise erwünschten und inszenierten menschenverachtenden Exzessen – und abseits politischer wie auch von außen bewußt geförderter medialer Stimmungsmache – einer objektiven und vorurteilsfreien politischen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Eine solche ist aber nicht gegeben, wenn man alles und alle über einen Kamm schert und einzelne Fakten und nicht restlos geklärte Vorkommnisse und Hintergründe mit einer Religion und deren verschiedenen Kulturen, Glaubensrichtungen und Rechtsschulen gleichsetzt und mit zum Teil willkürlichen oder selten gültigen Koran-Interpretationen selbsternannter Experten die Fronten verschärft. Doch nicht um uns damit eines Tages Millionen Muslime auf den Hals zu hetzen? Davon abgesehen, müßte nicht jeder Politiker, der sich in dieser Sache zu populistisch verrennt, womöglich sein Leben lang um seine persönliche Sicherheit besorgt sein?

Selbstverständlich unterscheiden sich europäische Wertewelt und unsere Moralvorstellungen sehr wesentlich von einer vielfach nicht so wahrgenommenen durchaus bunten und, zumindest zu früheren Zeiten, Faszination auslösenden islamischen Welt, doch Halbbildung und diffuse oder ungesunde Vorurteile können ein Bild enorm verzerren und einen viel mächtigeren und gefährlicheren Gegner im Hintergrund seinem Ziel näher bringen.

Wenn man verhindern möchte, daß ein radikaler Islam in Österreich oder in Europa insgesamt einmal tonangebend wird, dann mögen heute Einzelaktionen zwar hilfreich und gut sein, insgesamt aber müßte eine intelligentere und vor allem sinnvollere Strategie im Rahmen des uns und unseren Kulturen eigenen Menschen- und Weltbildes her, ohne eine fremde Religion deshalb zu einer minderen oder schlechteren herabzuwürdigen. Nicht Symptom-Bekämpfung hilft weiter, sondern nur ein an die Wurzel unseres Unheils gehen.

Wenn also die Freiheitlichen es mit ihren Anliegen ernst meinen sollten und glaubwürdiger werden möchten, dann müssen sie, und dazu braucht es keine weiteren Skandale in Brüssel, ohne Wenn und Aber, also unmißverständlich, den sofortigen Austritt aus der EU anstreben. Aus jener EU, die in vielen Bereichen eine Kultur des Todes vertritt, 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer unverschämterweise  Geld für den Bau einer neuen (in der Ukraine) bereitstellt und nicht zuletzt politisch verantwortlich ist für eine zerstörerisch sich auswirkende Massenimmigration*.

Wir erleben ohne Zweifel eine Landnahme über die Asylschiene, um, welchen Anordnungen zufolge auch immer, ein zu eigenständiges Europa zu schwächen und im Sinne des Prinzips „Teile und herrsche“ an die zentralistische Kandare nehmen zu können. Und, auch infolge des Bevölkerungsaustauschs, Europa ein für allemal als eigenständigen Faktor der Weltpolitik auszuschalten.

Islam oder nicht Islam ist daher für mich nicht die entscheidende Frage, sondern die sollte lauten: (frei) sein oder nicht (frei) sein (wollen). Sollte ausgerechnet den Freiheitlichen entgangen sein, wer uns in Gefangenschaft hält und uns die übel schmeckende bevölkerunspolitische Suppe eingebrockt hat? Der Islam ist es nicht.

* „Die EU sollte alles daran setzen, die Homogenität seiner Mitgliedsstaaten zu untergraben“, wird Peter Sutherland, ehem. Konzernboss (BP, Goldman Sachs), Bilderberger und UN-Sonderbeauftragter für Migration, zitiert.

Zum Thema:
Straches Islamismus-Kritik bleibt ohne EU-Austritt-Forderung zahnlos http://www.youtube.com/watch?list=PL19A4D227483B280D&v=PazZ5seElSE&feature=player_embedded#t=0
Inge Rauscher macht es trotz Null-Unterstützung von freiheitlicher Seite vor. Siehe EU-Austritt-Volksbegehren: http://www.klagemauer.tv/eu-austritt

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3 Antworten zu Die Freiheitliche Partei Österreichs und der Islam

  1. cashca schreibt:

    Die ganzen Politiker, in Östereich genauso wie in Deutschland, reden und reden, machen ein auf “ WICHTIG“ und alles bleibt wie es ist.
    Zur gleichen handeln die anderen, die Migranten, die Muslime, die Salafisten, schaffen Fakten und festigen ihre Lebensgrundlagen in ihrem Sinne hier bei uns. Die Flüchtlingswelle geht weiter, keiner hat vor, diese zu begrenzen, oder sonst was zu ändern.
    Der Zug dafür ist längst abgefahren, die muslimischen Einwanderer werden ihr Ziel hier ereichen, die Gesellschaft nach ihrer Vorstellung zu verändern. Die Geburtenrate , plus jährliche Zuwanderung von mehreren Hundertausenden, wird es möglich machen. Das ist die Islamschule die Regel und nicht mehr die Ausnahme.
    Deutschland , Österreich und Europa will es doch so haben, also werden sie es bekommen.
    Es soll aber nach deren Vollendung keiner jammern und sagen, damit haben wir doch nicht gerechnet. Wer mit Blindheit geschlagen ist, der kommt eben unter die Räder. In diesem Fall unter die Fittiche des ISLAM. Dieses Szenario wird immer noch unterschätzt.
    Dann rette sich wer kann, das dürften aber nur wenige können.

    • Jaro Ruanza schreibt:

      Mit ihrem Kommentar haben sie völlig recht.Wie es aussieht,haben wir von keiner Seite Hilfe zu erwarten.Die FPÖ scheint auch irgendwie ferngesteuert zu sein.Wozu eigentlich fährt deren Parteichef immer wieder nach Israel? Die endlosen Debatten im Parlament,egal von welchem Parteienvertreter vorgetragen nerven den Zuschauer eigentlich nur.Ich bin mir auch sicher,daß das angestrebte Volksbegehren für den Austritt aus der EU,so es denn auch eingereicht werden kann,von den „Volksvertretern“schubladisiert werden wird!

  2. Fritz schreibt:

    Sehr, sehr gut! Symptom-Bekämpfung, die Wurzeln des Unheils verschweigen, Roß und Reiter nicht nennen, Halbbildung und ungesunde Vorurteile pflegen, zionistische Unterdrückungspolitik bejahen, sich dagegen wehren als „antisemitisch“ verurteilen, Europa kastrieren und der Kultur des Todes frönen – wie wahr!

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