Nationale Souveränität oder EU-Knechtschaft?

Souveraineté nationale ou UE-Esclavage?                                                                 National sovereignty or EU-slavery?

Die Katalanen wollten am 9. November darüber abstimmen, ob Katalonien seine Unabhängigkeit von Spanien erklären soll. Das spanische Verfassungsgericht hat dieses Begehren vorerst gestoppt. Vorerst, den die Katalanen werden andere Wege finden um an ihr Ziel zu gelangen. Wie in Südtirol oder Schottland auch ist die Mehrheitsbevölkerung einer Region innerhalb eines von mehreren Ethnien geprägten Nationalstaates wie Spanien nicht weiter gewillt, zentralistische Anmaßung, Bevormundung und staatliche Mißwirtschaft hinzunehmen.

In weiterer Folge ist es natürlich auch ein Widerstand gegen eine Zentrifugalkrafte wie Brüssel, das eigenständigen den EU-Planern zuwiderlaufenden Bestrebungen in seinem Machtbereich nichts abgewinnen kann. Daß in der katalonischen Frage die Kommission an der Seite des Nationalstaates Spanien steht ist nur ein scheinbarer Widerspruch. Schließlich ist dessen politische Klasse, wie in anderen EU-Ländern auch,  mit der EU-Nomenklatura gleichzusetzen, die anderes im Sinne hat als dem jeweiligen Volk vorgegaukelt wird. Umso mehr wird bestimmten grenzüberschreitenden Regionen das Wort geredet und unter die Arme gegriffen, um den zum Abschuß freigegebenen Nationalstaat zu unterminieren.

Schottland und Katalonien als kleine durch eigene Kultur und Identität ausgezeichnete Nationen wären daher als womöglich souveräne Staaten einigermaßen Sand im Getriebe beim beabsichtigten Abbau der Nationalstaaten. Und daß der Funke befreiungsnationalistischer Bestrebungen von halbautonomen Regionen auf andere Regionen oder etwa der ungarische Freiheitsdrang gar auf Staaten wie das US-Protektorat Deutsche Bundesrepublik überspringen könnte, ist dann ja nicht auszuschließen. Was das ganze erst richtig spannend machen und eine EU von US-Amerikas Gnaden vermutlich sprengen würde.

Nun ist das aber in deutschen Landen so eine Sache mit dem Nationalen. Im Kreislauf deutscher Irrtümer nimmt die unter anderem vom „Mainstream“ geschaffene und im Umlauf befindliche veröffentlichte Meinung über das Nationale ja noch seinen festen Platz ein. Aber es könnte doch plötzlich ein erfrischender nationaler Windstoß die Asche wegfegen, die einen verschmähten Funken bedeckt, um dessen mattes Glühen in eine lebhafte, aufklärende Flamme zu verwandeln. So weit wird es wahrscheinlich so schnell nicht kommen. Aber wer weiß schon Genaueres? Die Nation kommt wieder, schrieb ja schon der bekennende rot-grüne Deutschösterreicher Guenther Nenning einmal. Wenn auch die von ihm scherzhaft ins Spiel gebrachte „Ottakringer Nation“* in einem Jahrzehnt schon eine türkische sein könnte.

Nun bietet zwar auch das Nationale, wie andere gesellschafts- oder staatspolitische Phänomene – je nach Temperament der Akteure und allgemeine Lage unterschiedlich stark –  die Voraussetzung zur Entfaltung von Extremen. Die Geschichte kennt aber genug auch positive und fruchtbringende Beispiele einer nationalen Erhebung. Vorausgesetzt man läßt einen unzumutbaren Zustand nicht zu lange treiben. In der Beurteilung dessen aber, wo eine solche Erhebung angebracht ist, wo nicht, spielen die Medien, die stets hoffen dürfen, der Masse alles glaubhaft machen zu können, nur nicht die Wahrheit, eine zwielichtige bis eindeutige Rolle.

In unseren Breitengraden wird bekanntlich dieses Nationale von denselben Medien und einer Armada bezahlter Propagandisten jedweder Sorte bewußt in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt und an den öffentlichen Pranger gestellt, und mit ihm alle Patrioten, die Unabhängigkeit und Selbständigkeit befürworten oder verteidigen. Nach Jahrzehnten der Umerziehung und kontrolliertem Warmhalten der „braunen Suppe“ mit entsprechendem Erfolg. Das führt zu der Frage, warum macht man das, wovor hat man Angst?

Tatsächlich fürchten die westlichen Führungsschichten, Völker könnten ihrem auch Zinseszinz-Joch entsagen (dazu nicht unter ein neues geraten wollen) und ganze Staaten ihre volle Souveränität einfordern und erlangen. Daher intervenieren sie via Brüssel, staatliche Stellen und vermeintliche Nicht-Regierungsorganisationen, wo immer es von einem entfesselten Kapitalismus unabhängige Entwicklungen in diese Richtung gibt. Wie im Falle Rußlands oder jetzt auch Ungarns, dessen Regierungschef entgegen US-amerikanischen Gelüsten energiepolitisch mit Putin kooperiert.

Anmerkung: Wohl nicht zufällig soll sich in Budapest unter den von außen gesteuerten Demonstranten – Modell Maidan? – gegen die lächerlich niedrige Internetsteuer der Regierung Orban auch der US-Geschäftsträger befunden haben. Aber Budapest ist nicht Kiew.

Doch die Zentralisten werden nicht aufgeben. Wir werden daher im Rahmen der von der EU dazu für geeignet erachteten Abschreckungsstrategie bald schärfere und weitergehende Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des nationalen Virus kennenlernen. Es wird, unter anderem, auch damit zu rechnen sein, daß die Medien ihre Anstrengungen zur geistigen Verblödung der Masse im Sinne ihrer Auftraggeber noch verstärken werden, während die Zentralbürokratie in Brüssel zusätzliche die Freiheit der Bürger einschränkende und sie diskriminierende Verordnungen erlassen wird. Das Hintergrundmanagement wird außerdem dafür sorgen, daß weiterhin nur schwache und gefügige Politiker, Dampfplauderer und Karrieristen nach vorne kommen um regierungstauglich eingestuft werden zu können.

Angesichts der enormen Machtfülle der heute Mächtigen ist, trotz vielversprechender Anzeichen, die Zukunft des Nationalen noch lange nicht gesichert. Zudem wird gerne etwas Grundlegendes ignoriert oder mißachtet, das auch einer Selbstfindung und Renaissance Europas im Wege steht: Es mag für manche weit hergeholt scheinen, aber erst wenn ein Schlußstrich unter die so genannte „unbewältigte Vergangenheit“ gezogen und der letzte Besatzer deutschen Boden verlassen haben wird, wird auch von einer realistischen Chance eines freien Europas souveräner, demokratisch und konföderativ organisierter Nationalstaaten gesprochen werden können. Dies zu verhindern ist aber diese Europäische Union eigens geschaffen worden.

* Ottakring gehört zu den stark von Türken bevorzugten Bezirken Wiens.

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8 Antworten zu Nationale Souveränität oder EU-Knechtschaft?

  1. MLH schreibt:

    Die Nationalismen werden leider häufig von Politikern geschürt, die ihre nationale Gruppe um sich scharen wollen, zwecks Erreichung persönlicher Macht- und Einkommensziele. Dieses schüren nationaler Gefühle, um sich von anderen abzugrenzen, hat für mich einen unangenehmen Beigeschmack, auch in Schottland und in Katalanien. Milosevic, Hitler und viele andere haben mit diesem Psychowerkzeug gearbeitet.

    • helmut mueller schreibt:

      Auch Sozialismus, Katholizismus, Liberalismus, Konservativismus, Kommunismus usw. können, wie die Geschichte zeigt, zu bestimmten Zeiten in unterschiedlicher Weise ihre unangenehme Seite hervorkehren. Es kommt auf den Menschen an, das eine oder andere Phänomen verantwortungsvoll zu vertreten. Und auf die Gemeinschaft, die darauf achtet, daß dies geschieht. Macht und/oder Geld Verheißendes wird immer entsprechende Charaktere anziehen. Ihnen muß durch ein starkes Wertegefüge und demokratische Kontrolle die Möglichkeit einer dem Gemeinwesen schädlichen Aneignung bzw. des Mißbrauchs eines ideologischen oder Glaubensfundaments entzogen werden. Aber ohne ein religiöses oder anderes geistiges Fundament hätten wir ein verdammt großes Problem.

      • MLH schreibt:

        Das Macht und Geld entsprechende Charaktere anzieht, sehe ich als das Kernproblem der Sache. Eine Lösung dafür weiß ich leider auch nicht. Deswegen habe ich bei Nationalismen immer Angst, dass sie mißbraucht werden.

    • Margitta schreibt:

      Unangenehmer Beigeschmack hat oftmals seine Ursache im Nichtwissen um die Zusammenhänge und Hintergründe vorallem bei geschichtlichen Themen. Dies ist zumindest meine Erkennntnis seit ich mich fragte: Warum hat dieses oder jenes für mich einen unangenehmen Beigeschmack? Es ist nämlich immer MEIN Beigeschmack und hat ausschließlich mit MIR zu tun.

      Liebe Güße
      Margitta

      • MLH schreibt:

        Liebe Margitta,
        mag sein dass mein „Beigeschmack“ mit Wissensmangel zusammenhängt. Nur für Missbrauch der Nationalismen gibt es Beispiele.

        Lg
        Ludwig

  2. Jaro Ruanza schreibt:

    Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.Für meinen Geschmack haben wir zu viele Zuwanderer,diese werden uns möglicherweise ausradieren wenn nicht ein Wunder geschied.
    Leider lasen es unsere ferngesteuerten Politiker zu,daß es noch soweit kommen kann!

  3. Jaro Ruanza schreibt:

    Füge somit meinem letzten Beitrag ein ausgelassenes „S“hinzu!

  4. Pingback: Westliche Führungsclique knebelt nationale Souveränitätsbestrebungen | Kreidfeuer

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