Das Ende der Sicherheit

La fin de la sécurité                                                                                                               The end of security

„Das Ende der Sicherheit – Warum die Polizei uns nicht mehr schützen kann“ heißt der Titel eines im Kopp-Verlag erschienenen Buches von Franz Solms-Laubach. Es klingt vielleicht übertrieben, ist es aber nicht, wenn man die Kriminalstatistik und die Tagesereignisse, lokal wie global, zur Kenntnis nimmt. Dazu kommen noch die Gefahr eines Zusammenbruchs des Währungssystems und am Horizont sichtbar gewordene soziale und gesellschaftliche Spannungen, erhöht auch durch den Migrationsdruck. Ja, es gibt Zeiten, in denen sich Welten, besonders unsere, verändern, Ordnungen zerbrechen und Desorientierung und Unsicherheit tägliche Begleiter werden. In solchen Zeiten gilt es, jenseits von Schwarzmalerei und Angstmache, bereit zu sein.

Eine ernsthafte Analyse der politischen und ökonomischen Realität könnte zwar viele bereits in die Resignation führen, was aber keine Lösung wäre. Sinnvoller ist es, sich auf kommende, möglicherweise extrem schwierige Zeiten in jeder Hinsicht entsprechend vorzubereiten Das wäre zwar eine ernste Herausforderung auch für die Politik, aber die ist vornehmlich mit sich selbst und der Machtsicherung beschäftigt und scheint daher über den Tellerrand kaum hinaussehen zu können. Somit scheint jeder von uns eigentlich auf sich allein gestellt Vorsorge in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens (Finanzen, Nahrungsmittel, Hausapotheke, Energieversorgung, Sicherheit usw.) zu treffen.

Mit dem Sicherheitsexperten Wilmont Franta* sprach ich über damit zusammenhängende Fragen, die heute durchaus – man denke nur an die bedenkliche Massenimmigration oder unterbrochene wichtige Transportwege – im internationalen Kontext gesehen werden müssen.

In Europa ist es die Ukraine, die in mehrerer Hinsicht Anlaß zu allerlei Befürchtungen gibt. Sie kennen das Gebiet, waren auch auf der Krim, wie sehen Sie die Vorgänge dort, und könnte daraus ein größerer Krieg entstehen?

Franta: Es ist schon lange her, dass ich in Jalta und Simferopol auf der Krim und später noch im heutigen Russland weilte, doch kenne ich die russische Seele recht gut, um auch zu wissen, daß die Russen keinen Krieg mit dem Westen wollen. Die Entwicklung in der Ukraine zeigt dies recht deutlich. Da kann der Westen noch so lange um „Krieg betteln“, MH17-False-Flag-Aktionen starten und mediale Kriegshetze betreiben, es wird keine Totalkonfrontationen geben.                                                                                                        Putins Politik war geradezu genial. Dies hat er schon im Syrien-Konflikt bewiesen. Die EU hat sich durch die Sanktionspolitik selbst ans Bein gepinkelt. Jetzt beginnt man zurück zu rudern. Nicht ohne Grund darf man die EU auch von daher als „Elends-Union“ bezeichnen.

Damit nicht genug, wird seit längerem ein großer „Crash“ befürchtet. Sehen Sie Anzeichen dafür?

Franta: Ich werde bei Vorträgen und auch sonst immer wieder zum Thema „Crash“ befragt. Meine Antwort lautet hier: Wir befinden uns derzeit in der Inkubationszeit zur Katastrophe. Nur das Wann ist offen, nicht das Ob.

Worin erblicken Sie die Ursachen für die vor allem wirtschaftlich prekäre Lage und einen möglichen „Crash“?

Franta: Unser gesamtes Wirtschaftsgeschehen basiert ausschließlich auf Wachstum. Ist dies nicht möglich, bricht das System bis zur Verelendung zusammen. Daher: Wenn es kein Wachstum gibt, sind wir im A… und so kommt dann alles daher, was zu fürchten ist. Von der Mordbrennerei bis zum Bürgerkrieg samt Fluchtbewegungen. Am Beginn hierzu sind wir schon.

Könnte denn aus Ihrer Sicht die Politik dagegen nicht vorgehen?

Franta: Maßgebliches Gesindel unter den Politikern ist von Hochfinanz und Wirtschaft korrumpiert worden, hat deren Wünsche in Gesetze gegossen. Damit sind alle Machtstrukturen zu Gunsten des Killerkapitalismus zementiert. Alle künstlich in die Verschuldung geführten Länder müssen ihr staatliches Tafelsilber privatisieren. Privatisieren bedeutet in Wirklichkeit etwas verschenken.

Können wir irgendwie Vorsorge treffen, um im Falle eines Falles, z. B. massive Geldentwertung oder Versorgungsengpässe, über die Runden zu kommen?

Franta: Ja, man kann recht umfangreiche Vorsorgen treffen. Sie sehen ja hier bei mir im Kleingarten, daß meine Vorbereitungen optisch wahrnehmbar sind. Zum Beispiel Boxen für Kaninchen, die in Krisenzeiten eine wunderbare Frischfleischquelle sind. Brennholz habe ich für mehrere Jahre vorrätig lagern. Es würde jetzt den Umfang dieses Interviews sprengen, würde ich hier umfangreichere Vorsorgetipps geben. Es gibt genug Vorsorge-Literatur. Beim Kopp-Verlag, zum Beispiel, wird man reichlich fündig.

Worum sich viele in diesem Zusammenhang sorgen, ist das Gebiet der persönlichen Sicherheit. Was kann der einzelne dafür tun?

Franta: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Verhalten“, wie es einst Ex-Cobra-Chef Wolfgang Bachler formulierte. Kriminalprävention ist, wie auch der ökonomische Selbstschutz, mein Spezialthema. Es ist jedoch ein komplexes Thema. Daher hier nur so viel: Man schöpfe alle legalen Möglichkeiten entsprechend der verfügbaren finanziellen Mittel aus. Sei es eine Sicherheitstür der Widerstandsklasse 3 oder bloß ein Pfefferspray. Jeder sollte aber wissen, daß er in Österreich unter normalen Umständen sogar einen Rechtsanspruch auf zwei Schusswaffen der Kategorie B nach dem Waffengesetz im Sinne einer Waffenbesitzkarte hat. Hierzu wird jeder Waffenhändler gerne zur Hand gehen und fachlich beraten.
In naher Zukunft könnte es übrigens sinnvoll sein, den öffentlichen Raum zu gewissen Zeiten allein möglichst zu meiden. Ich vermeide jetzt schon, obwohl ich berechtigter Waffenträger bin und stets ein heimisches Pistolenprodukt, eine Glock 26, bei mir führe. auf Grund einer sich verschlechternden Sicherheitslage bestimmte Situationen und Orte.

Anmerkung von mir: Obwohl ehemaliger Berufssoldat und in jüngerer Zeit gefährlichen Drohungen ausgesetzt gewesen, verzichte ich vorerst auf den Besitz bzw. das Tragen einer Waffe. Ich kann aber verstehen, wenn immer mehr Menschen damit liebäugeln, sich eine solche anzuschaffen.

*Ing. Wilmont Franta ist Sicherheitspädagoge in Wien, „Eingetragener Mediator“ im Bundesministerium für Justiz, als Bauingenieur auch ausgebildete Sicherheitsfachkraft (SFK) nach ASchG, Brandschutzbeauftragter und Betrieblicher Ersthelfer. Franta beschäftigt sich auch mit Kriminalprävention und ist Inhaber aufrechter Waffentraggenehmigungen für drei europäische Länder (Ö, CH, D) und hierzu auch umfänglich ausgebildet und ausgerüstet.                                                                                    (E-Mail: ing.w.franta@sicherheit-mediation.com)

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6 Antworten zu Das Ende der Sicherheit

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Hier kann man nur beipflichten. Besonders gefiel mir die Formulierung, daß Putins Politik genial sei, da der Westen um Krieg „bettle“, er aber nicht auf diverse Provokationen eingehe. Einzig die Sache mit der Vorsorge hat einen Haken: denn wer kein Haus mit Garten hat, kann wohl auch nicht vorsorgen. Ich denke da eher an das Gleichnis von den Lilien auf dem Felde, vor allem aber daran, daß man in dieses Getriebe des Bösen vielleicht doch etwas Sand streuen könnte. In einem Vortrag im Liberalen Club (den ich schon lange nicht mehr besuche), den ein offensichtlicher amerikanischer Propagandist über das Thema „Terror“ hielt, wurde als die mildeste Form des Terrors die Subversion bezeichnet. „Das ist es“, dachte ich mir.

    • Helmut Müller schreibt:

      Ja richtig, Haus mit Garten wäre nicht schlecht. Manche Bauern am Stadtrand vermieten einen Teil ihres Ackerlandes an Hobbygärtner. Auch ein Minigarten am Balkon wäre schon hilfreich. Hier wie anderswo auch wird die Phantasie herausgefordert. Auch was die erwähnte Subversion betrifft. Und vergessen wir nicht: Die Not macht bekanntlich erfinderisch. Also noch kein Grund zu resignieren, wie mancherorts leider bereits vollzogen.

  2. Muki schreibt:

    Sicher ist nur, daß die Politiker auf ihre Sicherheit mehr bedacht sind als auf alles andere. Sonst wären wir gar nicht in der Situation, in der wir uns heute befinden.

  3. Hans schreibt:

    Es geschieht nichts zur Rettung der angestammten einheimischen Bevölkerung und es darf auch nichts für unsere Bestandserhaltung geschehen.

  4. Älpler schreibt:

    Egon von Greyerz, Schweizer Finanzfachmann: „Dieser weltweite Zusammenbruch wird größer, als sich irgendjemand vorstellen kann. Mit den besten Schutz werden physisches Gold und Silber bieten, das aus dem Bankensystem herausgehalten wird, denn bei all dem kommenden Chaos werden Gold und Silber auf Höchststände steigen, die man sich heute nur schwer vorstellen kann.“
    Also Leute, schnallt Euch gut und rechtzeitig an, wir gehen „goldenen“ Zeiten entgegen!

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