Schottland: Ein Pyrrhussieg der Zentralisten

Ecosse: Une victoire à la Pyrrhus des centralistes                                                    Scotland: A pyrrhic victory of the centralists

Wurde die Abstimmung in Schottland manipuliert? Filmaufnahmen (siehe unten) weisen in diese Richtung. Aber unabhängig davon, ob die Vermutungen stimmen oder nicht, könnte sich das Ergebnis für London auch so noch als schwer verdaulicher Brocken erweisen. So werden des britischen Premiers Zusagen an Schottland eine Lawine zusätzlicher Autonomie-Forderungen, auch der Walliser und Nordiren, ja selbst der Engländer selbst, auslösen. Aber bereits die bisher in Aussicht gestellten Zugeständnisse  tragen genug Zündstoff in sich. Großbritannien stehen, so oder so, spannende Zeiten bevor. Da mögen die Zentralisten noch so viel tricksen und die Queen noch so gerührt in die Kamera blicken.

Doch auch jene in Brüssel, die nach dem schottischen Ergebnis aufgeatmet haben, werden mit weiterem Sand im zentral gesteuerten Getriebe rechnen müssen. Der Wind der Freiheit mag sich für einen Augenblick der Geschichte besänftigen, aber nur um später mit viel größerem Schwung gegen jene anzustürmen, die Europa den Banken und Konzernen ausgeliefert haben. Und die dann, wie der österreichische Bundeskanzler verkünden, „unsere Gegner“ seien „die Nationalisten, die Europa zerstören“. Damit meint er natürlich die diktatorisch agierende EU und nicht ein Europa der Selbstbestimmung und Selbstverwaltung freier und eigenverantwortlicher Bürger.

Österreichs Regierungschef kann in dieser Hinsicht stellvertretend für andere ähnlich tickende EU-Politiker gesehen werden. In deren „Wertehaltung“ (Faymann) sind demokratische Prinzipien nur soweit vorgesehen, als sie dem Machterhalt nicht im Wege stehen. Daher auch ihre Angst vor Volksabstimmungen, denn ihre Macht und Legitimation leiten sich in Wirklichkeit nicht vom freien, souveränen Bürger, sondern von den Lobbies und Logen ab. Aber genau dies durchschauen immer mehr, und so bleibt mancherorts den Herrschenden nur die Zuhilfenahme jeglicher Mittel der Manipulation, zu späterer Stunde vielleicht sogar einmal solche der Gewalt.

Der Ungehorsam gegen eine unnütze Regierung oder gegen eine in Richtung Diktatur abdriftende Union wird somit zur unabwendbaren Notwendigkeit. Ein uns von der Hochfinanz aufgezwungenes System kann mit dem Verstand und der Aufrichtigkeit der Mehrheit der von ihm unterdrückten und ausgebeuteten Bürger, die sich, ob in Schottland oder in Österreich, dieser Tatsache noch viel mehr bewußt werden müssen, überwunden werden. Passiver Widerstand überall dort, wo es möglich ist und es dem Gemeinwohl nützt, ist das Gebot des Jahrzehnts. Da mag in naher Zukunft noch der eine oder andere Pyrrhussieg für das System herausschauen, am Ende wird es sich zu Tode gesiegt haben.



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2 Antworten zu Schottland: Ein Pyrrhussieg der Zentralisten

  1. Franz R. schreibt:

    Den EU-Zentralisten hat das schottische Votum zweifellos einen Schlag mit langen Nachwirkungen versetzt, doch nach weitverbreiteter Ansicht gehört die europäische Zukunft eher den Regionen als den Nationalstaaten (ob erstere auch Sprachgrenzen zu überspringen vermögen, muss sich noch zeigen). Vielleicht wünschen sich “freie und selbstbestimmte Bürger” eher ihr eigenes Bundes- als das größere (deutsche oder österreichische) Vaterland? Vielleicht sollte der einstige Deutsche Bund der künftigen EU zum Vorbild dienen. Bundesarmee (für den Eventualfall, der zwischen 1815 und 1866 nie eingetreten ist; die sogenannten deutsch-dänischen Kriege waren eher preußisch-dänische, beim zweiten spielte Österreich mit), Gesandtenkongress und Zollunion ja, ansonsten aber hatte man eigene Flaggen, Herrscherhäuser, Regierungen, sogar Währungen. Für die Deutschen war es eine gute Zeit, preußischer Übermut aber stürzte dieses Modell und führte achtzig Jahre später zur Diskreditierung des Preußentums und zur Auflösung dieses – innerlich durchaus gesunden und verdienstvollen – Staates.

  2. Werner Kohl schreibt:

    Das Abstimmungsergebnis ist doch ganz im Sinne der britischen und US-amerikanischen Banken.
    Cameron und Obama jubeln: was will man mehr?
    Nur: die Katalanen sind aus einem anderen Holz, da werden sie sich mächtig ins Zeug legen müssen. Da sind noch immer alte Rechnungen offen!
    Hasta luego!

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