Kapitalismuskritik oder Totgesagte leben länger.

Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Ein Stehsatz , dessen Richtigkeit leicht überprüfbar ist und selbst von den Spitzenvertretern des internationalen Kapitals nicht mehr ignoriert werden kann. Wenn Frau Lagarde vom Internationalen Währungsfonds etwa zugibt, daß die 85 reichsten Menschen auf der Welt so viel besäßen wie die Hälfte der ärmsten Weltbevölkerung, immerhin 3,5 Milliarden Menschen, dann ist dies anscheinend auch für das große Geld des Nachdenkens wert.

Gelegenheit dazu gab es dieses Jahr schon genügend, so beim „World Economic Forum“ in der Schweiz, bei den Bilderbergern in Kopenhagen und, nicht zuletzt, bei der „Inclusive Capitalism“-Konferenz (ICI) vorwiegend führender Manager und Finanzexperten in London. Als Teilnehmer konnte von Lady Lynn Forester de Rothschild aber auch ein alter Freund der Rothschilds, Bill Clinton, begrüßt werden. Geld und Politik, immer schon eine interessante Konstellation.

Das Londoner Treffen kam auf eine Initiative der neokonservativen Henry Jackson Society (HJS) zustande, die auf Grund der gegenwärtigen Krise ein zu großes Protestpotential entstehen sieht, wodurch Politiker gezwungen werden könnten, dem internationalen Kapital schädliche Eingriffe vorzunehmen. Und sei es nur um die eigene Haut zu retten. Es gelte daher das seit der Finanzkrise 2008 verlorengegangene Vertrauen in den Kapitalismus wieder herzustellen, um die Position und steigende Erlöse der Investoren nicht zu gefährden, heißt es. Es kam aber bei dieser Konferenz nicht wirklich heraus, wie der Profit weiter gesteigert und gleichzeitig der Wohlstand der Massen erhalten bzw. gesichert werden könnte. Die Zeichen stehen daher eher auf Sturm.

Totgesagte leben zwar meist länger, aber Habgier und Herrschsucht könnten den Kapitalismus vielleicht doch einmal zu Fall bringen. Noch aber darf er selbstsicher sein.. Nun ist der Kapitalismus an sich ja weder moralisch noch amoralisch, auch daß seine Vertreter sich nicht aus moralischen Gründen zusammengeschlossen haben, sollte eigentlich klar sein. Und daß es nicht deren Bestreben ist, uns Europäer aus einer existenziell-philosophischen Krise zu führen, darf wohl angenommen werden.

Daher ist auch nicht zu erwarten, daß Inhaber großer Vermögen, nur weil sie um ein vielfaches mehr in die Tasche stecken können als die Gesellschaft insgesamt, deshalb mit schlechtem Gewissen ihren Luxus genießen. Und ich halte es auch für wenig wahrscheinlich, daß sich der Kapitalismus von selbst zu einem mit menschlicherem Antlitz wandelt. In dieser rational-materialistischen Welt mit ihrem Schuldgeldsystem sind Wunder dieser Art eher nicht zu erwarten. Also gibt es in diesem längst entarteten kapitalistischen System logischerweise, ganz nüchtern betrachtet, Gewinner und Verlierer, wobei die einen nur ganz wenige sind, die allerdings immer mehr zusammenraffen, während die anderen immer weniger besitzen, aber dafür immer mehr werden.

Das könnte noch schlimme soziale und politische Folgen zeitigen mit durchaus unwägbarem Ausgang auch für die Verursacher. So macht man sich daher auf Kapitalseite vermehrt Gedanken zum Thema Schadensminimierung. Nicht aus Nächstenliebe, gewiß nicht, sondern aus reiner Vorsorge für das heilige Vermögen und die Herrschaft, vielleicht auch schon da und dort für die persönliche Sicherheit. So wird schon einmal beachtlich aufgerüstet, nicht nur militärisch, versteht sich. Das reicht von der elektronischen Überwachung bis zur möglichen Abschaffung des Papiergeldes, womit unsere Auslieferung an eine global agierende kapitalistische Junta komplett wäre.

Ohne Zweifel hat der Kapitalismus, wie andere, inzwischen aber gescheiterte Systeme, auch positive Leistungen erbracht, aber mehr und mehr rücken heutzutage die verheerenden Folgen der von ihm geförderten Gier in den Vordergrund. Nicht selten werden diese, wie im Irak, mit Feuer und Schwert herbeigeführt. Aber man ist skrupellos auch in dieser Hinsicht: Was Marxisten einst als die klassische „industrielle Reservearmee“ bezeichneten, umfaßt heute auch jene Masse der Migranten, die durch die verantwortungslose Geld- und Geschäftspolitik internationaler Banken und Konzerne zur Auswanderung gezwungen werden und das Heer der Arbeitslosen in Europa und damit auch die bereits bestehenden gesellschaftlichen Spannungen noch vergrößern.

Angesichts der Tatsache, daß das Kapital weiterhin schneller wächst als die Wirtschaft, die Kapitalisten zwar viele schöne und tröstliche Worte spenden, keinen Jota ihrer Macht aber abgeben möchten und ihre Gier zudem unersättlich scheint, fragen sich immer mehr, wie man nun der Hybris der Globalisten Herr werden könnte ohne einen sozialen Zusammenbruch herbeizuführen. Wäre aber ein geordneter Übergang denn überhaupt einmal möglich oder müssen wir erst darauf warten, bis dieser Kapitalismus uns in ein globales Chaos, gar Inferno führt, wo dann die Gesetze des Dschungels erst recht fröhliche Auferstehung feiern würden?

Umso wichtiger und nützlicher erwiese sich  dann eine homogene Gesellschaft, die in einer einmal ausweglos scheinenden Lage noch am ehesten Schutz und Nachbarschaftshilfe ermöglichte, eine, die zur Sicherung des Gemeinwesens befähigt wäre. Aber genau eine solche Gesellschaft wird bereits jetzt auf vielfältige Weise, so auch durch die massive Immigration unterminiert. Wann werden es genügend „Ohnmächtige“ denn begreifen, daß uns die etablierten Parteien als Komplizen des internationalen Kapitals möglicherweise in ein Elend unvorstellbaren Ausmaßes hineinführen? Wenn es zu spät sein wird? Alternativen zum jetzigen, sogenannten Raubtierkapitalismus werden hier noch zur Sprache kommen.  So ohnmächtig müßten wir nicht sein!

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4 Antworten zu Kapitalismuskritik oder Totgesagte leben länger.

  1. peter schreibt:

    Danke ! Großartig ! Aber ,was tun ?

  2. Cource schreibt:

    Ach nee, aufeinmal melden sich auch aus der rechten ecke bedenken an, tja die Verarmung macht eben doch nicht vor der Gesinnung halt und viel schlimmer noch man kann absolut nichts dagegen tun, das System ist so gut, das selbst die Opfer ihre Peiniger verteidigen

    • Bernie schreibt:

      Ach ja, manche scheinen nicht mitbekommen zu haben, daß bereits in den Siebzigerjahren in BRD-Medien von einer „Revolution von rechts“ diie Rede war. Nationalrevolutionäre suchten und fanden einen Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus, zwischen links und rechts. Das System hatte aber die Gefahr schnell erkannt und bekämpfte die NR-Alternative den üblichen Methoden und den üblichen „nützlichen Idioten“. Dank letzterer siegte sich der Kapitalismus beinahe zu Tode. Also bitte aufwachen!

  3. Corinna schreibt:

    Der kleine Bankräuber ist lange nicht so gefährlich wie jene die das Geld kontrollieren.

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