Arme Wurst Conchita als Maß aller Dinge?

Aller guten Dinge sind drei. Nach Mozartkugel und Sachertorte hat Österreich endlich ein dem neuösterreichischen Innovationstsunami entsprechend würdiges Statussymbol vorzuweisen: die Wurst. Diese ist aber keine Klobasse*, sondern eine Kunstfigur, und die hat auch einen Namen: Conchita. Dank „ihr“ kann Austria nicht mehr mit Australien verwechselt werden. Vielleicht auch nicht gerade mit Hochkultur, aber eine solche ist ohnehin nicht gefragt von einem alles nivellierendem Zeitgeist und in einem Land, das einen seiner größten Lyriker (Weinheber) politisch korrekt buchstäblich links liegen läßt. Ein Land, wo eine Bildungsministerin in einem Interview mit dem erlesenen Satz „Ich bin angefressen“ gefallen möchte und seltsame Praktiken an Schulen zu verantworten hat**.

Doch im Fall Conchita ist zumindest der von der erwähnten Ministerin behüteten Gender-Lobby, mit Unterstützung des öffentlich rechtlichen ORF, ohne Zweifel ein toller PR-Coup gelungen. Und so schmeckt, angeblich, der ganzen Welt unsere hausgemachte Wurst, die gewiß noch unserer kaiserlichen „Sissi“ den Rang ablaufen könnte. „Melange“ Conchita träumt indessen bereits vom begehrtesten internationalen Musikpreis, dem „Grammy“, und auch davon, den nächsten „Song Contest“ moderieren zu dürfen. Warum nicht gleich auch die Oscar-Verleihung? Was vielleicht gar nicht so weit hergeholt ist, schließlich meinte ein Vorgänger des bemitleidenswerten andersrumgearteten „Song-Contest“-Gewinners einmal, wenn man in Hollywood etwas werden möchte, dann am ehesten als Schwuler, Schwarzer oder Jude.

Conchita, dessen/deren Talent hier nicht in Frage gestellt werden soll – sowenig wie ich dessen/deren biologisch-evolutionistische Extrawurst-Rolle bewerten möchte – ist aber plötzlich auch so etwas wie ein gesellschaftspolitisches Sesam-öffne-dich. Glaubt man der österreichischen Staatsspitze, hat die bärtige Showkanone mit seinem/ihrem Sieg ein österreichisches Zeitalter der Vielfalt und Toleranz eingeläutet. Mit Einschränkung natürlich: „Österreich zuerst“-Rufe und traditionelle Rollenbilder bleiben natürlich auf der „Watch-List“ unserer geisteskranken(?) Gutmenschen*** so wie der Mohr im Hemd, die Negerküsse, das Zigeunerschnitzel oder die unschuldige Zahl 88 auch. Erwünscht sind politisch korrektes Sprachkorsett, allerlei exotische Zutaten und das große Schweigen der Mehrheit.

Da mögen ringsum die Kanonen donnern, ganze Staaten Pleite gehen und jeder Österreicher mit mehr als 30.000.- Euro unfreiwillig verschuldet sein, zu schlechter Letzt auch noch die Europäer aussterben. Macht alles nichts, wir haben unsere unbefleckte, gewiß einmal heilig zu sprechende Wurst, die uns dies alles ab jetzt vergessen läßt. Von daher ist es durchaus vorstellbar, daß Herr/Frau Wurst, sollten weitere Pläne versanden, uns dereinst einmal als Spitzenkandidat einer Partei von den Plakatwänden lächeln wird. Fände ich ausgesprochen passend, denn niemand anderer könnte die Beschaffenheit der in deutschen Landen praktizierten Politik besser wiedergeben als eine Art geschlechtliche Mischkulanz wie diese, in Wirklichkeit, „arme Wurst“ Conchita eine sein könnte. Nämlich: nicht Fisch, nicht Fleisch.

*Klobasse, Burenwurst oder Burenhäutl ist, öst.mundartlich, eine Brühwurst.             **Beispiel: In einer Wiener Schule sondierte die Lehrkraft die Meinung der 16 bis 17-jährigen Schüler in Sachen Kinder-Adoption durch Schwule und Lesben. Wer dafür war, sollte auf die eine, wer dagegen, auf die andere Seite treten. Eine Russin, ein Serbe und ein Jude erlagen nicht dem Gesinnungsdruck und hatten den Mut, sich gegen so ein Adoptionsrecht auszusprechen.                                                                                                     *** Gutmenschen seien „klinisch geisteskrank“, so der US-Psychiater Lyle Rossiter

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10 Antworten zu Arme Wurst Conchita als Maß aller Dinge?

  1. Dr. Eike Rux schreibt:

    Gott sei Dank wissen wir jetzt endlich, wo die Kultur der „österreichischen“ Nation steht: Zwischen Würstchen und Conchita-Bananen.

  2. Peter Lerchenmüller schreibt:

    Sicher könnte man/frau sie/ihn/es auch so sehen.
    Sehen wir es aber einmal so:
    Conchita hat den europäischen Song Contest gewonnen.
    Der Song selbst war der größte gemeinsame Eurovision Nenner, also so was wie das geringste Übel, zugedeckt durch eine pompöse optische und akustische Inszenierung und vor massenhysterischem Hintergrund. There is no business like showbusiness.
    So weit so schlecht.
    Ein Liberaler mit Herz, Hirn und Humor sieht aber auch die mögliche positive Auswirkung auf die schwindende gesellschaftliche Toleranz in weiten Teilen des Kontinents, und das hat wenig zu tun mit dem von selbsternannten Rettern des Abendlandes prognostizierten Untergang europäischer Kultur. Egozentrischer Nationalismus und Xenophobie lassen die Gemeinschaft gesellschaftlich auseinanderdriften, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise taten ein Übriges zum Toleranzdefizit.
    Conchita hat in Europa weder einen kulturellen Kick vorwärts noch rückwärts ausgelöst.
    Aber er/sie/es kommt jetzt in die Charts und dabei fällt im Ausland die Beifügung AUSTRIA.
    Das hebt den sinkenden Patriotismuspegel wieder auf EU Durchschnittslevel, und den Incoming Ziffern des Tourismus wird der in Kopenhagen ausgelöste mediale Hype eher nützen. ORF sei Dank.

  3. jean-louis schreibt:

    Da Conchita ein weiblicher Vorname ist, und man „DIE Wurst“ sagt – nicht DER -, werde ich das Würstchen als Frau betrachten, obgleich sie einen Bart trägt.
    Nur: in vergangenen Zeiten zeigte man üblicherweise bärtige Frauen im Zirkus.

  4. serge schreibt:

    Verstehe diesen Kommentar nicht. Wieso er bzw. sie ?
    Es ist doch offensichtlich ein es- eine Wurst die singt und einem Menschen ähnlich sieht, aber doch nicht wirklich ein mensch ist.
    Es ist ganz einfach eine singende Wurst.

  5. Ruprecht schreibt:

    100 Jahre nach dem Beginn des 1.Weltkrieges, danach, ich weis nicht wie viel hunderte Kriege die folgten, jeden Tag sterben an die 30.000 Kinder, die Welt vor dem Abgrund und wir haben keine anderen Probleme als einen Sieg der Toleranz zu feiern.
    Wahrlich ein Sieg der Dummheit und der Ignoranz zur Realität.
    Auf welchen Planeten bin ich da gelandet?

  6. Ede Wachsam schreibt:

    Ganz davon abgesehen, dass ich mir solche Müllsendungen, wie auch den Schrott vieler TV Sender erst gar nicht ansehe und ich nur diese Karikatur eines Menschen natürlich in allen Medien zu sehen bekam, ist für mich die Tatsache, dass Dummheit nicht weh tut eine traurige Tatsache. Dies aber richtetet sich vor allem gegen diese „Gutmenschen“ die sowas Inszenieren und hofieren und offenbar tatsächlich irgenwas an der Waffel haben.

  7. Jaro Ruanza schreibt:

    Heimat bist du großer Söhne!
    Erst einen Basti als Außenminister,dann einen Nationalratsabgeordneten mit Nudelsieb am Kopf
    und jetzt auch noch eine neue Wurstsorte.Das soll uns einmal einer nachmachen!
    Kann man das alles noch ernst nehmen?

  8. quoVadis schreibt:

    Wenn sich Tom als Frau fühlt, warum lässt sich nicht „einfach“ umoperieren oder trägt nur Frauenkleider, sondern muss noch einen Bart tragen ?
    Als Tom Neuwirt hatte er auch keinen Bart getragen.
    Da er schon längere Zeit im Showbiz „herumwurstelt“, hatte es einfach anders probiert, Erfolg für jeden Preis….Polarisieren und Auffallen ist „in“ Siehe Lady Gaga…
    Als Tom oder als Conchita (ohne Bart) hätte er sicher nie ESC gewinnen können.
    Wenn er über Toleranz und Akzeptanz redet, konnte sich auch zu dem Vorfall äussern, wenn die russischen Mädchen von dem Publikum ausgepfiffen worden sind.
    Showbiz und Sport sollten nicht mit Politik gemischt werden

  9. Pingback: Arme Wurst Conchita als Maß aller Dinge? | Maria Lourdes Blog

  10. T2014 schreibt:

    So wie die Ukraine-Lügerei den Staatsmedien den Todesstoß versetzt hat, tut es die Wurst nun in Bezug auf Massen-Untertainment. Das Interesse schwindet rapide und bald senden sie den ganzen Scheiß nur noch für ihre Redakteure, weil es sonst keiner sehen will. Wie der Ami sagt, „vote with the wallet“.

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