Es wird anders als es gewesen ist. Nicht nur in der Schweiz.

Il sera différent de ce qu’il a été. Non seulement en Suisse.                                     It will be different than it has been. Not only in Switzerland

Ich beginne mit einer für viele guten Nachricht: Seit 2007 machen die multinationalen Konzerne, dazu auch Nestle und Novartis gehören, großartige, stets steigende Gewinne. Das bedeutete gleichzeitig nie gekannte Spitzengehälter und tolle Boni für Top-Manager. Riesengewinne übrigens auch für die Fonds-Eigentümerfamilie des Herrn Soros: satte          5, 5 Mrd. Dollar!

Aber auch die Wasserträger des Geldadels in Staat und Gesellschaft sind nicht zu kurz gekommen, und sie möchten selbstverständlich weiterhin zulangen. Weshalb sie auch vor absurder Angstmacherei wie, Österreich würde ohne Zuwanderung ein Armenhaus, nicht zurückschrecken.

Nun aber die aus der Sicht des „kleinen Mannes“  schlechte Nachricht: Leider stagnierten in derselben Zeit – wohl nicht zufällig – die Gehälter der  Werktätigen und Angestellten oder erhöhten sich nur unmerklich. Dazu haben sich immer mehr Haushalte durch Schulden in eine verzweifelte Lage gebracht. In den USA wie in Europa. Und vieles spricht dafür, daß sich diesbezüglich der Trend verstärken wird.

Wenn nun nach der Volksabstimmung in der Schweiz die Großprofiteure ihre EU-Politiker und Meinungsmacher zum Aufheulen und zu Drohgebärden animieren und der wehrhaften Schweiz versteckt gar mit Sanktionen drohen, dann ist das gewiß verständlich. Sind sie doch an einem möglichst großen erpressbaren Multikulti-Lohnsklaven- und Konsumentenheer interessiert, um die Gewinnspiele verlängern zu können.

Daß damit früher oder später auch in der Schweiz soziale Spannungen, gar Arbeitskämpfe programmiert wären, darf wohl angenommen werden. Diese fatale Aussicht wird aber derzeit noch durch eine ausbeuterischen Konzernen sicher wenig willkommene geringe Arbeitslosenrate in der Schweiz verdeckt.

Das trotz massiver Sperrfeuer zustande gekommene Schweizer Ergebnis kommt noch dazu zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, vor der EU-Wahl nämlich. Fühlt man sich doch beim Steigenlassen der mit schönsten Aussichten und Versprechungen gefüllten  Luftballons erheblich gestört. Nach Widerstand gegen das berüchtigte TTIP-Freihandelsabkommen, brauchte man nicht noch mehr Sand im Getriebe.

Noch dazu  liefert ein anderes Freihandelsabkommen, das zwischen den USA, Kanada und Mexiko (NAFTA), bereits Negativschlagzeilen. Das als Job-Maschine hochgejubelte Abkommen kostete den USA nämlich wegen  der Abwanderung von Betrieben in das Billiglohnland Mexiko erst einmal 700.000  hochwertige Arbeitsplätze.

Da aber die über die Grenze gewanderten US-Konzerne die lokale mexikanische Wirtschaft unter Druck setzten, was zu manchen Schließungen führte, suchte ein Heer von minderqualifizierten arbeitslosen Mexikanern seinerseits Arbeit in den USA, was die Belastungen und sozialen Spannungen dort erhöhte und nicht zuletzt zu Lohndumping führte.

Unter dem Strich brachte NAFTA selbst in den USA gefährdete Arbeitsplätze, weniger Lohn und ein Auseinanderklaffen der Einkommensschere, aber Riesengewinne für Konzerne. Von den weiteren Nachteilen eines solchen Abkommens für die Staaten habe ich ja hier schon einmal geschrieben, und so wie es läuft, haben die TTIP-Verhandler noch viel vor.

Aber zurück zur Schweiz: Hier gelang es also den  Befürwortern einer  grenzenlosen Einreise- und Aufenthaltsfreizügigkeit vorerst einmal nicht, die Souveränität des Landes wie Emmentaler-Käse  durchlässiger zu machen. Souveränität ist das Schlüsselwort, darum geht es. Das heißt, die Konzerne möchten sich selbstherrlich über die nationalen Regierungen und den Souverän setzen.

Die Schweizer haben natürlich nichts gegen Ausländer, aber sie wollen ihre nationale Souveränität bewahren. Die Schweiz ist eines der demokratischsten und tolerantesten Länder in der Welt, und die Schweizer haben vor allem emotional entschieden, und das ist gut so. Sie haben sich für Ihr Land und ihre Kultur entschieden und dem unanständigen Ansinnen der Geldlobby, dem viele Schweizer dennoch erlegen sind, eine Absage erteilt. 

Da  dies alles aber vor einer möglicherweise kommenden noch größeren Finanz- und Wirtschaftskrise als bisher  zu sehen ist, könnte die Art und Weise wie die Schweiz mit den zu erwartenden Schwierigkeiten der nächsten Zeit umgehen wird, zu einem Überlebenslehrstück für andere aufmüpfige Länder werden.

Es ist übrigens wenig wahrscheinlich, daß die Schuldenunion aus ihrem selbstverschuldeten Dilemma ohne größere Kollateralschäden und ohne immense Belastungen für die EU-Bevölkerung herausfinden wird. Daher muß  damit gerechnet werden, daß Brüssel unter bestimmten Umständen auch zu Gewaltmitteln greifen würde, um sich als künstliches gegen die europäischen Völker gerichtetes Projekt zu behaupten.

Aus diesem und anderen Gründen ist Vorsorge in jeder Hinsicht das Klügste, was man zu dieser Stunde tun kann. Ich zitiere dazu heute noch gültige Worte aus einem Brief des großen Deutschschweizer Kulturhistorikers Jakob Burckhardt (1823-1894) an den badischen Kreishauptmann Friedrich von Preen (1818-1897): „Bestelle Dein Haus usw., das ist das weiseste, was wir alle tun können, in ganz Mitteleuropa. Es wird anders, als es gewesen ist.“

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6 Antworten zu Es wird anders als es gewesen ist. Nicht nur in der Schweiz.

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Bei den Worten „Bestelle dein Haus“ fiel mir jene Arie aus Bachs Actus Tragicus ein, deren Text (Jesaiah) lautet: „Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht lebendig bleiben“. So wird es in einer pessimistischen Sicht uns ergehen oder aber, etwas optimistischer betrachtet, der EU. Das wird davon abhängen, ob die Bevölkerung der EU-Mitgliedsstaaten diese Anregung freudig aufgreift (die Regierungen werden´s sicher nicht tun) und Druck macht, oder eben nicht. Wenn einige unentwegte EU-Apostel auf gültige Verträge hinweisen, deren Einhaltung „alternativlos“ sei, so kann man nur darauf hinweisen, daß die EU ihre eigenen Richtlinien mehrfach gebrochen hat und die Verträge unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gegenüber der Bevölkerung, also eigentlich im Wege des Betrugs , jedenfalls aber nicht demokratisch, zustandegekommen sind. Wenn sich die Schweizer nicht noch einschüchtern lassen (was zui befürchten ist), so könnten sie das Halali zum Abschuß einer kriminellen Organisation geblasen haben.Wilhelm Tell, schau oba.

    • Corinna schreibt:

      Wie wäre es mit einer Schweizerisch-Österreichischen Eidgenossenschaft?

      • Waltraut Kupf schreibt:

        Das dachte ich mir auch schon, nur sind wir aus der Sicht der Schweiz mit unserer EU-speichelleckerischen Regierung unsichere Kantonisten. Die denken sich wahrscheinlich (Zitat aus Wilhelm Tell): Der Starke ist am mächtigsten allein. Da würde fast noch eher Ungarn (wenn auch nicht ethnisch) dazupassen. Auch müßte Strache erst einmal wissen, was er wirklich will. Die Idee hat etwas Bestechendes, die Umsetzung könnte aber nur durch kreative und fast schon geniale Leute bewerkstelligt werden, und die haben wir nicht. Es ist aber sicher sinnvoll, den Gedanken weiterzuspinnen.

  2. Bennie schreibt:

    Der verhunzte Verein EU gehört mit dem Großteils des korrupten Personmals in die Wüste geschickt und ein neuer gegründet.

  3. Burtscher Gertrud schreibt:

    Prima Artikel. Stimme voll zu. Habe die Schwarzenbach Ära überlebt sowie die darauf folgende Kontingentierung und lebe nun seit über 50 Jahren in der Schweiz. Bravo Schweizer, ihr habt es prima gemacht. Aber bitte weiterhin standfest bleiben. Gebt dem Druck (von innen UND aussen) nicht nach.

  4. Marlene schreibt:

    Vorbildlich, die Schweizer!
    Ich befürchte, die EU wird sich auch militärischer Gewalt bedienen, (den Überwachungsstaat haben sie ja schon fast perfektioniert) um ihren Fortbestand auf Kosten der (noch) arbeitenden Bevölkerung/des Mittelstandes zu sichern.
    Andererseits hat die Erfahrung gezeigt, solche mit Gewalt zusammengehaltenen Großreiche funktionieren nicht lange – die EU ist sowieso schon am Zerbröseln, es müßten sich noch Länder wie Ungarn, Tschechien etc. zusammentun um auszutreten, dann würde eine Lawine ins Rollen kommen, die auch die Mannschaft in Brüssel (und die österreichischen Volksverräter) mitreißt!

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