Auftanz zum Bürgerkrieg oder was?

Auftanz à la guerre civile ou quoi?                                                                                  Auftanz to civil war or what?

Soeben von einer Vortragsreise zurück, nehme ich zur Kenntnis, daß der  erst seit der Freiheitlichen Erfolge umstrittene Akademikerball, auch und besonders wegen seiner Begleitumstände, noch immer in den Medien abgehandelt wird. Da möchte auch ich es mir nicht nehmen lassen, mich nachträglich noch damit zu beschäftigen.                                          Ich bin zwar kein Burschenschafter und kann auch nicht behaupten, von den maßgeblichen Schutzherren dieses Balls meiner Kritiklust wegen besonders geschätzt zu werden, doch Anstand und die Wahrung demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien gebieten es einfach, daß  dieselben, wo immer, ernst genommen und verteidigt werden, wenn diese in Gefahr sind. Und mit ihnen die Wahrheit.                                                                            Besonders auch dann, wenn Einzelne oder Gruppen, die sich als von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges  auserkorene Hüter hehrer Werte aufspielen, zum ideologisch oder parteipolitisch motivierten Angriff auf eben diese Prinzipien blasen. So auch anläßlich des Akademikerballs.

Geradezu  erstaunlich bis abenteuerlich waren da schon die  Wortmeldungen  und Berichterstattungen im Vorfeld des Balles, was alles andere als einen ruhigen Veranstaltungsabend erahnen ließ. Die Gewaltbereitschaft wurde damit nämlich erweckt und eifrig herbeigeredet. Und von einigen sich liberal gerierenden Bürgerlichen wahrscheinlich klammheimlich goutiert.                                                                                 Spätestens jetzt kann man den  anklägerischen Vorwurf, freiheitliche Spitzenpolitiker würden  mittels bestimmter Codes und Symbole, auch stummer, dem „rechtsextremen“ Rand Botschaften übermitteln, in ähnlicher Weise eben so gut – im Hinblick auf ihre gewaltbereiteextreme Klientel – an etablierte linke Politiker richten.                                       Denselben Politikern könnte man überdies auch unterstellen, daß sie in Wirklichkeit aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen immer wieder bei solchen und ähnlichen Gelegenheiten den Holocaust dazu instrumentalisiert, also mißbraucht, aufmarschieren lassen. So lange, bis er für die meisten endlich zur Worthülse geworden ist?

Von der Nationalratspräsidentin (dieser Ball solle nicht stattfinden)  abwärts bis zu rotgrünen Hetzern („Unseren Hass den könnt ihr haben“) und linksliberalen Gefälligkeitsschreibern (Burschenschaftertradition sei„Mummenschanz“) wurde, ob aus Dummheit oder Kalkül, bereits Wochen zuvor in zunehmend aufgeheizter Stimmung, hysterisch bis aberwitzig gegen den Ball polemisiert und gehässig genug geschrieben.* Ja, der Ton macht die Musik, nicht auch da.?                                                                                     Ausgesprochen lächerlich so manche Wortmeldung. Ein bekannter Roma-Vertreter, sich selbst dabei überschätzend, meinte gar, er könne sich nicht daran erinnern, daß er nach dem Attentat von Oberwart (mysteriöses Rohrbombenattentat 1995, das nicht diesem Herrn  gegolten hat, Anm.) einen solchen Schutz genossen habe, wie die Besucher des Balles in der Hofburg.                                                                                                                          Alle zusammen kritisierten im Nachhinein natürlich die strengen oder zu laxen polizeilichen Maßnahmen. Je nachdem. Aber keinem einzigen der Kritiker (oder Pharisäer?), einschließlich des Wiener Bürgermeisters, wäre es eingefallen, rechtzeitig und lautstark ein Einreiseverbot für gewaltbereite Chaoten und Berufsrandalierer aus norddeutschen und anderen Landen zu fordern. Oder sich im Namen der von ihnen selbst proklamierten Werte vor die Angegriffenen zu stellen. Einer Dame soll, zum Beispiel, mit den Worten „Nazi-Hure“,die Stolla vom Hals gerissen worden sein. Polizisten wurden angegriffen, Geschäftsauslagen zertrümmert.

Als ein dem Schubladendenken abholder, zu „rechtem“ wie „linkem“ Denken befähigter, gescheiterten Ideologien ferne stehender Zeitgenosse (wohl bewußt der Tatsache, daß eine zuweilen ziemlich unklug handelnde freiheitliche Parteiführung nicht ganz unbeteiligt am Zustandekommen des – wenn auch zu ihrem Vorteil scheinenden – aktuellen gesellschaftspolitischen Klimas ist) frage ich mich:                                                                       Was denn genau die heutigen Burschenschaften ** oder die honorigen freiheitlichen Akademiker verbrochen haben sollen, außer, daß sie, so scheint es nicht nur mir, in ihrer überwiegenden Mehrheit und ganz allgemein die verfassungsmäßig verankerte Demokratie sozusagen beim Wort nehmen. Es sei denn, man möchte  sie im Sinne eines altbewährten Modells kollektiv für Aussagen Einzelner oder gar  für etwaige Sünden ihrer Großväter verantwortlich machen. Da gäbe es meines Erachtens auf der anderen Seite auch eine Menge zu tun, jedenfalls nicht weniger.

Im Lichte der jüngsten Ereignisse fragt man sich daher zum wiederholten Mal, sind es nicht iin zunehmendem Maße die vom System verhätschelten bis in höchste Ämter aufgestiegenen und zu Faschisten mutierten Antifaschisten, die diese Demokratie in Wirklichkeit bei jedem sich bietendem Anlaß auf vielfache Weise, aber zum eigenen Vorteil untergraben und  sie damit, vielleicht auch zum Zwecke einer angestrebten Alleinherrschaft, eigentlich mißbrauchen.                                                                                    Kurz und weniger gut:  es sieht so aus, daß es dem ganzen heute mehr denn je scheinheiligen Lager der so genannten „Gutmenschen“ gar nicht so unbedingt um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit geht, auch nicht um ein ehrendes oder ehrenhaftes Gedenken der  Opfer des Nationalsozialismus. Eher das Gegenteil möchte man glauben. Aber man kocht damit immerhin ein kräftigendes Süppchen, von dem man ganz gut leben kann.

 ** Daß in diesen Tagen die einstigen österreichischen Bürgerkriegslager (darunter heute vielfach aktive Hetzer oder passive Mittäter) dieser Zeit (1934) gedenken, entbehrt, angesichts einer von ihnen aufgebauten oder zumindest bereitgestellten gewalttätigen Kulisse, nicht einer gewissen Ironie.

 *1936  bzw. 1938 gab es übrigens keine aktiven Burschenschaften mehr im Deutschen Reich.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Auftanz zum Bürgerkrieg oder was?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    ich glaube, das Süppchen wird vor allem für die Grünen nicht gar so kräftigend sein. Zusammen mit dem grünen Mariahilferstraßendebakel wird die Einladung der Gewalttäter seitens der Jungen Grünen und die feige Kindesweglegung der nicht mehr so jungen Grünen bei den nächsten Wahlen nicht sehr vorteilhaft sein; es muß nur dafür gesorgt werden, daß diese Dinge nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten. Einprägsam genug waren sie ja.

  2. ifoe.amtmann schreibt:

    Ein guter Bericht!
    Meiner Meinung nach liegt das größte Problem unserer Demokratie darin – das eine 10% Partei medial bestimmt was gut und böse ist. Das führt ganz klar zu einer falschen Optik – und verbietet jegliche berechtigte Kritik an den Grünen, unserer Asyl/Zuwanderungs/EU-Politik!
    Die Schuld allerdings ist in diesem Fall nicht bei den Grünen zu suchen – die nutzen nur jede Möglichkeit um ihre (teilweise auch kranken) Ideen zu verwirklichen. Außer das sie dabei nur sehr kurzfristig oder überhaupt ohne Verantwortung für die Zukunft Österreichs agieren, kann man ihnen nichts vorwerfen!
    Die Hauptschuld an allem was in Österreich danebengeht ist ganz klar die Rot/Schwarze Regierung – die um jeden Preis einen Blauen Kanzler verhindern will! Weil diese Regierung unfähig ist, durch ihre Arbeit zu überzeugen, muss sie die Blauen mit Hilfe der Grünen und Medien verhindern! Und deshalb hat der Wahnsinn einiger Grüner so viel Macht – und wird der großen Mehrheit aufgezwungen! Und dann wundern sich die Roten und Schwarzen, wenn die Österreicher unzufrieden sind!
    Letztendlich sind aber die Österreicher unfähig, ihre Heimat vor diesen Politikern zu schützen. Bei der letzten NR-Wahl hatten 60% zwangsbeglückte EU/Österreicher die Möglichkeit eine Partei gegen diese Regierung zu gründen/wählen – die Österreicher bekommen genau das was sie verdienen – diese Regierung!

  3. Corinna schreibt:

    Ja, diese Linken und Pseudoliberalen werden noch zu Totengräbern der von ihnen ohnehin bereits abgehalfterten Demokratie. Irgendwie scheinen sie eine Diktatur herbeizusehnen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s