Erfreuliche Signale aus Südtirol

Signaux positifs du Tyrol du Sud                                                                                            Positive signals from South Tyrol

Ein Staat, der einen Teil eines anderen Staates besetzt, eignet sich diesen an. Im Geist der Aneignung liegt aber nicht automatisch der Geist der Zerstörung, wie es sich in der Geschichte immer wieder gezeigt hat. Nicht nur in Palästina. So auch in Südtirol, wo nach dem  faschistischen Überfall auf Südtirol, die Auslöschung der dort heimischen, für das deutsche Tirol typischen Kultur beinahe geglückt wäre.

Doch der großartige mit Tränen, Blut und großem Leid geleistete Widerstand und der zähe Lebenswille  der Südtiroler hat nicht nur das verhindert, sondern es hat zudem der Fleiß und die Tüchtigkeit dieser Volksgruppe  das Kultur- und Wirtschaftsleben im Lande  zur heutigen Blüte geführt. Nicht zuletzt  auch zu einem vorbildlichen Autonomiemodell, dem allerdings einige Schönheitsfehler anhaften. Was besonders, aber nicht nur, auch mit den Zentralisierungs- und Unterdrückungsbestrebungen Roms zu tun hat.

Ein wesentlicher Fehler ist es eben, daß die seit Jahrhunderten dort ansässige deutsch- und auch ladinischstämmige Bevölkerung, in ihrem Land, ihrer angestammten Heimat, nach wie vor anmaßenden politischen Ansprüchen Roms und behördlicher Willkür ausgeliefert ist. Nach wie vor vergiften Schikanen der nicht deutschsprachigen und nicht selten überheblichen, auch diskriminierenden Behörden das Zusammenleben im Lande.

Es reicht, dachten sich daher wohl die Abgeordneten der Südtiroler Freiheit und starteten im Herbst vergangenen Jahres ein Selbstbestimmungs-Referendum, das, wie jetzt einer Aussendung der Partei zu entnehmen ist, ein sehr erfreuliches Ergebnis gebracht hat. Von 61.189 Wählern stimmten 92,17%  für die Selbstbestimmung.

Damit habe Süd-Tirol, so die Südtiroler Freiheit, sich „in den Zug der Freiheit gesetzt, den die Schotten und Katalanen angeschoben haben“. Die wahlberechtigten Süd-Tiroler hätten  mit ihrer Stimme der Politik einen ganz klaren Auftrag erteilt, heißt es aus Bozen. Ob die regierende, romfixierte Sammelpartei SVP in Bozen diesem Aufruf folgt, darf vorerst noch bezweifelt werden, verhindern wird sie ein freies Südtirol auf Dauer nicht können.

Was aber dann? Was, wenn Südtirol das italienische Joch abschüttelte und dann unweigerlich vor der Frage stünde: für oder gegen einen EU-Beitritt? Kämen die Südtiroler im Falle eines EU-Beitrittes nicht vom Regen in die Traufe? Wie anzunehmen ist, von einem Zentralstaat in eine von Konzern- und Bankeninteressen gesteuerte Zentralbürokratie der unangenehmsten Sorte.

Doch selbst wenn man bei etwaigen Verhandlungen mit der EU ein Maximum herauszuholen imstande wäre, bliebe man als Vollmitglied von täglichen Überraschungen aus Brüssel und späteren kostspieligen Komplikationen und existenziellen Gefährdungen, die der EU garantiert noch ins Haus stehen, nicht verschont. Was auch bei einem Anschluß an das EU-Mitglied Österreich so wäre, denn, wie es so schön heißt: mitgefangen, mitgehangen.

Denkbar wäre doch ein Bündnis eines souveränen Freistaates Südtirol mit anderen Kleinstaaten, die nicht der EU angehören, wie die Schweiz etwa, und solchen Regionen, die noch fremdbestimmt  sind, wie Katalonien, aber auch nach Unabhängigkeit streben.             Auch eine privilegierte Partnerschaft mit der EU könnte angestrebt werden, diese könnte aber den gewonnenen Freiheitsraum zunehmend einengen.

Sollten die Südtiroler sich aber einmal dazu entschließen, einen eigenständigen „nationalen“ Weg zu gehen,  so könnte dieser auch als Zwischenstation  auf dem Weg in ein insgesamt von Konzernherrschaft  und Finanzdiktatur  befreites Europa der Vaterländer gesehen werden.

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