Die Hoffnung lebt. Trotz allem!

L’espoir vit, en dépit de tout !                                                                                              The hope lives, in spite of everything !

Nein, es war nicht alles trostlos vergangenes Jahr. So manches stärkte, trotz allem, meine Zuversicht. Eine fröhliche heimische Kinderschar etwa. Oder selten zu hörende, einst selbstverständlich klingende Worte. So sagte die auch sonst sehr sympathische Skie-Rennläuferin Anna Fenninger in einem Interview den Satz: „Ja, ich möchte unbedingt Mutter werden“. Ein berührender Satz.                                                                                     Ein „Outing“, wie man heute es nennt, das vom  abtretenden Zeitgeist mit entsprechender Zerknirschung zur Kenntnis genommen worden sein dürfte. Aus meiner Sicht aber, eines der mutigsten und denkwürdigsten Bekenntnisse in  sinnentleert scheinender Zeit.

Überhaupt wäre es falsch, die junge Generation, trotz einer zunehmenden Verwahrlosung eines Teils, vor allem im städtischen Bereich, insgesamt nicht ernst zu nehmen. So hat mich die Ernennung eines 27ährigen Wieners zum österreichischen Außenminister keineswegs aufgeregt. Kaiser Joseph II. der spätere Reformkaiser, war gar erst 18 bei seinem Regierungsantritt. Alexis de Tocqueville, der große Franzose, war 21 als er nach US-Amerika entsandt wurde um die Demokratie dort zu erkunden.                                      Wenige Jahre später erschien sein berühmtes Werk darüber. Die Beispiele könnten fortgesetzt werden.

Meine Bedenken hinsichtlich des neuen Außenministers sind anderer Natur. Vielleicht täusche ich mich, aber es hat doch den Anschein, daß der junge Mann, wie die meisten, auch oppositionelle Politiker, schon ganz von diesem morschen politischen System, das sich absehbar seinem Ende zuneigt,  infiziert und vereinnahmt worden ist.                                       Die Ernennung dieses jungen Hoffnungsträgers der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) könnte demnach jener Strategie zu schulden sein, das Ablaufdatum dieses Systems irgendwie, wenigstens durch kosmetischen Eingriff, aus Eigennutz zu verlängern.

Wie der frischgebackene Außenminister  wirklich und souverän tickt, werden wir schon bald anläßlich des von ihm heiß erwünschten Besuchs in Israel sehen. Könnte doch, zum Beispiel, die gezielte Tötung der dreijährigen Hala Ahmed Abu Sbaikhaam Heiligen Abend in Gaza, Einstieg für ein Gespräch über das Los der Palästinenser sein.                                Erwarten wir uns nicht zu viel. Seit Kreiskys Ableben  gilt allgemein: Bekenntnis der Schuld, Reue und Beschämung steht anderen zu: österreichischer, auch neudeutscher Politik. Und dazugehörige Wohltaten bis zum St.Nimmerleinstag.

Ich denke, was das betrifft, wird man sich auch auf  Österreichs jüngsten Minister verlassen können. Dies umso mehr, als unser Land seine Souveränität längst aufgegeben hat. Und wo schließlich jede „gute Tat“ nicht nur des hohlköpfigsten Politikers teuflisch gute Gewissen beruhigt.                                                                                                                   Nein, man kann Sebastian Kurz sein Alter nicht zum Vorwurf machen. Wohl aber seine Hals über Kopf-Bereitschaft, sich in die Reihen politisch motivierter Schnäppchenjäger einzureihen, deren Kompetenzkoma so offensichtlich ist wie ihre Ergebenheit gegenüber dem Ausland.

Bleibt die spannende Frage: Wenn nun Herr Faymann  in Brüssel ohne Meinung ankommt und mit jener Frau Merkels abreist, was erst wird uns Österreichs junger Außenminister aus Israel mitbringen? Darüber werden wir so wenig erfahren wie über das, was Herrn Strache von seinen israelischen Freunden mit auf die Heimreise gegeben wurde.                    Wir dürften es aber eines Tages über Umwege zu spüren bekommen, selbst wenn die beiden Politiker dann nicht mehr im Amt sein sollten.

Doch schon reift eine neue junge Generation heran, vielfach noch in den Kinderschuhen, aber vielfach auch unbelasteter von anerzogenen  oder gar selbst auferlegten Schuldgefühlen. Darin liegt unsere Hoffnung und unsere Zukunft.                                          Ich möchte allerdings nicht verhehlen, daß es auch unter der älteren Generation, sogar unter Intellektuellen, noch vernünftige und mutige Stimmen gibt.  Ein großer Schriftsteller, der, in einem Kommentar,  die Ehe als Sakrament bezeichnete, meinte ganz richtig u.a.: Die Ehe sei „eine einmalige Sache zwischen Mann und Frau“. Und dann noch: „…einer Mutter Kind ist etwas Herrliches“. Danke Peter Handke!

Nun aber zum Schluß noch „Wünsche zum neuen Jahr“ meines steirischen Landsmannes Peter Rosegger*:

Ein bißchen mehr Frieden und weniger Streit,                                                                           ein bißchen mehr Güte und weniger Neid,                                                                                     ein bißchen mehr Liebe und weniger Haß,                                                                                  ein bißchen mehr Wahrheit ´ das wäre was!

Statt soviel Unrast ein bißchen mehr Ruh’,                                                                              statt immer nur „Ich“ ein bißchen mehr „Du“;                                                                                statt Angst und Hemmung ein bißchen mehr Mut                                                                   und Kraft zum Handeln ´ das wäre gut !

In Trübsal und Dunkel ein bißchen mehr Licht,                                                                          kein quälend Verlangen, ein bißchen Verzicht;                                                                               und viel mehr Blumen, so lange es geht,                                                                                  nicht erst an Gräbern ´ da ist es zu spät.

Ziel sei der Friede des Herzens,                                                                                                etwas Bess’res weiß ich nicht.

*Peter Rosegger, steirischer Dichter, 1843-1918.

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Eine Antwort zu Die Hoffnung lebt. Trotz allem!

  1. Jaro Ruanza schreibt:

    Das einzige was den Herrn Sebastian zu interessieren scheint,ist sein eigenes Ego.Und so wird auch „seine“Politik ausehen! Bis jetzt hat er sich ja hauptsächlich mit der Integration von Zuwanderern befasst.Und warum? Weil dies den neuen Machthabern in der westlichen Welt in den Kram passt.

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