Herausforderungen an der Schwelle eines neuen Jahres

Défis sur le seuil d’une nouvelle année                                                                             Challenges on the threshold of a new year

Ein  ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende zu. Es war in mancher Hinsicht ein sorgenvolles und unruhiges, und es könnte, ahnungsvoll  wie ich bin,  noch turbulent werden. Reden wir aber einmal nicht vom Geld.                                                                        Was vor zwei Jahrzehnten mit dem Fall der Berliner Mauer von vielen erhofft wurde, eine Ära des Friedens, ist keineswegs eingetreten, und seit jenem „Insiderjob“ vom 11. September 2001 scheinen wir, an der Schwelle eines neuen Jahres, von einer solch friedfertigen Zeit weiter entfernt zu sein denn je. Wie es scheint, stehen uns sogar größere Konflikte noch bevor.                                                                                                                           Sur le seuil d’une nouvelle année, nous sommes éloignés d’un temps calme plus que jamais/On the threshold of a new year we are more distant from a peaceful time than ever.

Zwar werden konventionelle Kriege nicht mehr so sehr zwischen Staaten geführt, oder sind zumindest als solche nicht gleich erkennbar, aber daß solche stattfinden,  ist Realität. Dieselbe lehrt uns, daß  jede Strategie, auch eine solche zur Eindämmung eines Konfliktes, den komplexen, globalen Zusammenhang von mehreren unterschiedlichen Faktoren wie Demographie, Rohstoff- und Energieversorgung, Finanz-und Währungspolitik, Sicherheit, Außenpolitik, Handel, Religion, Einwanderung usw. heute berücksichtigen muß.

Diese Komplexität und, in einem Falle, die ganz andere Natur der einer staatlichen oder internationalen Ordnungsmacht gegenüberstehenden Gegner, etwa Terrorgruppen oder Bürgerkriegsparteien, erschwert es, erstens, zeitgerecht und angemessen zu reagieren, zweitens, die Lage in den Griff zu bekommen. Man spricht vom nicht enden wollenden asymmetrischen Krieg, den manche im Hintergrund bereits als Mittel zum Zweck sehen könnten. Auch im Hinblick auf ein anderes Europa.                                                                  Guerre asymetrique comme un moyen pour le but? Toujours à propos d´un autre Europe/Asymmetric war as a medium for purpose?Also with regard to another Europe.                                                                                                                                                          Schließlich sehen wir ganz aktuell, daß eine Intervention von außen, die Lage erst recht komplizierter oder das Problem gar unlösbar macht. Oder man hat, wie in Zentralafrika, damit zu tun, daß ein Truppenkontingent, wie das des islamisch geprägten Tschad, mit den muslimischen Milizen zu sympathisieren beginnt. Eine nachvollziehbare Haltung einer Seite, die, bei ähnlicher Ausgangslage, für ein muslimisch unterwandertes Europa ja auch einmal schlagend werden könnte.                                                                                                Was bei einigen Konflikten und Handlungen vielen zusammenhanglos scheinen mag, ist es aber in Wirklichkeit nicht. Die Büchse der Pandora, die von Bush mit seinem Krieg gegen den Terror weiter geöffnet wurde, wird – gerade auch angesichts der Masseneinwanderung – so leicht nicht mehr zu verschließen sein.

Aber auch auf einer höheren strategischen Ebene, jener zwischen machtvollen Staaten, kündigt sich größeres Ungemach an. Der Aufstieg Chinas und einiger Schwellenländer könnte US-amerikanische bzw. westliche Geheimdienste zu einem (weiteren?) „Pearl Harbour“ verleiten. Um ein wie immer geartetes militärisches Vorgehen, gegen China etwa, überhaupt ins Auge fassen zu können, was ohnehin erst nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten denkbar sein sollte, müßte einem „Präventivschlag“ konsequenterweise  ein Mega-11.September vorangehen.                                                          Une frappe préventive“ devrait logiquement être précédé par un méga-11 Séptembre/A « preemptive strike » should logically be preceded by a mega-9/11.

Nun scheint eine solche Option für jeden Menschen mit Hausverstand so irreal wie die Vorstellung, daß die eigene Regierung damit bewußt (wieder?) Tausende eigene Opfer  dafür in Kauf nehmen würde. Doch wie ein „Insider“, der  US-amerikanische Stratege und Sicherheitsexperte Edward N. Luttwak,  gewiß in Kenntnis der Fakten, meint, sei gesunder Menschenverstand in großen strategischen Planungen nicht unbedingt das Maß aller Dinge. Und in der Politik dieser Tage schon gar nicht, füge ich hinzu.

Was den so genannten Westen, besonders aber uns Europäer betrifft, so spricht, wenn man die Staatsschulden einmal außer acht läßt,  für hirnrissige Politik nichts so zutreffend wie der von ihr zu verantwortende Geburtenschwund und die Masseneinwanderung. Diese beiden Phänomene könnten das letzte Kapitel in der Geschichte des untergehenden Abendlandes schreiben.                                                                                                                    Es waren zwei historisch wie politisch Gebildete, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die sich in ihren Büchern diesem tragischen Kapitel widmeten. Patrick J. Buchanan, Ex-US-Präsidentschaftskandidat, in seinem aufrüttelnden „Der Tod des Westens“ (Bonus, 2002) und der gebürtige Breslauer Walter Laqueur in dem bekannteren, äußerst nachdenklich stimmenden  „Die letzten Tage Europas“(List, 2008).

Qu’advient-il si le taux de natalité coïncide avec l’immigration de masse? C’est une question de Walter Laqueur. Eh bien, elle conduit à la disparition de l’Europe/What happens if birth rate coincides with mass immigration? That is a question by Walter Laqueur. Well, it leads to the disappearance of Europe.

Was geschieht, wenn der Geburtenschwund mit der Masseneinwanderung zusammenfällt? So lautet eine Frage von Walter Laqueur. Nun, es führt zum Verschwinden jenes Europas, daß unseren Eltern oder Großeltern noch verteidigungswert war. Heute ist dieses Europa ausgebrannt, überaltert, willen- und kraftlos einer korrupten, unfähigen Elite ausgeliefert, und so scheinen die Hoffnungen auf eine Renaissance wahrlich nicht auf einem allzu solidem Fundament zu beruhen.

Die Chancen, aus dem Abwärtstrend noch einigermaßen heil hervorzugehen, sind gering, gewiß. Und sie bestehen nur, wenn noch innerhalb dieses Jahrzehnts eine radikale Änderung der Politik erfolgt und die Bereitschaft zu Entsagung und Opfern von den Bürgern erwartet werden kann. Doch weder das eine noch das andere ist vorerst vorstellbar, da es an allgemeiner Einsichtigkeit noch mangelt und zudem den freiwilligen Rücktritt der herrschenden Machtelite erforderte. Gezwungen werden kann sie vorerst ja noch nicht. So scheint es zumindest.

Essentiellement on continue comme avant, et la majorité peut être, malgré la crise existentielle, bercé comme d’habitude. Jusqu’à la fin amère/Basically they keep it up as before, and the majority can be, despite existential crisis, lulled as usual. To the bitter end.

 Und so macht man im Grunde weiter wie bisher, und die Mehrheit läßt sich, trotz existenzieller Krise, wie gewohnt  einlullen. Bis zum bitteren Ende. Denn die zur Beruhigung des Publikums ganz aktuell vorgenommenen kosmetischen Verschönerungen und Frohbotschaften im Vordergrund ändern nichts an den Absichten und am Geschehen im Hintergrund, dessen Hauptakteuren nur Unmündige  ihr Schicksal anvertrauen würden. Womit ja wohl klar sein müßte,  daß es mit bloß reformwilligen netten Persönlichkeiten oder neu herausgeputzten Parteien allein nicht mehr getan ist.

Allen Widerwärtigkeiten zum Trotz: Ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr allen nach Freiheit und mehr Selbstbestimmung Strebenden!     Malge l´adversité : Une nouvelle année heureuse et prospère à tous pour la liberté et l’autodétermination aspirant!/Despite all vileness:  A happy and prosperous new year to all for freedom and self-determination aspirant!

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2 Antworten zu Herausforderungen an der Schwelle eines neuen Jahres

  1. Jaro Ruanza schreibt:

    Leider haben Sie recht mit Ihren pessimistischen Ansichten! Wenn nicht ein für uns günstiges Ereignis eintritt,sehe ich schwarz. Mit ein paar Zeilen von Eugen Roth möchte ich aber abschließen:Ein Mensch im allerersten Zorn,wirft seine Flinte leicht in`s Korn.Jedoch bedarf es mancher Finte,zu finden eine neue Flinte!
    Die Hoffnung stirbt zuletzt!

  2. Franz schreibt:

    Von einer ‘Masseneinwanderung’ scheint mir an der Schwelle eines neuen Jahres vor allem das vermehrte Auftreten von Menschen gegeben, die außer Betteln nichts gelernt haben, auch nichts lernen wollen, sondern, unbenötigte Zeitschriften anbietend, vor Supermärkten herumlungern, zu zweit einen Gehsteig abgrasen, Gaststätten und Kaffeehäuser berteten u. dgl. m. Mit der vollen Öffnung der Personenfreizügigkeit gegenüber Rumänien und Bulgarien ab heute wird das Problem sprunghaft zunehmen, etliche Gemeindeverwaltungen murren bereits vernehmlich.

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