Willige Vollstrecker ihrer Herren

Sind die Entscheidungsträger in Brüssel verrückt oder kriminell? Diese Frage könnte sich angesichts der EU-Politik dem einen oder anderen längst aufdrängen. Ebenso die Frage nach irgendeiner intelligenten EU-Strategie, die ein „Ende gut, alles gut“ erahnen ließe. Doch es sieht so aus, daß die Giftzwerge dort überhaupt keine eigene Strategie haben. Brauchen sie eigentlich auch nicht, es genügt jene der Konzerne, und die ist leicht durchschaubar: Zwecks Profitmaximierung und totaler Machtausübung wird die gnadenlose Unterwerfung des ehemals so genannten und heute aus Sicht der Herren der Welt schon wieder so gesehenen Untertan angestrebt.                                                                                                                                                                 Die Methoden der  erwähnten Strategie sollen den Konzernen zum „Sieg“ verhelfen, und der könnte den Mega-Profiteuren in Wirtschaft und Politik  endgültig in die Hände fallen, wenn die Menschen dieser Union nicht bald auf die Barrikaden gehen.                                  Zu den der Kommission und den  nationalen Regierungen auferlegten Strategie-Methoden gehört es, zum Beispiel, die Absurditäten und Zumutungen auf dem Weg in die Knechtsschaft erst in Gestalt von drolligen, harmlos scheinenden Verordnungen („Gurkenkrümmung“), dann aber, nach Erschlaffung des Publikumsinteresses, schon dicke und richtig gefährliche Brocken („Gen-Mais“), nun in kurzen Abständen und desinformationsgestützt, sozusagen von der Leine zu lassen.                                                                                                                                                                Schon bei der Glühbirnen-Verordnung dürften bereits im Vorfeld bei den Verantwortlichen einige Sicherungen durchgebrannt und bis jetzt nicht mehr ersetzt worden zu sein. Sowohl die geplante, der Saatgutindustrie, aber nicht den Bauern gefällige Saatgutverordnung als auch die  unverantwortliche, gesundheitliche Risiken außer acht lassende  Zulassung des Gentechnik-Mais „Smartstax“ als Lebens- und Futtermittel und weitere geplante Anschläge auf Freiheit und Gesundheit der Bürger dienen dazu, die Selbstversorgung des Bürgers dereinst unmöglich zu machen und ihn in völlige Abhängigkeit der Konzernfürsten und ihrer  EU-Diener zu bringen. Wobei man selbstverständlich auf die guten Dienste nationaler wie internationaler Ausspäher und Lauscher zählen darf.

Die Freiheit der EU-Bürger bzw. deren Parlamente wird aber noch auf einem anderen Gebiet eingeschränkt: Ab kommendem Jahr soll die nationale Budgeterstellung  unter die vollständige Vorabkontrolle der EU-Kommission kommen, und das, noch ehe die nationalen Parlamentarier diesen Budgetentwurf zu Gesicht bekommen haben.                Das bedeutet die Entmündigung der eigentlich überflüssig werdenden „Volksvertreter“, die weitere Aushöhlung der Souveränität und wohl auch des,  nach EZB-Chef Draghi,  „Auslaufmodells“ Sozialstaat (Lohnsenkungen usw.) der, zugegeben, da und dort überdimensioniert ist und mißbraucht wird, aber insgesamt doch seine historische und tatsächliche Berechtigung hat.                                                                                                                                                  Begünstigt durch den  EU-Fiskalpakt hätte Brüssel im Falle einer störrischen Regierung oder ihr so scheinender Ungereimtheiten im Budget eines Staates die Möglichkeit, Defizitverfahren einzuleiten, hohe Geldstrafen zu verhängen und den betroffenen Staat in für die große Masse der Bürger bedrohliche Strukturreform-Programme zu pressen.            Natürlich alles schön konzerne- und finanzweltgerecht, was aber für folgsame EU-Politiker den angenehmen Vorteil bietet, bei Ausscheiden aus der Politik in einen Konzern“job“ wechseln zu können. Beispiele gibt es ja schon. Wie heißt es doch so schön: Eine Hand wäscht die andere.

Und wir schauen dem ganzen Treiben zu? In unserer großen Mehrheit ja, denn niemand ist so leicht an der Nase zu führen wie Leute aus dem Volk oder der große Haufen, wie Michel Montaigne einmal feststellte.  Zumindest eine Zeit lang, und nicht selten mit großem Schaden für diese.                                                                                                            Aber noch will sich diese Mehrheit nicht eingestehen, daß sie sich in jenen, die angeblich ihre Interessen vertreten, getäuscht hat. Und das hat sie sich aber. Erst wenn sie einsieht, daß sie absichtlich dumm gehalten wird, kann der Weg für ein neues politisches Zeitalter beschritten werden.                                           

Ja, es ist ein gemeines und gefährliches Spiel, das mit uns getrieben wird, das ja auch darin besteht, daß der schwarze Peter zwischen EU-Kommission und nationalen Regierungen auch mit Absicht hin und her geschoben wird.                                                                            Das üble Spiel rechtfertigt daher jeden sinnvollen Widerstand. der einerseits darin bestehen sollte, Hintergrundwissen und Fakten zu verbreiten und, andererseits, die Kontakte unter den Widerstandskräften zu verstärken und ihre Erkenntnisse und Fähigkeiten zu bündeln.

Leider mangelt es gerade daran, hier sind erst einmal Selbstbezogenheit, Vorteilsdenken, Mißtrauen und Realitätsferne zu überwinden. Und nicht zuletzt vertraut man da und dort noch immer verführerischen Rauchsignalen, die gelegentlich von der einen oder anderen etablierten Partei aufsteigen. Oder applaudiert kühnen Aussagen eines Politikers, die derselbe kurz darauf relativiert oder wieder zurücknimmt. Alles Schall und Rauch eben.                                                                                                                                                     Wenn kein gemeinsames Vorgehen EU-kritischer Geister möglich ist, wird jede Einzel- oder Gruppeninitiative für sich als unbedeutende, weil erfolglose Randerscheinung in die Geschichte eingehen.

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5 Antworten zu Willige Vollstrecker ihrer Herren

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Der Wert oder Unwert der FPÖ wird daran zu messen sein, ob sie endlich eine länderübergreifende Allianz zur Abstellung des EU-verordneten Irrsinns zustandebringt. Da die liberalen Kräfte anscheinend wieder an Terrain gewinnen oder das zumindest betreiben, ist Pessimismus angesagt. Das Schlagwort-Fossil „national-liberal“ ist die Quadratur des Kreises, jedenfalls in der Konnotation der Gegenwart. Wenn nicht bald überzeugende Initiativen gesetzt werden, besteht der dringende Verdacht, daß die sich so bezeichnende soziale Heimatpartei es sich im internationalistischen Biotop gemütlich eingerichtet hat und die Bevölkerung hinters Licht führt, wie jede andere Partei auch. Noch könnte ja das Gegenteil bewiesen werden.

    • George schreibt:

      Sag mir wer deine Freunde sind und ich sage Dir wer du bist. Das gilt auch für eine Partei wie die FPÖ. Der Front National ist für den Ausbau der Atomkraft, Herr Wilders möchte eine engere Anbindung Israels an die EU, eventuell Beitritt, die Schwedendemokraten anscheinend ebenso, die Lega Nord ist ein unberechbarer Faktor. usf. Mit ihnen zusammen will man in Europa mehr bewegen. Das kann ja noch interessant werden. Ganz abgesehen von der für die Öffentlichkeit noch nicht erkennbaren neuen ideologischen Ausrichtung, die, richtig bemerkt, bei gleichzeitigem taktisch erforderlichen Hinhauen auf das Migrantenproblem das Liberale zumindest in einigen gesellschaftlichen Bereichen stärker hervorkehren wird. Je tiefer man aber in das System eindringt und Federn lassen muß, desto schwieriger wird es einmal eine radikalere Position zu beziehen. Ob bewußt oder nicht, so stimmt es, daß die Bevölkerung eigentlich damit hinters Licht geführt wird.

      • Waltraut Kupf schreibt:

        Das Problem ist, daß es im Grunde europaweit keine Partei gibt, die man wirklich zum Freund haben möchte. Meine weitgehend maßgeschneiderte Partei wären seinerzeit die VGÖ, die Vereinten (aber leider faktisch nicht vereinten) Grünen gewesen. Sie waren sowohl einerseits ökologisch, gleichzeitig aber auch gesellschaftspolitisch nicht-links gesinnt und EU-skeptisch und zeigten keine entscheidenden Mängel. Der etwas weltfremde Idealismus und löblicherweise zu keinen faulen Kompromissen bereite, etwas versponnene Spitzenmann ließ das Ganze wieder in der Versenkung verschwinden. Heute würde eine solche Partei schon im Keim vernichtet werden. Jedes Ziel ist praktisch nur so gut wie seine Umsetzbarkeit, und da beginnt die große Ratlosigkeit. In dieser politischen Schlangengrube zu überleben kann, so wie es aussieht, nur mit sehr vielen Zugeständnissen erkauft werden. Wie die Ergebnisse dann aussehen, bleibt abzuwarten.

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  3. Franz H. schreibt:

    Zum Thema „EU“ wird die Schreibweise härter und die Warnungen konkreter. Es zeichnet sich ja fast ein Horrorszenario ab, wenn man an den Fiskalpakt denkt und dass die nationalen Budgets in Brüssel vorab „erstellt“ werden, die sagen uns dann schon, wie das österr. Budgetloch zu schliessen ist, nämlich durch rigorose Einsprungen bei den Menschen. und wieder stelle ich mir die Frage „warum lassen das die Deutschen zu?“, denn von dort wird Kapital abgesaugt. wo wird dieses Kapital dann wohl landen ?

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