Der Europäer als Opferlamm in einer Schuldenunion

L´Européen comme un agneau du sacrifice dans une Union de la dette               The European as a sacrificial lamb in a debt union

Oxfam Deutschland, ein eigenen Angaben zufolge mildtätiger Verein, der sich normalerweise stark den Problemen in den Entwicklungsländern widmet, kommt bezüglich der ökonomischen und sozialen Lage in Europa zu folgender Einschätzung: „Wenn Europa seinen rigiden Sparkurs beibehält, könnte dies in den nächsten zwölf Jahren bis zu 25 Millionen Europäer in die Armut treiben“. Insgesamt wären, nach Oxfam,  im Jahr 2025 dann 146 Millionen Europäer von Armut bedroht.                                                                     (Le train de mesures en vue de réaliser des économies aura pour conséquences 25 Mio. Européens en plus vivant dans la pauvreté les prochaines 12 ans, selon Oxfam Germany/ Austerity package  drives furthermore 12 Mill. Europeans into poverty in the next 12 years, says Oxfam Germany.)

Weiter heißt es: „Die Sparmaßnahmen, von der nur die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung profitieren, senken weder die Verschuldungsquoten noch schaffen sie nachhaltiges Wachstum. Stattdessen vergrößern sie Armut und Ungleichheit“.                       Laut Oxfam führten vergleichbare Sparmaßnahmen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika in den 80er- und 90er-Jahren zu ökonomischen Einbrüchen und massiven Einschnitten bei den Sozialausgaben. Einige der Länder benötigten bis zu 20 Jahre, um das Vorkrisenniveau zu erreichen.

Die Art und Weise, wie Europa mit der Krise umgehe, drohe  jahrzehntelange Errungenschaften zurückzudrängen. Aggressive Kürzungen in der sozialen Sicherung, in Bildung und Gesundheit, weniger Arbeitnehmerrechte und eine unfaire Besteuerung könnten Millionen Europäer für Generationen in einen Armutskreislauf ziehen. Das sei moralisch verwerflich und ökonomisch unsinnig…Unter diesen Umständen könnten viele Europäer bis zu 25 Jahre brauchen, um wieder den Standard von 2008 zu erreichen, soweit Oxfam.

Zu bezweifeln ist allerdings, daß, wie Oxfam vorschlägt, allein durch Besteuerung der Reichsten und Bekämpfung der Steuerflucht Milliarden für öffentliche Leistungen wie Gesundheit und Bildung hereinkämen. Diese Rechnung dürfte nicht aufgehen                         Grundsätzlich müßte erst einmal unser Gesellschafts- das heißt, auch Wirtschaftssystem, in Frage gestellt und ein sowohl jeder Nation wie Europa insgesamt entsprechend gerechteres und werteerneuertes gegenübergestellt werden. Mit Flickschusterei oder Kosmetik da und dort ist kein ordentlicher Staat mehr zu machen.

Damit kommen wir aber wieder  einmal zu einem Grundübel dieser Tage: Den Nationalstaaten innerhalb der EU sind durch Knebel-Verträge nicht nur politisch die Hände gebunden, sie sind auch volkswirtschaftlich, im ursprünglichen Sinne des Wortes gesehen, impotent und auf Gedeih und Verderb einer von Technokraten und Bürokraten in Diensten der Konzerne geführten Europäischen Union ausgeliefert. Eine Union, in der  der Staatshauhalt vieler Mitgliedsländer zu einem Faß ohne Boden wurde und die Bürger zunehmend zu Gunsten des internationalen Kapitals entrechtet und enteignet werden.

Seit es diese Europäische Union gibt, wurden die Menschen nie auf die  extremen Folgen eines exzessiven privaten wie staatlichen Schuldenmachens hingewiesen. Da haben wohl die Geldverleiher etwas dagegen gehabt. Die Europäer wurden auch nie danach gefragt, welches vereinte Europa ihnen denn vorschwebe, ob sie Einwanderern und dem „american way of life“ freiwillig Platz machen möchten und  ob sie bereit wären, für Banken und Konzerne in anderen Ländern höchste finanzielle Opfer zu bringen.

Im Gegenteil,  der autochthonen Europäer Meinung ist nicht gefragt.  Es wird ihnen mittels unaufhörlicher Propaganda eingetrichtert, wie sie zu leben, was sie zu kaufen oder zu bezahlen und, nicht zuletzt, mit wem sie zusammen zu leben haben.                                   Ihre Bestimmung hat  – ungefragt –  die Rolle des Opferlamms zu sein. Also Arbeitssklave und Konsumtrottel in einem, der den Karren immer wieder aus dem Dreck zu ziehen hat, auf dem die EU- Politiker ihr kostspielig inszeniertes Affentheater spielen. (L´Européen doit être à la fois esclave et consommateur-imbécile pour politique et grandes entreprises/The European has to be a drudge and consumption idiot for politics and big business.)

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4 Antworten zu Der Europäer als Opferlamm in einer Schuldenunion

  1. ifoe.amtmann schreibt:

    Ein sehr guter Beitrag – da kann ich nur zustimmen.
    Die letzte Wahl hat aber leider gezeigt, das die Österreicher zu dumm/ängstlich/faul/abhängig sind! Wie sonst könnte es passieren das sehr viel über die EU geschimpft/gejammert wird, aber nicht einmal 0,1% der Wähler die einzige Partei unterstützen/wählen, die den EUaustritt verlangt??? Wie soll man so ein Volk retten???

  2. georgia schreibt:

    Hier ein weiteres Beispiel die Schuldenunion betreffend oder: wie man mit gezinkten Karten spielt. So schreibt die Irish Times zur Jubelmeldung der irischen Regierung, man könne auf den Euro-Schutzschirm bereits verzichten:“Die Regierung in Dublin soll gar nicht erst versuchen, den Haushalt 2014 als das Ende ihrer jahrelangen folgenschweren Sparpolitik zu verkaufen,.Vor einem Jahr waren es Mütter und junge Familien, die von von Einschnitten und Steuererhöhungen schwer getroffen wurden. Jetzt ließ man das Kindergeld unangetastet, dafür werden die Alten am meisten unter Irlands siebtem Sparbudget in Folge leiden. … Es ist ein Tod durch 1000 Kürzungen und es ist schwer vorstellbar, wie der Regierungschef ihn als etwas verkaufen will, was keinen Angriff auf die schwächsten und verwundbarsten Teile unserer Gesellschaft darstellt.“
    Ja, die Schwächsten und Hilfsbedürftigsten kommen bei diesen Sparpaketen unter die Räder!

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