Politisch korrekte Verhetzung

Zigeuner sind auch Menschen, aber anscheinend nicht überall beliebt. Das mag seine Gründe haben. Einer davon könnte sein, daß es solche und solche gibt, doch eine Gruppe mit ihrem Anderssein und der  Integrationsunfähigkeit vieler ihrer Mitglieder fordert bekanntlich  leicht Pauschalurteile heraus. Was verständlich, aber natürlich unangebracht ist.

In Tschechien errichtet man demnach Mauern um Zigeuner-Wohnsiedlungen. In Frankreich geht die linke Regierung gegen illegale Zigeunercamps vor. In Ungarn sind Zigeuner das Ziel rechtsradikaler Gruppen, was wiederum das Interesse der Guten und Gerechten im Westen erweckt, die in ihrer Polemik gegen die Orban-Regierung mit dem Zigeunerproblem ein Mittel zum Zweck gefunden haben. Die Zigeuner insgesamt also gleich zweimal Opfer.

Ganz aktuell in Linz, wo unter dem Titel „Gedankenfreiheit“ die Verhetzung à la NS-Stürmer bei politisch korrekten Querulanten Zustimmung findet und wo einzelne Stadt- und Landverantwortliche  unter dem Vorwand der künstlerischen Freiheit das beschämende Unternehmen mit unglaublicher Impertinenz unterstützen. Worum geht es?

Eine bis dato unbeachtete Wiener Künstlerin, ob vom Volk der Roma oder Sinti ist mir nicht bekannt, gestaltete eine geschmacklose Plakataktion gegen die angebliche Diskriminierung der Zigeuner in Ungarn, die,  trotz Proteste des ungarischen Botschafters  (siehe unten),  im Rahmen einer Ausstellung ab Montag, 7. Oktober, im Linzer Rathaus gezeigt werden soll.

Was gezeigt wird, ist nicht nur eine Frage des guten Geschmacks. Unter anderem zeigt man eine Salami-Stange mit der Aufschrift: Gypsy Cooked Salami, Inhalt: Ungarische Roma, sowie eine Dose mit der Aufschrift: Paprika-Gulasch-Zigeuner Art, Durchfall garantiert.                                                                                                                                             Für den Linzer Bürgermeister anscheinend eine willkommene Gelegenheit vom „knallroten“ Linzer Finanz-Skandal abzulenken. Auf Kosten der ungarischen Nation.

Brief des ungarischen Botschafters,  S. E. Vince Szalay-Bobrovniczky,                          an Regierungsmitglieder in Wien und Stadtverantwortliche in Linz bezüglich der ungarnfeindlichen und rassistischen Skandalausstellung im Rathaus Linz

Ich darf in der Anlage (untenstehend die Vorgeschichte) die von Rechtsanwältin Eva Maria Barki zusammengestellte Unterlagen zu Ihrer Kenntnisnahme und zur möglichen Veranlassung weiterer Schritte an Sie weiterleiten.                                                                       Laut Frau Barki erfüllt die Ausstellung „Die Gedanken sind frei” (7-20. Oktober, Rathaus Linz) den Tatbestand der Völkerverhetzung und Gefährdung des öffentlichen Friedens, sowie stellt eine Verletzung des nationalen und internationalen Rechts dar.                             Ich darf in der Anlage auch den heutigen Artikel des Standard zukommen lassen, der – in meinen Augen – zwar weiterhin nicht ganz objektiv über die Ausstellung berichtet, aber der diesmal den Vorsitzenden der öst. Roma Gemeinschaft Rudi Sarközi endlich zitiert. Herr Sarközi nimmt hier eindeutig Stellung gegen diese Werke.                                           Laut EU Kommission ist Ungarn der Staat der Gemeinschaft, der letztes Jahr am meisten von allen Mitgliedern der EU für die Integration der Romas getan hat. So gesehen ist diese Ausstellung nicht nur unbegründet Ungarn-feindlich und rassistisch, sondern auch in ihren Behauptungen völlig unwahr.                                                                                                           Ich stelle nochmal fest, dass in unseren Augen diese Ausstellung für Österreich und für die Stadt Linz ein sehr peinlicher Vorfall ist.                                                                                      In Erfüllung meiner Aufgabe, die Interessen von Ungarn in Österreich zu vertreten und gegen die Verletzung der in Ungarn auch ansässigen Minderheiten (in diesem Fall die Roma) aufzutreten, möchte ich  meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die Stadt Linz noch rechtzeitig die Größe hat, die Abhaltung dieser Skandalausstellung abzusagen. Ich würde mich geehrt fühlen, wenn die Stadt Linz auf meine seit drei Tagen fortlaufend geschickte Briefe endlich eine Antwort geben würde. Der Vorgang des totalen Schweigens legt nahe, dass die Stadt Linz möglicherweise ein schlechtes Gewissen hat. Diese Vorgehensweise stellt einen sehr schlechten Stil dar.

Vince Szalay-Bobrovniczky                                                                                                          Magyarország ausztriai nagykövete /                                                                               Botschafter Ungarns in Österreich                                                                                                     Tel.: +43-1-53780-438, -439                                                                                                                E-mail: Botschafter.wien@mfa.gov.hu   

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Eine Antwort zu Politisch korrekte Verhetzung

  1. Jaro Ruanza schreibt:

    Solange die Ungarn eine patriotische Regierung haben,werden die „Gutmenschen“immer einen Grund finden Ungarn schlecht zu reden.Man erinnere sich nur an die „Drei Weisen“,welche uns die EU geschickt hatte,als wir in Österreich eine Regierung hatten,welche Brüssel nicht behagte.
    Meine Sympathie gilt dem ungarischen Volk und seiner jetzigen Regierung,haben sich die Ungarn schon immer gegen Fremdbestimmung und Unterdrückung,mitunter mit dem Mut der Verzweiflung gewehrt!

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