Umgeben von Giftschlangen und Dieben?

Es begann mit Skandalen, Betrügereien, Fehlspekulationen, Kursausschlägen an Börsen und Millionen-Boni für Banker. Das war 2008, als das Finanzsystem knapp vor einem Kollaps stand. Und es schlug Wellen bis Europa, selbst in das kleine Österreich hinein. Jetzt, 2013, also vor den Wahlen, versuchen sich alle Politiker schon wieder in Zweckoptimismus, versprechen das Blaue vom Himmel (z. B. Steuersenkung), was bei hellen Köpfen als Träumerei oder nicht ernst gemeintes Geschwätz  registriert wird.

Was sich im kleinen Österreich bezüglich Reformfreudigkeit, eben auf dem Bankensektor  auch,  halbherzig tut, hat aber durchaus internationale Vorbilder. Und es wird Folgen haben. Einige Experten sehen die nächste Krise bereits am Horizont, schlimmer vielleicht als die vorangegangene. Was nicht verwundert, denn wie schon US-Präsident Andrew Jackson 1832 sagte, sei die Finanzwelt „eine Grube von Giftschlangen und Dieben“ Und die Politik ist dann wohl deren Heger und Pfleger.

Gerade dort, wo die Krise ihren Anfang nahm, in den USA, ist ja keineswegs alles im Trockenen. Aus der  Pleite der Investmentbank Lehman Brothers hat man anscheinend nichts gelernt, zumindest aber bis jetzt nichts unternommen, damit sich eine solche nicht wiederholt. Die Verantwortlichen wurden bis heute nicht vor Gericht gestellt.                   Auch bei den Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Fredi Mac wurden bisher keinerlei Fortschritte erzielt, heißt es. Das Problem der „too big to fail“-Banken ist bis heute nicht gelöst.

Problembanken gibt es aber auch im Euro-Raum mehr als genug. Im deutschen Bankensystem sollen faule oder nicht liquide Vermögenswerte im Umfang von 600 Milliarden Euro gebunkert sein. Dazu kommt, daß die Deutschen für Schulden anderer Länder haften, die Rede ist von derzeit 86 Milliarden. Dabei wird es wohl nicht bleiben. Aber Genaueres erfahren wir nicht vor einer Wahl.

Laut Hans-Werner Sinn vom Münchner Ifo-Institut gibt es im gesamten Euro-Raum 6.400 Banken zu beobachten, deren Verbindlichkeiten 250 Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Eurozone betragen. Herausragend zwar griechische Banken, die nur mit Notkrediten der EZB über die Runden kommen. Aber schon steht neben anderen auch das kleine Slowenien in der Warteschlange, weitere Problemkandidaten könnten folgen.

Der Nennwert fauler und nicht liquider Papiere im Euro-Raum soll allein in den Bilanzen der so genannten „Bad Banks“ mehr als 1.000 Milliarden Euro betragen! Vergessen werden darf dabei auch nicht, daß insgesamt noch 720 Milliarden Euro an faulen Krediten in den Bilanzen der Banken schlummern sollen.                                                                             

Auch im Euro-Raum sollte eigentlich das „too big to fail“-Dogma fallengelassen und ganz allgemein an die Wurzeln des Problems gegangen werden. Doch einer Finanzmarktreform widerstrebt sich die Finanzwelt hier wie dort. Und was die EU diesbezüglich ausbrütet          (z. B. Bankenunion), läuft nur auf eine Machterweiterung Brüssels hinaus, tastet aber die Macht der Finanzoligarchen keineswegs an.

Während nun die Politiker herumrätseln und beinahe auf der Stelle treten, erschaffen die EZB in Frankfurt und die Fed*  in Washington Geld aus nichts, indessen die Schuldenberge wachsen und wachsen. „Noch niemals“, so der englische Nationalökonom Ricardo um das Jahr 1800, hat eine Bank die unbeschränkte Machtbefugnis gehabt, Papiergeld in Umlauf zu setzen, ohne sie zu mißbrauchen“. Zum Segen der Hochfinanz, die immer mehr unsere Freiheit bedroht.

Die Banknotenemission im Besonderen ist ein gefährliches Unternehmen, deshalb sollten ihr nicht nur Grenzen gesetzt, sondern diese wieder den jeweiligen Nationalbanken überantwortet werden.  Aber vielleicht muß dazu wirklich erst der endgültige Zusammenbruch dieses Finanzsystems kommen. Und in Folge ein Wechsel des politischen Systems.

Doch bis es überhaupt so weit kommt, werden erst einmal die Verluste des europäischen Bankensystems „sozialisiert“, das heißt, die Banken werden auf dem Rücken der fleißigen und tüchtigen „kleinen“ Männer und Frauen entschuldet. Mit Hilfe jener Politiker, die demnächst wiedergewählt werden. Mir reichts!

 *Die Fed will Mitte dieser Woche bekanntgeben, ob sie weiter Geld in den Markt pumpen wird.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Umgeben von Giftschlangen und Dieben?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Der „Fürst der Welt“ hat den institutionalisierten Betrug eingeführt, bei dem einer Leistung keine Gegenleistung und einem Wert kein Gegenwert gegenübersteht. Die sich noch vereinzelt als „christ“demokratisch bezeichnenden Parteien erweisen ihm eilfertig ihre Reverenz und überlassen das biblische Himmelreich neidlos den Dummen, jenen sprichwörtlichen Kälbern, die sich ihre Schlächter selber suchen.

    • Atanas schreibt:

      Demnächst erleben wir wieder wie naive Opferlämmer zum Opfertisch, also zur Wahlurne pilgern um Unterdrückern und Ausbeutern ihre Seele zu opfern. Eine griechische Tragödie beinahe.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s