Politiker mit Hypotheken der besonderen Art

Was haben, stellvertretend für einige andere Politiker, Joachim Gauck, Angela Merkel, Gregor Gysi, Joschka Fischer, Franz Vranitzky, Werner Faymann, Michael Häupl und HC Strache gemeinsam, außer daß sie ein Supereinkommen haben? Zum Beispiel eine Belastung durch eine Hypothek der besonderen Art. Auch wenn dies von der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen wird, auf dem Felde der Politik kann dies aber, je nachdem, für die Allgemeinheit fatale oder zumindest teure Folgen haben. Nun aber der Reihe nach:

Der deutsche Bundespräsident sei während seiner DDR-Zeit, so heißt es von Seite des Journalisten Jürgen Elsässer, von der Stasi begünstigt worden. Derselbe Journalist, Herausgeber des Compact-Magazin, merkt an, daß der von einem Privaten ebenfalls begünstigte Politiker Christian Wulf deshalb von seinem Amt als Bundespräsident immerhin zurücktreten mußte. Und Gauck?

Der manchmal etwas naiv nur scheinenden Angela Merkel („Internet ist ein Neuland für uns Politiker“) wird von anderer Seite unterstellt, als kommunistische FDJ-Funktionärin  (angeblich „Sekretärin für Agitation und Propaganda“) eine zu große Nähe zum DDR-System gepflegt zu haben, was an dieser Stelle ja schon einmal zur Sprache kam.

Und Gregor Gysi, dem intelligenten und rührigen Linken, wird nachgesagt, dem Ministerium für  Staatssicherheit (MfS) zugearbeitet zu haben. Ein möglicherweise auch noch andere Politiker betreffendes Problem, daß, wenn es so ist,  dazu führen könnte, daß man später ein höheres Amt als mehr oder minder Belasteter unter einem gewissen Druck ausüben muß. Eben mit eventuellen politischen Folgen.

In den genannten Fällen ist der US-Geheimdienst CIA aber gewiß besser informiert als die deutsche Öffentlichkeit, und er möchte es sicherlich so bleiben. So wie  die genannten deutschen Politiker in ihren Ämtern auch.

Joschka Fischer ist zwar nicht mehr als Politiker aktiv, aber daß er auch gesellschaftlich so aufsteigen konnte und weiter gefördert wird, hat gewiß auch damit zu tun, daß er als Überläufer oder „Konvertit“ der gute, Deutschlands „Freunden“ gefällige satte Deutsche werden durfte., der um ebenso gefällige Wortmeldungen nie verlegen ist.

Ähnlich, wenn auch vom Hintergrund her etwas anders gelagert, scheint eine gewisse Belastung bei den zuvor erwähnten österreichischen Politikern zu zutreffen. So war Vranitzkys Frau Christine bei dessen Antritt als Kanzler gemeinsam mit ihrem Bruder Eigentümerin eines arisierten mittelständischen Betriebes.                                                           Daß die Vranitzkys dennoch ungeschoren davongekommen sind, hat wohl auch mit des Kanzlers Gutmenschen-Attitude und dem von ihm in die Wege geleiteten rechtlich nicht erforderlichen Wiederaufschnüren des Restitutionspaketes zu tun. Entledigte man sich damit einer privaten (auch moralischen) Hypothek auf Kosten der Steuerzahler?

Bei Werner Faymann, dem jetzigen Kanzler, gibt es nichts dergleichen, dafür  eine besondere, auch hier schon einmal erwähnte Merkwürdigkeit, die allerdings zu allerlei Vermutungen führen könnte. In seinem Lebenslauf fehlen ganze sieben Jahre. Sie sind nirgendwo dokumentiert, und der Kanzler schweigt eisern dazu.                                              Daß er sich nicht schon selbst ganz in diesem schwarzen Loch versenkt hat, mag an jenen liegen, die dieses Loch mit ihrer schützenden Hand zudecken. Aber was ist der Preis?  In kaum einem anderen Land, außer dort, wo der Rechtsstaat schon ganz zerrüttet ist, wäre eine solche Geheimnistuerei eines Politikers  möglich.

Bei Faymanns Gönner, Wiens Bürgermeister Michael Häupl, liegt die Sache schon einfacher vor uns. Er, der einmal als junger Mann den von ihm jetzt so genannten „deutschnationalen Mief“ zu schätzen wußte, hat rechtzeitig die Kurve genommen, wie man so schön sagt. Eine große Karriere konnte man damals bei den National-Freiheitlichen nämlich nicht so leicht machen, und offene Sympathien selbst für die Sowjetunion waren zu dieser Zeit in dem von ihm danach bevorzugten politischen Milieu eher förderlich. Es hat ihm zumindest nicht geschadet.                                                                                                                                               Um nun diesen karrierebehindernden „Mief“ glaubwürdig abzuschütteln,  hatte er, so scheint es mir,  nach einem „Damaskuserlebnis“, wie er es später nannte,  wohl erst einmal den strammen Antifaschist bei den Jungsozis zu erarbeiten, um dann als Spitzenpolitiker seine untadelige Antifa-Einstellung, auch durch Anbiederung und „Entgegenkommen“, besonders hervorkehren zu können.                                                                                                Im Übrigen ist der politische Konvertit Häupl von einem Paulus so weit entfernt wie der Rapper Bushido vom Freiherrn von Knigge.

Nun zu HC Strache, der wohl auch ein solches Erlebnis gehabt haben muß. Spätestens vor seinem Canossa-Gang  an die Jerusalemer Klagemauer. Damit ist er mit seiner Hypothek aber noch lange nicht aus dem Schneider. Warum sollte jemand auf aussichtsreiche Verzinsung verzichten?                                                                                                                    Mit  an sich nicht ganz harmlos scheinenden und von bestimmter Seite vorerst auf Eis gelegten „Jugendsünden“ (Ex-Kanzler Gusenbauer)  und einen äußerst fragwürdigen Kameraden  im Schlepptau läßt sich aber nicht wirklich eine freie, unabhängige Politik machen.  Straches  gelegentlich aggressives Auftreten  könnte – neben u. a.  neuerdings innerparteilichen Problemen – bereits auf einen daraus resultierenden Frust deuten. Was in bestimmten Situationen nicht ohne Auswirkungen auf politische oder personelle Entscheidungen bleiben kann.

Nun mögen die hier erwähnten Politiker im privaten Kreis durchaus nett und lieb sein und der eine oder andere aktive demnächst wieder gewählt werden,  trotzdem – oder gerade deshalb –  stellt sich am Ende des Tages die eine Frage: Könnte es nicht sein, daß Politiker mit entsprechendem Hintergrund absichtlich nach vorne gebracht oder zumindest gefördert werden? Und zu welchem Zweck dann?                                                                           Da darf natürlich die Phantasie blühen. Aber immerhin, es gibt in dem einen oder anderen Fall doch starke Indizien für so ein Auswahlkriterium, so daß man getrost eine gezielte Strategie dahinter annehmen könnte. Von wem?                                                                            Auch da dürfen Vermutungen angestellt werden, und es muß deshalb noch keine Verschwörung dabei herauskommen. Aber Lobbyvereine, auch ausländische, mit starken wirtschaftlichen oder politischen Interessen werden schon dahinter sein.                                

Die Tatsache, daß  selbst ein Linker wie Ex-Kanzler Gusenbauer  (und der ist nicht der einzige) so schnell in die Liga der Geschäftemacher vorstoßen konnte, ist ja ein deutlicher Hinweis dafür, wie  stark verwoben, um ein Beispiel zu nennen, Politik und „Big Business“  heute bereits sind. Und diverse Wortmeldungen und erfolgte Einladungen lassen ihrerseits darauf schließen, daß man auch sonstwo geschätzt wird und gut vernetzt ist.                          Das erklärt darüberhinaus in gewisser Weise den starken Widerstand der von einigen Lobbies geführten Politik gegen basisdemokratische Bestrebungen die Selbstbestimmung und damit auch mehr Transparenz zum Ziele haben.

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