Goldman Sachs und Freunde – Vampire des Geldes

Wenn man ein wenig mehr davon verstehen möchte, wie die Welt so läuft und wie es zu der Krise im Finanzwesen kommen konnte, dann genügt es vielleicht auch schon, sich etwas näher mit den Herren des Geldes  zu beschäftigen. Im konkreten Fall, stellvertretend für einige andere,  mit Goldman Sachs.

Wir haben es hier mit einem Finanzmonster zu tun, das, wie Morgan Stanley, als reine Investmentbank alle Blasen der letzten Zeit  überstanden hat. Nicht immer mit feinen Methoden: So soll Goldman Sachs auf Druck der New Yorker Staatsanwaltschaft seit 2003 mindestens 22,5 Millionen Dollar an Strafzahlungen geleistet haben, weil die Bank Kunden beim Verkauf von Finanzprodukten wie „Auktionsanleihen“ falsch beraten haben soll.       In schiefes Licht geriet sie außerdem in der Griechenland-Affäre und, vor allem, nachdem sie als solche erkennbare so genannte Schrottpapiere („Abacus“-Papiere) als gute Anlage u. a. auch an eine deutsche Bank verkauft haben soll. Gegen eine Bezahlung von 550 Millionen Dollar sollen die Ermittlungen aber eingestellt worden sein.

US-Bundesrichter Paul Crotty  über Goldman: „…sie (Goldman Sachs Manager) gebrauchen Worte wie ehrlich, Integrität, faires Geschäft, aber  sie meinen eigentlich etwas ganz anders damit“. Sie seien „Orwellian“,  meint Crotty  in New York Post reports“, in Anspielung an Orwells „1984“.  Ist es, semantisch gesehen, nicht in der Politik auch so?                                                                                                                           Greg Smith, ehemaliger Goldman Sachs-Direktor, heute einsichtig: „ Es macht mich krank, wie herzlose Menschen davon reden, ihre Kunden zu zerfleischen… Die häufigste Frage, die ich von jungen Angestellten höre ist: “Wie viel Geld haben wir aus dem Klienten gemacht?” Nun, 2012 steigerte man den Gewinn immerhin um 19 Prozent, während  die öffentlichen Haushalte der USA weiter in der Schuldenklemme stecken.

Goldman Sachs scheint längst zu groß und zu verflochten mit der Politik, um noch in die Knie gezwungen werden zu können, zu groß, um Pleite zu gehen. Die Firma baut als Investments-Trust auf  Pyramidenspiele hohen Niveaus mit ebenso hohem Risiko für Anleger, wo am Ende immer wieder ein und derselbe als Gewinner herauskommt. Nach dem Spielsystem: Goldman Sachs Trading Corporation ist Shenandoah Corporation ist  Blue Ridge Corporation …und so weiter.

Der  verstorbene Ökonom John Kenneth Galbraith meinte einmal, solche Trusts hätten die Krise der 30er Jahre verursacht. Auch die Immobilienkrise von 2007/2008, wie Matt Taibbi in Rolling Stone schreibt: Und derselbe: „Goldman war in jede große Markt-Manipulation seit der Großen Depression verwickelt“.                                            Als  Goldman Sachs 2006/2007 seine schrottreifen Hypotheken-Papiere weiterverkauft, gegen den Wohnungsmarkt gewettet bzw. auf die  zu erwartende  Immobilienkrise gesetzt hatte, verdiente man sich dabei eine goldene Nase.                                                                    Dank ihrer finanziellen Stärke und Macht, war es der Bank möglich, ganze Sektoren der US-Wirtschaft zu Lasten der einzelnen Haushalte (höhere Kreditzinsen, steigende Energiepreise d.h.  des Steuerzahlers Beitrag zur Rettung der Banken) zu manipulieren.

Nach der Griechenland-Krise, die eine von Goldman-Vize Gary Cohn angeregte Verschleierung der Staatsschulden als Ausgangspunkt hatte,  inszenierte  man eine Lebensmittelkrise, die enorme Preissteigerungen verursachte und zur Folge hatte, daß sich Millionen US-Bürger kein ausreichendes Essen mehr leisten konnten.                           Stark engagiert ist Goldman mittlerweile am globalen Energiemarkt, wo die Bank  nach Barclays (GB) und JP Morgan derzeit drittstärkster Mitspieler sein soll.                                   Man wird, so weit möglich, gut daran tun, die Entwicklung der Preise am Energiemarkt und parallel dazu die Geschäftstätigkeit dieser Investmenthäuser einmal näher zu verfolgen.

Daß die Bank weder wegen ihrer Rolle in der Immobilienkrise noch wegen anderer schwerer Vergehen je ernst- und schmerzhaft  zur Rechenschaft gezogen wurde, mag daran liegen, daß sie bei Bush gut vernetzt war und später  zu den großen Spendern der  beiden Obama-Wahlkampagnen gehörte.                                                                                    Eine Unterstützung für europäische Wahlkämpfer oder wahlkämpfende Parteien  ist zwar denkbar,  läuft aber in deutschen Landen sicher etwas anders, über einige Umwege zumindest, also nicht so direkt.                                                                                               Manche meinen, die  Praktiken der Goldmänner lägen jenen ihrer Gründer, den aus Deutschland gebürtigen Marcus Goldman und dessen Schwiegersohn Samuel Sachs, zugrunde, die ab 1882 ein anrüchiges Geschäft mit Schuldscheinen in Manhattan begonnen hatten. Zuvor war Sachs mit einem Lehman (Lehman Brothers) geschäftlich verbandelt.

Heute ist die angeblich der Welt mächtigste Investmentbank  ein riesiger Vampir, der  überall Beute macht, wo es nach Geld förmlich stinkt. Thomas Münchau schreibt in der Financial Times:  „Wo auch immer größere Geldsummen von einem Ort zum anderen geschoben werden, ist die amerikanische Investmentbank dabei. Als Griechenland sein Defizit mittels schwer zu durchschauender Währungs-Swap-Kontrakte reduzierte, spielte Goldman Sachs die Rolle des Animateurs. Die Bank ist omnipräsent. Sie verfügt über dermaßen viel legales Insiderwissen, dass sie als Investor einen natürlichen Vorteil hat, ohne irgendein Gesetz brechen zu müssen.“ (ftd.de , 20. April 2010)                                  Ob in den USA,  in Europa oder in Asien, kein Land  wird  von der Gier dieses Monsters verschont. Meist mit Unterstützung ehemaliger Mitarbeiter, die man in wichtigen Positionen, sei es in einer Regierung oder in der Wirtschaft untergebracht hat.

Bush´s  letzter Finanzminister, Ex-Goldman Henry Paulson, der über das von ihm angeregte und beförderte „Baillout“ Milliarden Dollar seinen Goldman-Freunden bei diversen befreundeten Bankinstituten zukommen ließ, gehört auch dazu. Ebenso Robert Rubin, Clintons Finanzminister, bis 2007 im Vorstand  der  „Baillout“ begünstigten Citigroup. Außerdem John Thain, auch ein ehemaliger Goldman Sachs-Mann. Dieser konnte für sein in argen Schwierigkeiten befindliches Goldman-nahe Institut Merryll Lynch ebenfalls einige Milliarden einstreifen.                                                                             Das sind beileibe nicht alle, die mit gütiger Hilfe von Goldman Sachs bzw. dessen „Ehemaligen“ vor dem Absturz gerettet wurden. So auch, dank Ed Liddy, ehem. Goldman-Direktor, der Versicherungsgigant AIG mit 13 Mrd. Dollar. Eine Summe, die Goldman Sachs selbst auch erhalten, aber inzwischen zurückgezahlt haben soll. Mit einem kleinen Gewinn von mehr als eine Milliarde Dollar.

Im erlauchten Vorstand der Bank findet man neben CEO Lloyd Blankfein (Geschäftsführer und Präsident der Bank) unter anderen das CFR-Mitglied Stephen Friedman und  den Milliardär Lakshmi N. Mittal (Stahlschmiede ArcelorMittal). Wäre doch interessant zu wissen, inwieweit des Letzteren Konzern und Goldman bereits verflochten sind..                   Viele prominente Persönlichkeiten, die nicht dem jetzigen Direktorium angehören, sind für  Goldman Sachs führend tätig oder tätig gewesen. So der ehemalige EU-Kommissar Peter D. Sutherland, der Ökonom Victor Halberstadt, der  Ex-Politiker Judd Gregg und  Lord Griffiths of Forestfach, Mitglied des britischen Oberhauses sowie der ehemalige Unterstaatssekretär John C. Whitehead. Nicht zuletzt dervorletzte Präsident der Weltbank, Robert Zoellick. Und an der Spitze der New York Stock Exchange und  der  Federal Reserve Bank of New York  –  die ganz zufällig die Aktivitäten von Goldman Sachs überwachen soll! – stehen, nicht überraschend,  ebenfalls „Ehemalige“, die insgesamt eine Menge weiterer den Interessen von Goldman Sachs dienliche Funktionen weltweit ausüben.

Außer Zoellick und Rubin dienten und dienen, laut dem Blogger Stephen Lendman, noch weitere Goldmänner in der bzw. für die US-Administration: So Neel Kashkari (spielte laut Times eine große Rolle beim Verkauf von Bear Stearns an JP Morgan), Dan Jester  (stark involviert in die Fannie and Freddie-Abwicklung) Steve Shafran (Asien-Markt-Experte)  Edward Forst (ein Paulson-Berater)  Robert K. Steel, ( Ex-Vizepräsident von Goldman Sachs) John Corzine (ehem. Goldman-CEO und Vorstand, US-Senator and New Jersey Gouverneur) Jeffrey Reuben III (Unterstaatssekretär) Mark Patterson (Finanz-Stabchef) Gene Sperling (Vize von Robert Rubin) Robert Hormats (ehem.Goldman-Vize und Unterstaatssekretär)   George Herbert Walker IV (ehem.Goldman-Direktor und Fonds-Manager, Mitglied der Familie Bush).

In Europa finden wir an Goldmans Seite u. a.: Alexander Dibelius (Goldman Sachs-Deutschland-Chef,  nebenbei wichtiger Berater von Angela Merkel). 2008 machte Merkel außerdem den Goldman-Experten Otmar Issing zum Vorsitzenden der Kommission Expertengruppe Neue Finanzarchitektur. Auch sonst soll Frau Merkel mit den wichtigsten Bankern auf Du und Du sein.                                                                                                         Ebenso mehr oder weniger für Goldman tätig: Mark Carney (Ex-Goldman, jetzt Gouverneur der Bank of England) Mario Draghi ( Präsident der EZB) Romano Prodi (ehem. italienischer Ministerpräsident und EU-Kommissionspräsident) Karel van Miert (ehem. EU-Kommissar v. 1989-1999, inzwischen verstorben) Antonio Borges (Ex-Goldman und Ex-IWF-Direktor) Mario Monti (Italiens Ex-Regierungschef) sowie der griechische Politiker Lucas Papademos.                                                                           Schließlich, wenn der ehemalige österreichische Bundeskanzler, deklarierter Sozialdemokrat, heute, wie es heißt, am europäischen Kapitalmarkt tätig ist, „wird er wohl auch kaum an Goldman Sachs  und Freunden vorbeikommen können, ohne dort seine Ehrerbietung erwiesen zu haben.“ So ein Kenner der Branche.

Man darf ruhig annehmen, vielfach hat  man es heute nicht mehr mit einer nationalen, sondern mit einer Goldman Sachs-Regierung zu tun. Es gehört nachweislich  zur Unternehmenskultur von Goldman Sachs,  leitende Angestellte und Partner in öffentliche Führungspositionen zu bringen. Ausschließlich zum Profit der Firma.                                   Weltweit ist das Investmenthaus daher auch in den wichtigsten nationalen und internationalen Gremien mit Vertrauensleuten vertreten. Goldmänner findet man  in so unterschiedlichen Unternehmen und Institutionen wie : Credit Suisse, Havard, Council of Foreign Relations (gleich mit 10 Vertretern präsent), Pepsi, Allianz, EU-Kommission, Novartis, Caterpiller, Bank of China, Royal Bank of Scotland, Exxon, Bilderberger, Weltwirtschaftsforum Davos, Trilateral Commission. Wal Mart, DaimlerBenz, Siemens, Bank of Spain, Federal Reserve, EZB, Fanni Mae, Deutsche Bank, Monsanto u.a.m.

Goldman Sachs ist zwar die größte, aber nicht die einzige Investmentbank, aber diese, wie auch die Rockefeller Investment Group und andere,  sind meist ineinander verschachtelte Banken und Unternehmen, die nicht selten eine Rothschild-Beteiligung bzw.-Verbundenheit aufweisen. Zu diesen könnte auch die Deutsche Bank zählen, die  bei Rothschild stark in der Kreide stehen soll.                                                                               Man könnte sagen, die Spur führt letzten Endes zum Propheten des großen Geldes. Dorthin pilgern manche Staatenlenker, sobald der von ihnen verluderte Staat aus dem letzten Loch pfeift. Wie Schwarzeneggers Kalifornien einmal.

Wenn man also dazu noch verstehen will, was  unsere Politikerzwerge so umtreibt, wohin sie tendieren und all ihr Trachten ausrichten, dann ist des Rätsels Lösung wohl in dem für Laien schwer durchschaubarem Geflecht eines weltbeherrschenden Finanzkonglomerats und dessen globalen Geschäftspraktiken zu suchen, die einer verantwortungslosen, fahrlässigen Politik sehr entgegenkommen.                                                                               Die einstige erste politische Aufgabe für Politiker, das Glück des Volkes zu mehren und jeglichen Schaden von ihm abzuwenden kann, in der Tat, heute auch nur mehr im Sinne von Orwells „1984“ richtig interpretiert werden.                                                                   Daher kann ich zwar  verstehen, daß viele, die einiges von dem, was hinter den Kulissen passiert, durchschaut haben und angesichts des Machtblocks geradezu in Ohnmacht verharren. Doch Lösung ist das keine, und Beifall wäre fehl am Platz.

Weitere Quelle zu diesem Beitrag: Andrew Gavin Marshall in  Occupy.com.

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