Wie lange wollen wir uns noch blenden lassen?

Wollte Faust heute ergründen, wie es so ist mit der Menschenwelt, ihren dunklen Seiten und lichten Höhen, ihren Abgründen, ihren Irrungen und Verirrungen, müßte er nicht deren Scheitern voraussehen? Sähe er nicht, mit wenigen Ausnahmen, Land für Land wachsende Unvernunft, hedonistisches Streben, Gier nach Macht und Geld in lebenszerstörerischem Ausmaß? Und keine Einsicht, keine Reue der Verantwortlichen in Sicht.                                                                                                                                                Von den verschmutzten Weltmeeren bis zu den brandgerodeten Urwäldern eine Spur der Verwüstung menschlichen Handelns. Nicht zuletzt eine Monokultur auf allen Gebieten als Ergebnis kapitalistischer Exzesse und grenzenloser Selbstüberschätzung..

Aber weiterhin dominieren höchste Gewinnmaximierung und steigende Konsumrate. Und diese beiden haben ihren Preis: Die Vernichtung unserer Existenzgrundlagen. Was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält, bleibt mehr denn je verborgen, kann nicht ergründet werden. Will man vielleicht gar nicht. Die Gretchenfrage ist tabu.                                               Wie es einem scheiternden Faust dieser Tage erginge, geschieht den Heutigen bereits: Sie werden mit Banalitäten und Oberflächlichem abgelenkt. Über Arbeitslosigkeit kann sich Mephisto absolut nicht beklagen, und sein immerwährendes Interesse ist und bleibt, eigenständiges Denken und die Suche nach Wahrheit zu verhindern.

Die Diktatur des Nützlichen, Gewinnbringenden hinterläßt so auch in Österreich und der Bundesrepublik Deutschland ihre Spuren. Zwar sind vorerst noch keine Unruhen oder Chaos wie in Ägypten gegenwärtig, aber man arbeitet daran.                                                      So könnte die Armut, wie wir sie in vielen Ländern studieren können, auch in unseren Breitengraden in absehbarer Zeit und wenig überraschend Einzug halten. In Folge auch gesellschaftliche Zerrüttung und soziales Elend.                                                                             Wenn es die ältere Generation vielleicht nicht mehr ganz so hart treffen wird, der jungen müßte eigentlich heute schon angst und bange werden.

Die Politik gaukelt bloß etwas vor, was nicht mehr vorhanden ist, schiebt auf die lange Bank, was unangenehm oder ihrem Machtstreben hinderlich wäre. Da hat der Frank Stronach schon recht:“…keiner traut sich, den Menschen die Wahrheit zu sagen“.                 Außer als Polit-Rentner. So prophezeite Altkanzler Helmut Schmidt kürzlich, für Deutschland komme die Stunde der Wahrheit in den nächsten beiden Jahren. Also nach der Bundestagswahl. Das dürfte wohl auch für Österreich so gelten.                                                                                                                                               Das Blendwerk in der Hand Mephistos beeindruckt vorerst aber noch selbst so manchen sonst Vernunftbegabten, den, in dieser Hinsicht, nur die bittere Erfahrung zur nötigen Einsicht bringen wird können.

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4 Antworten zu Wie lange wollen wir uns noch blenden lassen?

  1. werner kohl schreibt:

    Wiedereinmal den Nagel auf den Kopf getroffen!

    Aber: Leider ohne Patentlösung, denn kollektive Dummheit lässt sich nicht verbieten.

    Denn: Sosehr ich die Menschenrechte schätze, aber mit der „Religionsfreiheit“ haben wir uns einen Schiefern eingezogen. Wie sich täglich herausstellt, ist sie Trennendes und nicht Vereinendes. Dazu tritt sie – wenn auch verschämt – meistens im Verein mit wirtschaftlichen Interessen = Machtansprüchen auf.

    Das hat seinerzeit auch Mustafa Kemal Atatürk erkannt, der die Türkei als Laizistische Republik entstehen ließ. Und das hat seinen Tod auch nicht nachhaltig überdauert.

    Ein ganz übles Beispiel ist in diesem Zusammenhang der Vatikan: Glaubensdiktatur und im Zusammenhang mit seiner Bank eine verbrecherische, verlogene Vereinigung mit internationalen Sonderrechten mit einer inferioren Führung, die eigentlich diesem Verein nur mehr noch die Selbstauflösung empfehlen kann.

    Die größten Naivitäten und Unverfrorenheiten kommen nun im Zuge der div. Bespitzelungen auf: Jeder überwacht jede(n), ohne Ausnahme. Unser Schriftwechsel ist schon ein persönliches Risiko. Briefgeheimnis wird zur Makulatur und Big Brother Is Watching You. Mit Sicherheit auch auf der Toilette.

    Mein Trost: Im Paradies ist dann alles anders!

    • fritz schreibt:

      Wir lassen uns blenden, doch wollen wir sehen? Fühlen wir uns nicht wohl als „glückliche Sklaven? Wer sollte uns die Augen öffnen? Das kann nur ein Führer. Doch mit Macht wird verhindert, dass Führung entsteht.

    • günther schreibt:

      Was schmerzt mehr` Die Wahrheit zu erkennen oder nichts dagegen tun zu können?

  2. kurt schreibt:

    Die SPÖ-Wahlwerbung empfiehlt für stürmische Zeiten die sichere Hand ihres Kanzlers. Da könnte man ja auch gleich einen Burenwurststand-.Betreiber als Sanierer der daily-Drogeriekette empfehlen.

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