Achtung! „Freund“ hört mit!

„Zugeben, man habe mitgemacht oder zumindest das ganze Ausspionieren geduldet, wird kaum einer“   schrieb ich in meinem letzten Beitrag hinsichtlich einer möglichen Zusammenarbeit eines österreichischen Geheimdienstes mit jener berüchtigten NSA. Nun wird bekannt, daß zumindes im Falle der  Bundesrepublik Deutschland,  wahrscheinlich aber auch Österreich, eine solche Mitarbeit zutreffen soll.                                                      Nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ haben einige Länder, in hohem Maße aber Deutschland,  regelmäßig aus digitaler Kommunikation gewonnene Daten an die US-Sicherheitsbehörde NSA (National Security Agency) weitergegeben. NSA und andere haben also nicht nur spioniert, sondern auch Material zugesteckt bekommen. Das Blatt beruft sich auf Enthüllungen eines ehemaligen NSA-Mitarbeiters.

Die geheuchelte Empörung der  Politiker wird besonders im Falle Berlins verständlich, wenn man bedenkt, was da für die hochverräterische politische Klasse auf dem Spiel steht. Mehr als ihre Glaubwürdigkeit jedenfalls.                                                                                    Daß Deutschland ein bevorzugtes Angriffsziel seiner „Freunde“ ist, erklärt zwar dessen ökonomische Stärke und Innovationskraft auf technischem und wissenschaftlichem Gebiet, aber auch dessen für besondere „Freunde“ unergründliche,  immer noch schwer durchschaubare Seele. Man mißtraut den Deutschen, trotz allem.                                        Das  nun ins Gerede gekommene Überwachungssystem sollte nicht wirklich überraschen, sind doch seit spätestens 2001 ähnliche Systeme (von der EU befürwortete „Echelon“        z. B.) in Betrieb und bekannt. Nicht zuletzt wurden angeblich nach dem Kriege in Geheimverträgen den Siegermächten von Bonn Überwachungsrechte zugestanden, die zum Teil heute noch in Kraft sein sollen. Was einer in einem östlichen Überwachungsstaat aufgewachsenen und diesbezüglich eher schweigsamen Kanzlerin nicht wirklich merkwürdig erscheinen muß.

Interessant an der ganzen Sache ist auch, daß Washington nur die englischsprachigen Länder  Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland zu seinen wirklichen Freunden zu zählen scheint. Deutschland gehört, so liest man, trotz einflußreicher atlantischer Netzwerke und US-Anhänglichkeit führender  Eliten, nicht zum engeren Kreis. Was an der  Wertschätzung des einst großen Vorbildes durch deutsche (auch österreichische) politische „Mitarbeiter“, die durch NSA- und andere Einsichten und Zugeständnisse längst erpressbar geworden sind, wenig ändern wird.                                       Jacob Augstein schreibt ganz richtig: „Sie (aber wer ist das? Anmerkung von mir) streben die totale Kontrolle an – über jeden einzelnen von uns. Dieses Bestreben macht ausgerechnet das Land, das wie kein anderes auf der Welt für die Freiheit des Einzelnen stand, zu einem totalitären Staat.“ Nur dieses eine Land?                                                             Man darf  gespannt sein, ob der deutsche Michel oder der österreichische Herr Karl daraus etwas lernen können  bzw. wie sich der Jahrhundertskandal auf die Wahlen im September auswirken wird.

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3 Antworten zu Achtung! „Freund“ hört mit!

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Was, Travnicek, haben sie sich denn erwartet? Jedenfalls wird aber klar, daß Deutschland bzw. Europa insgesamt ein zu kontrollierendes Quasi-Protektorat der USA ist. Das vielbeschworene „Gegengewicht“ zu den USA in Form der Europäischen Union hat es nie gegeben und ist auch so nicht intendiert. Diese ist bestenfalls ein Zankapfel zwischen Ost und West und und hat durch servile Selbstannullierung im Grunde auch nichts anderes verdient. Die Frage ist nur, ob die völlig fehlgeleiteten „Eliten“ die Bevölkerung durch permanente Umerziehung und Gehirnwäsche dauerhaft im Griff haben.

  2. Bernie schreibt:

    Der Fall Evo Morales hat erneut die kriecherische Liebdienerei der EU gegenüber den USA zu Tage gebracht. Diese EU ist nicht einmal ein sanierungswürdiger Fall, sondern gehört basisdemokratisch liquidiert.

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