Freiheitliche Strategie ins Blaue hinein?

Wenig erfreulicher Allianzen, ernüchternder Umfragen, eigenartigem Loyalitätsverständnis und politischem Fehlurteil militärischer Natur  wegen macht sich bei freiheitlichen Sympathisanten und Mitgliedern angeblich eine gewisse Verunsicherung breit. Nicht zuletzt wohl auch der  jüngsten Ankündigung zufolge, die da hieß: Kein „Ausländerwahlkampf“! (den man plötzlich nie geführt haben will).                                   Aber die zur Beruhigung des national-konservativen Kerns dennoch erneuerte, eigentlich ohnehin selbstverständliche Absage an „radikalen Islamismus und Asylmißbrauch“ (sagen ja andere längst auch) wird allein zur Lösung eines systemisch verursachten  Problemkomplexes und damit auch zur Entschärfung einer  bevölkerungspoltischen Zeitbombe nur wenig bis gar nichts beitragen können.

Hatte man denn nicht Jahre zuvor trotz eines mit derben Sprüchen garnierten, aber viel Engagement geführten „Ausländerwahlkampfes“, dessen wenig intelligente Niveau kaum zu übersehen war, einen großen, wenn auch in gewisser Hinsicht fragilen Erfolg errungen? Und hat die  Dynamik der Gefährdung  unserer Heimat durch Masseneinwanderung, besonders deren katastrophale Folgen im Bereich der öffentlichen Sicherheit und der Volksgesundheit, seither nicht eher zugenommen?                                                                 Was also könnte die FP- Führung jetzt trotzdem dazu bewogen haben, eine die Identität und die Kultur Österreichs bedrohliche Entwicklung fast gleichrangig mit der Bankenabgabe zu positionieren? Zumindest wird dieser Eindruck vermittelt.

Herrscht in oberen blauen Stübchen vielleicht Verwirrung nach Aufwind für  Grüne und vor allem auch für Stronach? An Spekulationen mangelt es ja nicht. Ich möchte mich daran vorerst nicht intensiver beteiligen, obwohl es an begründeten Hinweisen in eine ganz bestimmte Richtung durchaus nicht mangelt (Regierungsbeteiligung um jeden Preis). Geht es allerdings nur mehr darum, dann ist diese Partei – wie alle anderen nur nach Materiellem strebenden Parteien – ziemlich überflüssig.                                                     Eines ist ja nur schwer vorstellbar, daß einem nur wahltaktischen Überlegungen folgendem Schwenk ein raffiniertes Strategem zu Grunde liegt, dem Freund wie Feind auf den Leim gehen könnten..

Für so außergewöhnlich klug halte ich einige maßgebliche, im innerparteiischen Ränkespiel Erfahrung sammelnde Kameraden dann doch wieder nicht. Und wenn ich daran erinnern darf: Das Fehlen eines auch der Allgemeinheit erkennbaren klaren, zielgerichteten politisch-strategischen Profils der Partei hatte ich hier ja schon einmal angesprochen.      Ein solches Defizit hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Gesamtlinie.                                  So scheint man höheren Parteiorts nicht zu wissen, daß gerade bei auch nur scheinbarer taktischer Kursänderung während eines Vor-Wahlkampfes  ein Fehler unbedingt zu vermeiden ist: Eine am Ende doch merkbare Änderung zu überraschend und/oder  gar auf Beschwerden oder Druck Dritter herbeizuführen.

Nun scheint die Partei aber mehr und mehr zusätzlich noch mit einem anderen Problem konfrontiert zu werden, eines, daß in sehr entscheidenden, ja existenziellen Fragen noch einmal bedrohliche Aspekte annehmen dürfte. Der Führung wird ja inzwischen, für Beobachter der Szene eigentlich nicht überraschend, schon innerparteilich vorgeworfen, sie habe keine oder zu wenig Autorität.                                                                                         Doch ist eine solche nicht gerade eben auch bei jeder Änderung, und sei es nur eine kurz- oder mittelfristigeWahlkampflinie, vonnöten?  Daß, in diesem Zusammenhang, von der Spitze auch Charakterstärke erwartet wird, kann außerdem davon nicht getrennt gesehen werden.

Ein Mißverständnis vieler Politiker aller Parteien liegt leider darin, zu glauben, nur weil man selber gerne scheinen möchte, sei man auch schon erleuchtet. Der außer in Wahlzeiten vernachlässigte Wähler hat aber früher oder später ein instinktives Gespür dafür entwickelt, was einer höheren Wahrheit entspringt, was kleinlichen, wahltaktischen Motiven zuzuordnen ist.                                                                                                                Der Souverän unterstützt in der Regel eher jenes Unternehmen, das seiner Meinung nach innere Gerechtigkeit und das Streben nach Gemeinwohl nicht nur glaubwürdiger zu vermitteln weiß. Das heißt, einer Parteiführung muß man die Umsetzung ihrer vollmundigen Versprechen auch zutrauen können. Besonders einigen von ihr für ein Regierungsamt vorgesehenen Kandidaten. Was das nun aber betrifft, scheint auch die  freiheitliche Parteiführung ignorieren zu können, daß man in diesem politischen „Sport“ nicht im Fliegengewicht Meister aller Klassen werden kann.

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4 Antworten zu Freiheitliche Strategie ins Blaue hinein?

  1. werner kohl schreibt:

    Was alle Parteien nun gemeinsam betreiben, ist das Analysieren von teuren stimmungsgesteuerten Analysen und Polit-Rülpsern aus dem Wahlvolk. Man übt sich, sozusagen, im Beobachten des Volkes. Jedoch: Keiner will dabei Völkischer Beobachter sein, obwohl sich alle Analysten ungeniert einer geübten Mastdarm-Akrobatik bedienen. Wie sonst sollten sie in die verzwickten Gehirngänge des umschwärmten Wahlvolkes eindringen können? Dieser Weg ist der Verlässlichste.

    Doch Vorsicht ist geboten: So mancher ratlose Wähler weiß den Politikern den gleichen Weg ihre Antwort zukommen. Am Wahltag! Mit Sicherheit!

  2. guenther schreibt:

    Sehr gute Anlyse, eher harmlos gestaltet, denn es ist wohl
    höchste Zeit, dass eine zu bejahende Linie erkennbar wird, sonst werden
    sogar 20% fraglich sein.

  3. hans schreibt:

    „Das Fehlen eines auch der Allgemeinheit erkennbaren klaren, zielgerichteten politisch-strategischen Profils der Partei“:
    FPÖ steht für den Schutz und die Erhaltung der elementaren Lebensinteressen der deutschen Volksgruppe in der Republik (Rest-)Österreich !
    Das genügte vollauf

    • Bernie schreibt:

      Die FPÖ steht nicht, sie ist längst umgefalllen in dieser Hinsicht. Nicht das Papier, auf dem das steht, die Realität zur Kenntnis nehmen!

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