Was uns der politische Mai lehrt

Ein geschichtsträchtiger Mai, der in Wien bereits am ersten Tag mit der Vorführung einer Lüge begann. Von wegen sozialer Gerechtigkeit: Kein einziger Bonze hat, wie einzureden versucht wird, das Jahr über das Letzte für das Gemeinwesen, den Arbeiter im Besonderen,  getan. Keiner der roten Abzocker hat, während er mit den Abgesandten der Konzerne mauschelte,  sein „letztes Hemd“ für einen der  unzähligen in der Armutsfalle Darbenden gespendet.                                                                                          

Alle Tugenden und Werte, die die sozialdemokratische Elite heute predigt, wurden von derselben dem persönlichen Vorteil zuliebe längst auf dem Altar der  Hochfinanz geopfert. Aber wider die  schonungslose Realität beteuern die sozialdemokratischen  Großverdiener in aller Scheinheiligkeit gebetsmühlenartig ihre Solidarität mit dem von Steuerbelastungen  und Teuerungswellen drangsalierten „kleinen Mann“. .Ach, es wird schön langsam fad.                                                                                                                                                               Ernste und hervorragende politische Führer hatten einst sich bemüht, die Arbeiterklasse aus ihrem Notstand herauszuführen – und es auch geschafft. Heute muß nicht nur diese inzwischen schon wieder  ausgebeutete Klasse befürchten, von einer korrupten, in zwei parallelen Universen lebenden Elite auf heimtückische Weise über Schulden, Korruption und Multikulti-Folgen in ein neues Elend gestürzt zu werden. Diese Erkenntnis wird sich voraussichtlich von Mai zu Mai verstärken.

Schon in wenigen Tagen erhält aber die gesamte politische und gesellschaftliche Elite in deutschen Landen erneut Gelegenheit sich weiter dem vollständigen Gebrauch der Vernunft, aber auch von Anstand und Würde zu widersetzen. Und, in diesem Zusammenhang, auch einer differenzierten Herangehensweise an ein in diesem Fall mißbrauchtes zeitgeschichtliches Thema.                                                                                                                                                                                                                                                     Was zwischen 1933 und 1945 in exemplarischen Fällen angerichtet wurde,  ist schlimm genug und durch nichts, auch keine alliierten Kriegsverbrechen, zu entschuldigen. Es rechtfertigt aber nicht, in den Chor jener Feinde oder Gegner des deutschen Volkes einzutreten, die mit Verweis auf NS-Untaten das Unrecht an Deutschland wie auch die Verbrechen am deutschen Volk auf verschiedene Weise relativieren oder sogar  noch gutheißen. Was in jedem anderen Fall strafrechtlich geahndet werden würde.

Wie eben nicht nur tschechische Wortmeldungen, sondern auch britische, aktuelle griechische  und  zuletzt auch französische Reaktionen gezeigt haben, ist man der Pflege eines alten Feindbildes bzw  auch einer kollektiven Schuldzuweisung weiterhin nicht ganz abgeneigt. Nach Bedarf wird die Keule diskret bis ganz unverschämt hervorgeholt. Es wird, um es volkstümlich auszudrücken, die „deutsche Sau“ wieder einmal durch das globale Dorfe getrieben.

Wie ist es möglich, daß sieben Jahrzehnte nach Ende eines mörderischen Ringens, eben dieses mit seinen furchtbaren Verbrechen noch immer für politische (und geschäftliche) Zwecke instrumentalisiert werden kann und darf? Nun,  man hat sich durch geistige wie materielle „Mast“ eine gefügige Elite herangezüchtet, die reflexartig jede eigenständige oder gar „revisionistisch“ einzustufende Regung als Feindbild erkennt und dieses bekämpft.

Solcherart „Gemästeten“ fehlt deshalb natürlich auch das Verständnis, aber auch der politische Wille dafür, unsere „Befreier“ auf einem für sie politisch-strategisch  reservierten und ökonomisch ertragreichen Gebiet herauszufordern.                                        Zum Beispiel auf die Art: Man möge doch endlich  einen Schlußstrich im Rahmen des  noch  ausstehenden, aber doch zugesagten Friedensvertrages* ziehen.                                                                                                                                                                Also bleibt das  nach US-Leseart  weiter besetzte** Nachkriegsdeutschland (völkerrechtlich noch immer Teil des Deutschen Reichs) weiter in einem politisch-rechtlichen Hybridzustand, der es den ehemaligen Alliierten gestattet, mit ihm (bei Gefahr des Ungehorsams auch mit dem nicht mehr ganz so neutralen Österreich) nach Willkür zu verfahren.  Deshalb darf schon am 8. Mai Deutschland als Ganzes (Österreich aus Siegersicht natürlich inklusive) wieder der Stinkefinger gezeigt werden.


*Auf der „Drei-Mächte-Konferenz zu Berlin“ (fälschlich „Potsdamer Abkommen“ genannt) am 02.08.1945 fassten die Alliierten den Entschluss, den Staat „Deutsches Reich“ nach einer Besatzungszeit und nach der Schließung eines Friedensvertrages zu einem von den Alliierten zu bestimmenden Datum als souveränen Staat in den Grenzen vom 31.12.1937 wiederherzustellen (s. SHAEF-Gesetz Nr. 52, Artikel VII Nr.9, Abschnitt c.). Daran hat sich bis heute nichts geändert.

**Deutschland ist seit dem Ende des zweiten Weltkrieges kein souveräner Staat, sondern militärisch besetztes Gebiet der alliierten Streitkräfte.
Es wurde mit Wirkung zum 12.09.1944 durch die Hauptsiegermacht, die Vereinigten Staaten von Amerika beschlagnahmt (vgl. SHAEF-Gesetz Nr.52, Art.1 Supreme Headquarters Allied Expeditionary Forces). Alle Vorbehaltsrechte der Alliierten haben bis zum heutigen Tage uneingeschränkte Gültigkeit. Mehr dazu auf: www.friedensvertrag.org

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2 Antworten zu Was uns der politische Mai lehrt

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  2. werner kohl schreibt:

    Das Problem der „Arbeiterpartei“ SPÖ und ihre Vorgängerparteien war und ist, dass – ohne Ausnahme – alle im Nadelstreif die Welt verbesserten.

    Auch der alte Victor Adler hat im Straßenanzug die kranken Ziegelarbeiterinnen und Ziegelarbeiter und deren Kinder gesundgepflegt. Der war aber wenigstens noch ein echter Intellektueller und hat den Menschen und der Sache gedient.

    Selbst die ultra-Linken wie Lenin und Trotzki hat man nie im Schlossergwandl gesehen.

    Was ich persönlich daraus schließe? Alles unecht. Das sieht und merkt man. Nur nicht die im Nadelstreif …..

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