Die „Guten“ und die „Bösen“

Berlin und Wien mahnen bei Budapest Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Man tut so, als gebe es in deutschen Landen keine politische Justiz und würden Rede- und  Meinungsfreiheit gewährleistet. Das ist angesichts der wahren Lage und auch hinsichtlich einer vertragsbrüchigen EU doch einigermaßen belustigend.                                                       Nun bin ich nicht der Anwalt des Herrn Orban, aber dieser anscheinend doch jener seiner Nation. Kann man das, etwa von Frau Merkel, die es anscheinend vor allem internationalen Gremien und  Spekulanten recht machen möchte, auch sagen?

Gewiß macht Orban Fehler, doch in der schwierigen Lage in der sich Ungarn nach Kommunismus und korrupter Linksregierung inmitten ökonomischer Krisen befindet, bieten sich zwei Möglichkeiten an: sich ganz der Hochfinanz und ideologischen Gralshütern der EU zu unterwerfen oder einen Befreiungsschlag zu versuchen.                                     Letzteres wird im Ausland gar nicht geschätzt, und ob die Angriffe  ungarischer Emigranten gegen ihr ehemaliges Heimatland den dort verbliebenen Juden nicht eher schaden bzw. den latenten Antisemitismus nicht erst recht befeuern, darf man sich wohl fragen.

Nun hat Orban international nicht das politische und ökonomische Gewicht, das ein Nationalist wie Chavez hatte, und so dürfte  sein Leben vorerst auch noch nicht in Gefahr sein. Außer, er widerstünde allen Erpressungs- und Einschüchterungsversuchen und steckte damit andere EU-Länder mit dem Orban-Virus an. Womit er mit Konsequenzen zu rechnen haben würde.                                                                                                                     So wird ja im Falle des verstorbenen Präsidenten Venezuelas inzwischen die Vermutung laut, er könnte vom CIA vergiftet worden sein. Dies meint nicht nur sein Nachfolger Maduro, davon spricht auch der für die Stimme Rußlands tätige Journalist John Robles.

Angeblich hätten die US-Amerikaner bereits in den fünfziger Jahren mit krebsauslösenden Substanzen experimentiert, die man mittels einer feinen Nadel jemandem injizieren könnte, ohne daß der Betroffene, etwa im Zuge einer Umarmung, davon etwas mitbekäme. Darauf soll Chavez von Altrevolutionär Fidel Castro, der kubanischen Angaben zufolge über 600 Attentatsversuche überstanden haben soll, hingewiesen worden sein. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß mehrere US-kritische südamerikanische Präsidenten  ebenfalls an Krebs erkrankt oder bereits gestorben sind. Nur Argentiniens Kirchner soll nach einem plötzlichen, mysteriösen Herzinfarkt aus dem Leben geschieden sein.

Gewiß hätte man da oder dort nichts dagegen, fände auch Nordkoreas Kim Jong-un – und ich versichere, er ist gewiß nicht mein persönlicher Freund – ein solches Ende. Einen Attentatsversuch soll es ja bereits gegeben haben. Es könnte aber auch sein, daß der „Schurke“, wie Mubarak oder Gadaffi, eine Weile noch gebraucht wird.  Als Teufel in Person. Denn, will man westlichen Medien Glauben schenken, und das erforderte in Einzelfällen einige Überwindung, drohte  Nordkorea den USA bereits mit einem Nuklearschlag.

Davon abgesehen, daß derartige Drohgebärden meist innenpolitisch, etwa der Machtfestigung, dienlich sein sollen, ist nicht einmal gesichert, ob Pjöngjang überhaupt zu einem Nuklearschlag gegen die USA in der Lage wäre. Ein solches Vorgehen käme überdies einem Selbstmord gleich. So verrückt sind weder die Nordkoreaner noch die ebenfalls im Visier der „Guten“ stehenden Iraner.                                                                                        Daß aber die USA,  spätestens seit Bush, den Teufel gerne an die Wand malen, ihrerseits aber Nordkorea  mehrmals schon mit so einem Nuklearschlag gedroht haben sollen, wird bewußt verschwiegen.

Umso lieber bringt man Horrorgeschichten wie: Nordkoreaner müßten der Versorgungslage wegen bereits auf Menschenfleisch zurückgreifen (u. a. Sunday Times, Washington Post). Die Daily Mail berichtete munter drauflos, nordkoreanische Eltern würden sogar ihre eigenen Kinder essen. Zur Erinnerung: Kannibalismus wurde  bereits deutschen Soldaten während des Ersten Weltkrieges von alliierter Propaganda angedichtet. Soviel zum Thema Fiktion.

Daß man im Falle Nordkorea, wie schon im Vorfeld des Irak-Krieges, mit einem gnadenlosen Embargo den Tod hunderttausender Menschen, Kinder vor allem, in Kauf zu nehmen gewillt ist, kommt der Wahrheit schon bedeutend näher und sagt so viel über die „Guten“ im Westen aus, daß jede voreilige Verurteilung der an den Pranger gestellten „Bösen“ der Sache von Recht und  Gerechtigkeit zuwiderliefe.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die „Guten“ und die „Bösen“

  1. Pingback: Die “Guten” und die “Bösen” | Demokratisch

  2. Jaro Ruanza schreibt:

    Ich wünschte,auch wir hätten einen ORBAN!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s