Malikonflikt – Ein Krieg, der viele Väter hat

Libyen ist noch gar nicht richtig befriedet, Syrien versucht man gerade in die Knie zu zwingen, da tut sich bereits eine neue militärische Front auf. Die übliche westliche Dummheit und Arroganz führt uns dieses Mal nach Mali.                                                             Ein Land von der zweifachen Größe Frankreichs, reicher Geschichte und kultureller Vielfalt, das bis vor Kurzem noch als Modell einer afrikanischen Demokratie gepriesen wurde. Letztere könnte sich jedoch in naher Zukunft in eine Fata Morgana verwandelt haben. Und wie in anderen Fällen auch, werden sich die Drahtzieher eines weiteren blutigen Konfliktes ihre Hände in Unschuld waschen.

Was wir derzeit in Mali erleben sind  ja nichts anderes als unmittelbare Auswirkungen des Eingreifens der US-geführten NATO in Libyen. Und wieder ist es Paris, das, am UNO-Sicherheitsrat vorbei, die Speerspitze des Eingreifens bildet, wobei das, neuerdings, betont „friedlich“ gestimmte Washington auch in diesem Fall der lahmen Ente  EU materielle und logistische Hilfe gewährt. Aber nicht nur ihr.                                                         So werden dem größenwahnsinnigen Putsch-Präsidenten, Hauptmann Amadou Sanogo, und seinem Offiziersclan enge Verbindungen zum Pentagon nachgesagt,

Interessiert an dieser Region sind aber eben auch die „Verrückten Gottes“,  wie radikale Islamisten gerne genannt werden. Sie, die den offiziellen Grund des Eingreifens liefern, hatten ja, ermuntert durch den ersten Putsch im März, die Kontrolle über den Norden übernommen. Reichlich ausgestattet mit Waffen und sonstigem nützlichen Material aus libyschen Lagern und Verstecken werden diese ortskundigen Kämpfer den Interventionstruppen noch erhebliche Probleme bescheren.                                                 Daß diese Gotteskrieger, vor allem die aus Somalia stammende Al Kaida-nahe Gruppe Shabab al Mujahideen, zusätzlich von Katar unterstützt werden, macht das ganze zu einer pikanten Angelegenheit.

Was macht Mali gleichermaßen reizvoll für Gotteskrieger und Konzerne?  Erstens: der Norden Malis wurde  über Jahrzehnte von der Zentralregierung und mit Wissen der jeweiligen französischen Regierung links liegen gelassen, der Armut preisgegeben. Daß sich dort ein soziales, für islamistische Parolen empfängliches  Unmutspotential ansammelte, war  längst bekannt.                                                                                                                       Zweites: Diese Region ist reich an Bodenschätzen, zum Beispiel Uran, Öl und Gold, was vorgenommene Landenteignungen verständlich werden läßt.  Daß die Konzerne die Politik, hier wie dort, vor sich her treiben, darf vermutet werden. Zahlen sollen aber die geplanten Rohstoffe-Eroberungen,  in Bar und mit Blut, die europäischen Steuerzahler. Noch ziert sich die Europäische Union, aber Frankreich im Wüstensand stehen zu lassen, wird man sich kaum leisten können.                                                                                                             Auch das „neutrale“ Wien wird unter dem Deckmantel „humanitäre Hilfe“ seinen Obolus leisten müssen. Nun ja, solche Hilfe wird natürlich auch notwendig sein, bisher sollen mehr als 200.000 Menschen aus den umkämpften Gebieten geflohen sein. Im Wiener Stephansdom wäre übrigens noch Platz, Her Kardinal!

Da es nun inzwischen mehrere auch externe Mitspieler in diesem Konflikt gibt, darf mit einer militärischen Lösung nicht gerechnet werden. Im Gegenteil, die Natur der  Sache macht es eher wahrscheinlich, daß dadurch der islamistische Virus einerseits und der Widerstand gegen neokoloniale Bestrebungen andererseits, weitere, vor allem angrenzende Staaten der Region infizieren könnten.                                                                Übersehen soll dabei auch nicht werden, daß mit vermehrter europäischer Intervention in Afrika der islamistische Terror in Europa vermehrt Auftrieb ehrhalten würde.

Daß gerade in diesen Tagen das einem europäischen Volk unendlich ferne Brüssel die europäische Identität beschwört und eine solche konstruieren lassen möchte, ist sicher ein Zufall. Aber weder im Zeichen neokolonialer Abenteuer noch in jenem islamistischen Terrors wird sich eine solche Wunschidentität einfach herausbilden lassen. Schon gar nicht auf Befehl einer verantwortungslosen, heuchlerischen Politik!

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