Tatort Weihnachten

Weihnachten. Mit diesem Wort  verbanden frühere Generationen nicht bloß heute bescheiden anmutende Geschenke oder die herrlichen Gerüche, die in der Luft lagen. Es war mehr, mehr Heiliges, zum Beispiel.

Als Kind schwelgte man sowieso in einer besonderen Atmosphäre, deren Zauber bis in das hohe Alter nachwirkt. Wird sich die jüngere Generation einmal an etwas Ähnliches erinnern können?                                                                                                                                                                                                                                                                                             Vor Jahrzehnten wußte man ganz allgemein auch noch, daß nicht nur das Wort Weihnachten selbst, sondern auch die meisten festlichen Bräuche rund um Weihnachten vorchristlichen Ursprungs sind.                                                                                                                                                                     Ob aber die ihrem Glauben und der Natur verbundenen Heiden, wären sie nicht christianisiert worden,  ihre heiligen Nächte so verkommen hätten lassen wie es heute  in christlichen Landen gang und gebe ist?

Vorbild ist das anglo-amerikanische „Christmas“, das, synonym für „american way of  life“ (inklusive Gewalt), unseren traditionellen Weihnachten sozusagen den Garaus macht. Plastik-Christbaum als, hier ist das zugewanderte Wort angebracht, weiterer „Killer“ unserer Tradition.

Flüchten nicht heute so viele Christen zur Weihnachtszeit nach Thailand oder auf die Malediven, weil sie mit diesen Weihnachten nichts mehr anzufangen wissen? Weil der sinngebende „heilige“ rote Faden gerissen ist.

Aber es gibt Ersatz: Das „Big Business“ und die ihm verbundenen Kirchen sorgen dafür, daß die Gaben spendenden Heiligen Drei Könige  nicht vergessen werden. Und dahinter liegt heute der ganze  Sinn.

Kein von Massen gestürmtes Einkaufszentrum  ohne „Christmas“-Musik, und in manchen „Malls“ erlebt man auch schon „spontan“  inszenierte „Christmas-Shows“, die  von irrgeleiteten Christen schon als „wahre Weihnachten“ gepriesen werden.                                                                                                                                                                                         Der  Konsumtempel ersetzt für immer mehr  Menschen den Christentempel, der Punsch-Stand die besinnliche Einkehr. Was hätte dieser Jesus dazu gesagt? Wird Weihnachten in der ersten Welt überhaupt noch als christliches Fest wahrgenommen?

Man muß kein Christ sein, um sich von den heutigen oberflächlich und rein kommerziell gestalteten Weihnachtsbräuchen und praktizierten Riten mit Schaudern abzuwenden. Auch des damit verbundenen Stress´ und Lärms wegen, natürlich.

Die Art und Weise wie heutzutage  – auch von kirchlicher Seite! – diese nicht nur Christen Heiligen Nächte dem Gott Mammon geopfert werden, ist abenteuerlich. Empfindet denn dies niemand längst als Gotteslästerung?

Damit kommen wir aber zu einem Grundproblem: Das angestammte „Heilige“ zieht sich aus den Überflußgesellschaften zurück. Wo Gier und Heuchelei regieren, ist für es kein Platz mehr. So wenig wie für Kinder und für Mütter.                                                                                                                                                                 Und schon werfen andere „Götter“ begehrliche Blicke auf das Abendland.  Man mag dies bedauern, verfluchen oder was immer. Aber kein „kindliches Zutrauen“ knüpft die Mehrheit der Christen in dieser Europäischen Union noch an ihre sündhafte Kirche.                                                                                                                                                           Welches große gemeinschaftliche Interesse vermöchte denn dann dieses Europa als auch „geistliches Reich“ (Novalis) noch einmal zu verbinden?  Die Antwort wird kaum als Geschenk unter einem entweihten Christbaum zu finden sein.

Dennoch:Frohe Weihnachten allen Besuchern meines Blogs!

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6 Antworten zu Tatort Weihnachten

  1. Runa schreibt:

    Ja, es ist sehr sehr schade…
    Ich verbinde Weihnachten mit den Gerüchen ausgepusteter Kerzen und geschälte Apfelsinen. Der Tannenbaum wurde erst am Nachmittag zu Heiligabend geschmückt und danach wurde der erste Christstollen gegessen, Geschenke gab es erst nach dem Gottesdienst ( meine Eltern waren nicht betucht, aber es gab immer das sehnlich erwünschte🙂 ) Unser Traditionsessen zu Weihnachten war Braunkohl mit Mettwürste – die ganze Wohnung roch bereits am Morgen danach und das war ja sowas von weihnachtlich…🙂. Heute sind Christollen und Co bereits im September zu kaufen, die Jagd nach Geschenken als Stressfaktor gesehen und Besinnlichkeit ein Fremdwort. Ja, sehr sehr schade.

  2. Klaus Ceglarek schreibt:

    Vielen Dank für die Wünsche zu Weihnachten. Ich erwidere sie gerne, und mit der Bemerkung, dass ich immer wieder Ihre Texte mit Interesse lese.
    Mit bestem Gruss aus Dänemark
    Klaus Ceglarek

  3. Pingback: Tatort Weihnachten « Sache des Volkes

  4. hs schreibt:

    Das Grundübel ist schon im Religionsunterricht zu suchen. Niemand in meiner Klasse (60er-Jahre) glaube an den Blödsinn, was der Religionslehrer uns da erklärte. Da half auch Ohrenziehen und Eckenstehen nichts: Die Sünden zur Beichte wurden ausgetauscht und die 10 Vaterunser vorne am Altar zur Strafe hat man eben ertragen und irgendetwas geflüstert.
    Bis heute stehe ich der Kirche deswegen skeptisch gegenüber, obwohl die päpstlichen Schriften und andere Bücher mich schon etwas den Werten der Religion näher brachten. Wir machen aber mit dem ganzen Rummel nicht mit und versuchen Weihnachten von früher etwas zu kopieren. Geschenke gibt es kaum oder sehr bescheiden.
    An das Christkind glaubte ich praktisch nie, weil mein Bruder, der viel älter ist, mich sehr bald aufklärte, dass Papa und Mama da dahinterstecken. Trotzdem waren die Weihnachten noch „heiliger“ und „ruhiger“ als heute: Die Lokale durften nur bis 14.00 Uhr offen haben und dann war alles zu Hause und nicht wie heute in der Disco und im Restaurant.

  5. reinhard schreibt:

    Neujahr 2013
    Es steht vieles an: in Österreich, in Europa und weltweit. Insgesamt geht es um Lösungen in einer „Welt der Menschheit von 7 Milliarden plus“. Dies im Bewusstsein, dass uns diese Welt nur geliehen, mehr noch: in Hinsicht auf unsere Nachkommenden anvertraut ist.
    Die moderne „Massendemokratie“ stellt große (neue) Anforderungen. Sie braucht Menschen, die nicht nur ihre Menschenrechte und die Vorzüge der Zeitläufte in Anspruch nehmen, sondern gleichermaßen ihre Menschenpflichten in die gemeinschaftliche Entwicklung einbringen. Es kommt sowohl auf den „bedeutenderen Teil der Bürgerschaft“ an, der die Lebenserhaltung und die Entwicklungen in die Zukunft trägt, als auch auf Persönlichkeiten, die sich der Aufgaben und Verantwortungen als Repräsentanten unterwinden.
    Von den etwa fünf Varianten des Lernens aus der Geschichte ist die kritische und kreative anzuwenden, um Bewährtes selektiv zu bestärken und zukunftstauglich Neues zu schaffen. Dem stehen (leider) Haltungen und Verhaltensweisen entgegen, die sich pflichtigen Beitragsleistungen verweigern, die sich das gemeinschaftliche und politische Mitwirken individueller oder korporativer Beliebigkeit vorbehalten möchten. Mit diesen ist eine ernstliche Auseinandersetzung zu führen. Nicht minder mit jenen, die aktuell eine Verzwergung Österreichs betreiben wollen.

    2013 sind es entscheidende Verbesserungen unserer direkten und indirekten Demokratie sowie Bildungsreformen, die diesen Namen verdienen, die der selektiven Bestärkung von Bewährtem und der Schaffung von zukunftstauglichem Neuem bedürfen. Die Reformen des Lerngeschehens müssen dabei endlich das Wesentliche erfassen und altideologische gesellschaftspolitische Absichten überwinden.*)

    *) Es lohnt sich immer wieder, auf die Erziehungs-Definition von Richard Meister (1881-1964) zurückzugreifen und sie mit abermaligen Detaillierungen der Aufgaben sowie der Einbeziehung einer allgemeinen Zielorientierung auszustatten:
    Erziehung (im umfassenden Sinn) ist die planmäßige Führung, die die erwachsene Generation der heranwachsenden bei ihrer Auseinandersetzung mit der überkommenen (begegnenden) Kultur angedeihen lässt,
    * die sie für den Erwerb von Wissen, Erkenntnissen, Wertgehalten, Willensgehalten und Fer-
    tigkeiten zu persönlichen Qualitäten und funktionalen Qualifikationen sowie zu den wün-
    schenswerten Mobilitäten leistet,
    * die sie mittels Mobilisierung der je eigenen individuellen Stärken zur Entfaltung der Veranla-
    gungen und der Interessen unternimmt,
    * die sie zur Stärkung der Selbstgestaltungskräfte beiträgt,
    * die sie an Hilfestellungen bei Schwächen und in den kritischen Entwicklungsphasen einbringt,
    * die sie in der gemeinsamen Befassung mit zukunftsweisenden Herausforderungen einsetzt
    * und mit der sie zu einer Lebensführung mit permanent lebensdurchdringendem Weiterlernen
    und Weiterstreben in den zeitläufigen Anforderungen und Möglichkeiten zu verhelfen trachtet.

  6. Jaro Ruanza schreibt:

    Ist es denn ein Wunder wenn es mit dem Christlichen Glauben bergab geht? Diese vom Ursprung her morgenländische Religion,welche den Völkern des Nordens teil`s mit Gewalt aufgeschwatzt wurde wird nun an der Wirklichkeit scheitern.Das in solchen Umbruchszeiten allerdings andere Märchenreligionen bei uns ihr Unwesen treiben,war zu erwarten.Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf,daß die Völker Europas trotz tiefer Sinnkrise und Massenzuwanderung ihren seit der Aufklärung vorgegebenen Weg weiter beschreiten werden und ihre Überlegenheit weiter unter Beweis stellen werden!

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