Obama und seine Schwarzen

Der 2,5 bis 4,5 Milliarden-Dollar-Wahlzirkus ist vorüber, Obama bestätigt und vor der Tür des Weißen Hauses der ganz große Katzenjammer. Doch Mitleid wäre falsch am Platze.       Eigentlich könnte man jetzt zu anderen Schauplätzen überwechseln. Da verdient aber doch noch etwas festgehalten zu werden. Etwas, das kaum jemand aufgefallen sein dürfte und zu Vergleichen anregt.

Barack Obama verfügte  während des Wahlkampfes über eine eigens auf die afroamerikanische „Community“ fokussierte „Homepage“, wo er seinen schwarzen Schwestern und Brüdern ordentlich ins Gewissen redete, ihnen rote Rosen streute und sie über den grünen Klee lobte.

Sie, die Schwarzen, hätten zu Amerikas Aufstieg beigetragen und es ermöglicht, daß er, Obama,  heute im Weißen Haus sitze. Und, so der Präsident, wir, Schwarze, seien „gemeinsam stärker als jeder einzelne auf sich allein gestellt“. Das stimmt und ist  ja auch in Ordnung.

So weit, so gut, werden sich die meisten denken. Aber jetzt stelle man sich einmal vor, ein österreichischer Bundespräsident deutscher Abstammung würde sich in einer Extrabotschaft in besonderer Weise an seine deutschösterreichischen Landsleute wenden. Oder Frau Merkel ausdrücklich an ihr deutsches Volk der Denker und Dichter.

Keine Angst, das wird nicht eintreten. Doch kann man sich sehr leicht vorstellen, was da los wäre. Vom Burgenland bis zur US-Ostküste wäre der Teufel los in den Redaktionen. Und nicht nur dort.                                                                                                                                   Daß sich Obama, obwohl mit weißem Blut in den Adern, sich als Schwarzer betrachtet, ist seine ureigene Sache und zu akzeptieren. Seine Solidarität mit der lange unterdrückten schwarzen Minderheit auch folgerichtig.

Was aber müßte wohl  in deutschen Landen geschehen, daß wieder einmal ein Politiker aufsteht, sich in aller Öffentlichkeit zu seinen deutschen Wurzeln bekennt und in einem Wahlkampf seine Deutschösterreicher oder Deutschen um ihre Stimme bittet?                                                                                                                                                       Eigentlich unvorstellbar, und wer solches dennoch vor Augen geführt haben möchte, der muß schon ein außergewöhnliches Kapitel der Zeitgeschichte aufschlagen. So gesehen, möchte man ganz gerne ein US-Schwarzer sein, wenn auch nicht gleich Präsident von Wallstreets oder Jerusalems Gnaden.

Zuletzt noch ein kurzer Blick in ein für Busen und Po zuständiges österreichisches Kleinformat, das schon einmal bessere, auch politisch unkorrekte Zeiten gesehen hat, ehe es von besonderer Seite abgemahnt und auf Kurs gebracht wurde.                                                                                                                                                                                                         Da berichtet ein altgedienter Journalist von einem „hartnäckigen Märchen“, demzufolge die US-Präsidentenwahl nichts mit Demokratie zu tun haben soll und man nur zwischen zwei Produkten des großen Geldes wählen könne.

Und womit begründet der große Experte sein Wissen über die  US-amerikanische Demokratie?  Jeder 2. US-Präsident, meint er,  komme schließlich aus armen Verhältnissen. Dann war die Sowjetunion gewiß auch eine Demokratie, oder?

Man ist überwältigt von soviel Scharfsinn und Logik. Weiß der gute Mann nicht wovon er spricht, ist er auf einem Auge blind oder gehört er ganz einfach zu den üblichen Zeilenschindern des großen Geldes?  Ich tippe auf Letzteres.

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4 Antworten zu Obama und seine Schwarzen

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  3. fritz haberland schreibt:

    Aber Herr Müller, warum denn so kleinlich? Die Hautfarbe, welche der Kopf der USA hat, ist doch wirklich Blunze. Entscheidend sind die Kräfte, die hinter ihm walten.

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