Migranten sind wir alle?

Gleich und gleich gesellt sich gerne. Falsch, denken wahrscheinlich die maßgeblichen multiethnisch oder profitorientierten Umfärber in dieser Europäischen Union.  Also reichen sich Politik und gesellschaftlich relevante Kräfte in aller Scheinheiligkeit die Hände und beschwören vor grollendem Untergrund die Gleichheit aller und die Bedeutungslosigkeit der „kleinen“ Unterschiede.  Aber genau das gelingt trotz kostspieliger Indoktrinierung immer weniger.

Denn: ist jemand schwarz, dann ist der eben schwarz und nicht weiß, und das ist keine Schande. Vor allem aber auch kein Grund, um Ausländerkriminalität zu beschönigen oder um den Inländern wichtige Zahlen vorzuenthalten.                                                                  Vom Gleichheitsdogma inspirierte gutmenschliche Regungen und politische Absichten führen noch immer dazu, daß, zum Beispiel,  in so vielen Fällen Herkunft und Identität eines straffällig gewordenen Fremden oder Eingebürgerten unterdrückt werden.           Sollte, nun ganz allgemein gesehen, der Hausherr nicht wissen, wen er beherbergt, wer in sein Haus aufgenommen wurde?

Bekannt sind die allergischen Reaktionen angeblich Gutmeinender, wenn in ihrer Anwesenheit ein Fremder nach seiner Herkunft gefragt wird. Ist das nicht egal?, so  lautet die meist aggressiv vorgetragene  Frage derselben.                                                               Unterstützung bekommen solcherart Entrüstete von über den Alltagswolken schwebenden Theoretikern, deren oft verquere Ansichten vornehmlich aus überholten  ideologischen oder geisteswissenschaftlichen Quellen gespeist werden.

So erinnerte kürzlich eine Wortmeldung eines älteren, der Wirklichkeit entrückten katholischen Vortragenden an das früher gern benutzte “Wir sind alle Ausländer” der linksalternativen Szene.                                                                                                                   Unser besagter Gottesmann meinte nämlich , die Bezeichnung  „…mit Migrationshintergrund” gehöre verbannt. Denn, so seine Begründung, wir hätten ja alle einen Migrationshintergrund. Ja, ja, das begann schon mit der erdichteten Vertreibung aus dem Paradies.

Beliebig interpretieren und relativieren kann man heute bekanntlich so ziemlich alles. Nicht nur in der Kirche. Und man tut es auch, worauf schon der seiner intellektuellen Redlichkeit wegen von mir geschätzte Eric Hobsbawm hingewiesen hat.                                   Am Ende möchte man aber auch gleich alles nivellieren, vorher aber eben eine Art „ethnische“ Säuberung in und mittels der Alltagssprache herbeiführen. Als Generalprobe für Größeres?                                                                                                                                      Den Vogel in Sachen Sprachregelung schoß kürzlich die belgische Zeitung De Morgen ab, die allen Ernstes  ankündigte, in Zukunft das Wort Allochthon (also jemand aus fremdem Land stämmig) nicht mehr benutzen zu wollen. Das Wir-Sie-Denken sei in der heutigen Gesellschaft nicht mehr sinnvoll, wird argumentiert.

Wie schön. Ganz Belgien bald eine Mutter-Theresa-Gesellschaft? Natürlich wird der schöngeistige Blödsinn nicht allzulange Schule machen. Im Gegenteil. Je verbissener von einer fanatischen Minderheit in eine bestimmte Richtung gearbeitet wird, und das  nicht nur auf diesem gesellschaftspolitischen Exerzierfeld, desto stärker fallen die Gegenreaktionen der Mehrheit aus.                                                                                          Vom belastenden Migrantenproblem wohl nicht ganz unbeeinflusst, gingen dementsprechend auch die Regionalwahlen in Belgien aus. Werden denn die Weltverbesserer jedweder Couleur jemals aus der Weltgeschichte lernen?

Ich fürchte, nein. Wer einer fixen Idee nachrennt, läßt davon auch dann nicht davon ab, wenn es bereits zum für den Betreffenden allerdings nicht wahrnehmbaren eigenen Schaden geschieht.                                                                                                                         Das Eingeständnis, sich geirrt zu haben, würde so manche Person möglicherweise in ein heilloses gedankliches Chaos oder in tiefe Resignation stürzen. Eine solche läßt daher in der ihr zur Wahnvorstellung gewordenen fixen Idee eigenes kritisches Denken außen vor. Eigentlich bemitleidenswert.                                                                                                     Etwas anderes ist es mit den kaltschnäuzig kalkulierenden Planern im Hintergrund. Um deren Seelenheil brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Ist denen doch unser Schicksal – vielleicht einmal als Vertriebene? – auch egal.

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7 Antworten zu Migranten sind wir alle?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Eigentlich müßte den gutmenschlichen Sprachreglern schon aufgefallen sein, daß jedes auszumerzende Wort durch ein anderes ersetzt wird, das nach einer gewissen Zeit gleichfalls wieder „negativ besetzt“ ist und auch wieder aus dem Sprachschatz verbannt werden muß. Der, die oder das Bezeichnete bleibt indessen beharrlich das, was es immer war, unabhängig von seiner Einschätzung durch die Menschen. Wenn ich auf eine Spiritusflasche das Etikett „Himbeersaft“ klebe, so wird sich am Inhalt nichts ändern.

  2. Siegfr. Eder schreibt:

    Vom nationalen zum inter-nationalen Sozialismus !

  3. wolfgang schreibt:

    Schon Hegel meinte, das Einzige was die Menschen aus der Geschichte lernen, ist daß sie nichts aus ihr lernen.

  4. Pingback: Migranten sind wir alle? « Sache des Volkes

  5. Wex schreibt:

    Ein Wort verbannen hilft nicht. Richtig. Es ist doch wichtig Unterschiede hervorzuheben und aufrecht zu erhalten? Fein. Wozu?

  6. carina schreibt:

    Zum Thema „Migranten“:
    (Können Sie als Kommentar nehmen, auch auszugsweise, wenn es Ihnen keine Probleme bereitet, aber bitte nicht mit meinem Namen. Danke!)

    Es ist alles schon viel schlimmer als von vielen befürchtet! In den letzten Jahrzehnten kristallisierte sich deutlich heraus, dass alle Vorurteile, die den Inländern ständig vorgehalten und zugeschoben wurden, in Wirklichkeit auf die Zuwanderer selbst am besten zutreffen! Eine grobe Inländerfeindlichkeit – von der seltsamerweise niemand spricht – ist feststellbar. Das beweisen u.a. auch Aussprüche von Zuwanderern aus anderen Kulturen wie z.B. „die Österreicher haben normalerweise keine schönen Haare“ (Ausländerinnen glauben offensichtlich, daß sie viel schöner als Inländerinnen seien…) oder „die Österreicher sind ja so dick und fett…“ (die haben ihre eigenen kugelrunden Mütter noch nicht genauer angeschaut!).
    Während man den Deutschen und den Österreichern jahrzehntelang immer wieder vorgesagt hat, wie wichtig es sei, auf Menschen fremdländischer Herkunft und Kulturen Rücksicht zu nehmen, merkt man seit vielen Jahren, daß dasselbe – also Rücksichtnahme auf andere – den Zuwanderern offenbar noch niemand gesagt hat, und sie verhalten sich dementsprechend!
    Außerdem halten sie eisern zusammen. Es sind die ausländischen Zuwanderer, die ständig ihre Mitmenschen nach den Kriterien „ausländisch“ und „einheimisch“ beurteilen, und dann die Inländer diskriminieren und benachteiligen. Im Arbeitsleben und in Wohnhäusern werden die wenigen, verbliebenen Einheimischen immer mehr von Leuten fremdländischer Kulturen verdrängt, und das ganz bewußt und gezielt. Selbst wenn sie schon vieles bekommen haben, sind sie gierig nach noch mehr. Sie wollen alles, was die Inländer haben, und nehmen es diesen gezielt weg. Teilweise geben sie das sogar ganz ungeniert offen zu! Auch Familien, die seit langem SPÖ und Grüne wählen, berichten davon, daß Familienmitglieder ihre neue Arbeit schnell wieder verloren haben, weil dort nur aus dem Ausland stammende Personen waren, die „unter sich bleiben“ wollten und die inländische Person sofort hinausgemobbt haben.
    Es sind einfach zu viele da. Einen gewissen Prozentsatz könnte man „integrieren“, aber so viele, das geht nicht. Außerdem wollen sie sich gar nicht integrieren. Sie wollen hier ihre eigene Sprache und Kultur leben und zusätzlich alle Vorteile der einheimischen Kultur genießen. Die Einheimischen sind dabei natürlich im Weg.
    In den Medien wird oft von „Ausländerfeindlichkeit“ berichtet, die aber bei kritischem Betrachten der Artikel an den Haaren herbeigezogen sein muß. Erstens sieht man so etwas nirgends in der Öffentlichkeit und zweitens ist die Begründung oft fadenscheinig. In den Redaktionen sitzen meistens Leute (z.B. von der SPÖ), die solche Artikel absichtlich konstruieren, um daraus politisches Kapital zu schlagen und alles noch schärfer in die von ihnen gewünschte Richtung zu treiben. Leider glauben v.a. junge Menschen diesen Unsinn und engagieren sich dann auch noch „politisch“ dafür.
    Aber das Ganze war von der anglo-amerikanischen „hohen Politik“ schon vor langer Zeit so geplant und verläuft ganz zu deren Gunsten.

    • Lisa schreibt:

      Sehr zutreffen beschrieben, carina!
      Wenn wir Einheimischen uns nicht rasch auf die Hinterbeine stellen, werden wir bald in Reservaten leben wie einst die Indianer in Amerika, es ist bereits mehr als fünf vor zwölf!
      Schon bei meiner langjährigen Wohnungssuche vor ca. 15 Jahren ist mir aufgefallen, daß Ausländer immer sofort eine leistbare Wohnung hatten, Österreicher aber zu langwierigen Suche verdammt waren

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