Die Politiker

Im lieblichen Lachtal, ein Seitental des Murtales, wird einen erzählt, wie eines Wintertages sich ein Herr aus der Stadt, mit eigenem Ferienhaus in der Gegend, am Lift anstellte und dem verdutzten Liftwart, dem er das Ticket vorweisen sollte, mit den Worten  “Wissen Sie denn nicht, ich bin der ehemalige Bundeskanzler …”  möglicherweise  eine Gratisfahrt herauslocken wollte. .                                                                                                                  Selbst wenn es nicht ganz so gewesen sein sollte, allein, daß man ein solches Auftreten (nach all dem Murks und den Schulden, die  er uns hinterließ) heute für möglich hält, sagt ja schon einiges über den Berufsstand Politiker aus. Und ein solcher scheint, nach aktuellem Befund, in bestimmter Hinsicht nicht genug zu bekommen, was längst auch für den erwähnten Ex-Kanzler und Luxuspensionsbezieher gelten dürfte.

Um für sein anmaßendes oder wenig tadelloses Verhalten als Politiker  erkannt zu werden, braucht einer deshalb noch nicht einmal in einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß oder gar vor ein Gericht  – was in Österreich derzeit “en vogue”  ist – geraten zu sein.                                                                                                                            Daß schon  bei klein scheinenden Dingen der moralische Politikerabgrund  sichtbar zu werden droht, scheint  aber vielen Politikern vernachlässigbar zu sein. Das gilt auch für jene, die, wie Bankenfreund Vranitzky, vom israelfreundlichen  “Mainstream”  als moralische Ikone gehandelt werden.

Oder: wenn sich ein selbst ernannter Saubermann von “Parteifreunden”  großzügigst beschenken läßt (und darauf kein naheliegender Schritt erfolgt) oder  das Entgegenkommen einer der Partei nahestehenden hilfreichen,aber moralisch zweifelhaften Hand zu schätzen weiß, in welche moralische Güteklasse fällt denn das?                            Von derselben Güte ist wohl auch das in Österreich politisch motivierte Inseratengeschäft einiger Minister oder das Einigeln eines prominenten grünen Abgeordneten in einer Sozialwohnung zu einer für ihn lächerlichen Miete.

Geradezu typisch für Politiker sind  auch deren dumme, oft schon verantwortungslose Ansagen. Deren Stichhältigkeit oder Wahrheitsgehalt gelegentlich  nicht einmal den Abend  erleben an dem Tag, an dem sie ausgesprochen wurden.                                                           So überrascht es niemanden mehr, wenn es von Politikerseite heißt:  Gestern  für die in Stein gemeisselte Wehrpflicht, heute für ein Berufsheer (Verteidigungsminister Darabos), einmal für die Reichensteuer, dann dagegen, schließlich wieder dafür  (Strache, dessen Zick-Zack-Kurs u. a. auch in Sachen Haider offensichtlich wurde). Aber diesbezüglich wird man  ja nicht nur bei ihm und nicht nur  in Österreich fündig.

Die deutschen Sozialdemokraten  kürten eben ihren Kanzlerkandidaten. Derselbe vor wenigen Jahren noch kategorisch ausschloß, jemals  Kanzler werden zu wollen.  Der als Finanzminister eine Mehrwertsteuererhöhung einführte, für die er kurz vorher nicht um die Burg zu haben war.                                                                                                                      Beinahe legendär  schon Kohls Versprechen, der Euro werde “Wohlstand und monetäre Stabilität sichern”, das von seinen damaligen österreichischen Kollegen beinahe wortgleich übernommen wurde. Geschadet hat es ihnen nicht, nur dem Heer der Ahnungslosen wird es noch teuer zu stehen kommen. Besonders auch dank Merkel mit ihrem programmierten Umfaller in der Sache Haftungsunion.

Wann kann man den Politikern überhaupt noch etwas glauben, wann trauen?  Nur mit Vorbehalt, behaupte ich. In dem herrschenden politischen System und dem ethikarmen Politklima  hat einer, der nicht lügen kann, nicht korrupt werden, sich nicht den anderen anschließen will, keine Chance. Ein solcher wird zum geduldeten Mitbewohner eines  selbsterrichteten politischen Luxus-Ghettos  oder zum parteiintern unter Dauerdruck stehenden Außenseiter.                                                                                                                  Ich vergleiche dies gerne mit jemandem, der nach Dienstschluß an der Theke ein Glas Milch bestellt, während seine Freunde ringsum Hochprozentiges trinken. Ein solcher wird allen anderen verdächtig und in wichtigen Belangen bald links liegen gelassen.

Vertreter des Volkes werden  diese Politiker   deshalb zu Unrecht  genannt. Denn ihre Politik wird längst von Finanzmarkt-  und anderen fremden Interessen geprägt. Marktkonforme Demokratie nennt das Frau Merkel, die als Kohls Ost-Mädchen sehr schnell ihre Westlektion gelernt hatte.                                                                                     Kurz und gut, die Politiker  ignorieren konsequent, daß, wie ein österreichischer Patriot sich in einem Schreiben an dieselben  ausdrückt, wir Bürger nicht Bittsteller, sondern Souverän, Steuerzahler und ihre Arbeitgeber seien. Dessen sich die Kritisierten zwar am Vorabend einer Wahl zu erinnern versuchen, Stunden später aber schon wieder vergessen haben. Alzheimer ist es wohl nicht.

Zusammenfassend lassen sich anz allgemein folgende Todsünden bei heutigen Politikern feststellen (ohne Gewähr für Vollständigkeit): Eigeninteresse vor Gemeinwohlinteresse. Machtstreben auf Kosten des Volkes. Gewissenlosigkeit. Moralische Beliebigkeit. Treuelosigkeit gegenüber Volk und Heimat. Mediengeilheit. Grundsatzlosigkeit. Tanz um das Goldene Kalb.                                                                                                                            Da nicht zu erwarten ist, daß  in der heutigen Politikerwelt  große Einsicht einkehrt, könnte  bei der nächsten Wahl – wenn auch  nur in Österreich – durchaus  die Stronach-Keule zuschlagen. Allerdings wird der “Newcomer”  verdammt aufpassen müssen, daß ihm diese nicht schon früher selbst auf den Kopf fällt. Gefährdet ist er auf jeden Fall.

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3 Antworten zu Die Politiker

  1. Pingback: Die Politiker « Demokratisch

  2. Jaro Ruanza schreibt:

    Der Stronach ist anscheinend auch nur aufgestellt um der FPÖ einige Protestwähler abspenstig zu machen.Es ist die gleiche Masche,wie seinerzeit das Liberale Forum!

  3. Pingback: Die Politiker « Sache des Volkes

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