„Pussy Riot“ und das große Projekt im Hintergrund

Ein Versuch, etwas mehr Licht in das  Dunkel einer inszenierten skandalösen  Aktion zu bringen.

Wien: Ein international erfolgreicher, kürzlich verstorbener österreichischer „Künstler“, dessen intellektuelle Spielereien (oder Spinnereien) in der Kategorie Kunst nur schwer einzuordnen sind und vom gesunden Hausverstand wahrscheinlich als überflüssig empfunden werden, soll ein Ehrengrab der Stadt Wien bekommen.                                 Dafür wurde ein anderes, das einem gefallenen vorbildlichen Soldaten gewidmet war, auf Betreiben linksfaschistischer Eiferer und mit Zustimmung eines machtverliebten Bürgermeisters in ehrloser Weise aberkannt.

Moskau: Drei Mitglieder einer „Punk-Band“, die man streng genommen als lärmende Terroristen gegen ein Symbol einer Hochkultur bezeichnen könnte, stürmten, von einer für viele unsichtbaren Hand geleitet, die Christus-Erlöser Kirche und veranstalteten vor dem Hochaltar einen von vielen Gläubigen so empfundenen Horrorspektakel.                  Und alle die diese Aktion  der feministischen Krawallmacherinnen wenig abgewinnen konnten  und Konsequenzen verlangten, verstehen natürlich nichts von der Freiheit der Kunst?

Was aber hat nun das eine Beispiel in Wien mit dem anderen in Moskau zu tun? Dem Anschein nach nicht viel. Im Grunde genommen aber gar nicht so wenig. Nehmen wir dazu den berühmten roten Faden auf und gehen wir ein Stück in der Zeitgeschichte zurück:      Am 26. Juni 1950  wurde  in West-Berlin der Kongress für kulturelle Freiheit  mit ganz konkretem Ziel gegründet. Dieses wie auch die Initiatoren und Geldgeber waren wahrscheinlich  nicht allen  daran teilnehmenden Intellektuellen gleich in vollem Umfang erkennbar.

Die Propagierung „westlicher“ Werte bei gleichzeitigem publizistischem Kampf gegen das System im Osten, die  massive Förderung einer neuen Literaturgattung sowie die Propagierung der abstrakten, auch expressionistischen Kunst bei gleichzeitiger Ablehnung der  gegenständlich-traditionellen waren erste Anliegen. Für diese konnten bekannte Schriftsteller und Künstler gewonnen werden .                                                                              Noch war nicht ersichtlich, daß später einmal  -nicht nur auf dem Gebiet der Kunst – zunehmend mehr Extremem und Provozierendem zu Anerkennung verholfen werden würde.

Der Kongress und dessen Tätigkeiten wurden von Anfang an nachweislich vom US-Geheimdienst CIA organisiert und finanziert, angeblich auch mit Unterstützung einer großen US-Gewerkschaft.                                                                                                                   Kurzum, auf dieser  neuen geistig-kulturellen Schiene wurde in Europa ein dem bis dahin etablierten Kultur- und Kunstverständnis entgegengesetzter „Mainstream“ transportiert, und diese Schiene diente zudem gleichzeitig dazu, die ökonomischen und strategischen Absichten der USA weiter voranzubringen und dazu das globale Unternehmen medial vor- und aufzubereiten.

Auf dem publizistischen Sektor sollen, zum Beispiel, die Bemühungen bis hinein in die von Gewerkschaftsseite (ÖGB) ermöglichte Gründung der österreichischen Kronenzeitung zu verfolgen gewesen sein. Auch den österreichischen Kurier oder die deutsche Bild Zeitung würde es ja ohne US-Hilfe und –Auflagen so nicht geben, und wohl auch nicht deren bis heute anhaltende  gewisse ideologische Ausrichtung.                                                                                                                                                                                     Ende der 60-er Jahre war es dann auf Grund außenpolitischer Abenteuer der USA              (z. B. Vietnam) nicht mehr so leicht möglich, das US-amerikanische Modell einer kritischeren jungen Generation zu vermitteln. Der Kongress konnte 1969 seine Arbeit dennoch erfolgreich abschließen, seine hartnäckigen Bemühungen legten außerdem ein stabiles Fundament, auf dem später unter anderen Vorzeichen weitergebaut werden konnte.

Mit dem Aufkommen der Konservativen in den USA  konnte  nämlich, vor allem Dank der bedrohlichen kommunistischen Kulisse jetzt vermehrt auf die Beglückung der Welt mit dem „american way of Democracy“ gesetzt werden.                                                                1983, also knapp nach Reagans Amtsantritt, wurde  die CIA-nahe Stiftung „National Endowment for Democracy“ (NED) gegründet. Das NED ist seither weltweit tätig – u. a. verstärkt im „Arabischen Frühling“ unterwegs – und fördert über 1.000 Nichtregierungsorganisationen (NGO), unterstützt aber auch politische Parteien und unterschiedliche, auch subversiv arbeitende Gruppierungen etwa in Osteuropa (Stichwort: „Orange Revolution“) und der arabischen Welt.  Zu diesen Gruppierungen wird auch „Pussy Riot“, dessen Unterstützerkomitee ein russisches NED-Mitglied anführt,  gezählt.

Es sollte also nicht wundern, wenn man 2012, durch eine solche an blasphemischen Inhalten reiche Aktion in der Erlöser-Kirche, an den einen oder anderen Unfug Jahrzehnte zuvor, etwa anläßlich damaliger  Aktionstage oder Happenings, erinnert wird.  Aber nicht nur in unseren Breitengraden, auch weiter südlich wurde provoziert.

So  schockte 1961 der italienische Bildhauer Pietro Manzoni die Öffentlichkeit mit seinem Werk „Künstler Scheiße“ (Merda d´Artista). Tatsächlich präsentierte er dem werten Publikum, abgefüllt in von ihm signierten Dosen, angeblich seine kostbaren Ausscheidungen. Eine dieser  Dosen (Inhalt 30 Gramm) soll von der Londoner Tate Gallery 2007 immerhin um 124.000 Pfund verkauft worden sein.                                   Ähnliche „Meisterwerke“ von weiteren „Künstlern“, auch in deutschen Landen,  kennen wir inzwischen ja zur Genüge. Außer, daß man damit ein Schweinegeld verdienen konnte und weiter kann, stecken hinter solchen Aktionen, wie erwähnt, noch Absichten Dritter.

Die Empörung hielt sich allerdings bei solchen oder noch ekelhafteren Spektakeln  in Grenzen, sagen wir, sie wurde unten gehalten, des Volkes Meinung dazu medial nicht breit getreten.  Fünf Jahrzehnte später aber sind die halbe Medienwelt, Künstler und US-Lakaien in der Politik  in Aufregung darüber, daß drei ungezogene, freche russische Gören wegen „Rowdytums“ überhaupt vor Gericht gestellt wurden. Wo doch, sagen sie, die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut sei. Wenn sie  ihresgleichen betrifft.

Das Urteil hat die  Berufs-Pharisäer erst recht in ihrer Solidarität mit den blasphemisch agierenden, von außen gesteuerten Aktivistinnen beflügelt. Daß die  Härte des Urteils durchaus überzogen und diskussionswürdig ist, ist eine andere Sache.                                      Aber auch weniger religiös gestimmte Menschen werden einer solchen Aktion nichts abgewinnen können und erwarten eben, daß man dafür nicht zu milde zur Verantwortung gezogen wird.

Eine „Punk Band“, die bis dato kaum wahrgenommen wurde, außer durch „Gruppensex im Museum“ oder durch ein „Suppenhuhn in der Vagina“, wird jedoch  global zu Märtyrern für die Meinungsfreiheit“ gemacht. Sind die  Empörten, darunter Intellektuelle,  denn alle besoffen?                                                                                                                                           Wollen uns doch diese Heuchler, die von einem internationalen Publikum angefeuerten und von diesem in der Richtigkeit ihrer Tat bestärkten „clown-girls“ (Andre Fomine, Oriental Review) tatsächlich als harmlose Würstchen verkaufen. So als hätten diese ihr „Spontan“-Theater völlig auf sich allein gestellt, unbeeinflußt von Dritten (und unbezahlt) aufgeführt.

So war es denn auch sicher nicht. Es war gewiß alles bestens organisiert und Stunden später als Video-Clip sogar weltweit zu bestaunen. Daß der russische Inlandsgeheimdienst von der Aktion vorher nicht Wind bekam, läßt auf  eine bestens auch geheimdienstlich vernetzte und ausgerüstete Auftraggeber-Lobby im Hintergrund schließen.

Normalerweise  müßte  allen maßgeblichen Politikern und Intellektuellen im Westen längst bekannt sein, daß der spätestens seit 1950 vom CIA mit Millionenbeträgen geförderten  so genannten Avantgarde in Kunst und Kultur  besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Und das Werke und Aussagen der Künstler  heute mehr denn je als mächtige ideologische Waffe eingesetzt werden. Eben auch  im heutigen Rußland, das von Innen heraus moralisch und politisch geschwächt werden soll.

Wie zu Zeiten des Kalten Krieges sind ganz offensichtlich auch  heute ideologische Zermürbungs- und Eroberungsfeldzüge auf dem Gebiet von Kunst und Kultur festzustellen. Alles im Zusammenhang mit einer  Einkreisung Rußlands, beginnend in den mittelasiatischen Regionen über die Unruhen im Nahen und Mittleren Osten bis hin zur beabsichtigten Stationierung von Radar- und Raketenanlagen in Osteuropa.

Aber bleiben wir im geistig-kulturellen Bereich:  Nelson Rockefeller, in den 50-er Jahren Präsident  des New Yorker Museum of Art und spezieller Freund des US-Präsidenten, erkannte damals sehr schnell, daß mit abstrakter und expressionistischer Kunst nicht nur ein Geschäft zu machen sei, sondern diese auch ein Werkzeug sein könne, um das menschliche Bewußtsein, deutsches vornehmlich auch, in eine ganz „bestimmte Richtung“ zu bringen. Welche wohl?

An Rockefellers Seite damals William Paley, CIA-Offizier und enger Freund von Time/Life-Konzern-Gründer Henry R. Luce. Zusammen mit weiteren  Betreibern der größten Gehirnwaschmaschine der Geschichte eine stets neu mit Personal aufgefrischte Schaltstelle für zeitgemäße „Propaganda und Volksaufklärung“, über deren Mittel und globalen Einfluß ein Herr Goebbels nur träumen hätte können.

Dieselben machtvollen Kreise, die da heute im Hintergrund wirken, dürfen auch in einem anderen Fall genannt werden: Als 2005 in einer dänischen Zeitung die bekannten Mohammed-Karikaturen erschienen, konnte darauf gewettet werden, daß das keine spontane, unabhängig von mächtigen Förderern gestartete Aktion dieser Zeitung war. Über die mächtigen Auftraggeber brauchte man nicht lange zu spekulieren.

Nichts geschieht in dieser Welt zufällig und nichts geschieht ohne eine bestimmte Absicht dahinter. Bei den genannten und ähnlichen Vorgängen und Aktionen – ob Förderung einer gewissen Kunstauffassung, Verhöhnung tradierter Werte, Propagierung eines abartigen Lebensmodells oder eines alternativen politischen Trends –  kommt meist eines klar heraus: Überlieferte Werte, Traditionen, Gewohnheiten, auch und besonders solche des Konsums und der Freizeitgestaltung, dürfen den Aspirationen des „Big Business“ und den Vorlieben experimentierfreudiger  Ideologen nicht im Wege stehen.

Es  ist kein Geheimnis mehr und seit einiger Zeit den vielen Stellungnahmen zu entnehmen, die hauptsächlich von neokonservativer, auch evangelikaler Seite aus den USA zu uns kommen: Nur wenn die alte Welt in Trümmer geschlagen wird, kann darauf – mit Hilfe nützlicher linker wie rechter Idioten in der EU – eine neue gebaut werden.

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