Islamistische Gefahr – Made in USA

Al Kaida-nahe stehende islamistische Gruppen sind  angeblich im Begriff, sich den ohnmächtig scheinenden Staat Mali unter den Nagel zu reißen. Washington möchte diese Islamisten mit Drohnen bekämpfen. London überlegt militärische Unterstützung für angrenzende Staaten. Frankreich wird da nicht beiseite stehen wollen.                                      Also auf in einen weiteren Endlos-Krieg des Westens gegen diese „Verrückten Gottes“?  Schließlich, so wird argumentiert,  liege Europa vor deren Tür.

Der Feind ist wieder einmal ausgemacht, und die „Guten“  erhoffen sich den Beifall eines  naiven Publikums. Doch da geht doch glatt unter, wer die wahren Verantwortlichen für den ganz allgemeinen islamistischen Vormarsch sind.                                                                        Es sind, nicht überraschend, dieselben, die mit dem schändlichen Vertrag von Versailles den Aufstieg Hitlers begünstigt und dafür gesorgt hatten, daß die Welt einen  Zweiten Weltkrieg durchleiden mußte. Millionen Tote auch auf das Konto von durch Neid und Haß erfüllte alliierte Politiker.

Nicht nur an der Wiege des Nationalsozialisums, auch an jener des Islamismus stehen somit die Siegermächte des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und jetzt, wo wieder einmal die westlichen  Alarmsirenen heulen, erinnert dies an das Verhalten eines Feuerwehrmannes, der einen Brand legt, um sich dann nach gelungener Löschung als einer der großen Helden feiern zu lassen. Mit dem kleinen Unterschied, daß das mit dem Löschen im konkreten Fall nicht klappen will und auch nicht klappen wird. So nicht.

Gehen wir daher auf die Ursachen eines beinahe globalen Konfliktes zurück. Zwar reichen die Wurzeln des Islamismus bis in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, da islamische Denker dem Einfluß europäischer Großmächte durch ein neues, damals noch friedliches Islamverständnis begegnen wollten. Doch dieses mutierte Anfang des 20. Jahrhunderts, als es galt den Neo-Kolonialismus zu bekämpfen, zu einer militanten Ideologie.

In das Visier der Islamisten kamen damals vor allem die Briten, die es im Ersten Weltkrieg verstanden, die Araber mit dem Versprechen, sich für ihre Freiheit einzusetzen, auf ihre Seite brachten. Die „Befreier“ blieben aber – mit Washingtons wohlwollend-berechnender Unterstützung – als Besatzer im Lande.                                                                                       Die Marionetten-Könige, die, zwecks Sicherung der Ölquellen von ihnen installiert wurden, sorgten zusätzlich für islamistischen Ärger. Mit Ibn Saud setzten sich übrigens die großen Gewinner dieses Ersten Weltkrieges, die USA, auch gleich auf die ergiebigsten Ölquellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten die USA  für eine weiteren Schub des islamistischen Grolls, in dem sie die UNO,  nach Ende des britischen Palästina-Mandats, dazu brachten, den Landraub der  Zionisten und die Gründung des Staates Israels abzusegnen.            Nicht ohne Hintergedanken: Israel sollte Basis für militärische und ökonomische Interesse des Westens, vornehmlich der USA, in diesem Raum werden. Und ist es bis heute.

In den frühen 50erJahren schließlich drohte  im Iran eine Nationalisierung der Ölindustrie, worauf die USA und Großbritannien den Schah installierten, der nur dank militärischer Hilfe der USA 25 Jahre lang überleben konnte.                                                                              Als dieser gestürzt wurde, versuchte die CIA die neue Regierung zu Fall zu bringen. Was mißlang und später zu der bekannten Botschaftsbesetzung und zur weiteren unaufhaltsamen Festigung der Macht  der Mullahs führte.

Ausgeblendet soll auch nicht bleiben, daß Ägypten Mitte der 50er Jahre den Suez-Kanal verstaatlichen wollte, was der Westen (einschließlich Israel) aber mit Krieg beantwortete. Irans wie auch Ägyptens Nationalisierungswünsche waren zwar legal, die Intervention der Westmächte  aber war eine illegale Aggression unter Verletzung des Völkerrechts wie auch der UNO-Charter.                                                                                                                           Was schließlich den die westlichen und israelischen Interessen gefährdenden Nasserismus bzw. den arabischen Nationalismus zu Fall brachte und die Region erst recht den Islamisten (Moslembrüder) in die Hände spielte.

Amerikaner und Engländer haben in islamischen Ländern wie Ägypten, Irak, Syrien, Libyen, und Afghanistan gewaltsam eingegriffen, Franzosen zuletzt in Algerien. Sie  haben Hunderttausende getötet, Marionetten, Diktatoren oder Verwalter eingesetzt, die Wirtschaft und Ressourcen dieser Länder ausgebeutet und wundern sich jetzt über den Haß auf den Westen bzw. den Erfolgslauf der militanten Islamisten.                                          Und jetzt spielt man auf empört über den mörderischen islamistischen „Guerilla-Krieg“. Doch insgeheim dürfte den USA dieser kämpferische Islamismus  ganz recht sein: er ist zu vielem nützlich. Siehe 11. September 2001.

Dieses Datum ist die ideale Rechtfertigung zur weiteren Präsenz und Intervention (auch über Dritte)  in islamischen Ländern einerseits, und zu Überwachung der Kommunikationsmittel (Wirtschaftsspionage) wie auch zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten im Westen andererseits.                                                                  Über die Beweggründe kann alle US-typische puritanische Heuchelei nicht mehr hinwegtäuschen: „America first!“ Vor allem mit den Mitteln der Einschüchterung und der Gewalt. Martin Luther King sagte nicht zu Unrecht: Der größte Förderer der Gewalt weltweit ist heutzutage meine eigene Regierung“.

Wie kann noch jemand dieser Supermacht, die die Indianer-Ausrottung, die Versklavung von Schwarzen und unzählige Kriegs- und  politische Verbrechen auf dem Gewissen hat, über weite Bereiche einen Dritte-Welt-Infrastruktur-Standard aufweist und erst jetzt eine Pflichtversicherung für alle US-Bürger einführt, kritiklos als beispielgebend preisen?            Es ist peinlich und beschämend genug, wenn ausgerechnet so genannte Nationale oder rechte Patrioten ihre Sympathien für US-amerikanische Heilsbringer bekunden.

Ich bin kein Anti-Amerikaner, wenn ich die auf lange Sicht in vielfältiger Weise auch Europa gefährdende US-Außenpolitik anprangere. Die, so hat es manchmal den Anschein, von kindischer Geisteshaltung geprägt zu sein scheint.                                                                Aber der Wahrheit schuldet man es, das man nicht schweigt, wenn unangenehme Fakten – aus welchen Gründen auch immer – ständig unter den Tisch gekehrt werden.

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2 Antworten zu Islamistische Gefahr – Made in USA

  1. Pingback: Islamistische Gefahr – Made in USA « Sache des Volkes

  2. Peter Steinwender schreibt:

    Die im Artikel beschriebene Geschichte des Auf-den-Weg-Bringens des modernen Islamsimus ist korrekt und eindrucksvoll übersichtlich geschildert. Was aber keinesfalls außer Acht gelassen werden sollte, das ist die grundsätzlich aggressive Ausrichtung des Islams, der mehr eine faschistische Ideologie mit dem Ziel der Weltherrschaft (Dar al-Islam im Gegensatz Dar al-Harb!) darstellt denn eine Religion… Warum wohl befanden sich muslimische Krieger schon 732, also lediglich ~100 Jahre nach der Hedschra (ist die Flucht des „Propheten“ von Mekka nach Medina, Gründungsdatum des Islams, 622), bei Tours und Poitiers, wo Karl Martell Europa eine Zukunft in Knechtschaft (Dhimmi, Dzidzja -um nur einige Schlagwörter zu nennen, welche den Umgang der „Rechtgläubigen“ mit den „Ungläubigen“ bezeichnen!) und, vor allem, eine solche ohne jedwede Chance auf die zukünftige Aufklärung ersparte? Letzteres betone ich deshalb, weil im Islam alles von Allah kommt und vorherbestimmt ist, sodass eigenständiges Denken, d a s Merkmal der Europäischen Aufklärung, bis heute (!) keinen Platz im Weltbild der „Rechtgläubigen“ hat -siehe den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen „Entwicklungs“stand der muslimsichen Welt…
    Auch ist der Hass der Muslime auf alles Jüdische durch die Existenz Israels zwar beflügelt worden, wer aber im Koran nachliest, der wird finden, dass unter den hassenswerten „Ungläubigen“ die Juden bereits damals eine „ganz spezielle“ Position einnahmen…

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