Syrische Tragödie mit Folgen

Das Töten in Syrien bedrohe die vitalen Interessen der USA im Nahen Osten, heißt es von Seite der  US-Regierung. Ja, wo denn nicht auch? Und schon drehbuchartig wird eine Intervention in den Raum gestellt. Man hat schließlich die nötige Erfahrung.

Der Alleinschuldige ist längst ausgemacht, und dieser wird vom „Regime-Change“-Förderer USA ohne viel Federlesens auch gleich verurteilt. Ebenso, gehorsamst, von seinen Vasallen und den gleichgeschalteten von einander abschreibenden Medien. Selbstverständlich noch ehe überhaupt eine unabhängige Stelle den wahren und schonungslosen Sachverhalt sowohl des Beginns wie auch des Verlaufs der syrischen Tragödie auf den Tisch gelegt hätte.

So haben ganz allgemein nur die wenig vertrauenswürdigen Quellen einer bunt zusammengewürfelten syrischen Opposition und deren Unterstützer im Ausland zu gelten. Eine Opposition,  in der neben sich selbst ernannten Demokraten halbwilde Banditen und zu allem entschlossene Islamisten streckenweise schon den Ton angeben. Und das nicht weniger brutal als die Regierungsseite.

Wer dem servierten einheitlichen Informationsbrei unserer Medien kritisch gegenübersteht und deshalb klarer durchblicken  möchte, muß sich schon die Mühe machen und einen Zugang zu anderen Informationsquellen suchen. Einige hatte ich schon früher einmal genannt, nun eine andere:

So berichtet der Journalist Marat Musin von „Anna News“: Während unserer Reise nach Al-Hula in der Provinz Homs haben wir Berichte von ca. einem knappen Dutzend Augenzeugen der Attacke auf die Stadt Al-Hula vom 25. Mai 2012 auf aufgezeichnet und dokumentiert. Der Angriff erfolgte durch eine Einheit bewaffneter Kämpfer aus Ar Rastan. An ihr waren mehr als 700 bewaffnete Rebellen beteiligt. Sie brachten die Stadt unter ihre Kontrolle und begannen mit einer Säuberungsaktion gegen regierungstreue Familien, einschließlich alter Menschen, Frauen und Kinder. Die Toten wurden von den Banden der UNO und der Weltöffentlichkeit als Opfer der syrischen Armee präsentiert…

Eine Augenzeugin, die Musin befragte, schilderte u.a.: Als die UN-Beobachter eintrafen, haben die Banditen ihre Opfer gesammelt und den UN-Leuten präsentiert und gesagt, das seien friedliche Zivilisten, welche von der Armee umgebracht worden sind.            Und weiter: In unserem Dorf lebte eine Frau, die aus dem Libanon stammt. Sie lebte mit ihren drei Kindern bei uns im Dorf, hat als Putzfrau auf der Polizeistation gearbeitet. Sie wurde entführt, vergewaltigt und dann gehenkt. Man warf sie dann einfach auf das Feld, wo ihr Leichnam von Hunden zerfressen wurde. Das war ein schreckliches Bild, sie war vollkommen nackt.

Schließlich auch das: Es gab auch solche Fälle zu Beginn der Unruhen, als Krankenhäuser überfallen und die Blutkonserven gestohlen wurden, die wurden dann bei den Demonstrationen eingesetzt. Man goss dieses Blut über die Gesichter von vermeintlichen Opfern oder über „Verletzte“, um so eine Show für Al-Jazeera und Al-Arabiya zu inszenieren. Soweit diese Augenzeugin, deren Glaubwürdigkeit nicht weniger gelten sollte als jene der üblicherweise vorgeführten.

Es scheint also vieles so ähnlich zu laufen wie im neuen  Libyen, wo jetzt in Wirklichkeit jahrelanges Chaos abzusehen ist und als dessen Folge Al Kaida gestärkt und angrenzende Staaten wie der Mali destabilisiert werden.

Leider ist zu befürchten, daß nach einem Abgang des Assad-Regimes die schrecklichen Vorgänge in Libyen von der syrischen Tragödie noch in den Schatten gestellt werden könnten. Mit unabsehbaren  Konsequenzen für die ganze Region und selbst auch für uns in Europa. Nicht nur der Flüchtlinge wegen.

Nein, die syrische Tragödie, die bald den nationalen Rahmen sprengen könnte, bedroht keine vitalen Interessen der USA. Im Gegenteil, US-Amerika, Israel, einige korrupte Potentaten und islamistische Kreise der Region sind ihre Nutznießer.

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12 Antworten zu Syrische Tragödie mit Folgen

  1. macha schreibt:

    so ist es

  2. Conradi schreibt:

    Wie wahr, wie wahr…
    Sie sagen Frieden und meinen Krieg. Sie säen Unruhe und Terror und nennen das ‚friedensschaffende Maßnahmen‘.

    Haltet den Dieb! Der Dieb ist in Wahrheit jener, der da schreit „Haltet den Dieb!“.

    Wie sagte doch Kennedy? ‚Wir stürzen frei gewählte Regierungen und putsche, destablisieren souveräne Länder. Demokratien werden beseitigt und Diktaturen errichtet, statt freier Wahlen.‘

    Bekomme ich nun Besuch oder gelte als Terrorist?

    – Konrad Fitz –

  3. Pingback: Syrische Tragödie mit Folgen « Sache des Volkes

  4. Verwundert schreibt:

    ARD online hat wieder einmal alle meine Kommentare zensiert ( = nicht veröffentlicht ).
    Meine Beschwerde an die Redaktion des ARD und den Intendanten wurde nicht beantwortet.
    Dabei habe ich lediglich darauf hingewiesen, daß die Massenmörder von Hula wohl eher nicht unter den Assad-Truppen oder Milizen zu suchen sind, sondern in den Reihen der vom Ausland gesteuerten Söldner.
    Außerdem habe ich mir erlaubt, einige links zu Webseiten zu nennen, damit die Opfer der ARD-Propaganda zumindest die Chance haben, von Gegenmeinungen zu erfahren.

    Diese Zensur der „öffentlich rechtlichen“ Medien erinnert an dunkelste Zeiten und Diktaturen.
    Sie ist zudem rechtswidrig, aber was gilt bei uns das Recht schon ?

    Die Kriegshetzer sind am Drücker. Sie haben ihre getreuen Mietmäuler an den Schaltstellen der Macht bis hin zum Verfassungsgericht.
    Wenn wir eine echte Demokratie und einen echten Rechtsstaat hätten, müßten Merkel und Co. zusammen mit den Intendanten der Propagandasender verhaftet und vor Gericht gestellt werden, denn sie brechen zig Gesetze .

    Doch was will man in einem Staat, der noch nicht einmal die Gewaltenteilung in der Praxis eingeführt hat ?
    http://www.gewaltenteilung.de

    Ja, in Deutschland hat es noch nie Gewaltenteilung gegeben. Der heutige „Staat“ ist so organisiert, daß die Exekutive über die Judikative herrscht. Der Justizminister ist Dienstherr der Staatsanwälte und Richter. Das ist Diktatur, nichts anderes.
    Und weshalb merken das die hochintelligenten Jura-Studenten nicht ?
    Ganz einfach: weil es allen nur um die Karriere und den eigenen Geldbeutel geht.

    Wen wundert es da noch, daß unsere „Regierung“ aus Gesetzesbrechern besteht, gedeckt durch die ihr unterstellte Justiz ?

  5. Pingback: Die Wahrheit über Syrien; nicht die Lügen! « kopten ohne grenzen

  6. Jaro Ruanza schreibt:

    Schon 2001 ist beim Verlag Hohenrain das Buch DIE GEHEIME WELTMACHT von Conrad C.Stein erschienen.Ich empfehle jedem dieses aufschlußreiche Werk zu lesen.
    Hoffentlich gibt es noch einige Exemplare davon im Handel.
    ISBN 3-89180-063-0

    • Michael schreibt:

      Du hast recht!!! Steins Buch „Die geheime Weltmaacht“ ist das fundierteste, anspruchsvollste und seriöseste Buch, daß jemals zu diesem Themenbereich erschienen ist. Keine verschwörungstheoretischen Spekulationen, sondern extrem kenntnisreiche und belegte Fakten über 400 Seiten. Sarrazin ist nichts dagegen, nur wurde Steins Buch im „falschen“ Verlag verlegt, weil sich offensichtlich kein anderer Verlag traute.

  7. Neoguerilla schreibt:

    Tolle Arbeit!

  8. Günter schreibt:

    „…wie im neuen Libyen, wo jetzt in Wirklichkeit jahrelanges Chaos abzusehen ist und als dessen Folge Al Kaida gestärkt und angrenzende Staaten wie der Mali destabilisiert werden.“

    Dummerweise grenzt Mali gar nicht an Libyen.
    Der Rest des Artikels besteht aus dem selben Wahrheitsgehalt wie diese Behauptung, also aus Mist.
    Nebenbei: Gut die Hälfte der Armee Gaddafis bestand aus ausländischen Söldnern.
    In Mali sind es hochbewaffnete ehemalige Gaddafi-Söldner (Tuareks), die mit ihren von Gaddafi bekommenen Waffen das halbe Staatsgebiet von Mali unter ihre Kontrolle bekommen haben.

    • helmut mueller schreibt:

      In der Tat grenzt Mali nicht direkt an Libyen, insofern ist diese Aussage, geographisch gesehen, nicht ganz richtig. Aber es gibt einen Korridor durch die Sahara, der Libyen und Mali quasi direkt verbindet und der von den Tuaregs kontrolliert wird. Wie die aktuellen Ereignissse verdeutlichen, taugen die von den Kolonialmächten gezogenen Grenzen nicht viel. Gut die Hälfte der libyschen Soldaten Söldner? Das höre ich zum ersten Mal. Zum Thema Mist fehlt mir nur ein: ohne ihn gäbe es keine Kultur. Und keine Hochkultur, in der man kultiviert miteinander verkehrt.

      • Günter schreibt:

        Also von den zu sehenden Gaddafi-Soldaten waren gut die Hälfte Schwarze. Nur dadurch konnte er überhaupt 6 Monate Kampf durchhalten. Das war die Intervention von Ausländern, die dem NATO-Einsatz voranging.

        Was im Artikel über das Massaker von Al-Houla geschrieben steht ist eine dreiste Lüge !
        Die Kämpfer von Rastan haben mit der Verteidigung ihrer eigenen Stadt vor den Assad-Terroristen genug zu tun, die können gar nicht offensiv tätig werden. Zudem war es die Assad-Armee, die die UN-Beobachter zunächst daran hinderte, die Stadt zu betreten und sie sogar beschoss.
        Das Töten begann, als die syrischen Terrortruppen und die alawitisch-schiitischen Shabbiha-Milizen an Straßensperren, mit schweren Maschinengewehren in eine unbewaffnete Demonstration feuerte, die auf das Freitagsgebet folgte wodurch fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden.
        Die Freie Syrische Armee antwortete durch einen Angriff auf die zwei von Assads-Terrortruppen besetzten Straßensperren.
        Daraufhin kam Hula dann unter ein intensives Artillerie-Sperrfeuer, das etwa 15 Dorfbewohner tötete. Die Mitglieder des Shabbiha-Miliz überfiel dann Hula und richteten ein gewaltiges Massaker an. 118 Tote, davon 34 Kinder und 300 Verletzte.

        Die UN-Beobachter konnten die Angaben der Opposition voll bestätigen:

        Das Drecksregime leugnet natürlich alles ab und gibt „Terroristen“ die Schuld.

        Was in einer gewissen Weise auch stimmt, den die Terroristen sind Assad und sein schäbiges Gefolge. Assad repräsentiert die 6% Bevölkerungsanteil der Alawiten, die besonders gegenüber der 75% Bevölkerungsmehrheit der Sunniten terroristisch herrscht. Schon 1982 wurde von den Alawiten an den Sunniten ein riesiges Massaker besonders in der Stadt Hama begangen:

        Und der Russe macht dem Drecksregime wie gehabt die Mauer. Möchte seinen Verbündeten nicht verlieren…
        Auf die Idee, daß er sich mit dem terrorisierten Volk solidarisiert und so in Zukunft seinen Bündnisstatus absichert, kommt er nicht. Desgleichen die Chinesen und Iraner.
        Und so kam es zwar im UN-Sicherheitsrat zu einer Verurteilung des Massakers, nicht aber des Schuldigen, dem syrischen Regime.
        Die Kreml Regierung kann sich dazu nicht überwinden. Darum ist das Massenmorden in Syrien auch Putins Blutschuld !

      • Günter schreibt:

        Ich korrigiere:
        Das Verhindern des Eintreffens der UN-Beobachter war nicht in Houla, sondern beim nächsten Massaker der Assad-Truppen in einem Dorf bei Hama:

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