Geschätzte „Schweinehunde“

Die  US-amerikanische Demokratie sei eine Macht der Freiheit.  So hieß es schon vor Jahrzehnten  in einer Aussendung des US-Außenministeriums. Und so tönt es auch heute. US-amerikanische Politik habe einen ethischen Hintergrund, hieß es und heißt es daher weiterhin.                                                                                                                                             Nun, das mag schon sein, in der schönen Theorie. In der Praxis, so lehrt es uns die Erfahrung, haben wir es ausschließlich mit rücksichtsloser Machtpolitik der Supermacht USA zu tun.                                                                                                                                        Dieses Verhalten zieht sich wie ein roter Faden rund um den Globus, von Panama bis Libyen, und zeigt sich auch in diesen Tagen sehr deutlich, nicht nur im Nahen Osten.           Wo immer die USA  interveniert oder einen Krieg begonnen haben, blieben die von ihr gepredigten Werte auf der Strecke. Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde dienen bloß der Schönfärberei einer brutalen, egozentrischen Interessenspolitik, der sich seit bald sieben Jahrzehnten auch das einst freie und mächtige Deutschland untergeordnet hat.

Wenn es um Interessen geht,  ist man in Washington in der Auswahl der Freunde allerdings nicht immer sehr zimperlich.“Sicherlich ist er ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund!“  soll US-Präsident Franklin Delano Roosevelt einmal in Bezug auf den Diktator Anastasio Somoza Garcia (Nicaragua) gemeint haben. Es blieb jedoch nicht bei dem einen Schweinehund.                                                                                                            Zur gleichen Zeit als  Frau Clinton  seine königliche Hoheit Kronprinz Salman bin Hamed al-Khalifa (Bahrein) in Washington empfing, ließ die seit vier Jahrzehnten regierende Khalifa-Dynastie zuhause die Opposition niederknüppeln, verhaften und foltern. Die genaue Zahl der Toten ist nicht bekannt, aber eine aus US-Sicht gewiß politisch korrekte Anzahl. Kollateralschaden eben. Inhaftiert sind Tausende, ebensoviele haben ihren Arbeitsplatz verloren.                                                                                                           Oppositionellen in anderen Mitgliedstaaten des so genannten Gulf Cooperation Council (Kuweit, Oman, Katar, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate) geht es nicht viel besser. Doch für  jeden hohen Repräsentanten eines dieser Golf-Länder wird der rote Teppich im Weißen Haus ausgelegt. Es sind eben „unsere Schweinehunde“.

Warum also kein „arabischer Frühling“ am Golf? Warum, z. B.,  diese Bevorzugung Bahreins? Nun, dieser Mini-Staat beherbergt die Fünfte US-Flotte, unterstützt US- und israelische Interessen in der Golfregion, und dazu gehört eben unter anderem die Einkreisung des Iran und die Unterstützung syrischer Aufständischer.                                  So kann man verstehen, daß im Fall Bahrein und jedem anderen befreundeten Protektorat die Uhren anderes gehen. Da wird dann von der US-Außenministerin die Unterdrückung der Mehrheitsbevölkerung in Bahrein mit dem Hinweis auf „interne Angelegenheit“ schamlos heruntergespielt. Kein Wort daher auch von ihrer Seite zur Inhaftierung von prominenten Menschenrechtsaktivisten. Dabei würde ein Wort von der Dame genügen, um die Unterdrückung in Bahrein zu beenden.                                                                               Und Deutschlands Hohepriesterin hehrer Werte? Frau Merkel liefert (auf US-Wunsch) lieber Panzer nach Saudi Arabien, obwohl dort, wie in Bahrein, die Menschenrechte bei weitem mehr mißachtet werden als in der Ukraine.

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2 Antworten zu Geschätzte „Schweinehunde“

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