Meinungsfreiheit bald ganz im Exil?

Frei sein wie ein Vogel. Reden wie der Schnabel gewachsen ist. So kennen wir es aus dem Volksmund. Aber auch diesem sind Grenzen gesetzt. Durch Erbgut, Sitte, Tradition und Gesetz. Wenn erstere ermüden, erlangt letztere Leitinstanz mehr an Bedeutung.  Da kommt es dann sehr darauf an, wer die Gesetze macht, durch welchen Geist sie geleitet werden.

Einfluß darauf haben heute unzählige Kräfte wie Siegermächte, Kirche, Interessensgruppen, Wirtschaft, Kapital  usw.,  und alle haben sich ein und demselben Zeitgeist, derselben „Wahrheit“ mehr oder minder verschrieben. Am Ende aber wacht dann eine Minderheit darüber, daß politisch korrekt gesprochen, geschrieben und gehandelt wird.

Sieht man von glücklichen Sklaven einmal ab, strebte der Mensch  stets danach, das  Freiheitsideal zu verwirklichen.  Da dies aber noch nie zur vollkommenen Zufriedenheit jedes Einzelnen erreicht wurde, hat vielleicht jener Dichter  nicht ganz unrecht, der einmal meinte, die Freiheit sei der kostbarste Schatz der Phantasie.  Und diese  ist Ansporn zugleich, ohne sie würden keine Mauern fallen.                                                                                                                                                                  Wir können es aber auch mit einem anderen Denker halten, der da sagte, Die Freiheit des Einzelnen wie der Gemeinschaft, der er angehört, habe nur dann einen Sinn, wenn sie im Einklang mit der Natur bleibe und dem Sinn des Lebens diene. Damit soll vielleicht auch gesagt sein, daß mit unserem Freiheitsbegriff nicht die schrankenlose oder unzüchtige Freiheit gemeint ist.

Was nun die (heute bedrohte) Meinungsfreiheit anbelangt, so gefällt mir die Aussage des japanischen Intellektuellen Deisaku Ikeda, der  einmal in einem Gespräch mit Arnold J. Toynbee vom Grundprinzip der Wahlfreiheit sprach. Das heißt, eine Meinung oder ein Faktum sowohl ablehnen als auch gelten lassen zu können.

Soweit sind wir aber noch nicht. Immer noch muß sich die Wahrheit der Lüge unterordnen. Und zwar immer dann, wenn etwas verdrängt oder verheimlicht werden soll. Immer dann, wenn sie den Interessen der Herrschenden zuwiderläuft oder fundamentale Grundsätze einer  selbst freiheitlichen Idee den Notwendigkeiten der Mitherrschaft geopfert werden sollen.

Die Wahrheit ist aber das Um und Auf der Meinungsbildung, die Synthese aus These und Antithese. In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens wird aber nur eine These anerkannt oder zugelassen. So manch andere wird verteufelt, ihre Vertreter an den Pranger gestellt oder gar eingesperrt.  Die Meinungsfreiheit wird oft schon in ihrer Voraussetzung, der Meinungsbildung, durch Tabus und Sonderinteressen eingeschränkt.

Dies aufzuzeigen und zu verurteilen wäre erste Pflicht der so genannten freien Presse. Diese überbietet  sich jedoch längst im Verdrängungswettbewerb von unangenehmen Fakten und Erkenntnissen, statt als demokratisches Werkzeug der Demokratie zu wirken.

Die Medien im allgemeinen ignorieren oder geringschätzen jede Meinungsäußerung, die nicht mit dem veröffentlichten Menschen-und Weltbild konform geht. Sie haben sich,  wie auch die Lehrenden, mit Haut und Haaren einer politisch korrekten Herrschaftsideologie unterworfen.                                                                                                                                         Die Schweigespirale funktioniert besser denn je, und wenn es schon  einmal etwas über „Ketzer“  zu berichten gibt, dann kommt dabei  oft  schon eine Anklage heraus.

Daß  jetzt auch die Internetfreiheit beschnitten werden soll, läßt noch Schlimmeres für die Zukunft befürchten. Morgen schon könnte die Meinungsfreiheit für lange Zeit im Exil gelandet sein.                                                                                                                                     Daher: der Meinungsfreiheit eine Gasse! ehe Zensur und Maulkorb ihr eine Ende bereiten.  Der Mensch darf nicht zu einem Objekt der Machtpolitik erniedrigt werden.

Jeder  Widerstand sollte aber über das bloße „Empört-Euch!“ hinaus zu einem gemeinsamen  aktiven Handeln hinführen. Traut Euch, seid  wenigstens einmal  solidarisch jenseits von links und rechts! Gemeinsam wären wir stark. Und glaubwürdiger.

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2 Antworten zu Meinungsfreiheit bald ganz im Exil?

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