Neutrale Außenpolitik ist anders

Weil, wie es in einer Einladung des Freiheitlichen Bildungsinstitutes hieß, Syrien uns nicht egal sein kann, lud die Partei zu einer Enquete ins Hotel Intercontinental in Wien. Neben den ausgewiesenen Israelfreunden Strache, Kabas und Lasar nahm am Podium  ein halbes Dutzend Vertreter  einer der vielen vom Ausland unterstützten syrischen Splittergruppen Platz.                                                                                                                                                   Deren Anführer, Nofal Dawalibi, will angetreten sein, die Oppositionskräfte zu einen. In  Kenntnis der komplexen Lage und unterschiedlichen Mentalitäten in dieser Region sowie der sich einmischenden Mächte ist Skepsis mehr als angebracht. Wie heißt es so schön: zu viele Köche verderben den Brei.

Die bei dieser Enquete von den vom Westen unterstützten syrischen Vertretern  mitunter sehr theatralisch erhobenen Anklagen gegen das Assad-Regime wie auch die erhobenen politischen Forderungen ähnelten wesentlich sehr stark jenen, die wir schon von anderer Seite (aus Ägypten, Libyen und Tunesien) kennenlernen durften.                                    Deshalb konnten auch die vorgeführten sehr eindrucksvollen Bilder von angeblichen Massakern von in der Sache gut Informierten nur mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden. Eigentlich sollte jeder spätestens seit dem Irak-Krieg die Echtheit von solchen Bildern und deren Zuordnung kritisch betrachten.

Läßt man oppositionelle syrische Stimmen und den „Mainstream“ einmal außer acht  und folgt Berichten  unabhängiger französischer, deutscher oder US-amerikanischer Journalisten aus dem Aufstandsgebiet, dann darf angenommen werden, daß die Drahtzieher im Hintergrund mit ihrem offensichtlichen Schurkenstück erneut beim großen Publikum durchfallen und, sofern Assad fällt, den Islamisten das Feld überlassen werden müssen.                                                                                                                                Nicht anders  stellt sich doch die Sicht der vorhin erwähnten Berichterstatter dar, die ja bereits im Falle Lybien, zum Beispiel, ganz klar den übergeordneten Sinn und Zweck dieser „Revolutionen“ und deren für viele enttäuschenden Ausgang vorausgesehen hatten.

Sehr  überzeugend wirkten die syrischen Gäste auch aus einem anderen Grund nicht. Etwa als sie behaupteten, Assad sei ein neuer  Hitler und Raketen (wahrscheinlich iranische) hätten Europa im Visier. Was Letzteres betrifft, waren da nicht israelische Einflüsterer am Werk? Dasselbe Land, daß nach Angaben des zionistischen FP-Stadtrates  Lasar jetzt einen „humanitären Korridor“ nach Syrien schaffe. Und zu keinem anderen Zweck?                                                                                                                                                  Nicht sehr gesichert scheinen auch Aussagen wie:  Assads Streitkräfte würden gezielt auf Kinder und Frauen schießen. Ja, sogar auf Esel, wie einer der Syrer behauptete. Wozu sollte das gut sein?

Nun möchte ich mit meiner kritischen Sicht keineswegs eine Entlastung Assads herbeiführen.  Wenn Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschehen sind, und das nicht nur von Regierungsseite, dann gehörten die dafür Verantwortlichen selbstverständlich vor ein Gericht. Voreingenommenheit wäre  dazu aber hinderlich.                                           Andererseits, wenn man laufend sieht, wie anderswo Menschen erniedrigt, gefoltert oder getötet werden  (Christen, zum Beispiel), kein einziger NATO-Staat aber nach einer Intervention ruft und die  Täter und deren Hintermänner weiter gewähren läßt, dann stellt sich schon die Frage, warum diese Schurken sogar hofiert und mit Waffen unterstützt werden, aber nur Assad (wie Gadaffi) an den Galgen soll. Gehört das zur Etablierung einer Neuen Weltordnung an der die Freiheitlichen vielleicht mitzuwirken gedenken?

Wenn es allerdings dem freiheitlichen Parteiobmann tatsächlich ein Anliegen sein sollte, „eine neutrale Position“ einzunehmen, warum tut er es dann nicht?  Woher hat er die absolute Gewißheit, daß die „Zivilbevölkerung liquidiert“ werde? Und wenn er dann noch glaubt, in Kreiskys Fußstapfen treten zu können, was nicht wenig lächerlich wirkt, warum befasst er sich dann nicht etwas  mehr mit Kreiskys Außenpolitik und dessen politischen Visionen?                                                                                                                                             Um des damaligen Kanzlers nahöstlichen Anliegen einigermaßen näher zu kommen, müßte Strache nämlich erst einmal versuchen „beiden Seiten möglichst gerecht werden, indem man deren Argumente objektiv beurteilt“, wie Kreisky einmal betonte.

Was die freiheitliche Führung macht, scheint einseitige Parteinahme, sowohl in Palästina (für Israel) als auch in Syrien (für die US-israelische Achse). Als opportunistische Einlage oder PR-Gag ist das ganze aber nicht tauglich.                                                                              Da schiene es doch sinnvoller, darüber nachzudenken, warum, laut einer Umfrage, nur 28 Prozent der Österreicher glauben, die FPÖ habe gute politische Konzepte und warum nur 22 Prozent diese Partei ihres Obmannes wegen wählen.                                                     Vielleicht sollte Strache die von ihm (in der syrischen Anbgelegenheit) kritischen Stimmen anempfohlene Abnahme von Scheuklappen erst einmal bei sich selber vollziehen. Oder brauchte es dazu eines Beraterwechsels?

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6 Antworten zu Neutrale Außenpolitik ist anders

  1. Pingback: Neutrale Aussenpolitik ist anders « Bedenklich

  2. G. Reisegger schreibt:

    Einmal mehr beweist H. Che S. was ein geistiger Taglöhner ist. Daß Sie uns daran erinnern, daß H. Che S. sich als Nachfolger bzw. Erben der Kreisky´schen Außenpolitik betrachtet ist eine Auffrischung der Erinnerung über diese kabarettistische Einlage.
    Aber H. Che S., das muß man zugeben, ist lernfähig. Er hat kapiert, daß man in der Politik heutzutage nur noch dann etwas werden kann, wenn man auf die zionistische Karte setzt. Und das tut er ja schon lange: seine Israelvisiten samt Kotau und „Jerusalemer Erklärung“ sollen ihn den Mächtigen empfehlen, daß er ja doch nichts anderes sei als „ihr“ Mann. Aber ob sie ihm das glauben?
    Und hierzulande genügen ein paar „starke Sprüche“ im Bierzelt, etwa zum Aschermittwoch, daß die „Nationalen“ sich „ihrer“ Sache und „Überzeugung“ wieder sicher sind. Langsam kommt mir vor daß sich Dummheit vor allem politisch definieren läßt.

    G. Reisegger

  3. Pingback: Neutrale Außenpolitik ist anders « Sache des Volkes

  4. Schiri1 schreibt:

    Zweifel scheinen nicht nur angebracht.
    Wenn man so einige Jahre zurückschaut und betrachtet mit wem und bei wem sich Strache nicht nur sehen ließ, sondern sich auch anbiederte darf man unterstellen, daß man den zionistischen Einfluß keineswegs außer Acht lassen darf.
    Europa-Treffen der Republikaner in Mainz, einer der Hauptredner, Strache, der mit markigen Worten bereits damals aufgetreten und die Gefahr der Islamisierung betonte. Schlierer, Bundesvorsitzender der REP, mußte sich aus den bekannten Gründen in seiner Wortwahl etwas zügeln, war man doch bereits damals bestrebt nicht wieder im VS-Bericht erwähnt zu werden. Dafür opferte man zu gerne einige der vorherigen Standpunkte und Aussagen, die ehemals zum starken Anwachsen der Mitgliederzahlen geführt haben. Bei den REP blieben zunächst schleichend, dann aber immer deutlicher, die nationalen Interessen auf der Strecke und es wurde als riesen Erfolg verkauft, nicht wieder im VS-Bericht zu stehen.
    Die REP versanken fast in der Bedeutungslosigkeit. Um diesen Eindruck zu verwischen und den verbliebenen Mitgliedern vernünftige Aktivitäten aufzuzeigen, versuchte man den Schulterschluß mit der PRO-Bewegung, bot sogar an, bei den anstehenden Wahlen in Berlin auf eigene Kandidaturen zu verzichten.
    Hier schließt sich der Kreis. Schlierer und Strache befinden sich gemeinsam auf dem Pro-Israel-Trip und unterwerfen sich damit dem Zionistischen Machtkartell.
    „Nachtigall ick kör dir tapsen!“

  5. Schwab schreibt:

    „Und hierzulande genügen ein paar „starke Sprüche“ im Bierzelt, etwa zum Aschermittwoch, daß die „Nationalen“ sich „ihrer“ Sache und „Überzeugung“ wieder sicher sind. Langsam kommt mir vor daß sich Dummheit vor allem politisch definieren läßt.“

    Beim Herrn Reisegger sind immer alle „dumm“, die a) nicht sein politisches Talent entdeckt haben, und b) seine Meinung nicht teilen.

    Beim o. g. Sachverhalt ist nicht immer die Dummheit verantwortlich zu machen, mehr noch der Opportunismus. Wie schon der englische Philosoph Hobbes in seinem „Leviathan“ schrieb, sind die meisten Menschen – in unterschiedlicher Gewichtung – eitel, ruhmsüchtig, habgierig und neidisch gegenüber dem Besitz anderer. Genau um diese Eigenschaften dreht sich die Parteioligarchie. Es ist nichts so erfolgreich wie der Erfolg. Egal, ob politische Grundsätze über Bord geworfen werden, Strache gilt (noch) als Erfolgreicher. Er ist in der Lage, über Posten, Karrieren und Einkommen in der FPÖ zu entscheiden. Also wird sich mancher Kellernazi seinem Pro-Israel-Kurs unterordnen, auch wenn er persönlich die Zionisten nicht mag.

  6. G. Reisegger schreibt:

    Der Herr Schwab hat – dicitur – Germanistik studiert, aber das hat offensichtlich keine Auswirkungen auf sinnerfassendes Lesen.
    Wir haben ja nicht die „Dummheit“ von H Che S und seiner Wasserträgen kritisiert, sondern die seiner Claqueure. Dem maximo lider haben wir sogar ausdrücklich Lernfähigkeit bescheinigt, weil er begriffen hat wo´s langgeht. Aber selbst wenn wir seine Syrien-Exegesen als „dumm“ bezeichnet hätten (und nicht als Opportunismus, etc.), wäre klar gewesen, was wir meinen: sie sind natürlich auch opportunistisch, aber weil damit einer Politik applaudiert wird, die verlogen und somit falsch ist, ist sie selbstverständlich auch dumm..
    Die Animositäten des Herrn Schwab verstehen wir natürlich: er ist auf uns schlecht zu sprechen, weil wir ihn in der Aula als untragbar hielten und dafür sorgten, daß er letztlich dort entfernt wurde. Wir waren (und sind uns bis heute nicht) klar darüber, ob seine Schreibe nun ein bisserl blöd war/ist, oder er als 5. Kolonne bei Nationalen andockt, um …. Vielleicht ist beides zugleich der Fall.
    Bezeichnend ist ja, daß er seine ehemaligen Haberer als „Hitleristen“ diffamiert oder wie hier in seinem Kommentar die von uns für geistige Schrebergärtner gehaltenen „Fans“ des H Che S als „Kellernazis“. Er befleißigt sich damit der Sprache unserer „Freunde“ – und besorgt damit auch deren Geschäfte.

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