Wer henkt die Henker?

Die Planung, die Vorbereitung, das Anzetteln oder die Führung eines Angriffskrieges sind schwerste Kriegsverbrechen,  deren Verursacher können mit dem Tod bestraft werden. So gilt es seit den Nürnberger Prozessen gegen NS-Führer und Militärs, meint auch der US-Journalist Dave Linddorf .

Mit einer Ausnahme: wenn ein Staat unmittelbar militärisch angegriffen wird und keine Zeit mehr bleibt den UN-Sicherheitsrat damit zu befassen, wie der Völkerrechtler Alfred de Zayas in einem „Zeit-Fragen“-Gespräch dazu anmerkt. Derselbe: „Aktionen außerhalb des Sicherheitsrates sind illegale Interventionen und stellen ein Verbrechen gegen den Frieden bzw. eine Aggression dar, diejenigen, die das entscheiden, müssen entsprechend bestraft werden“.

Da nun, zum Beispiel,  die USA weder durch Vietnam noch durch den Irak unmittelbar bedroht wurden, sind die von den USA ohne UNO-Mandat geführten völkerrechtswidrigen Kriege gegen  diese Länder  als Kriegsverbrechen zu werten. Doch keiner der dafür Verantwortlichen wurde  dafür hingerichtet.                                                                                                                                                                                        Sollte das für sich Sonderrechte beanspruchende Israel einen Präventivschlag gegen den Iran führen und von den USA dabei unterstützt werden, so würden sich Netanjahu und Obama eines schweren Kriegsverbrechens schuldig machen, wofür ein weiteres internationales Kriegsverbrechertribunal, vielleicht auch in Den Haag, zuständig wäre.

Im Falle Lybien wurde, wie Alfred de Zayas richtig erkennt, die UNO-Resolution mißbraucht, sie wurde „als Vorwand benutzt, um Krieg zu führen und einen Regierungssturz herbeizuführen“. So wie es auch in Syrien versucht wird und auch schon ein entsprechendes Ergebnis da wäre, hätten Rußland und China von Anfang an ein Auge bei dieser vorerst verdeckten Intervention zugedrückt.

Denn beiden Ländern hat das völkerrechtswidrige Vorgehen der NATO gegen Tripolis anscheinend gereicht.  Wer so die Völkergemeinschaft hintergeht und dies auch noch als „westliche Werte“ verkauft, kann mit keinem Vertrauensvorschuß mehr rechnen.

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5 Antworten zu Wer henkt die Henker?

  1. Waltraut Kupf schreibt:

    Man führe sich „die gekauften Revolutionen“ zu Gemüte, ein Interview mit Webster G. Tarpley, das zwar schon etwas überholt ist (Ghadaffi lebte damals noch), dessen Analysen aber vom Prinzip her unübertrefflich sind. Die westlichen Werte sind schiere Teufelei.

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  4. DNVP schreibt:

    Hier irrt sich de Zayas.

    Es geht nicht darum irgendwelche Staaten und Regime zu schützen, sondern die Zivilbevölkerung und dazu kann es schon mal notwendig sein, Regime zu stürzen. So war es in Libyen notwendig und so muß es in Syrien sein.
    Wenn das Völkerrecht nach Punk und Beistrich die Regime schützt, dann – scheiss auf dieses „Völkerrecht“. Das sollte man dann passend in „Diktaturenrecht“ umbenennen.

    Es ist übrigens blanker Unsinn, das der Westen darauf drängt hier etwas militärisches zu tun.
    Der Fall Syrien ist wesentlich komplizierter als Libyen und der Westen drängt sich überhaupt nicht danach, sondern ist froh, das die syrische Bevölkerung zunächst von den arabischen Brüdern Hilfe erwartet !

    Und überhaupt:
    Interventionen sollten ausschließlich nach der ethisch-moralischen Notwendigkeit bewertet werden. Das Drecksregime in Syrien begeht einen Völkermord am eigenen Volk (oder genauer gesagt, die 5% Alawiten tun dies an den 75% sunnitischen Bevölkerungsmehrheit) und gehört gewaltsam beseitigt.

    Und wer sich über Militärinterventionen aufregt sollte in unsere eigene Geschichte schauen.
    1939 wurde es notwendig, eine Militärintervention in Polen zugunsten der bedrohten deutschen Volksgruppe zu starten. Das war auch nicht mit den offiziellen Volkerrecht vereinbar, aber eben moralisch verpflichtend erforderlich, weil wir bedrohte Landsleute schützen mußten.

  5. Siegfr. Eder schreibt:

    Richter-innen sprechen Todesurteile aus – die Ausführung überlassen sie den „Henkern“. Darum heißen letztere auch „Nachrichter“ oder „Scharfrichter“. Monsieur Guillotins Köpfmaschine ersetzte das Henken. – Johann Reichart war der letzte Nachrichter in Bayern. Anfangs wurde er von der „Weimarer Republik“ (1919 – 33) gebraucht, dann vom Dritten Reich. Er führte viele Urteile aus, auch das an den Geschwistern Scholl, erlassen vom Volksgerichtshof mit seinem gefürchteten Präsidenten Roland Freisler. In dieser Zeit war Reichart neben Bayern auch für Baden, Böhmen, Hessen, Österreich, Sachsen und Württemberg zuständig.

    Nach dem Krieg umschmeichelte Reichart die amerikanischen Militärregierung, weil auch sie ihn brauchte. Hier kam die Köpfmaschine wieder aus der Mode. In Landsberg am Lech wurden 2 neue Galgen errichtet. … Reichart henkte Oswald Pohl, Chef des SS-Wirtschaftshauptamtes, Paul Blobel, SS-Standartenführer, er henkte Hoheitsträger der Partei, der KZ-Bewachungskommandos, und – ER HENKTE einige BLUTRICHTER der NAZI-JUSTIZ.

    Am 29. Mai 1946 henkte er 14 SS-Angehörige. Dann weigerte er sich, weiterhin Todesurteile zu vollziehen. Es war ihm zu Ohren gekommen, daß 2 von den Hingerichteten unschuldig waren. (Namensverwechslung, schlampige Arbeit d. amerik. Ermittler.) Zu einem Aufseher im Gefängnis Landsberg sagte er: „Lieber ins Loch, als noch einmal einen Unschuldigen ermorden.“ – Aber er mußte noch den Master-Sergeanten Hazel Woods in der „Kunst des schnellen Tötens am Galgen“ unterweisen. Auch die Galgen für den „Nürnberger Prozeß“ waren unter Reichharts Anleitung gebaut worden. Am 16. Oktober 1946 legte Woods 10 Todeskandidaten den Strick um den Hals …

    1948 begann vor der Spruchkammer IV in München die Verhandlung gegen den „Scharfrichter des Dritten Reiches“, wo er am Ende vom Vorsitzenden zu einem Schlußwort aufgefordert wurde. Reichhart sagte :
    „Ich habe Todesurteile vollzogen in der festen Überzeugung, dem Staat mit meiner Arbeit zu dienen und rechtmäßig erlassene Gesetze zu befolgen. Erst jetzt ist mir so recht bewußt geworden, wie sehr ich in meinem blinden Glauben und Gehorsam gegen den Staat und seine Oberen ausgenutzt, ja mißbraucht worden bin.
    Ich habe Mörder, Gewaltverbrecher, Hochverräter und Volksschädlinge enthauptet und gehenkt, weil ich an der Rechtmäßigkeit der Todesurteile nicht zweifelte. Ich werde aber alles tun, um sicherzustellen, daß ich der letzte Reichhart gewesen bin, der sich in das Amt des Nachrichters hineindrängte. MÖGEN KÜNFTIG DIE RICHTER DIE TODESURTEILE SELBER VOLLSTRECKEN.“

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