Dresden: Gedenken als politisches Geschäft?

Dürftig ist die Zeit an Haltung und deshalb überladen mit Unterwerfung. Zeichnet die einen das Gerade-gehen aus, so die anderen das Krumm- oder auch nur Dumm-sein. Mit diesem Problem hadert die deutsche Nation seit altersher. Stehen die einen mit Staunen und Respekt vor dem Werk der Geschichte, klammern sich die anderen an ein besonders schlecht ausgeführtes Detail.                                                                                                                                                                  Suchen die einen die Wahrheit oder gar das Gespräch, reagieren die anderen gewalttätig oder bleiben stumm.  Aber ist das Gespräch, mit Martin Heidegger gesprochen, nicht der Grund menschlichen Daseins?                                                                                                                                                                 Wenn aber eine Seite stattdessen den Gift und Galle spuckenden Monolog, ja selbst Gewalt bevorzugt, ist das dann nicht so pathologisch wie deren gesamtes Verhalten? Und was sagen unsere Toten dazu, an Gedenktagen, an denen sie, wie es scheint, von Gut-Menschlichkeit heuchelnden „Besseren“ für einen politischen Mummenschanz aus der Versenkung geholt werden?

Seit dreißig Jahren versammeln sich „Linke“ wie „Rechte“  am 13. Februar in Dresden, um der Toten des Bombeninfernos im Zweiten Weltkrieg zu gedenken. Politisches Kleingeld auf Kosten der Toten zu wechseln geziemte aber keiner Seite.  Jede Seite sollte daher auf anständige  Weise diesen Gedenktag begehen.

Nun wird dies aber einer Seite, der  so genannten „rechten“, mit der ich als „links“ wie „rechts“ Denkender auch nicht immer in jedem Punkt übereinstimmen kann, verwehrt, obwohl auf der anderen Seite nicht weniger Dummköpfe mit marschieren und die Aggressionsbereitschaft bei solchen Gelegenheiten zuletzt  eindeutig von „linker“ Seite ausgegangen zu sein scheint. Was auch der Mehrheit der Dresdner wohl nicht verborgen geblieben sein dürfte, da sie bisher an diesem Gedenktag mehrheitlich nicht auf die Straße ging.

Das diesjährige Motto „Mut, Respekt, Toleranz“ klingt deshalb in Kenntnis der  wahren Fakten  bereits wie ein Hohn. Und geradezu lächerlich ist es, wegen der als „Neonazi und Rechtsextremisten“ abgekanzelten „Rechten“ dann auch noch eine Menschenkette als Schutzwall um die Innenstadt zu bilden.

Ach wie großartig! Wer oder was soll denn da geschützt werden? Die so genannten „Rechtsextremisten“  marschieren doch ganz wo anders. Hauptsache man kommt ins Bild?  Hauptsache man gefällt dem Ausland?                                                                                        Die „Rechten“, auch von der offensichtlich „linken“ CDU so bezeichnet, würden dieses Datum zur Selbstdarstellung nutzen, heißt es von offizieller Seite. Mein Gott! dieses Pharisäertum, das doch selbst die besten Laiendarsteller aufzubieten hat.                                                                                                                                                              Zudem wird den unseriöserweise pauschal als „Neo-Nazi“ beschimpften „Rechten“ übel genommen, daß sie die offiziell verkündeten Opferzahlen „dramatisch“ hochrechneten und den Bombenterror gar als Kriegsverbrechen bezeichneten. Was war es denn sonst? Alliierte Streicheleinheiten?

Hören wir doch, was  ein Gegner des Nationalsozialismus auf „MDR-Online“ zu den Opferzahlen zu sagen hat: „Mich erstaunt nur, daß  je länger dieser Tag in der Geschichte zurückliegt, sich immer neue „Sachverständige“ melden die jedesmal weniger Tote bei diesen Bombenangriffen zählen. Nach Kriegsende zu DDR-Zeiten waren es 350.000-400.000 Tote, in manchen Berichten kommt man sogar auf 600.000 Opfer. Heute sind es, „nur“ noch einige 10.000.Wenn diese Entwicklung so weitergeht, hat Dresden überhaupt nicht gebrannt und die Gebäude sind an Altersschwäche eingefallen“. Und das alles bei Straffreiheit für Verharmlosung des Dresdner Holocausts!

Ja, was sagen eigentlich die Toten dazu?  Sie, die uns doch gewiß zuhören!- Was sagen sie dazu, daß die heute Tonangebenden ihre tragische Geschichte (wie auch die gesamte deutsche Geschichte) zu manipulieren und  zu instrumentalisieren versuchen? Den  Dresdner Flammentod, der Dresdner Leid  harmloser darstellen als es in Wirklichkeit war. Die dieses Verharmlosungsgeschäft als das unschuldigste der Welt betreiben, ein Geschäft, das nicht ihre Gründung ist, aber das auch für sie einen (politischen) Gewinn abwirft.                                                                                                                                                                   Ja gewiß, es gibt böse „Rechte“ so wie es böse „Linke“ gibt, aber es gibt welche, die sind noch viel böser, den sie haben dafür gesorgt, daß es diese Gräben weiterhin gibt und Gewalttäter und Chaoten auf beiden Seiten aktiv sein dürfen .                                                   Zum Zwecke eines Marionettenspiels an dem die gesamte deutsche Nation teilnehmen soll. Ein Spiel, daß aber die Menschen nicht zusammenführt, sondern nachweislich auseinanderdividiert. Ein Spiel, daß die Krummen unter ihnen gegen Judaslohn beaufsichtigen und leiten dürfen.

Haltung äußerst sich also nicht unbedingt darin, in dem man an einem Gedenktag Kerzen anzündet und fromme Worte spricht. Oder Menschenketten organisiert.  Haltung hat auch mit ganzheitlicher aufrechter  Gesinnung zu tun. Extreme Kerzenseligkeit ist schon in der Kirche suspekt.                                                                                                                               Eine scheinheilige Haltung  ist mehr als sinnentleert, gerade auch dann, wenn ein Gedenktag benutzt wird, einen politisch unliebsamen Gegner anzuschwärzen um sich auf das  selbstgezimmerte Podest zu stellen.                                                                                                                                                             Haltung oder nicht äußerte sich eben auch darin, ob man aller Toten gleich oder in selektiver Art und Weise gedenkt. Selektiv, indem nur zu einem ganz bestimmten Gedenktag Bälle und ausgelassene Heiterkeit tabu sind. Gleich hieße, indem ein Literat im deutschen  Bundestag an einem 13. Februar etwas  über den völkerrechtswidrigen alliierten Bombenterror vorlesen dürfte. Und nur darüber!

Diese Zeit ist nun aber leider nicht nur dürftig an Haltung, ihr fehlt anscheinend auch der Grundkonsens darüber, was das eigentlich  ist. Deutsche Haltung und Würde scheinen verlorengegangen mit jenen, die im Bombenhagel oder an der Front ihr Leben ließen, und von denen, die nach Hause kamen, leben nur mehr wenige.

Es läge an den neuen Deutschen, ob „links“,„rechts“ oder in der „Mitte“ beheimatet, diese Tugenden wieder aufzufinden und dem Krumm- und Devot-sein endgültig zu entsagen. Erst dann hätte man die Vergangenheit endgültig „bewältigt“.

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