Palästina ist nicht aufzuhalten

Einem Bericht der Washington Post ist zu entnehmen, daß zwischen 2004 und 2007 verschiedene von der Steuer befreite US-Organisationen insgesamt 33,4 Millionen Dollar für jüdische Siedlungen im besetzten Westjordanland gesammelt hatten. Das ist natürlich nur ein Bruchteil der privaten Hilfe, die u.a. auch von Glücksspiel-Milliardär Adelson (Unterstützer von Obama-Herausforderer Gingrich) geleistet wird, und die u. a. auch einer orthodoxen Gruppe in Yitzhar bei Nablus zufließt, deren Rabbi einmal gemeint haben soll, es sei auch erlaubt Palästinenser-Babys zu töten, da diese so wie ihre bösen Eltern werden könnten.                                                                                                                                        Großzügig ist aber auch das offizielle Washington:  Zwei Drittel der US-Hilfe für Israel (2003 sollen es 15 Mrd. Dollar gewesen sein) dienen der Finanzierung von Waffen, die auch gegen Palästinenser eingesetzt werden. Zur Erinnerung: 2002 wurden gut 1 000 Palästinenser getötet, u. a. eben mit US-Waffen.                                                                      Angeschafft werden mit diesen Hilfsgeldern aber auch Bulldozer um Häuser im Besitz von Palästinensern abzureißen. Seit 1967 hat man übrigens 35% von Ost-Jerusalem rechtswidrig den Palästinensern weggenommen.

Doch könnte die ganze US-Hilfe am Ende wenig nützen, da die Zeit gegen den Zionistenstaat arbeitet. Nicht nur demographisch, auch die von den USA und zionistischen Kreisen angestoßenen Revolutionen in der arabischen Welt könnten sich als ein gewaltiger Bumerang erweisen. Nicht zuletzt aber formiert sich internationaler Widerstand gegen die israelische Besetzung Palästinas, gegen mörderische Unterdrückung und Enteignung.          Organisiert und getragen wird dieser Widerstand von BDS (Boykott, Divestment and Sanctions), einer Plattform von mehr als 170 palästinensischen Vereinen und Organisationen. Mit dem Aufruf zum Boykott israelischer Produkte in England und Frankreich war man –  trotz Gewalt-Androhung israelischer Stellen-  schon einigermaßen erfolgreich.                                                                                                                                           Für den 30. März d. J. ist ein Marsch auf Jerusalem geplant. Dabei sollen Tausende Aktivisten von den Nachbarländern Israels aus so nah wie möglich an Jerusalem heranzukommen versuchen.  Gleich darauf im April will eine französisch-belgische Initiative am Ben Gurion Flughafen landen und damit die israelische Polizei erneut herausfordern.                                                                                                                                       Im September soll von Marseille aus dann wieder eine „Regatta für die Freiheit“ in See stechen, wobei inzwischen eine neue Strategie überlegt wird. Vorgeschlagen wurde etwa, daß man nicht im Konvoi wie bisher, sondern einzeln Israel ansteuern solle, um es der israelischen Marine nicht mehr so leicht  zu machen.                                                             Nicht zuletzt sollen in letzter Zeit Webseiten israelischer Regierungsstellen von arabischen Hackern angegriffen worden sein.

Was den Zionisten aber vielleicht sogar mehr Sorgen bereiten könnte, ist der Umstand, daß immer mehr Juden, vor allem junge in Israel wie auch in den USA,  die aggressive zionistische Politik gar nicht mehr lustig finden.                                                                        Jesse Lieberfeld, ein junger US-Jude, gewann einen Schreibwettbewerb in dem er sein plötzliches „Erwachen“ schildert. Er wurde sich gewahr, daß sein amerikanisches Jüdisch-sein unweigerlich mit der Politik Israels verknüpft sei. Mit einer Politik, die er aus moralischen Gründen eigentlich nicht unterstützen dürfe. Als ihm der Rabbi seiner Synagoge keine befriedigendere Antwort als „So ist halt das Leben“ auf sein Problem geben konnte, drehte er dieser endgültig den Rücken.                                                                So wie er werden auch andere US-Juden dem Staat Israel den Rücken kehren, solange dieser als Unterdrücker und Besatzer auftritt. Und demnächst vielleicht als Aggressor gegen den Iran.

Und  noch  ein  Ungemach  steht  der Israel-Lobby ins Haus: Beim  jährlichen Treffen der jüdischen Dachorganisation AIPAC, heuer vom 2 bis 6 März, wollen BDS-Aktivisten vor dem Tagungsort regelmäßig eine “Occupy AIPAC”-Demonstration organisieren, die ein Ende der Besetzung Palästinas fordern wird. Man darf gespannt sein,  wie sich die Polizei in diesem Fall verhalten wird.                                                                                                              Palästina wird übrigens bereits von 100 Staaten als solcher anerkannt, was selbst einige unbelehrbare Rechtspopulisten in den USA wie auch in Europa früher oder später zur Kenntnis nehmen werden müssen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Palästina ist nicht aufzuhalten

  1. sozrev schreibt:

    Die Hamas scheint wohl zur prowestlichen Reaktion übergelaufen zu sein. Die Hamas-Organisation hat ihre Auslandvertretung von Syrien nach Katar verlegt. Damit dürfte auch das Bündnis der Hamas mit dem Iran der Vergangenheit angehören.

    • Helmut Müller schreibt:

      Übergelaufen ist wohl nicht das richtige Wort. Die Hamas käme in Syrien bald in eine Zwickmühle, daher eine wahrscheinlich provisorische Übersiedlung in ein für ihr politisches Überleben wohlgesonnenes und sicheres Land. Und das wäre ja auch Katar trotz seiner derzeitigen politisch-strategischen Ausrichtung. Nicht zuletzt könnte man darin auch eine Schwächung der iranischen Position sehen.
      Anläßlich einer kürzlich erfolgten Reise des Hamas-Chefstrategen in einige Länder der Region hat dieser gewiß die für die Hamas günstigsten Bedingungen sondiert. Man darf bei tagespolitisch erfolgten Entschlüssen in der arabischen Welt besondere oder spontane Einzelinteressen nicht mit dem verstärkt sichtbar werdenden islamischem Gesamtanliegen vermengen. Idealer wäre für die Hamas natürlich Kairo, aber da muß man sich noch etwas gedulden. Überhaupt kommt da etwas in Bewegung, daß die vielen europäische Deppen noch ziemlich erstaunen wird.

  2. Pingback: Palästina ist nicht aufzuhalten « Der Honigmann sagt…

  3. Pingback: Palästina ist nicht aufzuhalten | Eisenblatt

  4. sozrev schreibt:

    Man sollte nicht vergessen das die Hamas eine regionale Gründung der Muslimbrüder ist und jene stellen in Syrien den Großteil der Opposition und koordinieren ihre Aktionen aus den USA heraus. Dort verweist man auf die guten Kontakte zur Obama-Regierung. In der Zwickmühle ist nun vor allem Israel, dass sich von Washington und der EU verraten fühlt.

    • Helmut Müller schreibt:

      Es ist schon richtig, daß die USA ihre Hand im Spiel haben, nämlich mit dem Ziel, Syrien vollkommen zu destabilisieren, was einen israelischen Angriff auf den Iran erleichtern würde. Das ist angeblich auch einem Brief Obamas an Teheran zu entnehmen. Die Zwickmühle Israels ergäbe sich wohl daraus, daß man im günstigsten Fall zwar den Iran geschwächt , dafür aber eine für den Zionistenstaat viel gefährlichere Lage für die Zukunft geschaffen hätte. Daher wohl auch dessen verstärkte Bemühungen an die EU näher ran zu kommen, mit allen Konsequenzen für letztere.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s