Nichts kommt unverdient

Die Stadt ist im Ausnahmezustand, das Parlament und andere wichtige Einrichtungen gleichen einer Festung. Stündlich heulen Polizei- und Feuerwehrsirenen. Ausländische Banden, denen sich kriminelle Inländer angeschlossen haben, legen ihre Spur der Gewalt quer durch die Stadt.                                                                                                                       Ganze Straßenzüge wirken wie leergefegt, wo früher reger Geschäftsverkehr üblich war, herrscht tagsüber gähnende Leere, abends Chaoten-Lärm. Die unter Polizei- und Armeeschutz tagenden Politiker haben Lebensmittel- und Treibstoffrationierungen beschlossen, Lebensmittelkarten werden ausgegeben, neuralgische Punkte militärisch gesichert.                                                                                                                                               Die meisten Banken haben geschlossen, die wenigen, die noch offen haben,  gleichen einem Bunker. Asylanten haben Wohnungen und Häuser besetzt, deren Besitzer oder Mieter auf das Land geflüchtet sind. Ein bekannter Milliardär wird entführt, ein rechtspopulistischer Politiker von einem islamistischen Fanatiker erschossen.                    In den geplünderten Vorzeigeläden der Textilkonzerne haben sich Obdachlose und Drogenabhängige eingenistet. Wer es sich leisten kann, hat seine Wohnung oder sein Haus dreifach gesichert und eine Sicherheitswache angestellt. Arbeitslosenheere formieren sich, errichten Barrikaden. Der Drogenhandel blüht allerorts.                                                               Die von der EU entsandte „Battle-Group“, verstärkt durch  heimische Berufssoldaten, versucht das Ärgste zu verhindern, ist aber bewaffneten Banden und dem sich ausbreitenden Chaos gegenüber einigermaßen machtlos. In von Einwanderern besetzten Stadtvierteln haben diese ihre eigenen Schutztruppen aufgestellt, deren Herkunftsländer stehen zur Intervention bereit.

So oder ähnlich könnte 2020 ein Lagebericht aus einer europäischen Großstadt wie Wien oder Berlin  lauten, wenn weiter so, punktuell auch gegen den Geist der Verfassung, dahingewurstelt wird, und wir, das Volk, es zulassen. Die Herausforderungen der Zukunft, auch wenn sie weniger drastische Folgen wie oben beschrieben nach sich zögen, wären ernst genug, um eine Konzentration  aller politischen Kräfte auf das Wesentliche zwecks Verhinderung einer großen Katastrophe zu rechtfertigen.                                                           Davon sind wir weit entfernt, Hilflosigkeit regiert. Doch ein Oppositionspolitiker, der, eigenen Aussagen zufolge, alles besser wüßte und könnte, badet derzeit, so heißt es, gerade im Indischen Ozean. Wäre nicht gerade jetzt größte nationale Besinnung vonnöten und in Zeiten wachsender Armut ein Zeichen der Bescheidenheit auch von dieser Seite wünschenswert?                                                                                                                                          Es herrschen anscheinend immer noch Ich-Sucht  und/oder ausschließliches Parteiinteresse, die jedes gemeinsame Handeln, jede sinnvolle Maßnahme für das Ganze verunmöglichen. Man palavert, gibt sich, auch als Grüner, schick und angepaßt. Man läßt, links wie rechts, einfach geschehen.                                                                                                 In einigen Ländern der Europäischen Union registriert man von der Staatsspitze abwärts fast nur Langweiler und Verdränger, die höchstens von einem flotten Mundwerksburschen gelegentlich aufgeschreckt werden. Wohl schiene die Gewährung eines Hilflosenzuschusses an Politiker  in Form einer gesunden kalten Abwaschung zwar sinnvoll, aber in Wirklichkeit kann ich mir keine derzeit vollzugbare Strafe ausdenken, die ihrer Schuld entspräche.                                                                                                                  Wie wäre es, wenn wir, das Volk, für den Anfang die nächste große Wahl einfach boykottierten?

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13 Antworten zu Nichts kommt unverdient

  1. Plautus schreibt:

    Herrlich! Bestens beobachtet!

  2. Waltraut Kupf schreibt:

    Wahlboykott halte ich für keine gute Idee. Wenn man die Bevölkerung zu irgendetwas aufruft, erreicht bzw. überzeugt man nur eine beschränkte Zahl von Leuten. Man erzielt dann lediglich ein zu den eigenen Ungunsten verzerrtes Wahlergebnis.

    • Helmut Müller schreibt:

      Wie heißt es doch so schön: Würden Wahlen (in diesem System) etwas verändern, hätte man sie längst verboten. Ein Generalboykott könnte eine noch nie dagewesene politische Krise bewirken, und aus dieser sollte etwas Neues hervorgehen. Natürlich wird es (noch) nicht zu einem allgemeinen zivilen Ungehorsam kommen, aber erste Zeichen setzen schadet keineswegs. Am besten man hält zu allen Parteien die nötige Distanz, denn egal wer regiert oder mit wem, es ändert sich nichts am System, und dieses ist erwiesenermaßen tödlich für unser Volk. Im übrigen sind Wahlergebnisse unter heutigen Bedingungen so und so verzerrt.

    • petra A schreibt:

      genau das prädige ich seit 4 Jahren! Bitte nicht mit der Wahl diese Deppen wieder legitimieren! Wie kann man nun die Fernseher-Gläubigen erreichen???? Und vor allem, die wissen ja gar nicht was gespielt wird!

  3. gustavstrasser schreibt:

    lieber freund! es dürfte ihnen offensichtkich entgangen sein, daß ein urlaub im indischen ozean heutzutage billiger ist als ein schiurlaub in österreich … ansonsten gratuliere ich zu ihrem artikel!

  4. Pingback: Nichts kommt unverdient « Sache des Volkes

  5. Pingback: Nichts kommt unverdient – ein mögl.Szenario « Der Honigmann sagt…

  6. Letterman schreibt:

    Wer hätte davon etwas gewonnen denn auch hier gilt ja das Prinzip des MITMACHENS. Und hat nicht ein jeder schon Schwierigkeiten 2 Leute mit den Meinungen zusammen zu bekommen. Wie würde es dann bei so vielen ausschauen. Ein jeder denkt doch zuerst an sich, daran wie er reich, wie er überhaupt an Geld und an der Sache sich bereichern kann. Machen es uns doch die verkommenen Politiker vor. Von Kohl bis heute möchte ich nicht nachzählen wieviele noch derart Dreck am Stecken haben.

  7. nixy.propagandhi schreibt:

    …nun, ich finde, ein altes Britisches Sprichwort sagt treffend hierzu weise: „Kannst du den (konkurierenden) Club von außen nicht zerstören, werde Mitglied!“

    LG
    Nixy

    • helmut mueller schreibt:

      Wie die Grünen in der BRD und demnächst vielleicht die Blauen in Österreich? So schnell konnten wir gar nicht schauen, wie Fischer und Co. die Seiten wechselten. Sollte das bei Straches Truppe anders sein? Ich müßte mich sehr wundern.
      Wer in dieses System hineingeht, müßte schon ganz anders ausgestattet und auch nicht schon unterwandert sein.

  8. Asuncion45 schreibt:

    Leider erreicht Wahlboykott nichts, rein gar nichts! Selbst, wenn nur die Abgeordneten des Bundestages ihre Stimme abgeben würden, und das werden sie ganz bestimmt tun, dann wäre die Wahl gültig und es würde so weiter gemacht, wie bisher. Das sind alles keine Lösungen. Es gibt nur wählen gehen und zwar nur die kleinen Parteien. Das führt zu enormen Einnahmeausfällen bei den großen und sorgt für Nachdenklichkeit. Im Übrigen gibt es zum Systemsturz nur ein einziges Mittel:
    Nicht mehr mitmachen. Wenn alle Deutschen eine Woche lang nichts mehr zum System beitragen, nicht mehr arbeiten gehen, keine freiwilligen Leistungen erbringen usw., ist das System tot.

  9. Der Legionär schreibt:

    Nicht mitmachen, eine gute Idee, aber, zu Ende gedacht, aus verschiedenen Gründen kaum vorstellbar. Das System wäre auch nicht „tot“, es käme nur eine andere Regierung mit Beruhigungspillen und großen Versprechungen.
    Ein allgemeiner Wahlboykott änderte natürlich auch nicht die Welt, das stimmt schon. Dennoch käme einiger Sand ins Getriebe, und die Gunst der Stunde könnte, politisch-außerparlamentarisch richtig und fest in die Hand genommen, für die Herrschenden weitere Unannehmlichkeiten zur Folge haben, die, so die Lage günstig ist, eine vorrevolutionären Stimmung und somit Handlungsbedarf für eine neue Partei erzeugen könnten.
    Aber letztlich werden nicht Spekulationen oder Szenarien ein System zum Einsturz bringen, denn dieses ist längst dabei, sich selbst abzuschaffen. Ein Ende des augenblicklichen Siechtums ist allerdings noch nicht abzusehen. Uneigennützige Tatkraft und revolutionärer Geist zur rechten Zeit sind dann aber auf jeden Fall gefragt.

  10. Igelmutter schreibt:

    Mein Eindruck ist, dass die Bevölkerung aufgerufen ist, in Panik zu verfallen und den Rettern die Gelegenheit zu geben, gewaltsam einzugreifen. Sie brauchen einen Grund zur Errichtung ihrer Gettos. Menschen sollen die Banken stürmen, damit sie Grund haben, die Konten zu sperren.
    Menschen sollen die Läden stürmen, damit sie Grund haben, die Lebensmittelläden zu sperren und zu rationieren. Menschen sollen auf den Straßen randalieren damit sie Grund haben den Verkehr zu kontrollieren. Also vorsicht, dass die Sache nicht nach hinten los geht. Die Feinde des Volkes stehen bereit

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